T-Online


T-Online
T-Online
http://www.t-online.de/
Beschreibung Internet-Portal
Registrierung nicht erforderlich
Sprachen Deutsch
Eigentümer Deutsche Telekom
Status online
früheres Logo vor der Zentrale

T-Online ist ein Internet-Portal, das zum Geschäftsbereich der Telekom Deutschland GmbH gehört. Laut Nielsen NetRatings stellt es einen der reichweitenstärksten Webauftritte im deutschsprachigen Internet dar.

Die T-Online International AG war von 2000 bis Ende 2006 eine börsennotierte Aktiengesellschaft im Konzern der Deutschen Telekom AG. 2006 wurde sie mit der Muttergesellschaft verschmolzen, dabei wurden die Produkte in den ehemaligen Geschäftsbereich T-Com der Deutschen Telekom integriert; von 2007 bis 2010 wurden sie unter der Marke T-Home vertrieben, mittlerweile ist aber auch diese Marke vom Markt verschwunden und die Produkte der ehemaligen Sparten "T-Mobile" und T-Home werden aus einer Hand unter der Marke "Telekom" vertrieben. Seitdem wird T-Online unter der Bezeichnung Products & Innovation geführt.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

  • T-Online war mit rund 14,03 Millionen, davon 5,09 Millionen DSL-Kunden (Stand: Januar 2006) und einem Umsatz von rund 1,81 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2005 der größte europäische Internet Service Provider.
  • Das im September 1995 gegründete Unternehmen beschäftigte 3322 Mitarbeiter, davon 2217 in Deutschland (Stand 30. Dezember 2005).
  • Der Firmensitz befindet sich seit Januar 2005 in Darmstadt, in der nach dem Unternehmen benannten Straße (T-Online-Allee).
  • Ende 2006 wurde T-Online vom Mutterkonzern (Telekom) zurückgekauft und 2007 als Organisationseinheit "Products & Innovation" zurück in den Konzern integriert. Das bisherige Geschäft als Internet Service Provider wurde überwiegend an die Geschäftseinheit T-Home abgegeben. Products & Innovation tritt nach außen hauptsächlich nur noch als Content Provider auf.
  • Nach innen ist Products & Innovation für die Entwicklung neuer Produkte im Konzern der Deutschen Telekom AG zuständig.

Unternehmensbeteiligungen (Auswahl)

Bei den ehemals der T-Online International AG zugeordneten Beteiligungen handelt es sich nach erfolgter Wiedereingliederung der T-Online in den Mutterkonzern um Beteiligungen der Deutsche Telekom AG.

Die ausländischen Aktivitäten wurden entweder verkauft (die französische Tochter Club Internet im Juni 2007 an Neuf Cegetel,[1] die spanische ya.com im Juli 2007 an France Télécom)[2] oder eingestellt (T-Online Schweiz und T-Online Österreich, jeweils im Jahr 2008).

Produkte

Ehemalige Zentrale in Darmstadt

T-Online verfolgte ein kombiniertes Geschäftsmodell aus Access- und Non-Access-Geschäft. Zum Access-Geschäft gehörte die Vermarktung verschiedenster Internet-Tarife (T-DSL) auch über WLAN und internationalen Roaming-Zugang. Das Non-Access-Geschäft umfasste Kommunikationsservices (z.B. E-Mail, Homepage und VoIP) und Entertainmentservices wie digitale Vertriebsplattformen für Spielfilme (Videoload), Software (Softwareload), Musiktitel (Musicload) und PC-Spiele (Gamesload). Außerdem gibt es einen Onlineshop für Hardware, Software und Unterhaltungselektronik. In Kooperation mit einer Vielzahl anderer Partner bietet T-Online außerdem Möglichkeiten zum E-Commerce.

T-Online bot Internetzugänge für Geschäfts- und Privatkunden an. Mit der Zugangstechnik T-DSL (ADSL) machte der Provider in Zusammenarbeit mit der Mutter Deutsche Telekom den Breitband-Internetzugang über DSL in Deutschland populär.

