St. Vincent

St. Vincent
Lage von St. Vincent zu den Grenadinen.
Kingstown, St. Vincent, 1890

St. Vincent (engl. Saint Vincent) ist eine Insel in der Karibik. St. Vincent war auch der Name der britischen Kolonie, deren Hauptinsel die Insel St. Vincent war und die unter dem geänderten Namen St. Vincent und die Grenadinen unabhängig wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

St. Vincent gehört zu den Windward Islands, die Teil der Inseln über dem Winde sind. Südlich von St. Vincent erstrecken sich die Grenadinen, am nächsten liegt die 14 km entfernte Insel Bequia.

Nördlich liegt St. Lucia, südlich Grenada und ungefähr 180 km östlich Barbados.

Die größte Stadt ist die Hauptstadt Kingstown mit 24.518 Einwohnern (Stand 2005). Weitere Orte sind Georgetown, Byera und Barrouaillie.

St. Vincent hat ein mit Urwald bedecktes Gebirge (Bonhomme 1.300 m), einen aktiven Vulkan (Soufrière 1.220 m, letzter Ausbruch 1979), zahlreiche Bäche und ein angenehmes Klima.

Die Insel ist 346 km² groß, es werden Bananen, Zuckerrohr, Baumwolle, Kokosnüsse, Pfeilwurz und dergleichen angebaut.

Kfz-Kennzeichen ist WV. Eine Fähre verkehrt regelmäßig zwischen der Hauptstadt Kingstown und der Nachbarinsel Bequia. Die Insel hat einen Flughafen mit dem IATA-Flughafencode SVD.

Geschichte

Die Insel wurde von Christoph Kolumbus am 22. Januar 1498, dem Namenstag des Hl. Vinzenz von Valencia, entdeckt. Die erste Besiedelung erfolgte durch die Arawak, gefolgt von den Kariben. Die ersten Afrikaner erreichten 1675 die Insel, als ein Sklavenschiff in der Nähe der Insel sank und sich die Überlebenden auf die Insel retten konnten. Afrikaner und Kariben vermischten sich in der Folgezeit und es entstand eine Volksgruppe, die schwarze Kariben (und später Garifuna) genannt wurde, die es im Spannungsfeld zwischen England und Frankreich immer wieder schaffte, unabhängig zu bleiben.

Die Insel war zwischen den Großmächten England und Frankreich aufgeteilt, bevor sie 1783 im Vertrag von Versailles Teil des Vereinigten Königreichs wurde.

William Bligh, ehemaliger Kommandant der Bounty, brachte am 24. Januar 1793 mit der HMS Assistance die Brotfrucht aus dem Pazifik auf die Insel. Diese wurde in der Karibik benötigt, da durch die Auseinandersetzungen des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von (1775-1783) billige Weizenlieferungen aus Nordamerika ausblieben und Plantagenbetreiber der ganzen Region nach einem neuen billigen Grundnahrungsmittel für ihre Sklaven suchten.

Mit der Ausbreitung der Sklavenwirtschaft auf den Zuckerrohrplantagen wurden die Garifuna von den Kolonisten argwöhnisch betrachtet, stellten sie doch ein Beispiel freier Schwarzer dar. Zwischen den Briten auf der einen und Garifuna sowie Franzosen auf der anderen Seite kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen (Karibenkrieg), die 1796 mit der vollkommenen Niederlage der Garifuna und Franzosen endeten. Die besiegten Garifuna wurden zunächst auf die nahegelegene Insel Baliceaux deportiert, anschließend auf die Insel Roatan vor der honduranischen Küste umgesiedelt.

1871 wurde St. Vincent in die Kronkolonie der Windward Islands eingegliedert. 1979 wurde der Staat St. Vincent und die Grenadinen unabhängig, blieb jedoch im Commonwealth.

Interessantes

St. Vincent war einer der Drehorte für Fluch der Karibik. Man ließ zusätzliche Bootsstege und Gebäude fertigen, die für die Dreharbeiten als Szenerie nötig waren. Für die Dreharbeiten konnten mehrere 100 Einheimische als Unterstützung für die Filmmannschaft bei den Dreharbeiten eingestellt werden.

Söhne und Töchter

13.25-61.2

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