Svenska marinen


Svenska marinen
Die schwedische Kriegsflagge

Die Schwedische Marine (schwedisch: Svenska marinen) bildet die Waffengattung zur See der Schwedischen Streitkräfte. Sie besteht aus Über- und Unterwassereinheiten – der Flotte (Flottan) – sowie aus Marineinfanterie-Einheiten, dem sogenannten Amphibischen Korps (Amfibiekåren).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 7. Juni 1522, nur ein Jahr nach dem Abfall Schwedens von der Kalmarer Union, kaufte König Gustav I. eine Anzahl Schiffe von der Hansestadt Lübeck. Dies war die Geburtsstunde der Schwedischen Marine. Die Wasa war im 17. Jahrhundert ein Schiff der Schwedischen Marine, welche damals als Königlich-Schwedische Marine (Kungliga flottan) bekannt war.

Das Amphibische Korps datiert auf den 1. Januar 1902, als eine separate "Küstenartillerie" (Kustartilleriet) aufgestellt wurde und Marinen fortan als Name der gesamten Waffengattung fungierte. In der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts wurden die Küstenbefestigungen aufgegeben und die Truppe in eine reguläre Marineinfanterie umgeformt, die seit 2000 die Bezeichnung Amphibisches Korps trägt.

Organisation

Bis vor kurzem wurde die Marine von dem meist im Rang eines Vizeadmirals stehenden Marinekommandeur (Chefen för Marinen, CM) geleitet. Dieses Amt wurde abgeschafft: heute ist der höchste Offizier der Marine der Marineinspekteur (Marininspektören), Konteradmiral Anders Grenstad.

Das Amphibische Korps benutzt dieselbe Rangordnung wie die Armee. Der heutige Oberkommandierende der Schwedischen Streitkräfte, General Håkan Syrén, stammt aus dieser Teilstreitkraft der Marine.

Marineeinheiten

  • 1. U-Boot-Flottille (1. ubflj), stationiert in Karlskrona
  • 3. Kriegsmarineflottille (3. sjöstridsflj), stationiert in Karlskrona
  • 4. Kriegsmarineflottille (4. sjöstridsflj), stationiert in Berga/Muskö

Amphibische Einheiten

  • Amphibisches Regiment (Amf 1) stationiert in Berga
  • Bevakningsbåtkompaniet (vormals Amf 4) in Göteborg

Stützpunkte


Ausrüstung

Anders als ausländische Seestreitkräfte wurde die schwedische Marine ab 1958 in eine reine Küstenverteidigung umgeformt und dient nicht als Angriffswaffe. Sie verfügt daher kaum über Einheiten mit einem großen Einsatzbereich, wie etwa Flugzeugträger, Kreuzer, Atom-U-Boote und Zerstörer. Die größten Kampfschiffe sind heute Korvetten. Dies beschränkt den Aktionsradius der Marine, aber kleinere Schiffe wurden für einen Einsatz an der Küste, in den Schären und in der Ostsee als besser geeignet angesehen.

Die meisten Überwassereinheiten der schwedischen Marine sind nach schwedischen Städten, die U-Boote dagegen nach schwedischen Provinzen benannt. Die Überwassereinheiten sind größtenteils klein und verlassen sich auf Schnelligkeit und Flexibilität. Beispiele dafür sind etwa die Korvetten der Stockholm- und Göteborg-Klassen. Zur Zeit stellt die Marine eine neue größere Klasse in dienst: die Stealth-Korvette der Visby-Klasse. Auch eine neue U-Boot-Klasse Gotland, die der älteren Västergötland-Klasse ähnelt, wurde vor kurzem in Auftrag gegeben. Ihr luftunabhängiger Stirlingmotor ermöglicht eine bei konventionellen U-Booten bisher ungekannte Dauer der Unterwasserfahrt.

Haupttransportfahrzeug des Amphibischen Korps ist das Stridsbåt 90H, ein kleines für 21 Soldaten ausgelegtes Kampfboot für schnelle Transporte und Landungen in den Schären. Das Korps ist auch mit größeren Transportbooten ausgerüstet, hängt aber für schwere Transporte und Rückendeckung von den Seestreitkräften ab.

Strategie

Für viele Jahre hatte die schwedische Marine nur einen Auftrag: eine Großinvasion über die Ostsee zu stoppen, vorzugsweise, indem sie große Verluste verursachte, bevor der Feind die Küste erreichte. Heute verändert sich die Marine sehr schnell. Mit dem Zerfall der Sowjetunion ist die einzige realistische Bedrohung verschwunden. Die Armee und die Luftwaffe sind bei UN-Missionen stark vertreten, aber die Marine verfügte bisher nicht über die dazu notwendige Ausrüstung, da sie zu sehr auf die Küstenverteidigung spezialisiert gewesen war. Dies beginnt sich nun mit der Einführung der neuen Visby-Korvetten zu ändern, die annähernd der bei internationalen Missionen notwendigen Größe entsprechen.

Siehe auch

Weblinks


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