Webportal

Auch der Markenname T-Online wird nicht mehr verwendet und so ist t-online.de heute nur noch ein Portal, über welches der Benutzer verschiedene Dienste in Anspruch nehmen kann und keine eigene Marke. Es ist laut IVW-Ausweisung eines der meistbesuchten General-Interest-Portale Deutschlands. Zum Informationsangebot gehören verschiedene Portalbereiche (wie Nachrichten, Sport, Computer, Shopping etc.). Seit einem Redesign am 19. November 2007 betreibt t-online.de mehrere Corporate-Blogs. Dies sind das Shoppingblog, ein Abnehmblog der Lifestyle-Redaktion sowie ein Sport- und ein Nachrichtenblog mit wechselnden Themenschwerpunkten.

Als weitere Marke wird Congstar in einem Billigsegment vertrieben.

Wie der Konkurrent AOL bietet t-online.de seinen Kunden auch eine eigene Internetzugangssoftware an, die neben Browser und E-Mail-Programm auch weitergehende Funktionen wie Homebanking erfüllt. Der Internetzugang lässt sich aber auch ohne diese Zugangssoftware nutzen

Dienste

T-online.de bietet kostenlose und kostenpflichtige Dienste (meist nur für Mitglieder) an.

  • Kostenlose Dienste:
    • Internet-Telefonie
    • E-Mail
    • Chat in Zusammenarbeit mit Lycos (kostenpflichtige Zusatzfunktionen)
    • Homepage (entweder inkl. De-Domain ohne FTP oder 10 MB FTP nur sog. Stammadresse)
    • Newsserver, Usenet-Groups
    • Kinderschutzsoftware
    • Design Assistent CMS zur Erstellung von Webseiten
    • Mediencenter, Online Festplatte für Dateien aller Art, z.B. Fotos, und 25 GB Speicherplatz (hat Ähnlichkeit mit GMX MediaCenter und mit Humyo)
    • 3min
    • tvister
    • Beta-Portal/BetaBuzz (Testplattform für innovative Online-Dienste)
    • Über 18.000 Free-und Sharedownloads auf softwareload.de
  • Kostenpflichtige Dienste:

