Stefano Bartolini


Stefano Bartolini

Stefano Bartolini (* 1952 in Italien) ist ein italienischer Politikwissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Stefano Bartolini war ein Absolvent der Politischen Wissenschaften an der Universität Florenz. 1976 war er an der Universität Bologna tätig. Im Jahr 1979 arbeitete er als Aushilfsprofessor am europäischen Hochschulinstitut. Seine Karriere setzte Stefano Bartolini 1985 an der Universität Florenz fort. Darauf folgte 1990 eine Professur an der Universität Triest, anschließend besetzte er 1991 eine Professur an der Universität von Genf.

Neben seinen Professuren an verschieden europäischen Universitäten ist er Herausgeber der Zeitung Rivista Italiana di Scienza Politica, einer anerkannten italienischen politikwissenschaftlichen Zeitschrift und ist des Weiteren noch Mitglied im wissenschaftlichen Redaktionsausschuss der sich mit europäischer Westpolitik und Wahlstudien beschäftigt.

1990 wurde Bartolini für sein Wirken und Forschen in der Politikwissenschaft ausgezeichnet und bekam den UNESCO Stein Rokkan Preis für die Sozialwissenschaften verliehen.

Weiterhin war Bartolini am Institut d'études politiques de Paris beschäftigt. Bei seinen Forschungen richtete er den Fokus auf die europäisch, politische Westentwicklung der Staaten und die vergleichende Methodenlehre. Bartolini verfasste Arbeiten über die französische und italienische Politik, über den presidentalism und thematisierte die Reformation der Stellung von Institutionen innerhalb des politischen Prozesses. Weitere Forschungsschwerpunkte waren politische Parteien, die europäische Wahlgeschichte und das Wahlverhalten.

Seine aktuellen, akademischen Interessen umfassen den Bereich der zeitgenössischen Änderungen in der politischen Wahlkonkurrenz und deren zugrundeliegenden historischen Mobilisierung, der Konsequenzen auf die europäische Einigung, sowie die Auswirkungen auf die inländische politische Entwicklung.

Im Moment ist Stefano Bartolini Professor an der Universität von Bologna tätig, und übt des Weiteren eine Teilzeitprofessor am Departement of Political and Social Sciences am europäischen Hochschulinstitut von Florenz aus.

Seminare von Stefano Bartolini

  • Logik der vergleichenden Forschung
  • Partei/Politik
  • Schlüsselkonzepte in den Sozial- und Politikwissenschaften
  • vergleichende Methodenlehre
  • Vergleichende Forschung

Aktuelle Veröffentlichungen

  • Identity, Competition, and Electoral Availability. The Stabilization of European Electorates, (1885-1985), 1990.
  • On Time and Comparative Research, Journal of Theoretical Politics, 1993.
  • Il voto maggioritario. Le origini elettorali del Parlamento diviso, Rivista italiana di Scienza Politica, 1994.
  • Maggioritario ma non troppo, Bologna, 1995.
  • Exit Option, Boundary Building, Political Structuring, 1998.

Werkserläuterung

  • Identity, Competition, and Electoral Availability. The Stabilization of European Electorates, (1885–1985), 1990.

In diesem Werk beschreiben Stefano Bartolini und andere Mitwirkende (Hans Daalder Larry, Giovanni Sartori, Ashutosh Varshney und weitere) die Rolle der politischen Akteure in Nationen und Staaten, denn diese stellen den Kern einer Demokratie. Doch immer mehr nimmt das Vertrauen von Seiten des Volkes, sei es westlicher oder nicht-westlicher Staaten, ab. Anhand einiger Beispiele, z. B. Länder wie der Türkei oder Indien wird deutlich, dass das Risiko, dass die Demokratie gefährdet wird, umso größer ist, je weniger das Volk am politischen Prozess partizipiert. Trotzdem sind Politiker als administrative Kräfte bzw. als Organisationsorgan wichtig. Denn nur wenn Politiker ihren umfassenden verantwortungsbewussten Pflichten nachkommen, sich als Repräsentanten des Volkswillens sehen und in Verbindung mit dem Volk stehen, was in unserer medialen Welt kein Problem mehr darstellt, sind demokratische Wahlen möglich und das Volk kann seine Anliegen durch den Urnengang indirekt äußern, welche dann von den Politikern in der Wahlperiode umgesetzt werden müssen bzw. sollten. Denn die Volkssouveränität stellt ein wesentliches Element einer funktionierenden Demokratie dar. Die Wahlen sind hier ein wichtiger Aspekt, Bartolini erläutert hier die Wichtigkeit eines Gleichgewichts und die Stärkerelationen der Parteien und Parteilager eines Parteiensystems über längere Perioden hinweg; d. h. er nimmt eine Unterscheidung zwischen Intrablock und Interblock vor.

Intrablock: Wechsel zwischen den Parteien eines politisch-ideologischen Lagers (z. B. aus dem bürgerlichen Lager in das sozialistische Lager).

Interblock: Übergreifender Wechsel des Parteienlagers (z. B. Wechsel zwischen Rechts und Links).

Centre Formation, System Building, and Political Structuring Between the Nation State and the European Union, 2005.

Mitteanordnung, Systemgebäude und politische Strukturierung zwischen dem Nationzustand und der europäischen Union, 2005.

Dieses Werk stellt eine neue Theorie der europäischen Integrationen dar und reflektiert die historische Entwicklung von Europa. Bartolini schreibt von den Grenzdefinitionen bzw. Verschiebungen und deren Änderungen, die zur Folge haben, dass sich der Zustand und die Grundstrukturen, die uns die letzten 500 Jahre bekannt waren, sich langsam aber sicher ändern und eventuell erstmals zu einem Ungleichgewicht führen können oder andererseits ökonomische und kulturelle Differenzen somit behoben wären.

Stefano Bartolini stellt sich dabei bei seiner Forschung folgende Fragen:

  • Ist die EU ein Versuch an Zustandsordnung?
  • Ist es ein Versuch an der Mitteanordnung ohne Nationengebäude?
  • Ist es ein Prozess der Mitteanordnung ohne Demokratisierung?

Zufolge haben diese Theorien und Fragestellungen die Überarbeitung von Begriffen, die in diesem Zusammenhang neu definiert werden müssen, um diese Thematik des „Transformationsprozesses“ in Europa besser beschreiben zu können.

Hauptziele:

  • Eine kritische Differenzierung zwischen Innenpolitik und internationale Beziehungen.
  • Lagebestimmungen, Interessen und Beweggründe der Akteure mit Kleinergebnissen verbinden.
  • Strukturelle Charaktere mit ständig veränderten Arbeitsvorgängen beziehen.

Weblinks


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