Stollberg/Erzgebirge


Stollberg/Erzgebirge
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stollberg/Erzgeb.
Stollberg/Erzgeb.
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stollberg/Erzgeb. hervorgehoben
50.70833333333312.778333333333464Koordinaten: 50° 42′ N, 12° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Stollberg (Erzgebirge)
Höhe: 464 m ü. NN
Fläche: 38,83 km²
Einwohner: 12.191 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09366
Vorwahl: 037296
Kfz-Kennzeichen: ERZ (alt: STL)
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 590
Stadtgliederung: Kernstadt; 6 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Hauptmarkt 1
09366 Stollberg/Erzgeb.
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Marcel Schmidt (EB)
Lage der Stadt Stollberg/Erzgeb. im Erzgebirgskreis
Karte

Stollberg/Erzgeb. ist eine Große Kreisstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland). Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Stollberg (Erzgebirge).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stollberg liegt am Nordrand des Erzgebirges, etwa 20 km südwestlich von Chemnitz und ca. 15 km nordöstlich von Aue im Tal der Gablenz. Nordwestlich von Stollberg liegt das Erzgebirgische Becken mit dem ehemaligen Oelsnitz-Lugauer Steinkohlenrevier. Südöstlich von Stollberg mit den umliegenden Höhen von 400 bis 450 m steigen Höhen bis zum mittleren Erzgebirge auf über 1000 m an.

Stadtgliederung

Ortsteile mit dem Jahr der Eingemeindung:

  • Beutha (1999)
  • Gablenz (1974)
  • Hoheneck (1923)
  • Mitteldorf (1952)
  • Oberdorf (1974)
  • Raum (1999)
  • Stollberg

Geschichte

Stadtansicht

Seit Jahrhunderten bildet Stollberg den Mittelpunkt einer naturräumlich-historischen Kulturlandschaft. Die ersten Besitzer der Herrschaft Stollberg waren die Erkenbertinger, die sich später als Burggrafen von Starkenberg bezeichneten. Ursprünglich stammten sie aus Mainfranken bei Würzburg und tauchten 1088 in der Umgebung des Bischofs von Naumburg auf. Dieser machte sie in Tegkwitz bei Altenburg sesshaft. Erkenbert IV von Tegkwitz besiedelte Ende des 12. Jahrhunderts die spätere Herrschaft Stollberg. Die Ursprünge der Stadt liegen in dieser Zeit der Erstbesiedlung des Erzgebirges. Die Stal(e)burc (erstmalige urkundliche Erwähnung 1244 wohl Fälschung, sicher 1267 Stal-burch) wurde Sitz und Zentrum des neu besiedelten Gebietes. Um 1300 übernahmen die Schönburger die Herrschaft und verkauften sie 1367 an König Wenzel von Böhmen. 1459 ging Stollberg als böhmisches Lehen an Sachsen über, 1473 gelangte es an das Geschlecht Schönberg und 1564 an die Wettiner Herrschaft. Die Stadt selbst wird als solche (civitas) erstmals 1343/46 urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert wandelte sich ihr Name. 1412 erscheint die Bezeichnung Stolburg, erstmals 1459 ist die der heutigen Schreibweise ähnliche Form Stolbergk bezeugt.

In der Nähe der einstigen Furth durch den Fluss Gablenz kreuzten sich zwei wichtige Handelsstraßen. Der Böhmische Steig führte von Altenburg nach Prag. Die Chemnitzer Straße verlief zwischen der gleichnamigen Stadt und Dresden. So kamen häufig Handels- und Fuhrleute in die Stadt, die man wegen ihrer zweirädrigen Karren, mit denen sie vor allem Salz und Erze transportierten, als „Kärrner“ bezeichnete. An sie erinnert bis heute die Sage vom „Kärrner von Stollberg“.

Panorama: Stollberg in Richtung Oelsnitz und Hohenstein-Ernstthal. Am Horizont der Aussichtsturm der „Deutschlandschachthalde“ in Oelsnitz.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960: 31. Dezember):

  • 1834 – 3.148
  • 1946 – 11.208 1)
  • 1950 – 13.284 2)
  • 1960 – 13.035
  • 1971 – 12.739
  • 1981 – 12.379
  • 1984 – 12.095
  • 1998 – 13.977
  • 1999 – 13.834
  • 2000 – 13.680
  • 2001 – 13.527
  • 2002 – 13.356
  • 2003 – 13.152
  • 2004 – 12.912
  • 2005 – 12.718
  • 2006 – 12.391
  • 2007 − 12.191
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

1) 29. Oktober
2) 31. August

Ortsteil Raum

1672 ließ die schönburgische Herrschaft Stein auf bis dahin unbesiedeltem Gebiet das Wirtshaus Grüne Tanne errichten, das zunächst auch Einnahmestelle für Geleitgeld war. Mit den in der Folgezeit errichteten benachbarten Häusern bildete dieses die Häuslersiedlung Raum, für die 1672 vom Amt Hartenstein Richter und Schöppen bestellt wurden. 1974 wurde der Ort nach Beutha, 1999 mit diesem nach Stollberg eingemeindet.

Gedenkstätten

  • Ein Ehrenmal im Park des Gymnasiums erinnert seit 1969 an alle Opfer des Faschismus
  • Eine Gedenktafel in der Mittelschule I (vormals "Alfred-Kempe-Schule") in der Schulstraße erinnerte zu DDR-Zeiten an den kommunistischen Widerstandskämpfer Alfred Kempe (Widerstandskämpfer), der im KZ Dachau sein Leben verlor.

