Software AG


Software AG
Software AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0003304002
Gründung 1969
Sitz Darmstadt-Eberstadt DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Karl-Heinz Streibich
Mitarbeiter 6.000
Umsatz 1,12 Mrd. Euro (2009)[1]
Branche Software
Website www.softwareag.com

Die Software AG mit Sitz in Darmstadt (Hessen) gehört zu den Weltmarktführern für Softwarelösungen, die Geschäftsprozesse analysieren, die IT-Infrastruktur von Unternehmen steuern, Geschäftsprozesse verwalten und dabei auf offenen Standards beruhen. Das Unternehmen ist nach der SAP das zweitgrößte Softwarehaus in Deutschland und das viertgrößte in Europa.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Die Software AG wurde 1969 von sechs Mitarbeitern des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung), unter Federführung von Peter Kreis, gegründet. Zu den Gründern gehörte auch der Mathematiker Peter Schnell, später langjähriger Vorstandsvorsitzender. Peter Schnell hatte im Kundenauftrag ein Konzept für ein Datenbank-Management-System (DBMS) auf der Basis invertierter Listen entwickelt. Unter dem Namen ADABAS (adaptierbares Datenbank-System) wurde dieses System 1971 erstmalig bei der WestLB installiert. Der Markt in Westeuropa erwies sich bis Mitte der 1970er Jahre noch nicht besonders aufnahmebereit. Deshalb erfolgte bereits 1972 die Gründung der unabhängigen amerikanischen Schwesterfirma Software AG of North America (SAGNA), zusammen mit einem amerikanischen Partner, mit Sitz in Reston (Virginia).

Peter Schnell erlangte bis Anfang der 1980er Jahre die vollständige Kontrolle über die Aktien der Software AG. 1981 ging die Software AG North America an der New York Stock Exchange an die Börse.

Wesentlichen Anteil am Erfolg der Software AG hatten aber auch die Vorstandsmitglieder Peter Pagé und Tilo Strickstrock. Peter Pagé hatte Ende der siebziger Jahre mit einem kleinen Mitarbeiterteam das Programmiersystem NATURAL (4GL) entwickelt und war bis zu seinem Ausscheiden der „Motor“ der dynamischen Unternehmensentwicklung der Software AG. Die eigentliche Erfolgsgeschichte der Software AG wurde ab Anfang der 1980er Jahre geschrieben, als die Anzahl der Systeminstallationen stark anstieg.

Mit dieser Phase der Unternehmensgeschichte sind die Manager Dieter Keppler (Vertriebs-Direktor), Egon Homm (Region Manager Südwest), Wolfgang Mudter (zunächst Marketing-Leiter später verantwortlich für das Europageschäft außerhalb der deutschsprachigen Region) und Arnold Stein (Region Manager Süd) eng verknüpft. So gelang es zum Beispiel in Deutschland den eigenen Marktanteil bei Datenbanksystemen gegenüber IBM und Siemens deutlich zu vergrößern.

Seit September 1984 hat die Software AG ihren Sitz in einem eigenen Gebäude in Darmstadt-Eberstadt.

Bereits im Jahre 1990 stellte Software AG mit ENTIRE die erste service-basierte Software-Architektur (SOA) der Öffentlichkeit vor und bereits 1992 wurde ENTIRE in wesentlichen Teilen als Produkt ausgeliefert. EFS (ENTIRE Function Server) ist die erste Serviceorientierte Architektur, welche am Markt eingeführt wurde.

1988 übernahm Software AG alle Aktien der Software AG of North America und machte diese zu einem Tochterunternehmen. 1997 kaufte das Investmenthaus Thayers Capital 100 Prozent der Aktien der Software AG North America, die anschließend unter dem Namen SAG Americas (SAGA) firmierte. Die Software AG ging 1999 an die Börse und ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im TecDAX notiert. 2001 übernahm Software AG schließlich wieder die SAG Americas und gliederte diese als Tochter in den Konzern ein.

