Tallinn-Pirita


Tallinn-Pirita
Ruinen des St. Brigittenklosters
Ruinen des St. Brigittenklosters
Ruinen des St. Brigittenklosters
Neubrau des St. Brigittenklosters

Pirita (deutsch: Sankt Brigitten) ist ein im Nordosten an der Tallinner Bucht (estnisch: Tallinna laht) gelegener Vorort von Tallinn. Dort befinden sich der zu den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau gebaute olympische Yachthafen - heute ein Segelzentrum - und die Ruinen des mittelalterlichen Sankt-Birgitten-Klosters. Vorbild für die sowjetischen Bauleute beim Bau des Yachthafens war die Architektur und das Arrangement des Olympiazentrums von Kiel-Schilksee. Hier mündet der Pirita jõgi in die Ostsee, an dessen Mündung die olympischen Segelwettbewerbe 1980 stattfanden.

Inhaltsverzeichnis

Sehenswürdigkeiten

Pirita, an der Nordostseite der Tallinner Bucht an der Ostsee gelegen, ist im Sommer ein wegen seines weit ausgedehnten Sandstrandes beliebtes Ausflugsziel der Esten. In der Geschichte Estlands hat es eine große Rolle gespielt.

Birgittenkloster

Am Fluss Pirita, nicht weit von der Küste, befindet sich die Ruine eines Klosters des Birgittenordens von 1436. Erhalten sind Kirchenschiff und Stirnseiten, dazu einige Grabsteine. In neuerer Zeit wurden die Fundamente des Kreuzganges und der Wirtschafts- und Wohnbauten ausgegraben. Zur Blütezeit war dies das größte kirchliche Bauwerk Nordeuropas; im Livländischen Krieg 1577 zerstört, blieb von ihm nur eine Ruine. Neben dem historischen Klostergelände befindet sich heute ein neuer Frauenkonvent, der ebenfalls aus dem für diese Region typischen gelblich-grauen Kalkstein errichtet wurde.

Sängerfestplatz

Südwestlich von Pirita befindet sich ein weiteres Kulturdenkmal Estlands, der Lauluväljak (deutsch: "Gesangplatz"). Die Esten versammeln sich hier seit 1865 alle fünf Jahre zu einem großen Sängerfest. Die derzeitige Sängerbühne ist ein Beispiel für die estnische Architektur der Moderne, sie stammt aus dem Jahr 1960.

Die Tradition von Gesang als Erinnerung und als Weg des Aufstands - Funktionen des Singens, die im übrigen Europa verblasst sind - haben den Esten geholfen, sich ihrer gefährdeten kulturellen Identität zu versichern. Entsprechende Bedeutung hatten ihre von den Sowjets verbotenen Lieder, die hier erstmals 1988 wieder erklangen, zugleich mit der Forderung nach nationaler Unabhängigkeit. Unter dem Stichwort der Singenden Revolution ist die Wiedererlangung der staatlichen Souveränität der baltischen Staaten in die Geschichte eingegangen.

Maarjamäe (Marienberg)

Ebenfalls südwestlich von Pirita befindet sich der Gutshof Maarjamäe (deutsch: Marienberg). Er gehörte die längste Zeit seiner Geschichte der russischen Adelsfamilie Davydov-Orlov. Heute ist dort ein Museum mit Exponaten aus der estnischen Geschichte von der deutschbaltischen Zeit bis zum Stalinismus untergebracht. In der Nähe befinden sich ein sowjetischer und ein deutscher Soldatenfriedhof.

Metsakalmistu-Friedhof

Nordöstlich von Pirita liegt der Tallinner Waldfriedhof. Auf ihm sind zahlreiche estnische Künstler und Politiker begraben.

Natur

Im Küstenbereich des Stadtteils Pirita mündet der gleichnamige Fluss in die Ostsee. Auf seinen letzten Kilometern durchquert der Fluss hierbei ein Landschaftsschutzgebiet (estnisch: Pirita jõeoru maastikukaitseala).

Weblinks

59.46916666666724.8372222222227Koordinaten: 59° 28′ N, 24° 50′ O


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