Soleure


Soleure
Solothurn
Wappen von Solothurn
Basisdaten
Kanton: Solothurn
Bezirk: Solothurn
BFS-Nr.: 2601Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 4500
UN/LOCODE: CH SOO
Koordinaten: (607492 / 228604)47.2083317.537513430Koordinaten: 47° 12′ 30″ N, 7° 32′ 15″ O; CH1903: (607492 / 228604)
Höhe: 430 m ü. M.
Fläche: 6.29 km²
Einwohner: 15'364
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.stadt-solothurn.ch
Karte
Karte von Solothurn

Solothurn (frz. Soleure, ital. Soletta) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Kantons Solothurn. Die Stadt bildet einen Bezirk für sich.

Solothurn nennt sich «schönste Barockstadt der Schweiz», andere nennen sie traditionell «Ambassadorenstadt» (sie war Sitz der französischen Ambassadoren 1530–1792) oder «Sankt-Ursen-Stadt» (Legende um die in Solothurn enthaupteten römischen Legionäre Urs und Victor). Die Altstadt in ihrem heutigen Zustand wurde zum grössten Teil zwischen 1520 und 1790 errichtet und zeigt dementsprechend eine Mischung verschiedener Architektur-Epochen. Die inoffizielle Hymne der Stadt ist das Solothurnerlied. Solothurn ist Bischofssitz des Bistums Basel.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Aare, Sankt-Ursen-Kathedrale

Solothurn liegt beidseits der Aare am Südfuss des Jura, 5 km südlich des «Solothurner Hausbergs» Weissenstein. Die Gemeindefläche ist 629 ha gross, davon entfielen 1994 66 % auf Siedlungen, 25 % auf Landwirtschaft und knapp 9 % auf Wald, Gehölze und unproduktives Land. Klimatisch steht Solothurn unter kontinentaleuropäischem Einfluss, wobei die parallele Konstellation Aare – Jurakette überdurchschnittlich viele Nebellagen zur Folge hat.

Nachbargemeinden von Solothurn sind im Westen Bellach, im Norden Langendorf und Rüttenen, im Osten Feldbrunnen-St. Niklaus, im Süden Zuchwil und Biberist. Das Siedlungsgebiet von Solothurn ist heute fast lückenlos mit der Bebauung von Bellach, Langendorf, St. Niklaus und Zuchwil zusammengewachsen. Die Aare prägt die Stadt und das Naherholungsgebiet.

Bevölkerung

Mit 15.511 Einwohnern (Ende 2007) ist Solothurn die drittgrösste Stadt des Kantons Solothurn. Mit der neuen Westtangente erhofft sich die Stadt nun besser entwickeln zu können, da ein Grossteil der Baulandreserven in der Weststadt liegen. Das Projekt Aarestadt und die Sanierung der Hochhäuser könnten Impulse geben für die weitere Entwicklung. Auch erhofft man sich durch die fast verkehrsfreie Vorstadt und die Belebung des Dornacherplatzes, dass in diesem Stadtteil vermehrt auch wieder renoviert und Wohnraum geschaffen werden kann.

Der Ausländeranteil beträgt 21.2 % und liegt damit über dem kantonalen Durchschnitt von 19.6 %. Den grössten Anteil bilden Bürger aus Italien, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei. In der Agglomeration Solothurn, zu der auch Gemeinden aus den Bezirken Lebern und Wasseramt gehören, leben 74.758 Personen in 24 Gemeinden.[2]

35,2 % der Bevölkerung war im Jahr 2000 römisch-katholisch (5.413 Personen), 29,6 % war protestantisch (4.551) und 5,9 % (907) gaben muslimisch an. Als konfessionslos bezeichneten sich 20,2 % (3.106) und 3,9 % (599) machten keine Angabe.

Geschichte

Belagerung Solothurns durch Leopold in der Darstellung Karl Jauslins
Ansicht der Stadt Solothurn in der «Topographie der Eydgnoßschaft» von David Herrliberger, 1757
Solothurn um 1900
Riedholzturm, Schanz und Zeughaus

Der Legende nach sollen in Solothurn zwei christlich bekehrte römische Legionäre der Thebäischen Legion enthauptet worden sein: Ursus und Victor. Nach ihnen ist die heutige Kathedrale benannt.