Im Zuge der Schwierigkeiten der Dotcom-Blase geriet die Software AG erneut in eine Krise. Umsatzrückgänge und schlechte Profitabilität ließen die Finanzreserven schrumpfen. Offiziell lagen die Gründe in der Globalisierung der IT und dem zunehmenden weltweiten Wettbewerb sowie in der massiven Konzentration und Konsolidierung des Marktes, in Wahrheit aber wohl im schlechtem Management. Dem Unternehmen gelang jedoch erneut eine Wende. Der Börsenwert der Software AG vervierfachte sich in den letzten vier Jahren.

Am 25. Mai 2007 übernahm die Software AG das amerikanische Software-Unternehmen webMethods zum Preis von 546 Millionen Dollar.[2] Das war die bisher größte Übernahme in der Firmengeschichte, und auch eine der größten Übernahmen eines US-Softwareunternehmens durch eine europäische Firma überhaupt.

Am 13. Juli 2009 legte die Software AG ein Übernahmeangebot für die drittgrößte deutsche Software-Firma, die IDS Scheer AG vor.[3] Wie im Juli 2009 bekannt wurde, will die Software AG den Softwareentwickler und IT-Dienstleister IDS Scheer für rund 482 Mio. Euro übernehmen. Ende September 2009 besaß die Software AG bereits über 75 Prozent der Anteile und weitere Aktien werden für je 15 Euro zugekauft[4] Im Dezember 2009 hielt die Software AG 90 Prozent der Aktien und schloss einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der IDS Scheer.[5]

Am 9. Juli 2010 hat die Hauptversammlung der IDS Scheer AG den Verschmelzungsvertrag mit der Software AG mit einer Mehrheit von 92,03 Prozent des Grundkapitals der IDS Scheer AG gebilligt.[6] Mit der Eintragung ins Handelsregister wird die Verschmelzung rechtlich wirksam.

Der Software AG-Konzern, zu dem auch die IDS Scheer AG gehört, hat mehr als 10000 Kunden. Er ist mit 6000 Mitarbeitern in über 70 Ländern weltweit vertreten. 2009 erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von 847 Millionen Euro.

2010 überschritt der Firmenumsatz erstmals mehr als eine Milliarde Euro.[7]

Produkte

Die Software AG bietet Software und Services für den Entwurf von Prozess-Strategien sowie das Design, die Implementierung und die Überwachung von Prozessen; SOA-basierte Integration und Datenmanagement; prozessgesteuerte SAP-Implementierung sowie strategische Prozessberatung und Dienstleistungen. Die wichtigsten Produkte sind die Plattform zur Analyse von Geschäftsprozessen ARIS, die Produktsuite webMethods, das DBMS Adabas, die Anwendungsentwicklungsumgebung Natural sowie die Consulting-Sparte IDS Scheer Consulting.

Software AG – Stiftung

1992 brachte Peter Schnell die von ihm treuhänderisch gehaltenen Software AG-Aktien (100 Prozent) auf Beschluss des Gesamtvorstandes und des Aufsichtsrats in zwei Stiftungen nach deutschem Stiftungsrecht ein, davon 98 Prozent in die gemeinnützige Software AG Stiftung mit Sitz in Darmstadt. Ziel der Software AG – Stiftung ist die Förderung von Projekten in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Erziehung und Bildung, Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe und Naturhilfe. Die Software AG – Stiftung ist rechtlich völlig unabhängig von der Software AG.

Weblinks

 Commons: Software AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. SVorläufiges Ergebnis viertes Quartal/Gesamtjahr 2010. Darmstadt 27. Januar 2011 (Pressemitteilung der Software AG, [1], abgerufen am 3. Mai 2011).
  2. Software AG: webMethods-Übernahme nimmt Hürde
  3. Software AG will IDS Scheer kaufen
  4. "Software AG kauft „IDS Scheer“ auf www.finanznachrichten.de
  5. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Software-AG-und-IDS-Scheer-schliessen-Beherrschungsvertrag-868006.html
  6. Pressemitteilung der Software AG zur Zustimmung zum Verschmelzungsvertrag durch die Hauptversammlung der IDS Scheer AG
  7. [2]

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