Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln

Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
South Georgia and the South Sandwich Islands (engl.)

Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln

Flagge Südgeorgiens und der Südlichen Sandwichinseln
Wappen Südgeorgiens und der Südlichen Sandwichinseln
Flagge Wappen
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Grytviken
Staatsform Britisches Überseegebiet
Staatsoberhaupt und Regierungschef Elisabeth II.
Kommissar: Nigel Haywood
Marineoffizier: Pat Lurcock
Friedensrichter: Ian Parsons
Fläche 4.066 km²
Südgeorgien/Nebenins.: 3756 km², Südsandwichinseln: 310 km²
Einwohnerzahl 2
zusätzlich zeitweise Forscher, Militär, Touristen auf Südgeorgien
Währung Pfund Sterling, £, GBP
Zeitzone UTC −2
Internet-TLD . gs
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Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln ist ein Britisches Überseegebiet im Südatlantik. Die Inseln fallen aufgrund ihrer geographischen Lage, obwohl sie nur 3677 km vom Südpol entfernt sind, nicht unter den Antarktisvertrag und somit nicht unter die Status-quo-Regelung des Artikels 4 dieses Vertrags.

Das Gebiet wird von Argentinien beansprucht mit Verweis auf frühe spanische Sichtungen. Argentinien sieht sich hierbei als Erbe Spaniens.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Satellitenbild von Südgeorgien
Stromness Bay in Südgeorgien
Klimadiagramm von Südgeorgien

Inseln

Das Inselgebiet liegt im Südatlantik 1.400 km östlich der Falklandinseln. Es setzt sich aus der Hauptinsel Südgeorgien und die zu dieser Insel gehörenden kleineren Inselgruppen sowie den hiervon etwa 600 bis 800 km südöstlich gelegenen Südlichen Sandwichinseln zusammen. Die gesamte Landfläche des Gebiets beläuft sich auf 3.903 km².

Südgeorgien

Zu Südgeorgien gehören die gleichnamige Hauptinsel (arg.: San Pedro) (54° 19′ S, 36° 39′ W-54.316666666667-36.65), die flächenmäßig größte des gesamten Überseegebiets, sowie die Pickersgill-Inseln, die Welcome-Inseln und die Willisinseln, Annenkov Island, Bird Island und Cooper Island. Auch die Felsansammlungen Clerke Rocks sowie Shag Rocks und Black Rock zählen zu Südgeorgien.

Südliche Sandwichinseln

Zu den Südsandwichinseln gehören (von Norden nach Süden) die Traversayinseln, die Candlemasinseln (arg.: Candelaria), Saunders Island, Montagu Island (arg.: Jorge), Bristol Island (arg.: Blanca) und die Südlichen Thuleinseln (arg.: Tule del Sur). Die Südsandwichinseln sind allesamt unbewohnt.

Landschaft

Die gebirgige, zerklüftete und zumeist von Eis bedeckte Landschaft macht den Großteil der Inseln nur eingeschränkt bewohnbar. Elf Berge Südgeorgiens bringen es auf eine Höhe von über 2.000 m, höchste Erhebung ist der Mount Paget mit 2.934 m. Die Hauptinsel Südgeorgien ist 160 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Sie umfasst eine Fläche von 3.756 km². Auf der Insel befinden sich mehr als 160 Gletscher, von denen viele bis ans Meer heranreichen. Die Südwestküste ist den Westwinden ausgesetzt und verfügt deshalb über ein kälteres, stürmischeres und im Allgemeinen sehr unwirtliches Klima. Die Nordostküste liegt im Windschatten der Berge. Somit ist dort das Klima angenehmer und der Seegang in den Buchten ist ruhiger.

Einige der Südlichen Sandwichinseln sind vulkanischen Ursprungs. Ein Teil der dortigen Vulkane ist noch aktiv.

Fauna

Südgeorgien gilt als eines der wichtigsten Brutgebiete des Königspinguins. Es wird geschätzt, dass dort etwa 400.000 Tiere dieser Art leben. Der Bestand an Goldschopfpinguinen wird auf ca. 5 Millionen Exemplare geschätzt. Des Weiteren stellt Südgeorgien einen wichtigen Lebensraum für See-Elefanten und Seelöwen dar. In der Brunftzeit treffen sich bis zu 350.000 Seeelefanten an den Küsten der Insel, während die Zahl der Seelöwen auf ca. 2 Millionen geschätzt wird. Berühmt sind die Gebiete St. Andrew's Bay, Gold Harbour, Salisbury Plain und Fortuna Bay. An vom Menschen eingeschleppten Säugetieren kommen noch Rentiere, Ratten und Mäuse vor.

