Tammo (Astfala)

Tammo (Astfala)

Tammo (auch Thankmar; * um 960; † 1037) war ab 994 Graf im sächsischen Hessengau und ab 1013 auch Graf in Astfala und in Flutwidde.[1]

Seine Eltern waren der Graf Dietrich von Sachsen und Fritheruna, Tochter von Pfalzgraf Adalbero,[2] sein Bruder der Bischof Bernward von Hildesheim.

Er war der Vogt der Hildesheimer Kirche. Seit 1001 war er Truchsess Kaiser Ottos III. in Italien. Dort gelang es ihm, von der Burg Paterno aus die aufständischen Römer im Zaum zu halten und dadurch das kaiserliche Ansehen in jenen Gegenden zu befestigen. Am 18. März 1001 erhielt er in Palazzuolo ein Gut von fünf Hufen im Dorfe Leibi (Liubicha, Großlöbichau)[3] im Kirchberger Gebiete (in territoruio Kirihbergensi) in der Grafschaft Eckhards (in comitatu Ekkiharti) zum Geschenk. Am 12. Mai desselben Jahres erhielt er von Otto III. in Ravenna, auf Verwendung des Markgrafen Hugo von Tuszien, eine Hufe (Landgut) in dem fränkischen Ober-Ingelheim geschenkt, welche vorher ein gewisser Bernhard besessen hatte.

1013 übertrug ihm Heinrich II. als Lehen den Gau Astfala, in dem auch Bernwards Klosterstiftung lag. Seine gräfliche Befugnis erstreckte sich hier über die Orte vorwiegend in den heutigen Landkreisen Peine, Wolfenbüttel und Hildesheim.[4]

„Als terminus ante quem ergibt sich das Jahr 1037, das Todesjahr des Grafen Tangmar (Tammo)“, schreiben Michael Brandt und Arne Eggebrecht 1993.[5]

Literatur

  • Hermann Adolf Lüntzel: Der heilige Bernward, Bischof von Hildesheim. Aus H. A. Lüntzels als Manuskript nachgelassener Geschichte der Diözese und Stadt Hildesheim. Hildesheim 1856, S. 9
  • Zeitschrift des Historischen Vereins für Niedersachsen, Jahrgang 1856, Hannover 1857, S. 9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Geburtsjahr nach Angaben in:
    Heinz Wamper: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln, Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins, 1973.
  2. Fritheruna tritt in einer Tradition an Corvey von ca. 971 als Gemahlin des Immedingergrafen Dietrich auf. Vgl.
    Klemens Honselmann (Hrsg.): Die alten Mönchslisten und die Traditionen von Corvey, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Bd. 10, Bonifatius, Paderborn 1982, ISBN 3-87088-326-X, S. 136, Nr. 338;
    Reinhard Wenskus: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel, Göttingen 1976, S. 144.
  3. Beschreibung der Kirche Großlöbichau.
  4. Ausführlich: Matthias Blazek: „Tammos Grafschaft erstreckte sich über zahlreiche Dörfer des Flotwedels – Schepelse und Wiedenrode wurden schon im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt“, Sachsenspiegel 8, Cellesche Zeitung vom 25. Februar 2006.
  5. Michael Brandt, Arne Eggebrecht (Hrsg.): Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen, Ausst.-Kat. Dom- und Diözesanmuseum Hildesheim, Hildesheim 1993, S. 477.
    Der Historiker Lüntzel nennt 1037 nur als vermutliches Todesjahr mit Bezug auf Dangmarus com. ob. Annal. Hild. ad ann. 1037.

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