Geschichte

  • 1995 wurde der bestehende Online-Dienst BTX der Deutschen Telekom in T-Online umbenannt.
  • 1996 wurde die damalige Online Pro Dienste GmbH&Co KG aus der Deutschen Telekom ausgegliedert.
  • Zum 1. Januar 2000 erfolgte die Umbenennung in T-Online International AG und die Änderung der Gesellschaftsform in eine Aktiengesellschaft.
  • Am 17. April 2000 wird die T-Online-Aktie erstmals an der Börse gehandelt, ihr Emissionspreis beträgt 27 Euro, die Aktie ist 20-fach überzeichnet.
  • Im Rahmen der IFA 2003 wird der Musicload-Dienst gestartet.
  • Von 2000 bis 2003 verwendete T-Online die computeranimierte Figur Robert T-Online in ihrer Werbung.
  • 2003 erhält der Konzern einen Big Brother Award für das Speichern von IP-Adressen von Internet-Flatrate-Kunden
  • Bei einer Aktionärsversammlung der Deutschen Telekom am 29. April 2005 beschloss der Konzern die Wiedereingliederung der Tochter. Den Aktionären werden 0,52 Telekom-Aktien je T-Online-Aktie angeboten.
  • Seit Anfang 2005 gehört T-Online zum strategischen Geschäftsfeld „Breitband/Festnetz“ (SGF BBFN) der Deutschen Telekom AG und soll durch eine Verschmelzung in die Deutsche Telekom AG reintegriert werden. Zukünftig sollen die Aktivitäten des SGF BBFN unter der Marke „T-Com“ firmieren. Das SGF BBFN wird von Timotheus Höttges geführt.
  • Die Verschmelzung scheitert lange an dem erbitterten Widerstand der zahlreichen Kleinaktionäre. Diese wollen die Differenz zwischen dem ehemals hohen Emissionspreis der Aktie und dem 2005 unterbreiteten, vergleichsweise niedrigen Abfindungsangebot nicht hinnehmen und beschäftigen die Gerichte. Die Kleinaktionäre fordern eine Abfindung in Höhe von einer Telekom-Aktie und darüber pro T-Online-Aktie, geht es nach der Deutschen Telekom sollten die Aktionäre der Internet-Tochter 0,52 Telekom-Aktien für einen ihrer Anteile an T-Online erhalten. Damit liegt die Bewertung von T-Online im oberen Bereich der von der Telekom angekündigten Umtauschspanne von 0,45 bis 0,55 Telekom-Aktien. Nach diesem festgelegten genauen Verhältnis würden die T-Online-Aktionäre beispielsweise für 25 eigene Aktien 13 Telekom-Aktien erhalten. Das Umtauschverhältnis wurde aufgrund der Unternehmensbewertungen auf Basis des so genannten Ertragswertverfahrens ermittelt. Dabei wird auch die mittel- und langfristige Planung einbezogen. Demnach beläuft sich der angemessene Wert für T-Online auf 14,71 Euro je Aktie und für die Telekom auf 28,31 Euro. Die Telekom hatte, als sie den Rückkauf der Internet-Tochter ankündigte, den Aktionären ein Barangebot über 8,99 Euro pro Aktie gemacht, das von Aktionärsschützern als viel zu niedrig kritisiert wurde. Aktionärsschützer haben empfohlen zunächst abzuwarten, da es nach Einschätzung von Experten zu Gerichtsverfahren über die Höhe der Umtauschofferte kommen würde, was dann auch genau so geschah. Wenn die Richter das Angebot als zu niedrig einstufen, gilt dieses für alle T-Online-Anleger.
  • Am 1. Juni 2006 erfolgte schließlich die Freigabe der Verschmelzung der T-Online International AG mit der Deutsche Telekom AG durch den BGH. Die Verschmelzung wurde am 6. Juni 2006 mit dem Eintrag ins Handelsregister endgültig vollzogen.
  • Seit November 2007 gibt es die Marke T-Online nicht mehr. Die Produkte wurden bis 2010 unter der Marke T-Home weitervertrieben. Das Internetportal www.t-online.de wurde damit ein Informations-, Medien- und Unterhaltungsportal von T-Home. Seit 2010 sind die Geschäftseinheiten T-Home und T-Mobile in der Kundenkommunikation zusammengefasst, beide Sparten werden nun aus einer Hand von der Telekom angeboten. Die Marken "T-Home" sowie "T-Mobile" sind seitdem nahezu vom Markt verschwunden.
  • Am 17. September 2010 veröffentlichte die Deutsche Telekom AG im Bundesanzeiger ein Technische Bekanntmachung über die Nachbesserung des Umtauschverhältnisses im Zusammenhang mit der Verschmelzung der ehemaligen T-Online International AG auf die Deutsche Telekom AG. Für die Verschmelzung der T-Online International AG auf die Deutsche Telekom AG gem. Verschmelzungsvertrag vom 8. März 2005 wird für jede Aktie außenstehender Aktionäre der T-Online International AG im Nennwert von 1,00 Euro eine bare Zuzahlung in Höhe von 1,15 Euro festgesetzt.

Kritik

T-Online geriet im Oktober 2010 mit seinem Shopping-Portal Einkaufswelt in die Kritik, als sich herausstellte, dass Nutzerbewertungen zu Produkten nicht von tatsächlichen Nutzern, sondern von der Agentur Textprovider geschrieben worden waren. Die Agentur hatte 1000 Texte zwischen 80 und 180 Wörtern geliefert, die als Konsumentenbewertungen von Kunden eingestellt wurden. Anweisungen an die Texter lauteten unter anderem: „Es sollen realistische Produktbewertungen erstellt werden, die nach Möglichkeit möglichst real und natürlich verfasst sind.“ sowie „Sie müssen in die Rolle des Users 'schlüpfen' und möglichst authentische Bewertungen aller Produkte vornehmen“. Es gehe jedoch „nicht vorrangig um gefakte Bewertungen“, sondern die Bewertung sollte sich „an realen, schon bestehenden Bewertungen im Netz orientieren“. Die Telekom ließ erklären, dass ihr der Auftrag nicht bekannt gewesen sei und ließ die fraglichen Bewertungen löschen. Die Agentur Textprovider war zu einer Stellungnahme nicht bereit.[3]

Siehe auch

Deutsche Telekom AGT-Home - T-MobileT-SystemsT-PayTelekom ShopMusicloadVideoload

Einzelnachweise

  1. http://www.telekom.com/dtag/cms/content/dt/de/416644
  2. http://www.telekom.com/dtag/cms/content/dt/de/427014
  3. Telekom ließ Nutzerbewertungen fingieren. In: Spiegel Online, erschienen am 9. Oktober 2010, abgerufen am 10. Oktober 2010

Weblinks


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