Special Operations Command (SOCOM)


Special Operations Command (SOCOM)
Emblem des US Special Operations Command

Das US Special Operations Command, kurz USSOCOM, ist eine teilstreitkraftübergreifende Kommandoeinrichtung (Unified Combatant Command) sämtlicher US-amerikanischer Spezialeinheiten der US Army, US Air Force, US Navy und des US Marine Corps. Es wurde gemäß dem Nunn-Cohen Amendment am 16. April 1987 gegründet und hat sein Hauptquartier auf der MacDill Air Force Base in Florida. Häufig werden fälschlich die Spezialverbände der USA als US Special Forces bezeichnet, hingegen stellen diese nur einen Teilverband der gesamten US Special Operation Forces dar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mc Dill AFB auf der sich das Hauptquartier des SOCOM befindet

Nach Fehlschlägen während der US-Invasion in Grenada, als die Spezialeinheiten der einzelnen Teilstreitkräfte regelrecht ein Wettrennen veranstalteten und sich teilweise gegenseitig behinderten oder zumindest nicht ausreichend einander unterstützten, und auch aus Erkenntnissen der gescheiterten Operation Eagle Claw, dem Versuch der Geiselbefreiung im Iran 1980, wurde klar, dass für die Koordination und Führung der verschiedenen Einheiten ein gemeinsames Kommando unerlässlich ist. Bereits 1982 wurden hierzu die Spezialeinheiten der Armee auf Initiative von General Edward C. Meyer in eine neues 1st Special Operations Command zusammengefasst.

Der 1986 ratifizierte Goldwater-Nichols Act war die gesetzliche Grundlage zur umfassendsten Militärreform der USA seit dem National Security Act von 1947. Das Gesetz verpflichtet das Department of Defense (US-Verteidigungsministerium) zur Verschlankung der Kommandoketten und zur Einrichtung so genannter Unified Combatant Commands, teilstreitkräfteübergreifender Verbundkommandos.

Gleichzeitig hatte der Kongress auch ein gemeinsames Kommando für die Spezialeinheiten der US Streitkräfte „angeregt“, um die operative Koordination der einzelnen Spezialeinsatzkräfte zu gewährleisten und eine Wiederholung desaströser Einsätze, wie 1983 bei Invasion der Insel Grenada Operation Urgent Fury, künftig zu vermeiden.

Das Pentagon setzte aber ausschließlich die gesetzlich erforderlichen Änderungen um und ignorierte diese „Empfehlung“.

Daraufhin ratifizierte der Kongress 1987 das Nunn-Cohen Amendment, das das Pentagon zur Einrichtung des SOCOM gesetzlich zwang. [1]

1989 wurde mit der US-Invasion in Panama (Operation Just Cause) erstmals das United States Special Operations Command mit dem United States Joint Special Operations Command (JSOC) operativ miteingebunden.

Auftrag und Zuständigkeit

Das SOCOM hat den Auftrag sämtliche Spezialeinsatzkräfte aller Teilstreitkräfte einheitlich auszubilden, auszurüsten und für andere Unified Combatant Commands, die solche Verbände für ihre Auftragserfüllung benötigen und anfordern, bereitzustellen („chop“-Prinzip, engl.: abschneiden, abtrennen).

Kernaufgaben

  • Sicherstellung der Bereitschaft der Spezialeinsatzkräfte sowohl CONUS als auch weltweit.
  • Sicherstellung einer professionellen Personalentwicklung der Spezialeinsatzkräfte.
  • Entwicklung teilstreitkräfteübergreifender Einsatztaktiken, -techniken und -abläufe für Spezialeinsatzkräfte.
  • Ständige Weiterentwicklung und Realisierung von Spezialkursen für die Ausbildung
  • Ausbildung der nicht einem Regionalkommando zugeordneten Kräfte
  • Verwaltung und Ausführung des eigenen Budgets und Finanzplans (Gelder kommen direkt vom Kongress nicht von den Teilstreitkräften)
  • Erforschung, Entwicklung und Beschaffung von Ausrüstung, die speziell den Erfordernissen der Special Operations Forces entsprechen.

