Techniker Krankenkasse


Techniker Krankenkasse
Techniker Krankenkasse (TK)
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Sozialversicherung Gesetzliche Krankenversicherung
Krankenkasse Ersatzkasse
Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung 3. August 1884
Sitz Hamburg
Vorstand Norbert Klusen (Vors.)
Helmuth Doose
Jens Baas
Verwaltungsrat Hans-Heinrich Gerth
Harald Schulte
Aufsichtsbehörde Bundesversicherungsamt Bonn
Versicherte 5,4 Mio. Mitglieder
7,6 Mio. gesamt (9/2010)[1]
Haushaltsvolumen 17,6 Milliarden Euro (2010)[1]
Geschäftsstellen 231 (9/2010)[1]
Mitarbeiter 11.464 (1/2011)[1]
Website www.tk.de

Die Techniker Krankenkasse (TK) ist eine Ersatzkasse und damit Träger der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie ist bundesweit geöffnet. Bei ihr sind 7,6 Millionen Bürger versichert. Als gesetzliche Krankenversicherung ist die TK eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Sie ist Mitglied im Verband der Ersatzkassen (vdek).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geburtsstunde der TK

Am 27. Oktober 1884 wurde die Eingeschriebene Hilfskasse für Architekten, Ingenieure und Techniker zugelassen. Die Gründung erfolgte am 3. August 1884 in Leipzig. Der Deutsche Technikerverband rief damit eine eigene Krankenkasse ins Leben, die nach dem Prinzip der Selbstverwaltung organisiert ist. Bis zur Gründung der Eingeschriebenen Hilfskasse für Architekten, Ingenieure und Techniker Deutschlands waren alle Standesangehörigen gezwungen, einer „mehr für Gesellen und Tagesarbeiter berechneten Kasse angehören zu müssen“. Oberstes Ziel der Hilfskasse mit damaligem Sitz in Berlin war in den Gründungsjahren der Aufbau eines sicheren wirtschaftlichen Fundaments. Ziel war, ihre Mitglieder in schwierigen Lebensphasen zu unterstützen.

Der erste Hauptsitz wurde in der Berliner Markgrafenstraße 94 in Berlin-Mitte eingerichtet. Kurze Zeit später zog die Kasse in die Große Präsidentenstraße im selben Bezirk um. Zur Generalversammlung der Kasse in Berlin im Januar 1888 erschienen neben zahlreichen Abgeordneten aus Berlin auch Vertreter der Ortsverwaltungen aus Dresden, Frankfurt am Main, Grabow, Leipzig und Magdeburg.

Nach der Reichsversicherungsordnung von 1913 konnte der „Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit für Ingenieure, Architekten und Techniker Deutschlands“ nicht mehr als Ersatzkasse, sondern nur noch als Zuschusskasse agieren. Von fast 4000 Mitgliedern im Jahr 1913 sank ihre Mitgliederzahl deshalb auf nur noch 908 im Jahr 1927. Versuche, die gesetzlichen Vorgaben zu ändern, scheiterten.

Am 27. Mai 1919 wird der Bund der technischen Angestellten und Beamten, kurz BUTAB, ins Leben gerufen. Diese Gewerkschaft erreichte, dass Berufsverbände mit mehr als 10.000 Mitgliedern die Möglichkeit hatten, ihren Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in eine Ersatzkasse umwandeln zu lassen. Sie machte dem Krankenversicherungsverein der Techniker ein entsprechendes Angebot; am 17. Oktober entstand die Berufskrankenkasse deutscher Techniker, Ersatzkasse. Bis 1927 stieg die Mitgliederzahl auf 5404 Personen.

Die TK im Zweiten Weltkrieg

In der Zeit zwischen 1933 und 1945 wurde die TK wie alle anderen Kassen auch den Interessen der Nationalsozialisten untergeordnet. Ihre Selbstverwaltung wurde aufgelöst und die Führungspositionen mit NS-Funktionären besetzt, die in der Regel vom Geschäft der Kassenführung keinerlei Kenntnisse besaßen.

Die Bombardierungen während des Zweiten Weltkrieges trafen die Kasse hart: Allein im Oktober und November 1943 wurden vier Geschäftsstellen ausgebombt. Am 22. und 23. November 1943 fiel die Hauptverwaltung in der Alten Jakobstraße 81/82 in Berlin einem Bombenangriff zum Opfer. Die Berufskrankenkasse der Techniker – so nannte sich die TK in der damaligen Zeit – hatte dieses Gebäude erst 1939 erworben, nur etwas mehr als vier Jahre später lag es in Trümmern. Im März 1945 wurde durch einen erneuten Fliegerangriff endgültig alles dem Boden gleichgemacht.

