Sorex


Sorex
Rotzahnspitzmäuse
Waldspitzmaus (Sorex araneus)

Waldspitzmaus (Sorex araneus)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Soricinae
Gattung: Rotzahnspitzmäuse
Wissenschaftlicher Name
Sorex
Linnaeus, 1758

Die Gattung der Rotzahnspitzmäuse (Sorex) ist eine Säugetiergattung aus der Familie der Spitzmäuse (Soricidae). In einem weiteren Sinn wird auch die Unterfamilie der Soricinae so bezeichnet. Sie umfasst rund 80 Arten, von denen mehrere auch in Europa verbreitet sind.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Rotzahnspitzmäuse erreichen eine Kopfrumpflänge von 46 bis 100 Millimeter, wozu noch 25 bis 82 Millimeter Schwanz kommen. Ihr Gewicht beträgt zwischen 2 und 18 Gramm. Die Fellfärbung variiert von sandfarben bis schwarz und kann auch gemustert sein. Die Augen sind klein, auch die Ohren ragen kaum aus dem Fell. Der Schwanz ist bei erwachsenen Tieren oft unbehaart. Ihre 30 bis 32 Zähne weisen rote Spitzen auf.

Verbreitung und Lebensraum

Rotzahnspitzmäuse leben in Europa, in den nördlichen und zentralen Teilen Asiens sowie in Nord- und Mittelamerika (bis Guatemala). Sie bewohnen eine Vielzahl von Lebensräumen, bevorzugen jedoch eher feuchte Gebiete.

Lebensweise

Rotzahnspitzmäuse ernähren sich vorwiegend von Insekten, Spinnen, Würmern und Schnecken und sind durch eine hohe Stoffwechselrate gekennzeichnet. Sie sind sehr fruchtbar, das Weibchen kann mehrmals pro Jahr nach einer Tragzeit von wenigen Wochen bis zu zehn Jungtiere zur Welt bringen.

Bedrohung

Mehrere Arten werden von der IUCN wegen der Zerstörung ihres Lebensraumes oder ihres kleinen Verbreitungsgebiet als gefährdet oder bedroht gelistet. Zwei Arten, S. cansulus und S. kozlovi) gelten unmittelbar als vom Aussterben bedroht (critically endangered), zwölf weitere als bedroht oder gefährdet.

Die Arten

Mehrere Arten leben auch in Mitteleuropa, dies sind:

Im südlichen Europa kommen die Iberische Waldspitzmaus (S. granarius), die Italienische Waldspitzmaus (S. samniticus) und die neuentdeckte Art Sorex arunchi vor. Im nördlichen und östlichen Europa leben darüber hinaus die Knirpsspitzmaus (S. minutissimus), die Lappland- oder Maskenspitzmaus (S. caecutiens), die Taigaspitzmaus (S. isodon), S. tundrensis, S. averini und S. volnuchini.

Zu den bekanntesten nordamerikanischen Arten zählen die Amerikanische Zwergspitzmaus (S. hoyi), die Amerikanische Maskenspitzmaus (S. cinereus), die Langschwanzspitzmaus (S. dispar) und die Amerikanische Wasserspitzmaus (S. palustris)

Insgesamt werden knapp 80 Arten unterschieden, wobei die Systematik einiger Arten sowie die Einteilung in Untergattungen noch nicht restlos geklärt ist. Die folgende Liste folgt Wilson & Reeder (2005) und ordnet die Arten nach dem wissenschaftlichen Namen:

