Skoleskibet København

Skoleskibet København
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Die København (dän. skoleskib(et) - "(das) Schulschiff") war eine stählerne dänische Auxiliar-Fünfmast-Stahlbark, die viertgrößte und letzte dieses Riggs in der Welthandelsflotte.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die 3.901 BRT große Fünfmaststahlbark lief am 24. März 1921 auf der Werft von Messrs. Ramage & Ferguson, Leith, Schottland, vom Stapel. Mit ihr sind auf schottischen Helgen drei Fünfmastbarken gebaut worden (France I, Maria Rickmers), obgleich kein Schiff dieses Typs je für eine britische Reederei in Auftrag gegeben worden ist. Nur die R. C. Rickmers fuhr als einziger Fünfmaster unter dem Namen Neath als Kriegsbeute unter britischer Flagge.

Die große Bark war ein schönes und modernes Segelschulschiff mit kurzer Back (15 m), extrem langer Poop (25 m) für die Kadettenunterbringung, Mittschiffsdeck (Dreiinselschiff), mit einer Fernbereichsfunkanlage ausgerüstet. Der Stahlrumpf war in schwarz (Schanzkleid), grün (übrige Schiffsaußenseiten) und dunkelrot (Unterwasserschiff) gehalten, unter dem Schanzkleid in Höhe der Hauptdeckslinie verlief ein heller Streifen rund um das Schiff. Sie hatte, ähnlich der Potosí, die für sie Vorbild war, zwei durchgehende Stahldecks, deren oberstes mit Teakholz beplankt war, und ein Zwischendeck unterhalb des untersten durchgehenden Decks. Sie fuhr ein modernes Standardrigg als Fünfmastbark mit doppelten Mars- und Bramrahen, Royals. Der Besanmast hatte eine Stenge (kein Pfahlmast) und führte zunächst ein geteiltes Besansegel (Ober- und Unterbesan) mit zwei Gaffeln. Die Untermasten und Marsstengen waren aus Stahlrohr gefertigt. Als Galionsfigur zierte eine Ritterfigur in Kettenhemd, Helm, rot-weiß aufgeteiltem Gewand den Galion am Bug, in der linken Hand einen Dannebrog-Schild vor die Brust haltend, die rechte Hand mit einem Morgenstern nach unten gestreckt. Zwei 3-t-schwere Stockanker wurden an Kranbalken auf der Back gelagert. Das Schiff hatte doppelte Klüsen am Bug für die Ankerkette und ein Sicherungsseil. Der Hilfsdieselmotor war vor dem Besanmast unterhalb der Konstruktionswasserlinie eingebaut, ein Teil der Laderäume vor dem Mittelmasten dienten als Tanks, was beides die effektive Ladekapazität auf 5.283 t reduzierte.

Als Frachtsegelschulschiff mit Heimathafen Kopenhagen wurde sie zur Ausbildung des ausschließlich dänischen Offiziersnachwuchses im Frachtverkehr von der dänischen Reederei "A/S Det Østasiatiske Kompagni" ("Die Ostasiatische Kompanie AG"; seit 1966 EAC, en:East Asiatic Company), København (Kopenhagen) zwischen Europa, Südamerikas Ostküste, Ostasien und Australien meist im Weizentransport eingesetzt. Fregattenkapitän und Technischer Direktor der Kompanie (dän. Kommandørkaptajn og Teknisk Direktør) Baron Niels Juel-Brockdorff war ihr erster Schiffsführer. 1927 wurde die doppelte Besangaffel gegen eine einfache ausgetauscht.

Die København hatte die Mastfolge:

  • Fokkemast, Stormast, Mitlermast, Krydsmast, Mesanmast (dänische Standardbenennung)
  • Fockmast, Großmast, Mittelmast, Kreuzmast, Besanmast (deutsche Standardbenennung)
  • foremast, mainmast, middlemast, mizzenmast, spankermast (engl. Übersetzung)
  • fore, main, mizzen, jigger, spanker (engl. Standardbenennung)

Geschichte

Bereits 1915 lief der erste Schiffsrumpf für die große Bark vom Stapel, wurde aber wegen des Krieges 1918 von der britischen Admiralität beschlagnahmt und als Kohlenhulk Black Dragon in Gibraltar eingesetzt.

Die København machte einige Weltumsegelungen und insgesamt zehn Reisen. Sie war außer in ihrer Heimat vorwiegend in Australien (Weizenfahrt), aber auch in Südamerika und in anderen Pazifikhäfen zu sehen. 1928 verließ sie am 14. Dezember Buenos Aires, Argentinien, mit Kurs auf Melbourne (nach einer Quelle Adelaide) und blieb nach dem letzten Kontakt am 17. Dezember mit Dampfer SS Arizona (USA) 400 Seemeilen östlich von Montevideo und am 21. oder 22. Dezember 1928 mit den Schiffen SS City of Auckland (8.336 BRT, Hall-Linie, Liverpool, England) und D/S William Blumer (3.604 BRT, C. H. Sørensen, Arendal, Norwegen) verschollen, ohne einen Notruf zu senden. Eine groß angelegte Suchaktion im Südatlantik bis in die Antarktis erbrachte kein Ergebnis. Doch sollen Insulaner auf Tristan da Cunha das Schiff noch gesehen haben, was sich später als Verwechslung mit der unter finnischer Flagge fahrenden Viermastbark Ponape herausgestellt haben soll. Die letzte Fünfmastbark wurde von Lloyd's in London im Januar 1930 als verschollen erklärt. Manche vermuteten eine nächtliche Kollision im Januar 1929 mit einem Eisberg innerhalb eines gewaltigen Eisfeldes im Südatlantik während des Südsommers 1928/1929 oder ein plötzliches Kentern infolge einer harten Sturmbö aus ungünstigem Anströmwinkel, unterstützt durch den höheren Schwerpunkt infolge der Ballastfahrt.

Schiffsdaten

Literatur

  • Hans-Jörg Furrer: Die Vier- und Fünfmast-Rahsegler der Welt.  Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford, 1984, S. 112; ISBN 3-7822-0341-0
  • Jens Kusk Jensen: Handbuch der praktischen Seemannschaft auf traditionellen Segelschiffen. Heel Verlag, Königswinter, 1998, S. 118-119; ISBN 3-89365-722-3 (dt. Nachdruck; dän. Håndbog i praktisk sømandskab, Foreningen til Søfartens Fremme (Vereinigung zur Förderung der Seefahrt), København, 1924)

Weblinks


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