Snooker Main Tour


Snooker Main Tour

Die Snooker Main Tour ist eine Spielsaison der Sportart Snooker, die aus zuvor festgelegten Turnieren besteht. Dazu gehören Weltranglisten- und Einladungsturniere. Die Main Tour beginnt im Spätsommer und endet mit dem Höhepunkt der Saison, der Snookerweltmeisterschaft Anfang Mai. Organisiert wird sie von der WPBSA.

Turniere

blau markiert: Länder, die bereits mindestens ein Snooker Main Tour Event ausgetragen haben oder für die eines für die kommende Saison geplant ist.

Die Anzahl der Turniere der Tour wechselt zwar häufig, einige Turniere wie die UK Championship, die als zweitwichtigstes Turnier gilt, sind jedoch seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Saison. Die mit Abstand meisten Turniere des Jahres finden im Vereinigten Königreich statt. Im Laufe der Zeit haben Turniere aber auch in anderen Ländern wie Malta oder Irland, Kanada, Frankreich, Thailand, Belgien und auch in Deutschland stattgefunden; momentan werden auch zwei der Saisonturniere in der Volksrepublik China ausgetragen.

Im Vergleich zu anderen Individualsportarten ist die Anzahl der Turniere sehr gering. Zu den derzeit drei Einladungsturnieren finden in der Snooker-Saison 2008/09 acht Turniere statt, auf denen Weltranglistenpunkte vergeben wurden. Wegen dieser geringen Anzahl verbunden mit der Möglichkeit, Punkte zu sammeln, treten in der Regel alle Profispieler bei allen Turnieren an. Zudem bekommen gesetzte Spieler automatisch Ranglistenpunkte, da sie ja qualifiziert sind. Das gilt auch bei einer Erstrundenniederlage, ein Startverzicht käme also einem Verschenken der Punkte gleich. Somit treffen schwächere Spieler bei jedem Turnier auf viel höher platzierte und stärkere Spieler und haben keine Möglichkeit, auf kleinere Turniere auszuweichen, um Ranglistenpunkte zu sammeln. Es besteht für schwächere Spieler daher nur die Gelegenheit, bei den Qualifikationen für die Weltranglistenturniere Punkte zu holen. Die Anzahl der Punkte für gewonnene Qualifikationsrunden richtet sich nach der Bedeutung des Turniers, analog zu den Punkten für die Hauptrunden.

Die wenigen Turniere sowie das hochklassige Teilnehmerfeld in jedem Turnier haben zur Folge, dass sehr wenige Spieler tatsächlich ein Turnier gewinnen können. So kommt es vor, dass einige Spieler jahrelang in den Top-Ten der Weltrangliste platziert sind, aber kein einziges Turnier gewinnen, andere aufgrund ihrer zeitweiligen Dominanz sehr häufig. Selbst Spieler wie Ronnie O’Sullivan oder John Higgins, die beide bereits seit über einem Jahrzehnt stetig in der Weltspitze präsent sind, haben erst jeweils zweiundzwanzig bzw. einundzwanzig Ranglistenturniere gewonnen, (Stand: nach Weltmeisterschaft 2010); im Vergleich zu beispielsweise Tennis eine eher bescheidene Ausbeute. Erschwerend kommt hinzu, dass die Leistungsdichte in der Weltspitze sehr hoch ist; es ist keine große Überraschung, als Weltranglistenführender bereits in der ersten Runde zu verlieren und auszuscheiden.

Setzliste

Für die Ranglistenturniere sind die ersten sechzehn Spieler der Weltrangliste gesetzt. Dabei gilt für diese Sportart die Besonderheit, dass der amtierende Weltmeister, sofern er nicht gleichzeitig die Rangliste anführt, immer auf Platz zwei der Setzliste steht. Sollte der Fall eintreffen, dass der Weltmeister nicht unter den Plätzen 1–16 der Rangliste steht, fällt der Weltranglistensechzehnte aus der Setzliste und muss sich wie alle Nachfolgenden für die Turniere qualifizieren. Für einzelne Turniere kann dasselbe gelten, da der Titelverteidiger des Turnieres automatisch gesetzt ist, auch wenn er nicht den Top 16 angehört. Dabei entscheidet die Ranglistenposition über die Anzahl der Qualifizierungsrunden. Die Spieler der Positionen 17–32 spielen nur eine Qualifikationsrunde, alle tiefer Platzierten zwei Runden oder mehr.

Qualifikation für die Main Tour

Auf der Snooker Main Tour spielen gewöhnlich 96 Spieler. Die 64 Bestplatzierten der Snookerweltrangliste behalten dabei nach der Saison ihren Platz ebenso wie die acht bestplatzierten Spieler, die sich erst im Jahr zuvor für die Main Tour qualifiziert hatten. Acht neue Startplätze wurden jedes Jahr über die Pontin's International Open Series vergeben (die jedoch inzwischen durch die Q School ersetzt wurde); weitere Startplätze erhalten die Sieger der IBSF Amateurweltmeisterschaft, der verschiedenen Kontinentalmeisterschaften sowie einige Erstplatzierte von nationalen Ranglisten. Zudem vergibt die WPBSA häufig einige Wildcards.

Deutsche auf der Main Tour

Mit Lasse Münstermann (2000/2001) und Patrick Einsle (2006/07) waren auch schon zwei Deutsche auf der Main-Tour. Einsle erhielt das Main-Tour-Ticket über eine Wildcard, Münstermann durch den Sieg bei der Eurotour 2000. Beide fielen jedoch nach einer Saison wieder aus der Weltrangliste heraus, da sie nicht ausreichend Punkte sammeln konnten. Einsle erhielt für die Saison 2010/11 erneut eine Wildcard.

Siehe auch

Weblinks


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