  • 14–37 n. Chr.: Neu-Gründung des bisher keltischen Salodurum zur Zeit des römischen Kaisers Tiberius.
  • Schon im 6. Jahrhundert soll in Solothurn eine kleine Kirche gestanden haben, eine Stefanskirche auf dem Friedhofplatz.
  • 8./9. Jahrhundert: Im europäischen Reich der Karolinger gehörte Solothurn zum Waldgau, einer Verwaltungsregion des Reichs.
  • 932: Gründung des St. Ursenstift durch Burgunderkönigin Bertha.
  • 1033: Solothurn gelangte mit dem Königreich Burgund an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.
  • Aus dem 12. Jahrhundert sind erstmals Transaktionen mit in Solothurn geprägtem Geld (Pfund) überliefert, das einzig dem Handel mit anderen Städten diente. Vorherrschend waren in der Region noch der Gütertausch und grundherrschaftliche Naturalabgaben.
  • 1218 wurde Solothurn nach dem Aussterben der Zähringer eine freie Reichsstadt, unterstand also keinem Reichsvasallen mehr, sondern nur noch unmittelbar dem Kaiser. Der seinerzeitige Zeitglockenturm war noch ein simpler Beobachtungs-Turm ohne Uhrwerk und ohne Spitzdach.
  • Die Stadt lag, vor allem seit dem 14. Jahrhundert, an handelsgünstigen Fernstrassen, die z. B. die süddeutschen Handelsstädte mit dem burgundischen Lyon verbanden. Der Verkehr erfolgte mit Pferde- und Ochsengespannen. Wer die fast einzige Aarebrücke der Region, die hölzerne Wengibrücke, überqueren wollte, hatte an den Stadttoren (es gab damals auch ein Berntor) Brückenzoll zu entrichten. Für die blosse Stadtdurchquerung war Strassenzoll zu entrichten. Solothurn wurde auch von Pilgern besucht, die als die ersten «Touristen» gelten können.
  • 1318: Herzog Leopold I. von Habsburg belagerte erfolglos die Stadt, nachdem er 1315 bereits gegen die alten Eidgenossen am Morgarten unterlegen war.
  • 1418 wurde das Bürgerspital gegründet, mit erstem Standort an der Aare.
  • 1481 trat Solothurn dem Militärbündnis der Alten Eidgenossenschaft bei, also dem Keim der heutigen Schweiz. Ein heutiger Zeitzeuge davon ist der krumme Turm in der Westbefestigung der Stadt, der 1463 fertig erbaut war. In seinem Fundament noch älter ist das Zunfthaus zu Wirthen (heute Restaurant) an der Hauptgasse, dessen Existenz 1467 erstmals urkundlich erwähnt ist. Es erinnert an die vormalige Zunft-Tradition der Solothurner Bürgerschaft.
  • 1519–1533: Die Reformation führte in Solothurn zur Glaubensspaltung; in der Franziskanerkirche predigte zeitweise sogar der Berner Reformator Berchtold Haller. Beim späteren Aufstand der Reformierten verhinderte der Solothurner Schultheiss Niklaus Wengi der Jüngere Blutvergiessen. Solothurn blieb katholisch. Nach der Reformationszeit wurden die beiden bulligen Festungstürme im Westen und Osten der Altstadt, der Burris- und Riedholzturm, erbaut.
  • 1530–1792 residierte die französische Botschaft in der Schweiz in Solothurn, daher wird Solothurn auch die Ambassadorenstadt genannt.
  • 1609 brauten sich über Europa dunkle Kriegswolken zusammen: Die Bündnisse der «protestantischen Union» und der «katholischen Liga» wurden gegründet, die später den Dreissigjährigen Krieg bestritten. Es war wohl kein Zufall, dass im selben Jahr in Solothurn mit dem Bau des alten Zeughauses (siehe unter Sehenswürdigkeiten) begonnen wurde.
  • Um 1800 wurden vor der Kapuzinerkirche zwei Linden, die wohl ältesten heute in der Stadt existierenden Bäume, gepflanzt.
  • Anfangs des 19. Jahrhunderts, mit dem Siegeszug der liberal-demokratischen Bewegung über die städtische Aristokratie, wurden die zuvor verschmolzenen Institutionen von Kanton und Gemeinde Solothurn aufgespalten. Solothurn wurde damit zur Stadtgemeinde und zur Hauptstadt des Kantons.
  • Seit 1828 ist Solothurn Sitz des Bistums Basel. Der Bischof residierte bis zum Kulturkampf im Palais Besenval in der Altstadt (siehe Foto weiter unten)
  • 1819: Als das in Form der Regiobank Solothurn älteste heute noch existierende grössere städtische Unternehmen wurde die Ersparniskasse gegründet.
  • Im Gefolge der Industrialisierung erhielt Solothurn 1857 den ersten Bahnanschluss, mit Dampfzügen der Centralbahn. Das heutige Bahnhofgebäude Solothurn West stammt aus jener Zeit, es war der erste Bahnhof hier.
  • 1895 begann die Elektrifizierung der Stadt. Das damalige erste Trafo-Häuschen steht noch immer, an der St. Niklausstrasse 53.
  • Das bekannteste und grösste jemals in Solothurn entstandene Unternehmen ist die Ascom AG. Sie begann 1922 als Autophon A.G. mit ca. 15 Arbeitern. Heute arbeiten am Standort Solothurn nicht viel mehr Leute als damals, der Konzern hat Solothurn mittlerweile weitgehend verlassen. Am gleichen Standort wurde aber eine Niederlassung von Ypsomed gegründet, die neue Arbeitsplätze brachte
  • Nach dem ersten Weltkrieg erschienen die ersten Autos im Solothurner Stadtbild, 1930 verkehrten die ersten Linienbusse.
  • 1969 wurde in Solothurn die erste Pizzeria eröffnet – Zeichen der beginnenden Integration von Einwanderer-Familien.
  • 1994 erhielten die schwerer Drogenabhängigen eine Anlaufstelle zur kontrollierten und «sauberen» Rauschgift-Einnahme.
  • Die Bevölkerung wuchs im Gleichschritt mit der Industrialisierung: 1850 ca 5'000 Personen, 1900 10'100 Personen, heute 15'400 Personen.

