Tamandua


Tamandua
Tamanduas
Nördlicher Tamandua im Corcovado-Nationalpark in Costa Rica

Nördlicher Tamandua im Corcovado-Nationalpark in Costa Rica

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Nebengelenktiere (Xenarthra)
Ordnung: Zahnarme (Pilosa)
Familie: Ameisenbären (Myrmecophagidae)
Gattung: Tamanduas
Wissenschaftlicher Name
Tamandua
Gray, 1825
Arten
  • Nördlicher Tamandua (T. mexicana)
  • Südlicher Tamandua (T. tetradactyla)
Südlicher Tamandua (T. tetradactyla). Aus einem Werk von Joseph Smit (1871)

Die Tamanduas (Tamandua) sind eine Gattung mit zwei Arten aus der Familie der Ameisenbären (Myrmecophagidae), daher werden sie manchmal auch als Kleine Ameisenbären (nicht zu verwechseln mit dem Zwergameisenbär) genannt. Die zwei Arten sind der Nördliche Tamandua (T. mexicana) und der Südliche Tamandua (T. tetradactyla).

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Tamanduas kommen in Mittel- und Südamerika vor. Das Verbreitungsgebiet des Nördlichen Tamanduas reicht vom südlichen Mexiko bis ins nördliche Südamerika (bis Venezuela und Nord-Peru); die Südlichen Tamanduas bewohnen Südamerika von Venezuela bis Uruguay und Argentinien.

Beschreibung

Mit einer Kopfrumpflänge von 50 bis 80 cm und einem 40 bis 70 cm langen Schwanz sind Tamanduas deutlich kleiner als ihr Verwandter, der Große Ameisenbär. Sie erreichen ein Gewicht von 2 bis 7 kg. Wie alle Ameisenbären sind sie durch die lange, enge Schnauze gekennzeichnet. Sie sind zahnlos, haben aber eine bis zu 40 cm lange Zunge, mit der sie ihre Nahrung aufnehmen. Ihr Fell ist kurz und rau und gelblich-braun gefärbt. Am Rücken haben sie eine schwarze, westenförmige Fellzeichnung, die beim nördlichen Tamandua ausgeprägter ist als beim südlichen. Ihr Schwanz ist nackt und als Greifschwanz ausgebildet, unterscheidet sich also deutlich vom buschigen Schwanz des Großen Ameisenbären. Die Vorderfüße haben vier Zehen, die alle mit scharfen Krallen ausgestattet sind. Diese Krallen dienen sowohl zum Aufbrechen von Insektenbauten als auch zur Verteidigung gegenüber Fressfeinden. Die Hinterfüße haben fünf Zehen mit deutlich kleineren Krallen.

Lebensweise

Tamanduas bewohnen eine Reihe von Habitaten, von Regenwäldern bis zu Savannen. Sie sind vorwiegend Baumbewohner, kommen jedoch öfters auf den Boden, um nach Nahrung zu suchen oder Strecken zwischen Bäumen zurückzulegen. Dabei gehen sie mit den Außenkanten ihrer Füße, um die Krallen nicht abzunutzen. Sie können auch schwimmen. Tamanduas können sowohl tag- als auch nachtaktiv sein, nach einer Aktivitätsphase von rund 8 Stunden folgt eine längere Ruhephase, diese verbringen sie in Baumhöhlen oder verlassenen Tierbauen. Fressfeinden gegenüber verteidigen sie sich mit ihren kräftigen Vorderkrallen, dabei stützen sie sich mit ihren Hinterbeinen und ihrem Schwanz auf Äste oder auf den Boden. Tamanduas sind Einzelgänger, die ihr Revier mit einer übel riechenden Flüssigkeit markieren, die in Drüsen am After produziert wird.

Ernährung

Tamandua bei der Nahrungsaufnahme. Aus Brehms Tierleben

Die Nahrung der Tamanduas besteht ausschließlich aus Insekten, vorwiegend Ameisen und Termiten. Allerdings meiden sie bestimmte Insektenarten, die sich mit ihrem Gift verteidigen. Mit ihren Krallen brechen sie Insektenbauten auf und mit ihrer langen Zunge lecken sie die Tiere auf. Es gibt auch Beobachtungen, wie Tamanduas Bienenstöcke aufbrachen und die Bienen und den Honig verzehrten.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung der Tamanduas ist wenig bekannt. Nach rund 130- bis 150tägiger Tragzeit bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Das Jungtier reitet auf dem Rücken der Mutter und wird manchmal, wenn die Mutter auf Nahrungssuche geht, auf einer sicheren Astgabel hinterlegt. Im Alter von drei Monaten beginnt das Jungtier, auf eigene Faust herumzuklettern und Insekten zu suchen. Das höchste bekannte Lebensalter eines Tamanduas in menschlicher Obhut betrug knapp zehn Jahre.

Bedrohung

Tamanduas zählen nicht zu den bedrohten Tieren. Aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes und ihrer Anspruchslosigkeit an den Lebensraum kommen sie noch recht häufig vor.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0801857899

Weblinks


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