Politik

Stadtrat

Wappen

Das Stollberger Wappen hat seinen Ursprung im Stadtsiegel, das bereits Anfang des 15. Jahrhunderts nachgewiesen ist. Es ist horizontal geteilt und zeigt im oberen Feld ein Kirchgebäude (die Marienkirche, als älteste Kirche der Stadt) auf goldenem Grund. Das untere Feld ist rot und mit einem vertikalen Pfahl mit goldener Krone versehen.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Die von weitem sichtbare Burg Hoheneck diente zunächst als Königlich-Sächsisches „Weiberzuchthaus“ und war später als größtes Frauengefängnis der DDR bekannt. Es ist heute als Museum im Rahmen von Führungen zugänglich.
  • Sehenswert sind zudem des Rathaus und der Marktplatz sowie die gotische Jacobikirche.
  • Die kleine katholische Marienkirche ist mit einem wertvollem Altar ausgestattet.
  • Das Carl-von-Bach-Gymnasium, das in einem Jugendstilgebäude mit sehenswerter Aula untergebracht ist, ist nur für Schüler, Lehrer und zu öffentlichen Anlässen (Chorvorführungen, Theateraufführungen) zugänglich. Es wurde 1903 als Königlich Sächsisches Lehrerseminar erbaut und beherbergte später die Hans-Beimler-Oberschule, die auch als Internat diente und nach der Wende in das Carl-von-Bach Gymnasium umgewandelt wurde.
  • Die Querenbachtalsperre am Rande der Stadt dient als Trinkwasserspeicher und Naherholungsgebiet
Am Rand von Stollberg gelegene Trinkwassertalsperre

Parks

  • Vor dem Carl-von-Bach-Gymnasium befindet sich ein Park. Besonders beliebt bei den Besuchern ist das „Parkeichhörnchenpärchen“. Auch eine besondere Spechtart lebt hier. Außerdem gibt es ein Kriegsdenkmal mit der Inschrift „DIE TOTEN MAHNEN“, das an alle Gefallenen aus dem 1. und 2. Weltkrieg erinnert und 2005 saniert wurde. Im Gymnasium selbst sind an den Wänden des Treppenaufganges vor der Aula sechs Jugendstil-Steintafeln angebracht, die mit goldener Schrift alle Namen von Schülern des Gymnasiums, die im Krieg gefallen sind, verzeichnen.
  • Weitere Parks in Stollberg sind der Marienpark mit der Marienkirche am Ende der Herrenstraße und der Bürgerpark am Ortseingang von Stollberg aus Richtung Niederwürschnitz mit einer guten Aussicht über die umliegende Gegend. In Richtung Mitteldorf befinden sich der Walkteich mit kleinem Park und sehr schönem, neu gebauten Spielplatz.
  • Demgegenüber, Richtung Rosental, liegt der kleine, 2007 neugestaltete Pionierpark mit neu errichteter Freilichtbühne, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Downhillstrecke (Bikercross oder Four Cross) und Skihang mit Skilift am Wasserturm.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Bauernmarkt
  • Weihnachtsmarkt mit Pyramidenanschieben und Bergmannsparade
  • Walkteichfest mit Hexenfeuer
  • Altstadtfest

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Stollberg besitzt zwei entwickelte Gewerbegebiete. Den Gewerbepark mit 6 ansässigen Firmen, sowie das Gewerbegebiet am Stollberger Tor mit 40 Firmen. Beide Gewerbegebiete liegen direkt an der A 72 und sind durch die Abfahrten Stollberg Nord und Stollberg West zu erreichen.

Medien

Für die Stadt und den Erzgebirgskreis sendet der Regionalsender Kanal Eins in den Kabelnetzen täglich ein Programm.

Verkehr

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Johannes Crellius (1590–1633), polnisch-deutscher sozinianischer Theologe und Pädagoge
  • Nikol List (1656–1699), der berüchtigte Räuber, wohnte zeitweise in Beutha und betrieb zur Tarnung als Pächter den Gasthof „Grüne Tanne“ im Nachbarort Raum, im Eingangsbereich des Gasthofes findet man heute noch eine Hinweistafel
  • Karl May (1842–1912), Schriftsteller, wurde in Stollberg wegen „unbefugter Ausübung eines Amtes“ zu drei Wochen Gefängnis verurteilt
  • Ernst Venus (1880–1971), deutscher Jurist, war zeitweise Amtshauptmann und Landrat von Stollberg (1919–1926)
  • Hans Löscher (eigentlich Dr. phil. Gustav Robert Löscher, 1881–1946), Schriftsteller und Pädagoge, war zeitweise Direktor an der Bürger- und Fortbildungsschule in Stollberg
  • Edwin Bauersachs (1893–1948), Mundartdichter des Erzgebirges, verstarb in Stollberg
  • Hans Jüchser (1894–1977), Maler und Grafiker, besuchte von 1910-1915 das Lehrerseminar (heute Gymnasium) in Stollberg
  • Gerhard Zippel (* 1925), seit 1960 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Stollberg
  • Edeltraud Eckert (1930–1955), deutsche Schriftstellerin, war in Hoheneck inhaftiert
  • Reiner Kunze (* 1933), deutscher Schriftsteller und DDR-Dissident, legte 1951 sein Abitur in Stollberg ab
  • Volker Kreß (* 1939), lutherischer Theologe, von 1994 bis 2004 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, war zeitweise Pfarrer in Stollberg
  • Teresa Weißbach (* 1981), deutsche Schauspielerin, wuchs in Stollberg auf

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks


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