Syngenta


Syngenta
Syngenta AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0011037469
Gründung 13. November 2000
Sitz Basel, Schweiz
Leitung Michael Mack
(CEO)
John Ramsay
(CFO)
Martin Taylor
(VR-Präsident)
Mitarbeiter über 26'000 (2010)
Umsatz 11,6 Mrd. USD (2010)
Branche Agrargeschäft
Produkte Pflanzenschutz, Saatgut
Website www.syngenta.com

Syngenta ist einer der grössten Konzerne im weltweiten Agrargeschäft und weltweit der erste, der sich ausschliesslich auf diesen Wirtschaftssektor konzentriert. Das Unternehmen ist in der Sparte Pflanzenschutz (Syngenta Crop Protection) Marktführer und in der Sparte „kommerzielles Saatgut“ (Syngenta Seeds) auf Platz drei. Der grösste Konkurrent ist Monsanto. Der Umsatz 2010 betrug 11,6 Milliarden US-Dollar. Syngenta beschäftigt derzeit über 26'000 Mitarbeiter in über 90 Ländern.

Syngenta ist ebenso in der Biotechnologie tätig.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen entstand am 13. November 2000 aus einer Fusion der Agrarsparten von Novartis und AstraZeneca. Seither erfolgten zahlreiche Unternehmensübernahmen sowie Kooperationen im Bereich dieser Tätigkeitssparten.

Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war 2001 die vollständige DNA-Sequenzierung des Reis-Genoms durch das Genom-Forschungszentrum von Syngenta (in Zusammenarbeit mit Myriad Genetics Inc.). Das Unternehmen gehörte auch dem Forschungskonsortium Goldener Reis an und hält einige Patente dieser Neuzüchtung, erklärte jedoch den Verzicht auf entsprechende Lizenzzahlungen, sodass Landwirte nach dem Einkreuzen lokaler Reissorten das eigene Saatgut kostenfrei selbst vermehren können. [1]. 2003 gab Syngenta die Markteinführung der weltweit ersten Hybridgerstensorte in Grossbritannien mit Namen Colossus bekannt.

Syngenta hat seinen Hauptsitz in Basel (CH) und verfügt heute über drei wichtige Forschungsstandorte in Stein (CH), Bracknell (UK) und North Carolina (USA).

Produkte und Auswirkungen

Der Hauptsitz von Syngenta in Basel.

Das Herbizid Atrazin wurde in der EU 2004 verboten, weil seine Rückstände häufig im Grundwasser nachweisbar waren.[1]. In den USA werden jährlich noch etwa 34.500 Tonnen Atrazin eingesetzt.[2] Es ist vermutlich das weltweit meistverwendete Herbizid und möglicherweise für eine Reihe biologischer Veränderungen verantwortlich, darunter die Geschlechtsänderung von Fröschen.[3]

Kritik

Kritiker werfen dem Unternehmen sein Engagement auf dem Gebiet der Gentechnik vor. Zudem wird Syngenta vorgeworfen, durch den Verkauf des Herbizids Paraquat Vergiftungs- und Todesfälle von Landarbeitern in Kauf zu nehmen[4]. Dieses Produkt soll beispielsweise in Entwicklungsländern auf Palmöl-Plantagen, entgegen den Anwendungsvorschriften des Herstellers, ohne die notwendige Schutzkleidung eingesetzt werden. Im Rahmen von Protestaktionen gegen das Unternehmen kam es zu Erstürmungen von Syngenta-Anlagen durch die Bauernbewegung Via Campesina, im Oktober 2006 im Süden Brasiliens und im Dezember 2007 im Nordosten in der Nähe von Cajazeiras; dabei wurden Teile der Firmeneinrichtung zerstört, zwei Menschenleben waren zu beklagen[5]. Um den Konflikt zu beenden übergab Syngenta im Oktober 2008 die Forschungsfarm an die brasilianische Regionalverwaltung. Diese hat mitgeteilt künftig Saatgut von Regionalsorten auf dieser Farm zu produzieren.

Klagen gegen Syngenta

Der hessische Landwirt Gottfried Glöckner verklagte Syngenta erfolglos auf Schadenersatz; er hatte behauptet, der von ihm selbst angebaute und an sein Milchvieh verfütterte experimentelle Bt-Mais (Bt176) hätte zum Verlust seiner Herde geführt. Nach Berufung gegen die ablehnende Entscheidung des Landgerichts Giessen, lehnte das Oberlandesgericht Frankfurt in seiner endgültigen Entscheidung am 6. Februar 2009 auch die Berufung ab. [6] Glöckner hatte behauptet, dass das im Silofutter nachweisbare Bt-Toxin die Darmflora seiner Kühe geschädigt habe und so Verdauungsprobleme, Einbussen in der Milchleistung und letztlich den Tod seiner gesamten Herde verursacht hätte. Syngenta hatte argumentiert, dass das Bt-Toxin die Darmpassage in Rindern nicht überstehen würde.

Das Gericht in seiner Urteilsbegründung beschied, dass Glöckner es versäumt habe seine Vorwürfe zu belegen und verwies insbesondere darauf, dass sieben Kühe an recht unterschiedlichen Todesursachen (Zeckenbiss, Herzinsuffizienz, Botulismus) gestorben seien. Das im Zusammenhang mit diesem Fall von Glöckner selbst eingeschaltete Robert-Koch-Institut (RKI) Berlin beschrieb die möglichen Ursachen für die beobachteten Verdauungs-Probleme und das Sterben der Rinder. So sei insgesamt die Futterdosierung nicht ausgewogen und zu hoch gewesen, außerdem seien Erreger der Botulismus-Krankheit (Clostridium botulinum) bei mindestens zwei toten Rindern gefunden worden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kam zu dem Ergebnis, dass die wahrscheinlichste Ursache für die Gesundheitsprobleme der Tiere die unzureichende Qualität der von Glöckner verfütterten Grassilage gewesen sei.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Frank Ackerman: The Economics of Atrazine. Int J Occup Environ Health (2007), 13, S. 441-449
  2. Edward Walsh: EPA Stops Short of Banning Herbicide, Washington Post. 1. Februar 2003, S. A14. Abgerufen am 3. Juni 2010. 
  3. Helen Briggs: Pesticide 'causes frogs to change sex'. BBC News, 15. April 2002, Zugriff am 18. November 2008
  4. Swissinfo: EU court bans Syngenta's paraquat weedkiller „Campaigners say many workers and farmers exposed on a regular basis to paraquat suffer serious health problems, adding that its high toxicity can lead to death.“
  5. Reuters : Two killed in Brazil landless peasants protest
  6. lareda.hessenrecht.hessen.de: Entscheidungen der hessischen Gerichte, Aktenzeichen 2 U 128/07

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