Siehe auch: Geschichte des Kantons Solothurn

Solothurn um 1545 in der Chronik des Johannes Stumpf

Bilddeutung der Stumpf-Chronik (links): Erkennbar sind die heutigen Bauten Zeitglockenturm, Rathaus, Franziskanerkirche, Baseltor, Burristurm und krummer Turm. Nicht mehr vorhanden heute: Die Münsterkirche St. Ursen, die beiden Berntore, der Georgsturm in der Südwest-Ecke und der Nydeck-Pulverturm in der Nordost-Ecke (er fiel 1546 einem Blitzeinschlag mit Explosion zum Opfer und wurde umgehend durch den Riedholzturm ersetzt). Ebenfalls abgebrochen wurden im 17. Jahrhundert der Petersturm beim heutigen Ritterquai und im 19. Jahrhundert der Hürligturm südlich der Aare. Erhalten geblieben sind hingegen die drei Wachtürme an der nördlichen Festungsmauer. Einen eigentlichen Marktplatz hat es damals nicht gegeben, der heutige Friedhofplatz dagegen ist klar erkennbar. Beim «Schänzli»-Stadtteil südlich der Aare war der Festungsgraben hier und Jahrhunderte danach mit Aarewasser geflutet, während dieses Vorhaben nördlich der Aare aufgrund mangelhafter Physik-Kenntnisse offenbar teilweise gescheitert ist.

Stadtentwicklung

Weststadt und Weissenstein

Kurz nach der liberalen Revolution von 1830 wurde in Solothurn damit begonnen, die Stadtmauern und Stadtbefestigungen aus Mittelalter und Früh-Neuzeit niederzureissen, die – analog etwa den mannigfachen Binnenzöllen, Mass-Einheiten und Geldwährungen auf bundesstaatlicher Ebene – als hinderlich betrachtet wurden für den ersehnten Handels- und Industrialisierungs-Aufschwung. Ausserhalb dieser Festungsanlagen existierten zu jener Zeit einzig verstreut einige Residenzen der gestürzten aristokratischen Geschlechter, einige Bauernhöfe und kirchliche Institutionen (z. B. Klöster).

