Sommerhausen


Sommerhausen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Sommerhausen
Sommerhausen
Deutschlandkarte, Position von Sommerhausen hervorgehoben
49.70510.024444444444181
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Eibelstadt
Höhe: 181 m ü. NN
Fläche: 7,22 km²
Einwohner:

1.657 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 230 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97286
Vorwahl: 09333
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 187
Marktgliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 15
97286 Sommerhausen
Webpräsenz: www.sommerhausen.de
Bürgermeister: Fritz Steinmann
Lage von Sommerhausen im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild
Ochsenfurter Tor, Feldseite

Sommerhausen ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Sommerhausen liegt am rechten Ufer des Mains 13 Kilometer südlich von Würzburg. Neben dem Weinbau spielen Tourismus und Kunstszene eine große Rolle. Direkt gegenüber Sommerhausen, auf dem Westufer des Mains, liegt der Ort Winterhausen. Der kuriose Name der beiden Ortschaften hat seinen Ursprung bei den Kirchenpatronen. So hat der Sommerhäuser Kirchenpatron Bartholomäus seinen Geburtstag im Sommer, der Winterhäuser Kirchenpatron Nikolaus im Winter.

Geschichte

Sommerhausen ist schon seit dem Mittelalter eine bedeutende Gemeinde am Main. Sie unterstand nicht dem Fürstbischof von Würzburg; die Einwohner bekannten sich zur Reformation, so dass Sommerhausen heute eine protestantische Enklave im vorwiegend katholischen Mainfranken darstellt.

Als Teil der durch Bayern mediatisierten Herrschaft Speckfeld der Erben der Grafen von Limpurg (Grafen Pückler und Rechtern) kam Sommerhausen 1810 bei Gebietsbereinigungen an das Großherzogtum Würzburg, mit dem es 1814 an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Der Ort ist, lieblich eingebettet im Tal des Mains unter Weinbergen, schon seit Jahrzehnten das Aushängeschild der fränkischen Romantik. Die mittelalterliche Stadtmauer hat sich bis heute erhalten, genauso wie fast alle Gebäude im Ortszentrum in den engen, verwinkelten Gassen, auf mehrere hundert Jahre Geschichte zurückblicken. Das Rathaus stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Politik

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat von Sommerhausen hat 13 Mitglieder einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters Fritz Steinmann (WGS).

Die 13 Sitze des Marktgemeinderates verteilen sich nach der Wahl vom 2. März 2008 wie folgt:

Partei Sitze 2008 Sitze 2002
WGS 6 4
CSU 4 4
SPD 2 4
Junge Liste 1 1

Bürgermeister

  • Hans Aigner (1966–1972)
  • Karl Steinmann (1972–1990)
  • Gerhard Oehler (1990–2002)
  • Fritz Steinmann (seit 2002)

Städtepartnerschaften

Seit 1992 besteht mit dem französischen Örtchen Vernou-sur-Brenne (in der Nähe von Tours gelegen) ein sehr gutes Partnerschaftsverhältnis. Beide Orte haben einen Partnerschaftsverein mit zahlreichen Mitgliedern, die sich abwechselnd Jahr für Jahr besuchen. Vernou sur Brenne ist wie Sommerhausen eine Winzergemeinde mit hohem Anteil an künstlerisch tätigen Einwohnern. Der Wein wird unter der Appellation "Vouvray" vermarktet. (Vouvray ist Partnergemeinde von Randersacker) Der Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück und hat zum Teil sehr geschichtsträchtige Bausubstanz. Er beherbergte früher die Sommerresidenz der Bischöfe von Tours.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sommerhausen ist ein Winzerdorf mit einer vollständig erhaltenen bzw. restaurierten Dorfmauer, auf deren Innenseite ein reizvoller Weg verläuft. Das Maintor trägt zahlreiche alte Hochwassermarken.

Theater

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier mehrere Heimatfilme gedreht, besonders bekannt wurde Vater sein dagegen sehr mit Marianne Koch und Heinz Rühmann, bei dem Sommerhausen zusammen mit Marktbreit als Kulisse diente. 1950 richtete Luigi Malipiero im Turm über dem "Würzburger Tor" das danach benannte Torturmtheater ein, mit nur 50 Sitzplätzen und einer winzigen Bühne. Malipiero machte Sommerhausen bekannt und erreichte schon zu Lebzeiten einen geradezu legendären Ruf, bei Theaterfreunden ebenso wie bei jungen Theaterleuten. Schauspieler, Bühnenbildner und Regisseure wie etwa Hannes Fabig gingen bei ihm in die Lehre. Nach dem Tod des ersten Prinzipals 1975 übernahm Veit Relin das Torturmtheater.

Mathias Repiscus gründete 1984 direkt gegenüber dem Torturmtheater die Kabarettbühne Bockshorn in einem Gewölbekeller mit knapp 100 Sitzplätzen. Hier hatte 1987 auch Dieter Nuhr seine ersten Auftritte als Kabarettist. Das Bockshorn machte Sommerhausen zeitweise noch bekannter als das Torturmtheater unter Veit Relin. Anfang Oktober 2001 verlor Sommerhausen diese Attraktion jedoch an Würzburg.

Dennoch zog es in der Folge immer mehr Künstler nach Sommerhausen, die sich besonders gerne in die alten Häuser direkt an der Stadtmauer einmieteten. Heute hat der kleine Ort drei Theater, mehrere Galerien und neben ursprünglichen Weinstuben auch einige hochpreisige Restaurants und Hotels.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Sommerhäuser Weihnachtsmarkt ist etwas Besonderes: Ganz Sommerhausen wird zum Weihnachtsmarkt. Er erstreckt sich praktisch über den ganzen alten Ortskern und bezieht auch die Kirche, Galerien, Weinläden etc. mit ein. Eine weitere Veranstaltung ist die Kirchweih, die immer im Oktober am Schießplatz stattfindet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken

  • Luigi Malipiero (1901–1975), Begründer des Torturmtheaters und Ehrenbürger von Sommerhausen
  • Veit Relin (* 1926), österreichischer Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur

Galerie

Weblinks

 Commons: Sommerhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)

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