St.-Elms-Feuer


St.-Elms-Feuer
Elmsfeuer

Ein Elmsfeuer (Sankt-Elms-Feuer, Eliasfeuer) ist eine seltene, durch elektrische Ladungen hervorgerufene Lichterscheinung (Elektrometeore). Es ist nach Erasmus von Antiochia (italienisch Elmo) benannt, den die Schiffsleute anrufen, wenn sie durch einen Sturm in Not geraten.

Bei einem Elmsfeuer handelt es sich um eine kontinuierliche Koronaentladung in der Atmosphäre, die bei gewittrigen Wetterlagen mit einer Feldstärken von mehr als 100 kV/m auftritt. Das Elmsfeuer kann unter diesen Bedingungen an hohen, spitzen Gegenständen, wie zum Beispiel Schiffsmasten, Kirchtürmen und Bergspitzen beobachtet werden. Es tritt auch an Frontscheiben von Flugzeugen auf, wurde bisher aber nur selten filmisch dokumentiert.

Auch im Gebirge bei einer nahenden Gewitterfront wird von diesem Phänomen berichtet. Besonders im Bereich des Gipfelkreuzes, gepaart mit dem charakteristischen Surren (Pickelsausen) einer elektrostatischen Aufladung, kann es zu diesen Erscheinungen kommen. Sehr selten berichten auch Bergsteiger von einem Leuchten in Bodennähe, welches ca. eine Minute andauert. Dies wird oft mit einer dem Nordlicht ähnlichen Erscheinung verglichen. Menschen in der Nähe eines Elmsfeuers stehen aufgrund der starken Potentialdifferenz oft die Haare zu Berge.

Elmsfeuer treten extrem selten auf. Bei einem Elmsfeuer besteht unmittelbare Blitzgefahr. Obwohl es kaum Fotografien und Videoaufnahmen von Elmsfeuern gibt, besteht an deren Existenz kein Zweifel.

Elmsfeuer leuchten aufgrund der Spektrallinien der Gase Sauerstoff und Stickstoff in der Erdatmosphäre blauviolett.

Literatur

  • Elmsfeuer. In: Meyers Konversations-Lexikon. Bd. 5, 4. Aufl. Leipzig: Bibliographisches Institut, 1885–1892, S. 569
  • Kristian Schlegel: Vom Regenbogen zum Polarlicht. Leuchterscheinungen in der Atmosphäre. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-82741-174-2. 

Weblinks

  • Elmsfeuer auf den Seiten des „Arbeitskreis Meteore e. V.“

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