In der Zeitspanne 1850 bis 1900 verdoppelte sich die Bevölkerungszahl in der Stadt Solothurn von rund 5'000 Personen auf rund 10'000 Personen. Einem Aquarell von L. Wagner von 1884 ist zu entnehmen, dass die zusätzliche Bevölkerung Wohnraum-Angebot vorab durch Ausdehnung des Siedlungsgebietes im Bereich Westring bis ca. heutige Zentralbibliothek erhielt. 10'000 Personen fanden damals Unterkunft in einem Gebiet umfassend weitgehend nur die Alt- und Vorstadt sowie das vorgeschobene Westring-Quartier (verglichen mit der heutigen Stadtgrösse, für eine Bevölkerung von rund 15'500 Personen). Erklärbar ist diese damals sehr starke Verdichtung z. B. mit dem Umstand, dass der Dienstleistungs-Sektor noch sehr schwach ausgeprägt war: Nahezu das gesamte genannte Raumangebot stand für Wohnzwecke zur Verfügung, es gab vergleichsweise zu heute noch sehr wenige Büros und Ladengeschäfte, ganz zu schweigen von Warenhäusern etc. Auch waren die einzelnen Wohnungen im Allgemeinen noch deutlich kleiner als heute.

Von 1900 bis 1950 wuchs die städtische Solothurner Bevölkerung dann um fast 7'000 Personen auf 16'700. Dies vorab durch nachhaltigen Überbauungsbeginn der Quartiere Dilitsch, Allmendstrasse, Obere Steingruben, St. Kathrinen und der Südstadt. Aus dem Jahr 1938 stammt der erste Zonenplan, den die Stadt damals noch in eigener Regie und ohne Vorgaben von Bund oder Kanton erstellte. Er enthielt allerdings nur sehr rudimentäre Auflagen: Noch durften Wohnblöcke in Zweifamilienhaus-Quartieren errichtet werden, Wohn- und Industriezonen waren noch nicht klar von einander getrennt.

Von 1950 bis heute nahm die Bevölkerungszahl in Solothurn etwas ab, mit allerdings einigen Schwankungen innerhalb dieses Zeitfensters. Das Siedlungsgebiet hingegen wuchs kontinuierlich und deutlich, zurückzuführen auf den zunehmenden Anteil des Einfamilienhaus-Baus, den stets ansteigenden individuellen Wohnraum-Bedarf, vermehrte Einpersonen-Haushalte, expandierenden Gewerbe- und Industriebau sowie zunehmenden Bedarf an Büro- und Ladenflächen. Anfangs der 1970er Jahre wurde mit dem «Bebauungsplan Brühl» auch die Überbauung der Weststadt im engeren Sinne in Angriff genommen, mit den anfänglich umstrittenen ersten Hochhäusern der Stadt, den Riedmatt-Blöcken.

Behörden

Legislative

Jugendherberge und Landhaus

Die gesetzgebende Behörde und oberstes Organ der Gemeinde ist die Gemeindeversammlung. Sie findet jeweils im Landhaus-Saal statt. Gebildet wird sie aus allen stimmberechtigten Angehörigen der Gemeinde, wobei sie meist nur von einem kleineren Teil davon besucht wird.

Exekutive

Der Gemeinderat ist das vollziehende und verwaltende Organ der Gemeinde. Er besteht aus 30 Mitgliedern und wird im Proporzwahlverfahren gewählt. Die Amtsdauer beträgt 4 Jahre. Er tagt im Sitzungsraum/Gemeinderatssaal des Landhauses.

Bei den drei letzten Wahlen erreichten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 1997 2001 2005
FDP 12 11 10
SP 7 8 9
CVP 6 5 5
Grüne und Bunte Solothurn (GuBS) 3 3 4
SVP 2 3 2

Daneben gibt es noch eine Gemeinderatskommission, bestehend aus 7 Mitgliedern, die vom Gemeinderat aus seiner Mitte gewählt werden. Stadtpräsident ist Kurt Fluri (FDP), der somit zugleich Präsident der GRK ist.

Judikative

Amtshausplatz mit Gericht

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Richteramt Solothurn-Lebern zuständig. Im weiteren hat das kantonale Obergericht seinen Sitz in der Stadt Solothurn.

Verkehr

Anschlüsse

Für die Zuganbindung sorgen der Bahnhof Solothurn (Hauptbahnhof) und der Westbahnhof (letzterer nur im Regionalverkehr). Neben den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) welche gesamtschweizerische Fernverkehrs-Verbindungen anbieten, besorgt die BLS AG den Anschluss ins Emmental und nach Moutier im Berner Jura, während der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) die meterspurige Linie nach Bern betreibt. Eine weitere meterspurige Zugverbindung stellt die Aare Seeland mobil (ASm) zwischen Solothurn und NiederbippLangenthal bereit. Die nähere Umgebung erreicht man durch den Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU). Der Gipfel des Hausbergs Weissenstein ist mit der Sesselbahn Oberdorf–Weissenstein zu erreichen.