  • S. alaskanus bewohnt das nördliche Nordamerika.
  • Die Alpenspitzmaus (S. alpinus) lebt in Gebirgen Europas von den Pyrenäen bis zu den Karpaten.
  • S. antinorii ist in Italien und der südlichen Schweiz beheimatet.
  • Die Waldspitzmaus (S. araneus) ist in Europa und Westasien verbreitet.
  • S. arcticus bewohnt das nördliche Nordamerika.
  • S. arizonae lebt in den südwestlichen USA und in Nordmexiko.
  • S. arunchi aus Italien wurde erst 1998 wissenschaftlichen beschrieben.
  • S. asper ist in Kirgisistan und Xinjiang beheimatet.
  • S. averini aus Osteuropa wurde früher der Waldspitzmaus zugerechnet.
  • S. bairdii ist in Oregon endemisch.
  • S. bedfordiae lebt in China und den angrenzenden Himalaya-Regionen.
  • S. bendirii ist an der Pazifikküste Nordamerikas verbreitet.
  • S. buchariensis lebt in Tadschikistan.
  • Die Lappland- oder Maskenspitzmaus (S. caecutiens) bewohnt Tundra- und Taigaregionen von Osteuropa bis Japan.
  • S. camtschatica lebt auf der Halbinsel Kamtschatka.
  • S. cansulus ist nur durch drei Exemplare aus Gansu (China) bekannt. Die Art gilt als vom Aussterben bedroht (critically endangered).
  • Die Amerikanische Maskenspitzmaus (S. cinereus) lebt in Alaska, Kanada und dem Norden der USA.
  • Die Schabrackenspitzmaus (S. coronatus) ist in Westeuropa beheimatet.
  • S. cylindricauda lebt in der chinesischen Provinz Sichuan. Die Art gilt als bedroht (endangered).
  • S. daphaenodon ist in Sibirien, der Mongolei und der Mandschurei verbreitet.
  • Die Langschwanzspitzmaus (S. dispar) bewohnt das östliches Nordamerika.
  • S. emarginatus lebt in Mexiko.
  • S. excelsus ist im mittleren China beheimatet.
  • S. fontinalis ist in den östlichen USA verbreitet.
  • S. fumeus lebt in Südostkanada und dem Nordosten der USA.
  • S. gaspensis bewohnt das südöstliche Kanada.
  • S. gracilimus ist in Südostrussland, der Mandschurei und auf Hokkaido verbreitet.
  • Die Iberische Waldspitzmaus (S. granarius) bewohnt die Iberische Halbinsel.
  • S. haydeni ist von Alberta und Saskatchewan bis Iowa und Kansas verbreitet.
  • S. hosonoi ist auf der Insel Honshu (Japan) endemisch.
  • Die Amerikanische Zwergspitzmaus (S. hoyi) bewohnt weite Teile Nordamerikas.
  • Die Taigaspitzmaus (S. isodon) ist im nördlichen Eurasien heimisch.
  • Die St. Lawrence-Rotzahnspitzmaus (S. jacksoni) ist auf der Saint-Lawrence-Insel im Beringmeer endemisch. Die Art gilt als bedroht (endangered).
  • S. kozlovi lebt nur in Tibet. Die Art gilt als vom Aussterben bedroht (critically endangered).
  • S. leucogaster ist auf der Kurileninsel Paramuschir endemisch.
  • S. longirostris bewohnt die südöstlichen USA.
  • S. lyelli kommt nur im östlichen Kalifornien vor.
  • S. macrodon lebt in Ostmexiko.
  • S. maritimensis ist in Südostkanada verbreitet.
  • S. merriami bewohnt den Westen der USA.
  • S. milleri lebt im nordöstlichen Mexiko.
  • Die Knirpsspitzmaus (S. minutissimus) bewohnt die Taiga Nordeuropas und Asiens.
  • Die Zwergspitzmaus (S. minutus) ist von Europa bis Zentralasien verbreitet.
  • S. mirabilis lebt in Südostrussland und Nordkorea.
  • Die Dunkle Rotzahnspitzmaus (S. monticolus) ist im gesamten westlichen Nordamerika verbreitet.
  • S. nanus lebt im Mittelwesten der USA.
  • S. neomexicanus kommt nur in New Mexico vor.
  • S. oreopolus lebt im mittleren Mexiko.
  • S. orizabae bewohnt ebenfalls Mexiko.
  • S. ornatus lebt in Kalifornien und Niederkalifornien.
  • S. pacificus ist auf das westliche Oregon beschränkt.
  • Die Amerikanische Wasserspitzmaus (S. palustris) ist im gesamten Nordamerika verbreitet.
  • S. planiceps lebt in Kaschmir.
  • Die Portenko-Rotzahnspitzmaus (S. portenkoi) ist in Nordostsibirien beheimatet.
  • S. preblei lebt in den nordwestlichen USA.
  • Die Pribilof-Rotzahnspitzmaus (S. pribilofensis) ist auf der St.-Paul-Insel bei Alaska endemisch. Die Art gilt als bedroht (endangered).
  • S. raddei lebt im Kaukasus und der Nordosttürkei.
  • S. roboratus bewohnt Sibirien und die Mongolei.
  • Die Italienische Waldspitzmaus (S. samniticus) lebt in Italien.
  • S. satunini bewohnt die Kaukasusregion und die Nordtürkei.
  • S. saussurei lebt in Mexiko und Guatemala.
  • S. sclateri ist auf den Süden Mexikos beschränkt. Die Art gilt als bedroht (endangered).
  • S. shinto lebt in Japan.
  • S. sinalis bewohnt das mittlere China.
  • S. sonomae ist im Nordwesten der USA verbreitet.
  • S. stizodon lebt in Südmexiko. Die Art gilt als bedroht (endangered).
  • S. tenellus ist nur aus Nevada und Kalifornien bekannt.
  • S. thibetanus bewohnt Gebirge Zentralasiens und Tibets.
  • S. trowbridgii lebt an der Pazifikküste Nordamerikas.
  • Die Tundra-Rotzahnspitzmaus (S. tundrensis) ist von Osteuropa über Sibirien bis Alaska verbreitet.
  • Sorex ugyunak bewohnt die Tundra Nordamerikas.
  • S. unguiculatus lebt an der Pazifikküste Russlands und auf Hokkaido.
  • S. vagrans bewohnt Südkanada und die westlichen USA.
  • S. ventralis lebt im südlichen Mexiko.
  • S. veraecrucis ist auf Mexiko beschränkt.
  • S. veraepacis lebt in Südmexiko und Guatemala.
  • S. volnuchini bewohnt den Kaukasus und angrenzende Regionen.
  • S. yukonicus ist in Alaska endemisch.

Literatur

  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. 3. Ausgabe. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9.

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