Staatstheater Dresden


Staatstheater Dresden
Das Dresdner Schauspielhaus

Das Staatsschauspiel Dresden ist ein Theater in Dresden, das der Freistaat Sachsen unterhält. Es betreibt das Schauspielhaus und das Kleine Haus. Das Staatsschauspiel ging im Jahr 1983 aus dem Staatstheater hervor.

Inhaltsverzeichnis

Schauspielhaus

Im Oktober 2007

Das Schauspielhaus auf der Theaterstraße wurde mit Unterstützung des Industriellen Karl August Lingner von 1911 bis 1913 von William Lossow und seinem Schwiegersohn Max Hans Kühne im Stil des Neubarock und Jugendstil erbaut. Da sich das Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Zwinger befindet, wurde die diesem zugewandte Außenseite an die Architektur angepasst und daher mit Arkaden und barocken Schmuckelementen versehen. Die Bühnentechnik mit den großen hydraulisch betriebenen Hebewerken war die modernste Bühnenanlage zur damaligen Zeit.

Am 13. und 14. Februar 1945 wurde das Bauwerk durch die Luftangriffe auf Dresden teilweise zerstört. Bereits drei Jahre später war das Haus wieder aufgebaut und war damit das erste deutsche Theater, welches den Spielbetrieb wieder aufnahm. Bis 1985 diente das Große Haus des Staatstheaters Dresden als Spielstätte für Oper, Staatskapelle, Ballett und Schauspiel. Im Jahr 1983 fand eine verwaltungstechnische Trennung zwischen Oper/Ballett/Staatskapelle und dem Schauspiel statt. Es entstand das Staatsschauspiel und die Staatsoper Dresden. 1985 verließ die Staatsoper das Große Haus und bezog ihr neues Domizil, die Semperoper. In den Jahren 1990, 1991, 1993 und 1995 wurde das Haus schrittweise rekonstruiert. Im Jahr 2007 fand die die Außensanierung und der Wiederanstrich in weißer Farbe statt.

Im Gebäude des Schauspielhauses befindet sich auch das theater oben. Es ist 1995 mit der Wiedereröffnung des Schauspielhauses aus der ehemaligen Probebühne I entstanden. Heute finden hier Matineen, Lesungen und musikalische Veranstaltungen statt.

Lage: 51° 3′ 7,82″ N, 13° 43′ 54,64″ O51.05217222222213.7318444444447

Kleines Haus

Das Gebäude auf der Glacisstraße in der Dresdner Inneren Neustadt, in dem sich heute das Kleine Haus befindet, hat eine weiter zurückreichende Geschichte. Im 17. Jahrhundert diente es als Festung „am Glacis“ und war im 19. Jahrhundert eine Villa. 1816 wurde der Saal angebaut, der heute der Zuschauersaal ist. Bis 1930 befand sich in diesem Haus eine Kneipe mit Ballsaal, der nebenbei als Tonhalle genutzt wurde. Danach wurde das gesamte Gebäude als Kirche („Erste Kirche Christi“) benutzt.

Mit Genehmigung der Kirchengemeinde konnte am 10. Juli 1945 in diesem Gebäude die erste Nachkriegsaufführung (Nathan der Weise) des Staatstheaters Dresden stattfinden. Im Jahr 1951 schloss das Staatstheater einen Mietvertrag mit der Kirchengemeinde ab und konnte bereits im selben Jahr ausschließlich vom Staatstheater für Oper und Schauspiel genutzt werden. 1977 erfolgte der Ausbau zu einem Theater. 1987 und 1988 wurden für etwa 5 Millionen DDR-Mark wichtige Baumaßnahmen zur Erhaltung der Spielfähigkeit des Gebäudes vorgenommen und 1992 Brandschutzmaßnahmen durchgeführt. Im selben Jahr bekam das Theater eine neue Bühne. Es wurde jedoch sechs Jahre später durch behördliche Anordnung geschlossen. Der Grund dafür waren statische Problehme (im Dachstuhl und in den Außenmauern) und Brandschutzmängel, die bei den vorher vorgenommenen Baumaßnahmen nicht behoben werden konnten. Daher wurde die Einrichtung danach bis 2002 als Probebühne für das Staatsschauspiel genutzt.

Währenddessen wurden die nötigen Mittel für einen Neubau des Gebäudes eingeleitet. Der Baubeginn dafür war im April 2003. Am 15. Januar 2005 fand mit der Uraufführung von Der Mann ohne Vergangenheit die Wiedereröffnung des Theaters statt.

Lage: 51° 3′ 41,43″ N, 13° 45′ 3,69″ O51.06150833333313.7510257

Intendanten

Staatstheater

  • 1945–1947 Erich Ponto, Ehrenmitglied
  • 1947–1949 Karl von Appen, Ehrenmitglied
  • 1950–1951 Martin Hellberg, Ehrenmitglied
  • 1951–1954 Karl Görs
  • 1954–1961 Dr. Heinrich Allmeroth
  • 1962–1966 Gerd Michael Henneberg
  • 1966–1973 Hans Dieter Mäde
  • 1973–1979 Fred Laronedelle
  • 1979–1983 Horst Seeger
Das Haus im Winter 1985

Staatsschauspiel

Einladungen zum Berliner Theatertreffen

Medien

Literatur

  • Wolfgang Engel inszeniert Goethes FAUST am Staatsschauspiel Dresden 1990. Dieter Görne (zwei Bände) TheaterArbeit © Zentrum für Theaterdokumentation und -information Berlin 1991 ISSN 0941-1534
  • Ingeborg Mätje: Ist alles vorbei, fängt alles an. Aus der Geschichte des Schauspiels in Dresden. Dresden, 1988
  • Theaterarbeit in der DDR 18, Wolfgang Engel inszeniert PENTHESILEA von Heinrich Kleist Staatsschauspiel Dresden 1986 Dokumentation von Michael Funke und Dieter Görne, Verband der Theaterschaffenden/Brecht-Zentrum der DDR ISSN-0138-2322
  • Dresdner Hefte, 22. Jahrgang, Heft 79, 3/04: Theater in Dresden, ISBN 3-910055-73-7

Tonträger

  • 2001: „Musik in Deutschland 1950-2000“ Musik für Schauspiel, Musik zu Faust von Johann Wolfgang von Goethe 1990 Jens Uwe Günther, Freunde der italienischen Oper (Regie Wolfgang Engel) Label: RCA / Bertelsmann
  • 1991: Freunde der italienischen Oper „Live im Schauspielhaus Dresden“

Filme

  • 1986: Wir die Lieben, (u.a. Joachim Nimtz) FESA
  • 1986: Labyrinth, FESA

Langjährige Schauspieler

Diese Schauspieler sind seit über 15 Jahren im Ensemble:


Bekannte Schauspieler und Künstler, die am Schauspielhaus gearbeitet haben

Weblinks


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