Seit der Fertigstellung der Autobahn-Teilstrecke A5 zwischen Solothurn und Biel gibt es drei Ausfahrten (zwei Auffahrten) zur Stadt Solothurn.

Der nächstgelegene Flugplatz befindet sich in Grenchen, wobei dieser vor allem von Hobbyfliegern, Fallschirmspringern, Airtaxis und anderen Privaten verwendet wird. Linienflüge finden keine statt. Die Flughäfen Bern-Belp, Basel-Mulhouse-Freiburg und Zürich sind mit der Eisenbahn in 75–100 Minuten zu erreichen.

Innerstädtischer Verkehr

Rötibrücke

Derzeit befindet sich die Stadt Solothurn in einer grossen Umbauphase mit mehreren gleichzeitig laufenden Bauprojekten, welche teilweise bis ins Jahr 2009 reichen. Hauptsächlich geht es dabei um die Entlastung West/Westtangente, den Bau einer neuen Rötibrücke, flankierende Massnahmen zur A5 und Bauarbeiten im Bereich des Bahnhofplatzes. Man rechnet deswegen während den nächsten Jahren mit zunehmendem Stau in der Innenstadt.

Als grösstes Projekt galt die Ersetzung der Rötibrücke von 1924/25. Da sich eine Instandsetzung nicht mehr gelohnt hätte, entschloss man sich zu einem Neubau bis Mitte 2007.

Zum Parkieren stehen drei öffentliche Parkhäuser rund um die Altstadt zur Verfügung: das Baseltor-Parkhaus im Osten, das Bieltor-Parkhaus im Westen und neu seit 2005 das Berntor-Parkhaus im Süden der Altstadt. Gemeinsam werden diese durch die Parking AG Solothurn betreut.

Als weiteres Grossprojekt ist die Entlastung West mit der neuen Aarebrücke am 8. August 2008 eröffnet worden. Sie ermöglicht den motorisierten Individualverkehr auf der Wengibrücke zu sperren. Während den Bauarbeiten auf dem Bahnhofplatz Solothurn wird die Brücke 2009 vorübergehend wieder geöffnet sein. Via Aus/Einfahrt Solothurn West gelangt man via Aarebrücke und Gibelintunnel nach Bellach/Langendorf. Die neue Brücke hat zwei Fahrspuren. Etwa hundert Meter weiter Richtung Stadt ist die neue Velo-/Fussgängerbrücke entstanden. Sie ermöglicht z. B., vom Vorstadtquartier autofrei in die Badeanstalt zu gelangen.

Westtangente Solothurn ab 8. August 2008 offen

Die Altstadt heute

Anlässlich einer Studienwoche der Kantonsschule wurde im Jahr 2000 die Entwicklung der in ihrem Grundriss und teils auch in der Bausubstanz mittelalterlichen Solothurner Altstadt untersucht (publiziert bei der Naturforschenden Gesellschaft). Es wohnten dort anno 2000 noch 1050 Personen, was seit 1971 einer Abnahme von 40 Prozent entspricht. Die Wohnnutzung weicht gemäss Studie zusehends einer kommerziellen Nutzung, wobei innerhalb dieser überregionale und internationale Ladenketten zunehmend das Schwergewicht bilden. Zum Teil werden die in den regulären Geschossen wegfallenden Wohnflächen mit dem Ausbau von Dachgeschossen kompensiert. Aufgrund der recht hohen Bodenpreise haben auch die Wohnungsmieten ein beachtliches Niveau erreicht.

Vorstadt vom St. Ursenturm aus

Bildung

In Solothurn gibt es ein umfangreiches Bildungsangebot. In sieben städtischen Schulen werden alle Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet. Daneben gibt es eine Heilpädagogische Sonderschule, ein Sprachheil-Ambulatorium und eine Musikschule. Unter den Privatschulen ist besonders die Rudolf-Steiner-Schule bekannt.

In der Stadt befindet sich ebenfalls die Kantonsschule Solothurn. Weitere Schulen von Bedeutung sind die Kaufmännische Berufsschule, die Gewerblich-Industrielle Berufsfachschule (GIBS), die Pädagogische Hochschule der FHNW (gehört seit 2006 zur Fachhochschule Nordwestschweiz), das kantonale Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BZG) sowie die Volkshochschule.

