Stacking


Stacking

Unter Stacking (v. engl.: to stack = stapeln) versteht man das Verbinden mehrerer im Regelfall gleichartiger Einheiten zu einem größeren und damit leistungsfähigeren Verbund, der nach außen hin wieder nur als eine Einheit in Erscheinung tritt. Dieselbe Begriffsherkunft hat der Stack als Stapelspeicher in Computern. Stacking gibt es in unterschiedlichen Zusammenhängen.

Inhaltsverzeichnis

Sport

Siehe Sportstacking.

Netzwerktechnik

Hier ist Stacking die Verbindung von 2 oder mehr stapelbaren Switches über einen internen Bus. Dies hat neben der hohen Portdichte den stacking-typischen Vorteil, dass die miteinander verbundenen Geräte nach außen hin als eine Systemeinheit mit nur einer IP-Adresse auftreten, d. h. die Tatsache, dass hier mehrere Einheiten ihre Arbeit verrichten, ist, abgesehen vom Performance-Gewinn und mit dem richtigen Design auch eine Verbesserung der Verfügbarkeit, für den Nutzer transparent.

Beschallungstechnik

Hierbei versteht man unter "Stacking" das Aufeinanderstapeln mehrerer Lautsprecherboxen zu einer großen Gesamteinheit. Man erreicht dadurch eine Erhöhung des Wirkungsgrades. Durch die Verdopplung der Anzahl "gestackter" Lautsprecherboxen wird ein Schalldruckzugewinn von +3dB erreicht. 2 Boxen = +3 dB, 4 Boxen = +6 dB, 8 Boxen = +9 dB usw. Speziell bei Basshörnern wird durch die akustische Kopplung eine tiefere, untere Gesamtgrenzfrequenz gegenüber einem einzelnen Horn möglich.

Gastronomie

In der Gastronomie bezeichnet Stacking z. B. das Aufeinanderstapeln von Tellern in einem speziellen "Tellerspender", in dem die Teller sowohl sicher transportiert als auch vorgewärmt werden können. Dabei ist immer nur der oberste Teller zugänglich.

Energietechnik

In der Energietechnik versteht man unter Stacking z. B. das Zusammenfügen von mehreren Energiequellen (Brennstoffzellen oder Batterien) zu einer Einheit. Auch hier ist der typische Effekt erkennbar, dass das Ergebnis des Stackings nach außen hin immer noch als eine Energiequelle in Erscheinung tritt, die lediglich leistungsfähiger ist.

Siehe auch: Reihenschaltung, Parallelschaltung

Computerspiele

Bei Mehrspieler-Computerspielen und Netzwerkspielen, z. B. Egoshootern und Strategiespielen werden manchmal die Teams mit völlig ungleich vielen Mitspielern besetzt, auf Seiten des stärkeren Teams nennt man das Stacking. Das Ergebnis ist in der Regel ein völlig ungleiches Spiel auf Kosten eines oder weniger Spieler. Gelegentlich wird das Stacking aber auch bewusst verabredet, um sehr unterschiedliche Spielstärken auszugleichen. Dann spielt zum Beispiel ein erfahrener starker Spieler gegen viele Neulinge oder ein paar gute Spieler gegen einen alten Hasen und alle Neulinge.

Sportmedizin

In der Sportmedizin und hier insbesondere im Bereich des Dopings bezeichnet Stacking die Medikamentierung mit zwei oder mehr unterschiedlichen Medikamenten (anabolen Steroiden), die denselben leistungssteigernden Effekt haben. Die Anwendungszeiträume für die jeweiligen Mittel können sich dabei entweder hundertprozentig decken oder auch nur überschneiden. Die Vorteile des "Stackings" gegenüber der Verwendung eines einzigen Mittels als "Stand-Alone"-Steroid liegen in der niedrigeren erforderlichen Gesamtdosis bzw. in den reduzierten Nebenwirkungen und in der Vermeidung der schnellen Gewöhnung des Organismus an ein bestimmtes Mittel.

Mikroelektronik

Als Die-Stacking wird die Stapelung mehrerer ungehäuster Mikrochips und ihre Kontaktierung mittels Drahtbonden bezeichnet. Dieser Integrationsansatz ist insbesondere in portablen Elektronik- bzw. Kommunikationssystemen verbreitet. Der Trend geht jedoch zunehmend zu Module-Stacking, dabei werden nicht nur einzelne ICs, sondern komplette Baugruppen übereinander gestapelt (s. dazu auch SiP, AVT).

Bildbearbeitung

Schärfentiefen-Erweiterung mit Combine ZM

Stacking ist eine Technik der digitalen Bildverarbeitung bei der aus mehreren Bildern von verschiedenen Fokussier-Ebenen ein Bild mit höherer Schärfentiefe erstellt wird. Damit begegnet man dem Problem der Makrofotografie, dass mit zunehmender Vergrößerung die scharf abbildbaren Ebenen geringer werden. Dies gilt auch besonders für die Fotografie am Mikroskop. Siehe auch: Schärfentiefenerweiterung

Chemie

Stacking in der supramolekularen Chemie bezeichnet eine stapelartige Anordnung von aromatischen Molekülen, welche untereinander aromatisch interagieren (π-π Interaktionen, Van-der-Waals-Wechselwirkungen). Das bekannteste Beispiel von Stacking ist die konsekutive Anordnung von Basenpaaren der DNA.


Wikimedia Foundation.