Das Bürogebäude und die meisten Geschäftsunterlagen waren zerstört, lediglich ein Teil der Mitgliederkartei konnte ausgegraben werden. Sie wurde nach Deutsch Krone (heute Walcz) ausgelagert, ging jedoch bei der Flucht vor der heranrückenden Roten Armee verloren.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg wurde von den Siegermächten sowie einigen deutschen Experten favorisiert, das berufsständische Gesundheitssystem durch eine Einheitsversicherung zu ersetzen; nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 wurde dieses Vorhaben jedoch fallengelassen. Das Grundgesetz und das Sozialversicherungs-Anpassungsgesetz aus dem Mai und Juni 1949 gaben den Berufskrankenkassen wieder Rechtssicherheit.

Erst am 17. April 1953 ging die fast 20 Jahre dauernde Zwangspause der Selbstverwaltung bei der TK zu Ende. In Hamburg trat die erste Vertreterversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. „Nach fast 20-jähriger Bevormundung hatten die Versicherten wieder die Möglichkeit, nach demokratischen Grundsätzen tätig zu sein“, schrieb 1963 der Vorsitzende der Vertreterversammlung Heinz von der Lieth im Mitteilungsblatt der Kasse zum zehnjährigen Jubiläum der Selbstverwaltung.

Die erste Aufgabe der Selbstverwaltung damals war es, die Versicherungsbedingungen zu überarbeiten. Außerdem musste eine neue Satzung aufgestellt werden, um die Tätigkeit von Vorstand, Vertreterversammlung und Geschäftsführung voneinander abzugrenzen. Die Vertreterversammlung trat mindestens zweimal im Jahr zusammen. Sie beschloss die Versicherungsbedingungen, stellte den Jahreshaushaltsvoranschlag fest und nahm die Jahresrechnung ab. Die Mitglieder der Vertreterversammlung wurden nach 1953 bei den alle vier Jahre stattfindenden Sozialwahlen gewählt. Vertreterversammlung und Vorstand sind zum Verwaltungsrat verschmolzen. An der Bedeutung der Selbstverwaltung hat sich nichts geändert. Der Verwaltungsrat hat eine ähnliche Funktion wie der Aufsichtsrat in einer Aktiengesellschaft. Er beschließt Satzungsänderungen für Kranken- und Pflegeversicherung und den Haushaltsplan. Dieses System ist bis heute in Kraft.

1960er Jahre bis zur Wiedervereinigung

Im März 1963 rief die Geschäftsleitung der BdT die Mitglieder unter dem Motto „Die Kasse selbst verwalten, heißt sie auch selbst gestalten!“ dazu auf, Vorschläge für ein neues Logo einzusenden. Der Ersatz für das als nicht mehr zeitgemäß geltende Emblem sollte den Begriff „Technik“ mit der Abkürzung des Kassennamens verbinden sowie problemlos in Leuchtschrift an einer Hausfassade anzubringen sein. Am 1. April 1964 wurde das neue Emblem eingeführt: die Buchstaben „TK“ als Abkürzung für den gleichzeitig angenommenen Namen „Techniker Krankenkasse“ über einem Zahnrad.

Im Juli 1965 fusionierten die TK und die Berufskrankenkasse der Werkmeister. Die TK wurde damit zur Ersatzkasse für alle technischen Berufe. Ihren Namen führte sie unverändert weiter. Der Zusammenschluss der beiden Ersatzkassen für die technischen Berufe war nur konsequent: Die beruflichen Aufgaben von Ingenieuren, Technikern und Werkmeistern hatten sich stark angenähert. Zwischen den beruflichen Krankheitsrisiken der beiden Gruppen gab es kaum Unterschiede. Nach der Fusion betreuten rund 870 Hauptamtliche und fast 8000 Ehrenamtliche die Versicherten der TK.

Bei der offiziellen Aufnahme des Geschäftsbetriebes in den neuen Ländern zum 1. Januar 1991 verzeichnete die TK 234.795 Mitglieder aus den neuen Ländern. Da gleichzeitig die Mitgliederzahlen in Westdeutschland gestiegen waren, konnte die TK bald das zweimillionste Mitglied aufnehmen. Im Sommer des Jahres 1991 waren 427 hauptamtliche und über 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter in den neuen Bundesländern tätig.

1991 gründete die TK in allen Bundesländern Landesvertretungen. Dies war ein deutliches Zeichen an die Landessozialminister, die im Herbst 1991 die Sozialversicherung regionalisieren wollten, was fast zwangsläufig zu einer Zerschlagung der bundesweit engagierten Ersatzkassen geführt hätte. Als im Januar 1993 das Gesundheits-Strukturgesetz in Kraft trat und die Rolle der Bundesländer innerhalb des Krankenkassenwesens aufwertete, zeigte sich die TK aufgrund ihrer Landesvertretungen bestens gerüstet. Diese existieren noch heute.