Gesundheitswesen

Solothurn besitzt als Hauptspital das Bürgerspital. Für Stadt und Kanton hat das Bürgerspital Solothurn die Funktion eines Spitals mit erweiterter Grundversorgung. 1'200 Angestellte arbeiten in Notfallstation, Intensivpflegestation, allen medizinischen Disziplinen, die zur Erfüllung des Leistungsauftrages eines Zentrumsspitals gehören sowie in verschiedenen Ambulatorien. Das Bürgerspital ist seit 2005 komplett rauchfrei. Es besitzt ein Blutspende-Zentrum.

Die Geschichte des Bürgerspitals geht auf das Jahr 1418 zurück. Es wurde mit Erlaubnis des Papstes Martin V. gegründet und befand sich in der Vorstadt an der Aare. Die Spitalschwestern-Gemeinschaft stammt ursprünglich aus Pruntrut respektive Beaune in Frankreich. Sie dient dem Spital seit 1788. Im Jahre 1930 zog das Bürgerspital in ein neues Gebäude an der Schöngrünstrasse. Das Hauptgebäude und das Bettenhochhaus daneben wurden 1974 eingeweiht.

Bis 1967 war die Bürgergemeinde der Stadt Solothurn Trägerin des Spitals, daher der Name Bürgerspital. Seither beteiligt sich auch der Kanton Solothurn an der Trägerschaft. Heute dient das moderne Bürgerspital mit seinen rund 300 Betten als Zentrumsspital für den oberen Kantonsteil. Das Einzugsgebiet umfasst rund 80'000 Einwohner.

Zudem gibt es die Privatklinik Obach. Man zählt alles in allem deutlich über 100 Arztpraxen in der Stadt, wobei es sich teils um Gemeinschaftspraxen handelt.

Sehenswürdigkeiten

Palais Besenval und St.-Ursen-Kathedrale
Krummer Turm Vorstadt

Zu den Sehenswürdigkeiten von Solothurn gehört die malerische Altstadt mit ihren Zunfthäusern und Figurenbrunnen, darin besonders:

  • Der Zeitglockenturm, erbaut teilweise in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, das älteste Bauwerk der Stadt.
  • Das Bieltor mit dem Buristurm sowie das Baseltor mit der Riedholzschanze und dem Riedholzturm, die zusammen mit der Krummturmschanze von der einstigen wuchtigen Festungsanlage zeugen.
  • Das Rathaus, von einem Kernteil aus dem 13. Jahrhundert ausgehend bis ins 19. Jahrhundert stetig aus- und umgebaut.
  • Das Museum Altes Zeughaus (erbaut 1609–1614) mit der grössten Harnischsammlung Europas.
  • Die St. Ursenkathedrale, ein 1773 vollendeter barock-klassizistischer Bau.
  • Die barocke Jesuitenkirche (erbaut 1680–1689)
  • Die spätmittelalterliche Franziskanerkirche (erbaut 1426 bis 1436)
  • Ein Restteil der mittelalterlichen Festungsmauer an der Nordseite des Riedholzplatzes. Die übrigen Teil-Befestigungen (Schanzen) sind neuer, aus dem 17. Jahrhundert. An der Löwengasse gibt es zudem noch einen stattlichen Mauerrest des vor rund 1700 Jahren entstandenen Römer-Castrums, das ein Areal deutlich kleiner als die heutige mittelalterliche Altstadt umfasste.
  • Die 1363 erstmals urkundlich erwähnte Schmiedengasse, wo Eisen geschmiedet wurde sowie die Nictumgasse, das Gebiet der früheren St. Ursen-Chorherren.
  • Das teilweise 1722 erbaute Landhaus
  • In der fast verkehrsfreien Vorstadt das Alte Spital und der Krumme Turm
  • Das Kunstmuseum Solothurn
  • Türkisches Islamisches Zentrum Fatih-Moschee, in der Vorstadt

In unmittelbarer Nähe befinden sich die Verenaschlucht mit der Einsiedelei und das Schloss Waldegg.