Bevölkerung

Ehemalige und aktuelle Siedlungen auf Südgeorgien
Karte des James Cook (1777)

Grytviken, der einzige Ort auf Südgeorgien, beherbergt lediglich einige Forscher der British Antarctic Survey in einer nahegelegenen Station am King Edward Point. Die einzigen ständig dort wohnenden Einwohner sind der Marineoffizier Pat Lurcock mit seiner Frau Sarah. Gelegentlich machen dort Touristen halt, um Ernest Shackletons Grab oder das kleine Museum zu besichtigen, das früher Teil der Walfangstation war. Eine zweite Forschungsstation befindet sich auf der Birdinsel. Tim und Pauline Carr, die viele Jahre das Museum mit angeschlossenem Souvenirshop betrieben, sind seit 2006 nicht mehr in Grytviken (Stand: 1. Februar 2007).

Geschichte

siehe Hauptartikel: Geschichte Südgeorgiens und der Südlichen Sandwichinseln

Wahrscheinlich wurde Südgeorgien erstmals im April 1675 vom britischen Kaufmann Anthony de la Roché gesichtet. Dieser geriet am Kap Hoorn in schlechtes Wetter und wurde weit vom Kurs abgetrieben. Er entdeckte ein gebirgiges Land mit tiefen Buchten. Diese Beschreibung kann in dieser Gegend nur auf Südgeorgien zutreffen.

Es dauerte weitere einhundert Jahre, bis der erste Mensch Südgeorgien betrat. James Cook landete am 17. Januar 1775 an Bord der HMS Resolution in einer Bucht, die er kurzerhand Possession Bay nannte. Cook kartographierte einen Teil der Küstenlinie. Er segelte weiter bis zur Südspitze der Insel, die er Cape Disappointment nannte, weil nun offensichtlich wurde, dass Südgeorgien nicht der antarktische Kontinent sein konnte, nach dem Cook eigentlich suchte. Auf seiner Reise um Südgeorgien entdeckte Cook auch die Südlichen Sandwichinseln. Er nannte sie nach Lord Sandwich, Erster Lord der Admiralität, aber besser bekannt als Erfinder des Sandwichs.

Cook erwähnte in seinen Berichten, dass es in Südgeorgien und seinen Gewässern reiche Vorkommen an Robben gibt. Dies führte 1786 alsbald zum Beginn der Robbenjagd, die bis 1909 andauerte und fast zur Ausrottung dieser Tiere führte. Außerdem wurden von 1904 bis 1965 in Südgeorgien insgesamt 175.250 Wale gejagt. Überbleibsel der Walfangindustrie sind heute noch an einigen Stellen der Insel zu besichtigen und stehen teilweise unter Denkmalschutz.

Die erste (unfreiwillige) Erkundung des Landesinneren machte Sir Ernest Henry Shackleton 1916, als er bei einer Rettungsaktion ohne Karte zusammen mit zwei Gefährten von der King Haakon Bay aus die bergige Insel durchqueren musste. Die erste wissenschaftliche Expedition zur Erkundung der Insel fand 1928 statt, als der Deutsche Ludwig Kohl-Larsen zusammen mit seiner Frau und dem Kameramann Albert Benitz die Insel besuchte.

Ab 1925 erhob Argentinien Ansprüche auf Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, die es während des Falklandkrieges 1982 durchzusetzen versuchte. Südgeorgien geriet damals kurzzeitig unter argentinische Besatzung, auf den Südsandwichinseln errichteten die Argentinier mit Corbeta Uruguay eine Militärstation, der Hauptkonflikt spielte sich aber auf den Falklandinseln ab. Ein daraufhin am King Edward Point errichteter Truppenstandort existierte bis 2001, um dann Platz für ein Forschungsteam zu machen.

Politik

Das Überseeterritorium wird vom Gouverneur der Falklandinseln als Kommissar verwaltet, der als Vertreter der britischen Königin und Regierung fungiert. Für die Verteidigung ist das Vereinigte Königreich zuständig. Das Rechtssystem basiert auf dem englischen Common Law, eine gültige Verfassung existiert seit dem 3. Oktober 1985.

Der Gouverneur der Falklandinseln entsendet zudem einen Marineoffizier als Vertreter auf die Insel, der Aufgaben vor Ort übernimmt.

Infrastruktur

Die Postleitzahl SIQQ 1ZZ gilt für das gesamte Territorium von Südgeorgien und der Südlichen Sandwichinseln. Auf Grund der äußerst geringen Bevölkerungsdichte ist eine weitergehende Differenzierung dieser Leitzahl nicht vonnöten.

Kultur

Feiertage

Nationalfeiertag ist seit 1982 der 14. Juni als so genannter „Liberation Day“.

Weblinks

 Commons: Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln – geographische und historische Karten

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