Social Facilitation

Social Facilitation

Die Social Facilitation-Theorie (frei übersetzt Soziale Erleichterung) besagt, dass Lebewesen bei bloßer Anwesenheit von Artgenossen bei einfachen Aufgaben bessere Resultate erzielen. Bei komplexen Aufgaben kehrt sich diese Erleichterung um und die Leistung der Person sinkt.

Der Gegenbegriff zur sozialen Erleichterung ist das soziale Faulenzen, das Nachlassen von Anspannung aufgrund der Anwesenheit von Artgenossen.

Inhaltsverzeichnis

Erklärungen

Das Phänomen wird vorrangig erklärt durch ein Entstehen von Emotionaler Erregung bei der Anwesenheit anderer Personen. Aufgrund dieser Erregung wird von den Personen bevorzugt mit einer dominanten Reaktion reagiert (z.B. wird man in Aufregung eine falsche Antwort geben, obwohl man die richtige Antwort gerade erst gelernt hat, denn die (u.U. jahrelang als richtig angenommene) falsche Antwort ist immer noch die dominante Reaktion).

Zur Erklärung der Erregung gibt es 3 theoretische Positionen

  • mere presence (deutsch "bloße Anwesenheit"): Diese Theorie besagt, dass Personen allein aufgrund des Wissens, dass andere Personen da sind, erregt werden und deshalb eher mit einer dominanten Reaktion reagieren (Theorie von Robert Zajonc).
  • Bewertungs-Erwartungsthese: Die These besagt, dass beobachtete Personen sich Gedanken über die Erwartungen der Zuschauer machen und deswegen erregt sind, da sie sich nicht blamieren möchten und gut dastehen möchten.
  • Ablenkungsthese: Diese These besagt, dass beobachtete Personen die Personen in ihrem Umfeld wiederum selbst beobachten und deshalb von der Aufgabenstellung abgelenkt sind.

Empirie

Zuerst beobachtet wurde dieses Phänomen von Norman Triplett im Jahre 1898. Er beobachtete, dass Radrennfahrer schneller sind, wenn sie im Wettbewerb gegen andere sind, als wenn sie gegen die Uhr fahren.

Robert Zajonc führte dann dieses Phänomen im Jahre 1965 auf die Erregung zurück. Zur experimentellen Verifizierung baute er in seinem Labor ein Labyrinth auf, in welches er eine Schabe (Kakerlake) setzte. Weitere Schaben konnten diese beobachten. In der einfachen Experimentalbedingung war an einer Seiten eine Lichtquelle angebracht, in der gegenüberliegenden Seite war das Loch zum Verlassen des Labyrinths. Als nun die Lichtquelle anging, war die dominante Reaktion der Schabe, das Licht auf direktem Wege zu verlassen, was auch in kurzer Zeit gelang. Führte man das Experiment ohne die Schaben in den "Zuschauerboxen" durch, brauchte die Schabe länger, um zum Ausgang zu kommen.

In der schwierigen Experimentalbedingung konnte die Schabe nicht auf direktem Weg das Labyrinth verlassen, weil der Ausgang nicht am gegenüberliegenden Ende des Labyrinths war, sondern sie musste erst um die Ecke laufen, um den Lichtkegel zu verlassen. Bei dieser schwierigen Aufgabe brauchte die Schabe mit Zuschauern länger als ohne, was Zajoncs Hypothese bestätigte.

Siehe auch

Literatur

  • Robert Zajonc (1965). Social facilitation. Science, 149, 269-274
  • Hazel Markus (1978). The Effect of Mere Presence on Social Facilitation: An Unobtrusive Test. Journal of Experimental Social Psychology, 14, 389-397

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См. также в других словарях:

  • Social facilitation — is the tendency for people to be aroused into better performance on simple tasks (or tasks at which they are expert or that have become autonomous) when under the eye of others, rather than while they are alone (audience effect), or when… …   Wikipedia

  • social facilitation — (ARTHROPODA: Insecta) An increase of activity from seeing or hearing others engaged in the same activity …   Dictionary of invertebrate zoology

  • Social psychology (psychology) — Social psychology is the scientific study of how people s thoughts, feelings, and behaviors are influenced by the actual, imagined, or implied presence of others (Allport, 1985). By this definition, scientific refers to the empirical method of… …   Wikipedia

  • Social software — encompasses a range of software systems that allow users to interact and share data. This computer mediated communication has become very popular with social sites like MySpace and Facebook, media sites like Flickr and YouTube, and commercial… …   Wikipedia

  • Social behaviour in animals — Introduction       actions of animals living in communities. Such behaviour may include the feeding of the young, the building of shelters, or the guarding of territory. General characteristics       Social behaviour (Social behaviour in animals) …   Universalium

  • Social Loafing — Der Begriff Soziales Faulenzen (engl.: Social Loafing) beschreibt ein sozialpsychologisch relevantes Motivationsphänomen in einer Gruppe. Sobald Individuen im Kollektiv mit anderen auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, reduzieren sich demnach… …   Deutsch Wikipedia

  • Social loafing — In the social psychology of groups, social loafing is the phenomenon that persons make less effort to achieve a goal when they work in a group than when they work alone. This is one of the main reasons that groups sometimes perform less than the… …   Wikipedia

  • facilitation — noun 1. the condition of being made easy (or easier) social facilitation is an adaptive condition • Derivationally related forms: ↑facilitate • Hypernyms: ↑condition, ↑status 2. (neurophysiology) phenomenon that occurs when two or more n …   Useful english dictionary

  • social interaction — (ARTHROPODA: Insecta) Relationships among individuals of a colony in which the behavior of one or a few indivduals influences others in the colony; social facilitation and social homeostasis are two interactions …   Dictionary of invertebrate zoology

  • Social work with groups — Social Work with GroupsThe group process contains the secret of collective life, it is the key to democracy, it is the master lesson for every individual to learn, it is our chief hope for the political, the social, the international life of the… …   Wikipedia


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