Studentenwerk Dresden


Studentenwerk Dresden
Verwaltungsgebäude

Das Studentenwerk Dresden ist das für neun Hochschulen in Dresden, Zittau und Görlitz zuständige Studentenwerk. Es ist das älteste Studentenwerk in Deutschland, gegründet 1919. Seine Rechtsform ist die Anstalt öffentlichen Rechts. Die größten betreuten Hochschulen sind die Technische Universität Dresden mit etwa 35.000 Studenten, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden mit etwa 4500 Studenten und die Hochschule Zittau/Görlitz mit 3500 Studenten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 4. Dezember 1919 wurde die Hochschul-Wirtschaftsgenossenschaft von Studenten und Hochschullehrern gegründet, um die wirtschaftliche Situation der Studenten nach dem Ersten Weltkrieg zu verbessern. Es war die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. In den 1920er Jahren gingen aus der Selbsthilfeeinrichtung das Studentenwerk Dresden und das Deutsche Studentenwerk hervor. Beide wurden im Zuge der Gleichschaltung im Jahr 1933 in das Reichsstudentenwerk überführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Bestrebungen zur Wiedergründung des Dresdner Studentenwerks, die zunächst ohne Erfolg blieben. Bis zur Deutschen Wiedervereinigung wurden die sozialen Aufgaben durch die Hochschulen selbst wahrgenommen. Die Neugründung des Studentenwerks Dresden, als Anstalt des öffentlichen Rechts erfolgte zum 1. Juli 1991. Rechtliche Grundlage ist seither das Studentenwerksgesetz bzw. seit 1999 das Landeshochschulgesetz.[1]

Aufgaben

Zu den Aufgaben des Studentenwerks zählen die Bereitstellung von preisgünstiger, studentischer Verpflegung in insgesamt 9 Mensen und 16 Cafeterien, darunter mit der Alten Mensa die nach eigenen Angaben älteste Mensa in Deutschland. Dabei werden jährlich über zwei Millionen Mahlzeiten ausgeteilt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wohnraumversorgung für Studenten und insbesondere Erstsemester. Das Studentenwerk betreibt 45 Wohnheime mit 7607 Plätzen, davon 33 Häuser in Dresden, zwei in Tharandt, acht in Zittau und zwei in Görlitz. Die Zimmer in den Wohnheimen sind zum überwiegenden Teil möbliert. Für kurzzeitige Aufenthalte in Dresden stellt das Studentenwerk Unterkünfte im Internationalen Gästehaus bereit. Das Gästehaus in der Hochschulstraße 50 wurde 2006 komplett saniert und bietet nun in insgesamt 310 Zimmern Übernachtungsplätze für die Gäste der Dresdner Hochschulen oder für Freunde und Verwandte von Studenten.

Zu den weiteren Tätigkeitsfeldern des Studentenwerks Dresden zählen die Beratung zu Fragen der Studienfinanzierung, die Bearbeitung von BAföG-Anträgen und die Bearbeitung von Anträgen auf Umzugsbeihilfe der Stadt Dresden. Das Studentenwerk bietet kostenlose soziale Dienstleistungen für Studenten an, wie z. B. die Rechtsberatung und die psychotherapeutische Beratung. Es bietet außerdem Hilfestellungen für Studenten mit Handicaps, für Studenten aus dem Ausland oder Studenten in Notlagen. Zusätzlich betreibt das Studentenwerk eine Kindertagesstätte mit 160 Plätzen und seit 2007 in Partnerschaft mit der TU Dresden das Campusbüro „Uni mit Kind“.

Die Förderung studentischer Kultur ist ein weiteres Arbeitsfeld. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Betreuung der Studentenclubs in Dresden, Tharandt, Zittau und Görlitz. Weiterhin betreibt das Studentenwerk eine studentische Galerie, vermietet Räume an Bands und Künstler und bietet jedes Semester ein umfangreiches Programm an künstlerischen und studienfördernden Kursen an.

Insgesamt 488 Mitarbeiter, davon 211 in Teilzeit, erwirtschaften einen Umsatz von über 30 Millionen Euro jährlich. Neben diesen eigenen Umsätzen finanziert das Unternehmen seine Leistungen vor allem aus studentischen Beiträgen − dem sogenannten Studentenwerksbeitrag (Sommersemester 2011: 69,50 €), der als Teil des Semesterbeitrags von den Hochschulen eingezogen wird − und aus Zuschüssen des Landes Sachsen. Das Land Sachsen hat diese Zuschüsse in den letzten Jahren allerdings immer weiter zurück gefahren, was in Konsequenz zu steigenden studentischen Beiträgen geführt hat. Diese Erhöhungen des Studentenwerksbeitrags sorgten teilweise für Unmut bei den betroffenen Studenten, wurden aber immer auch von den studentischen Mitgliedern des Verwaltungsrates des Studentenwerks Dresden mit getragen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jubiläum des Studentenwerks. In: Dresdner Universitätsjournal. Jahrgang 20, Nr. 20, 8. Dezember 2009, S. 8
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