Kultur

Naturmuseum

Auch kulturell hat Solothurn einiges zu bieten. Seien es das Theater Biel-Solothurn, die Solothurner Filmtage, die Solothurner Literaturtage, die Solothurner Biertage, die Kulturfabrik Kofmehl, das Kulturzentrum Altes Spital, das Classic Openair, das Stadtorchester oder die urtümliche Fasnacht. Nebst dem Alten Zeughaus und dem Schloss Waldegg sind noch das Naturmuseum, das Kunstmuseum (Cezanne, Matisse, Renoir, Klimt, Holbein, alle in Einzelwerken; Hodler, Amiet, etc.), das Historische Museum Blumenstein und das Kosciuszko-Museum, das an den 1817 in Solothurn verstorbenen polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko erinnert, sehenswert. Die Stadt Solothurn ist zusammen mit dem Kanton und der Gesamtheit der Agglomerations-Gemeinden Trägerin der Stiftung Zentralbibliothek Solothurn. 1980 erhielt die Stadt den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes zugesprochen.

Kulinarische Spezialität

Als kulinarische Spezialität der Stadt Solothurn gilt die «Solothurner Torte», zubereitet aus gemahlenen Haselnüssen, Biskuit, Meringue und Rahm. Die Confiserie Suter stellt diese traditionelle Spezialität seit 1915 her. Die Originalbezeichnung lautet: «Solothurner Kuchen». Unter diesem Namen (oder neuerdings auch als «Torte») ist das Gebäck in zahlreichen Confiserien und Bäckereien des Kantons Solothurn, aber auch beim Grossverteiler Coop erhältlich.

Die «Solothurnerzahl» 11

St.Ursenkathedrale mit 11-er Stufenserie

Solothurn hat eine spezielle Beziehung zu der Zahl Elf, deren Ursprung bis ins Mittelalter zurückreicht. Bereits der erste Rat, den die Solothurner stellen durften, zählte 11 Mitglieder. Solothurn wurde ausserdem als elfter Stand in die Alte Eidgenossenschaft aufgenommen. Nachdem immer mehr solche 11er-Beziehungen zum Vorschein traten, begannen die Solothurner diese Zahl bewusst zu pflegen.

So verfügt das Wahrzeichen der Stadt, die St. Ursenkathedrale, über elf Altare und elf Glocken. Zu ihr hinauf führt eine Treppe mit jeweils 11 Stufen pro Abschnitt. Es gibt in Solothurn elf Kirchen und Kapellen sowie elf historische Brunnen. Im weiteren hat die Stadt elf Türme, elf Zünfte (nur historische Zahl), elf Stadttore (nur historische Zahl), elf Stadtplätze, elf Museen und sogar eine «Solothurner Uhr», die nur 11 Stunden hat. Das im Naturmuseum hängende Foucault-Pendel, welches die Erddrehung anzeigt, dreht sich ebenfalls relativ zum Erdboden um elf Grad pro Stunde.

Eine lokale Brauerei heisst Öufi Bier (solothurnisches Schweizerdeutsch für Elf) und produziert ein gleichnamiges Bier. Das «Solothurner Bataillon» der Schweizer Armee (Infanterie Bataillon 11) trägt ebenfalls die Zahl 11.

Fasnacht

Umzug 2008 Vorstadt

Die Solothurner Fasnacht beginnt nicht, wie andernorts am 11.11. (Martinstag), sondern stets am 13. Januar dem Hilari-Tag. Ab diesem Tag heisst Solothurn «Honolulu» und die Rathausgasse «Eselsgasse». Die Fasnachtswoche selbst beginnt in der letzten Woche vor der Fastenzeit. Der Auftakt ist also am «Schmutzigen Donnerstag». Morgens um 05.00 Uhr wird auf dem Friedhofplatz das Startsignal gegeben und die Altstadt in der Folge mit den Klängen von allerlei Lärmwerkzeug erfüllt. Als Tenue wird Nachthemd, Zipfelmütze und rotes Halstuch getragen. Weitere Höhepunkte sind der Kinderumzug sowie zwei weitere Fasnachtsumzüge am folgenden Sonntag und Dienstag. Die Solothurner Fasnacht endet mit dem «I ma nüm» (Ich kann nicht mehr), bei dem Tausende von Fasnächtlern in einem langen Zug um die Stadt hüpfen. Anschliessend wird das fasnächtliche Treiben mit dem traditionellen Verbrennen des «Bööggs» am Aschermittwoch endgültig beendet.

