Soubirous


Soubirous
Bernadette Soubirous
Wohnhaus der Familie Soubirous
Bernadette Soubirous vor der Grotte von Lourdes auf einem Foto aus dem Jahr 1863

Die heilige Bernadette Soubirous, oder Maria Bernada Sobeirons in okzitanisch, (* 7. Januar 1844 in Lourdes; † 16. April 1879 in Nevers an der Loire) war eine französische Ordensschwester, die als Mädchen im Jahre 1858 mehrere Visionen von Marienerscheinungen hatte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als älteste Tochter des ärmlich lebenden Müllers François Soubirous und dessen Frau Louise in Lourdes, einem kleinen Städtchen am nördlichen Fuße der Pyrenäen aufgewachsen, zog sich Bernadette bereits in früher Kindheit ein bis zu ihrem Tode anhaltendes Asthmaleiden zu. Ihr wird auch eine allgemeine Dystrophie zugeschrieben (Zurückbleiben der körperlichen Entwicklung). Wie bei Kindern in ihren sozialen Verhältnissen normal, beherrschte sie nicht die französische Hochsprache, sondern teilte sich im lokal üblichen Dialekt mit. Bald schon musste die Familie die Mühle, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, verlassen und in ein leerstehendes Haus umziehen, „Cachot“ genannt, das früher als Arrestlokal genutzt wurde. Dieses Haus hatte ihnen der Vetter Andre Sajous verschafft.

Am 11. Februar 1858 gegen 11 Uhr gingen Bernadette, ihre Schwester Antoinette und ihre Freundin Jeanne Abadie zur nahen Grotte Massabielle (massa vièlha = „alter Fels“ in Occitan), um jenseits des Flusses Gave de Pau Holz zu sammeln. Dort soll Bernadette oberhalb der Grotte in einer kleinen Nische das erste Mal eine weißgekleidete Frau erschienen sein.

„Ich hörte ein Geräusch ähnlich einem Windstoß, ich erhob die Augen zur Grotte und sah eine weißgekleidete Dame, welche ein weißes Kleid, einen blauen Schleier und auf jedem Fuß eine goldene Rose trug.“

Nach ihrer ersten Vision sagte Bernadette:

„Sie hatte ein weißes Kleid, einen blauen Gürtel und eine goldene Rose in der Farbe ihres Rosenkranzes auf jedem Fuß. Als ich das sah, rieb ich mir die Augen, weil ich dachte, mich zu täuschen...“

Die weiß gekleidete Dame soll Bernadette bei der dritten Erscheinung um weitere 15 Treffen gebeten haben. Ferner soll die Dame gesagt haben: „Ich verspreche Ihnen nicht, Sie in dieser Welt glücklich zu machen, sondern in der anderen“. Bernadette berichtete dem Ortspfarrer Peyramale von „aqueró“, von „jener dort“; dieser war entschiedener Skeptiker und hielt Bernadette für verrückt. Er beauftragte sie, die Frau nach ihrem Namen zu fragen. Beim 16. Treffen schließlich soll die Dame auf die Frage, wer sie sei, mit den Worten „Que soy era Immaculada Concepcion“ („Ich bin die unbefleckte Empfängnis“) geantwortet haben. Als Bernadette dem Pfarrer berichtete, was die Frau gesagt habe, war Peyramale zutiefst erschüttert und schockiert. Papst Pius IX. hatte vier Jahre zuvor das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens verkündet. Dass Bernadette mit ihrer mangelnden Bildung und obwohl sie noch nicht bei der Erstkommunion gewesen war, von diesem Dogma gehört haben konnte, ist wenig wahrscheinlich. Bernadette war diese Bezeichnung so unbekannt, dass sie beim Zurücklaufen die Worte immer wiederholte. Dies überzeugte den Pfarrer, der daraufhin die Erscheinungen verteidigte. Bernadette trat 1866 in das Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers ein, wo sie ein zurückgezogenes und naturgemäß bescheidenes Leben führte. Ihre Novizenmeisterin und spätere Superiorin - die bereits in der Schule ihre Religionslehrerin gewesen und Bernadette nicht gewogen war - lehnte die Visionen von Lourdes ab und widersetzte sich einer einsetzenden Verehrung Bernadettes nach ihrem durch Knochentuberkulose verursachten Tod im Alter von 35 Jahren.

Am 22. September 1909 wurde ihr Leichnam das erste Mal exhumiert und soll dabei völlig intakt aufgefunden worden sein. 1925 wurde anlässlich ihrer Seligsprechung der unverweste Leichnam in einen Glassarg gelegt und in die Kapelle des Klosters Saint-Gildard in Nevers (heute: "Espace Bernadette Soubirous") überführt, wo er bis heute zu sehen ist. Man bedeckte jedoch das Gesicht und die Hände nach entsprechenden Abgüssen mit Wachsmasken, bevor man den Leichnam in den Schrein legte.

Von Pius XI. wurde sie am 14. Juni 1925 selig, am 8. Dezember 1933 (dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis) heilig gesprochen. Ihr Gedenktag ist der 16. April.

Rezeption

Franz Werfel schrieb einen Roman über Bernadette, der ein sehr anschauliches Bild ihres Lebens und der Entwicklung von Lourdes zu einem religiösen Zentrum gibt. Er war vor den Nazis nach Lourdes geflüchtet und hatte dort ein Gelübde abgelegt, dass er die Geschichte Bernadettes niederschreiben würde, falls er die Verfolgung durch die Nationalsozialisten überleben sollte. Der Bayerische Rundfunk produzierte 1959 nach Werfels Romanvorlage Das Lied von Bernadette als Hörspiel, bearbeitet von Fred von Hoerschelmann und Richard Miller mit unter anderem Solveig Thomas als Bernadette und Walter Richter als François Soubirous.

Literatur

  • Patrick Dondelinger: Die Visionen der Bernadette Soubirous und der Beginn der Wunderheilungen in Lourdes. Pustet, Regensburg, 2003. ISBN 3-791-71852-5
  • Jean B. Estrade: Bernadette, die Begnadete von Lourdes. Johannes-Verlag (Augenzeugenbericht!)
  • Andre Ravier, Helmuth Nils Loose: Bernadette Soubirous. Eine Heilige Frankreichs, Europas und der Welt. Herder Verlag, Freiburg, 1979. ISBN 3-451-18309-9
  • Franz Werfel: Das Lied von Bernadette. ISBN 3-596-29462-2

Verfilmungen

Siehe auch

Weblinks


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