Weltweite Terrorismusbekämpfung

Gleichzeitig fungiert es aber nicht nur als Funktionalkommando, sondern führt im Rahmen der Terrorismusbekämpfung auch eigene Verbände weltweit. Damit ist es neben dem US Joint Forces Command (JFCOM) das einzige Verbundkommando, das Truppen ausbildet, versorgt und ausrüstet und trotzdem auch selbst in Einsätzen führt (partiell).

Eigenes Budget

Das SOCOM verfügt gemäß dem Nunn-Cohen Amendment als einziges Verbundkommando über eine eigene Finanzierungsquelle, die sich unabhängig von der Entscheidung des Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs und der Haushaltsplanung der übrigen Streitkräfte aus einem Sonderfond des Verteidigungsministeriums speist.

Dadurch ist es den Mutterteilstreitkräften nicht mehr möglich „über die Hintertür“ der Finanzierung ihre zum Teil immer noch ungeliebten (weil kostenintensiven) Spezialeinsatzkräfte zu kontrollieren.

Das SOCOM ist dadurch de facto eine fünfte Teilstreitkraft.

Im Fiskaljahr 2002 betrug das Budget 4,9 Mrd. US-Dollar. Aufgrund einer neuen Direktive des amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld an das USSOCOM, Terroristen rund um den Globus aufzuspüren und festzunehmen, wurde das Jahresbudget mehr als verdoppelt. Der Etat wird unter anderem dazu verwendet, die Mannschaftsstärke von 47.000 auf 56.000 zu erhöhen und die Fertigstellung des Kipprotorflugzeugs Bell-Boeing V-22 Osprey sicherzustellen.

Da das SOCOM auch weitgehend autonom bei seinen Beschaffungen ist, kann es vorkommen, dass abseits von politischen Vorgaben und nationalen Industrie-Interessen notwendige Ausrüstung auf dem Weltmarkt beschafft wird. Ein Beispiel dafür ist der Erwerb des Hubschrauber-Laser-Hinderniswarnsystem HELLAS der EADS/ Dornier, das für die eigenen Hubschrauber beschafft wurde.

Unterstellte Kommandos und Einheiten

  • Marine Corps Forces Special Operations Command (MARSOC)
    • Marine Corps Special Operations Command Detachment One (MCSOCOM DET1)
      • Marine Special Operations Battalions (MSOB)
      • Marine Special Operations Advisor Group (MSOAG)
      • Marine Special Operations Support Group (MSOSG)
      • Marine Special Operations School (MSOS)
        • Special Mission Training Branch – East (Camp Lejeune)
        • Special Mission Training Branch – West (Camp Pendleton)

Führung

Stab

Kommandeure

Nr. Name Bild Beginn der Berufung Ende der Berufung
8 Eric T. Olson (USN) 9. Juli 2007 ---
7 Bryan D. Brown (USA) 2. September 2003 9. Juli 2007
6 Charles R. Holland (USAF) 27. Oktober 2000 2. September 2003
5 Peter J. Schoomaker (USA) 5. November 1997 27. Oktober 2000
Interim Raymond C. Smith, Jr. (USN) 25. September 1997 5. November 1997
4 Henry H. Shelton (USA) 29. Februar 1996 25. September 1997
3 Wayne A. Downing (USA) 20. Mai 1993 29. Februar 1996
2 Carl W. Stiner (USA) 27. Juni 1990 20. Mai 1993
1 James J. Lindsay (USA) 16. April 1987 27. Juni 1990

Verweise

Weblinks

Einzelnachweise

  1. US Code: Title 10, § 167 bei law.cornell.edu (eingesehen am 20. Juli 2008)
  2. afsoc.af.mil, eingesehen am 16. November 2008

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