«Être chargé pour Soleure»

Dieser französische Ausspruch («für Solothurn geladen haben»), der in der Romandie weit verbreitet ist und einen Zustand starker Trunkenheit beschreibt, hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass Solothurn in der alten Eidgenossenschaft Sitz des französischen Botschafters war («Ambassadorenstadt»). Dies führte zu einem hohen Verbrauch an Wein, welcher hauptsächlich aus den Weinbergen des Lavaux bezogen wurde. Der Transport erfolgte auf dem Wasserweg über den Canal d'Entreroches. Die Schiffer vergriffen sich dabei während der Fahrt des öftern an ihrer Ladung und kamen daher betrunken in Solothurn an (wo sie ihre Fracht beim ehemaligen und ab 1722 heutigen Landhaus entluden).

Genossenschaftskultur

In Solothurn befindet sich die heute älteste selbstverwaltete Beiz (Restaurant) der Schweiz, die seit 1973 aktiv ist, die Genossenschaft Kreuz. Ihre Statuten fussen auf kollektivem Wohnen, Bildung und Geselligkeit sowie auf solidarischem Engagement gegenüber Schwächeren. Auch andere genossenschaftlich orientierte Betriebe prägen auf besondere Weise das Flair der Stadt. So haben sich z. B. ebenfalls in den 1970er Jahren regionale Künstler/innen zusammengefunden und in Form eines Trägervereins das Künstlerhaus S11 gegründet, mit Galerie und anderen gemeinsamen Aktivitäten. Auch das Hotel-Restaurant Baseltor ist genossenschaftlich organisiert.

Ausflüge und Sportmöglichkeiten

Start Aareschwimmen

Die Stadt Solothurn bietet eine Vielzahl von Ausflügen und Sportmöglichkeiten. So kann man auf dem Hausberg Weissenstein den Planetenweg erkunden oder die Aare mit einem Aareschiff der Bielerseeschiffahrtsgesellschaft bereisen. Mehrere Sport-Grossanlässe finden jährlich in Solothurn statt, so z. B. das Aareschwimmen und der swisswalking event.

Partnerstädte

Heilbronn

Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Heilbronn eine grosse Armut und Hungersnot. Um gegen dieses Elend vorzugehen, errichtete und betrieb die Pfarrerin Anna Kopp-Sieber 1924 in Heilbronn die «Schweizer Hilfe». Durch diese Einrichtung wurden an Notleidende Lebensmittel und Kleider vergeben, womit der erste Bezug zwischen den beiden Städten hergestellt war.

Zum Zusammenschluss zu Partnerstädten kam es, als am 19. September 1981 der Bürgermeister von Heilbronn Hans Hoffmann und der solothurnische Stadtammann Fritz Schneider in Heilbronn die Partnerstadts-Urkunde besiegelten. Am 7. Mai 1982 wurde dieser Zusammenschluss nochmals durch eine Unterschrift des damaligen solothurnischen Stadtpräsidenten Urs Scheidegger und Hans Hoffmann in Solothurn bestätigt.

Krakau

Tadeusz Kościuszko war ein polnischer General und Anführer eines Aufstands gegen die Teilungsmächte Russland und Preußen im Jahr 1794. Nach einer Gefangenschaft im gleichen Jahr geriet er in Gefangenschaft, wurde jedoch 1796 durch den Zaren Paul I. begnadigt. Er flüchtete ins Exil, welches ihn in die Vereinigten Staaten von Amerika, später Paris und am Ende nach Solothurn brachte. Hier führte er seinen Kampf für die polnische Unabhängigkeit vergeblich fort, bis er am 15. Oktober 1817 starb. Während seine Eingeweide auf einem Friedhof in Zuchwil beigesetzt wurden, überführte man den einbalsamierte Leichnam von der Jesuitenkirche in Solothurn in die Königsgruft von Krakau.[3] Der Städtebund wurde 1990 beschlossen.

Le Landeron

1449 schlossen die Bürger von Le Landeron (NE) mit denen der Stadt Solothurn ein Burgrecht, das bis 1783 mehrmals bestätigt wurde. Obschon der damalige Bund weit zurückreicht, kam es erst 2003 zu einer Städtepartnerschaft.

Persönlichkeiten

Siehe auch

Portal
 Portal: Solothurn – Portal Solothurn

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
  2. Agglomerationen und Metropolitanräume Analyse vom Bundesamt für Statistik
  3. Offizielle Homepage der Gemeinde Zuchwil: Thaddäus Kosciuszko, 1746–1817

Weblinks


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