Standardverdrängung

Standardverdrängung

Die Standardverdrängung dient als Vergleichswert für die Größe von Kriegsschiffen.

Der Begriff Standardverdrängung wurde erstmals im Washingtoner Flottenabkommen vom 6. Februar 1922 im Kapitel 2 Teil 4 definiert. Es handelt sich um die Verdrängung des vollkommen fertiggestellten, mit Maschinen versehenen, zum Auslaufen fertig ausgerüsteten und vollbemannten Schiffes. Darin sind weiter eingeschlossen alle Bewaffnung, Munition, Betriebsmittel, Ausrüstung sowie Lebensmittel und Süßwasser für die Besatzung, sowie sonstige Gerätschaften und Vorräte, die im Krieg mitgeführt werden. Nicht eingerechnet werden Treibstoff und Reservespeisewasser für die Kessel.

Im genannten Vertrag wurde als Maßeinheit für die Standardverdrängung ton standard (ts), zivil auch „long ton“ genannt, angegeben. Es handelt sich dabei um 1016 kg im Gegensatz zur metrischen Tonne von 1000 kg.

Folgende Höchstwerte für die Standardverdrängung wurden dort jeweils für die Schiffsklassen festgelegt:

Leichte Kreuzer: 10.000 ts
Schwere Kreuzer: 10.000 ts
Flugzeugträger: 27.000 ts
Schlachtschiffe: 35.000 ts

Die Maßeinheit ts wird heute noch durchgehend verwendet. Ohne weitere Zusätze und Erläuterungen bedeutet dies in Fachkreisen, dass das standard displacement gemeint ist.

Gleichbedeutende und verwandte Begriffe

Standardverdrängung ist eine wortgetreue Übersetzung aus dem Englischen. In deutschen Fachkreisen sprach die Generation des Zweiten Weltkriegs eher von Typdeplacement. Ein anderer gleichbedeutender Begriff war Washington-Deplacement. Heute wird meist nur noch die englische Bezeichnung standard displacement benutzt.

Im Standardfall ist das Fahrzeug nicht einsatzfähig, es handelt sich um eine reine Rechengröße. Praktisch immer größer als die Standardverdrängung (ausgenommen bei nuklear angetriebenen Fahrzeugen und U-Booten) sind:

  • Konstruktionsverdrängung (identisch Probefahrtsverdrängung) bei etwa 40 % normaler Zuladung, Vorräte und Munition. Das genaue Szenario ist in jedem Einzelfall Vertragsgegenstand (zwischen Besteller und Werft). In diesem Zustand muss durch eine Probefahrt das Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit nachgewiesen werden.
  • Einsatzverdrängung: Diese Konfiguration ist meist identisch mit der Probefahrtsverdrängung, könnte aber gelegentlich auch abweichen.
  • Maximale Verdrängung: Alle Vorräte sind maximal möglich aufgefüllt. Die Probefahrtgeschwindigkeit kann nicht mehr erreicht werden. Die Seetüchtigkeit muss erhalten bleiben.

Die letzteren Angaben erfolgen bei nicht-angelsächsischen Fahrzeugen heute eher metrisch, also in kg bzw. m³. Sie bezeichnen die wirkliche Masse des einsatzfähigen Fahrzeugs und decken sich mit den zivilen und physikalischen Verhältnissen.

Weblinks

Literatur

  • Erich Gröner: Die Schiffe der deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe 1939–45 und ihr Verbleib. J.F.Lehmanns, München 1976, ISBN 3-469-00297-5.

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