Die TK-Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung kam zunächst nur für Leistungen für die häusliche Pflege auf, erst ab Juli 1996 übernahm sie auch die stationäre Pflege in einer Pflegeeinrichtung. Heute zahlt die Pflegeversicherung auch teilstationäre Leistungen wie Tages- oder Nachtpflege. Seit dem 1. Januar 1995 ist die Pflegeversicherung als neuer Zweig der Sozialversicherung unter dem Dach der gesetzlichen Krankenkassen angesiedelt. Sie ist als sogenannte Teilkaskoversicherung entwickelt worden. Das heißt, dass die Leistungen aus der Versicherung einen Teil der Kosten decken, die für die Pflege eines Menschen benötigt werden.

In 2008 trat das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz in Kraft. Unter anderem können Angehörige sich leichter um pflegebedürftige Verwandte kümmern. Arbeitnehmer können sich eine begrenzte Zeit freistellen lassen, um Angehörige zu pflegen. Immerhin möchte ein Großteil der Menschen lieber in der vertrauten Umgebung zuhause versorgt werden.

Die Einführung des Risikostrukturausgleichs (RSA) 1994 führte dazu, dass die TK neben den Betriebskrankenkassen zum Haupteinzahler in den Finanzausgleich wurde.

Als erste Krankenkasse Deutschlands ging die TK 1995 ins Internet. Zu Beginn des Internetzeitalters war die Kommunikation per E-Mail der zentrale Punkt des neuen Angebots. Die Versicherten erhielten so die Möglichkeit, formlos Anfragen zu stellen, aber auch Formulare und Broschüren zu bestellen. Heute bietet die TK eine vollständige Online-Filiale im Internet an.

Die Techniker Krankenkasse war lange Zeit eine Berufskrankenkasse für Techniker, Ingenieure und Architekten. Durch eine Gesundheitsreform änderte sich dies ab 1996 grundlegend. Seit dieser Zeit können Versicherte ihre Krankenkasse frei wählen. Der Gesetzgeber wollte damit den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen fördern. Die Ziele für die Versicherten waren besserer Service und eine bessere Versorgung zu geringeren Kosten.

Mit der freien Wahl der Krankenkasse öffnete sich die TK für alle Berufsgruppen. Die Identität der TK stand auf dem Spiel. Daher wurde die Entscheidung des Gesetzgebers bei der TK zunächst nicht nur mit Zustimmung aufgenommen. Zwar war sie gegenüber gesellschaftlichen Neuerungen grundsätzlich positiv eingestellt, doch fürchtete sie, unter anderem durch die Aufnahme von Versicherten anderer Berufsgruppen, das eigene Profil als Berufskrankenkasse zu verlieren.

Fusionen

Mitgliederentwicklung der TK

Im Juli 1965 erfolgte die Vereinigung mit der Berufskrankenkasse der Werkmeister (Ersatzkasse). Am 1. Januar 2000 fusionierte sie mit der Gärtner-Krankenkasse (zirka 250.000 Mitglieder).[2] Zum 1. Januar 2009 erfolgte die Vereinigung mit der damals defizitär arbeitenden IKK-Direkt (929.000 Mitglieder) zur Techniker Krankenkasse (TK).[3]

Logos

Struktur

Versichertenkarte der Techniker Krankenkasse

Die TK mit Hauptsitz in Hamburg hat bundesweit 215 Geschäftsstellen (Kundenberatungen) und rund 11.400 Mitarbeiter (davon rund 500 Auszubildende). Mit rund fünf Millionen zahlenden Mitgliedern und etwa 2,2 Millionen beitragsfrei Familienversicherten ist sie eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Darüber hinaus beraten über 10.800 ehrenamtliche TK-Berater in vielen Betrieben und Hochschulen die TK-Versicherten und Interessenten.

Verwaltungsaufbau

Die Verwaltungsabläufe der TK sind in den Jahren 2000 bis 2006 grundlegend geändert worden. Das vormalige Geschäftsstellenmodell wurde aufgelöst und alle Themengebiete vonseiten der Bearbeitung zentralisiert. Vorher wurden alle versicherungsrelevanten Themen in jeder Geschäftsstelle gleichermaßen bearbeitet. Nun werden alle Kundenanfragen über eine zentrale Rufnummer angenommen und je nach Themengebiet in das richtige Zentrum weitergeleitet. So soll eine kundenorientierte Fallbearbeitung schneller und unbürokratischer erledigt werden. Es existieren folgende Themenzentren, die jeweils mit dem Präfix ‚Servicezentrum‘ in der Öffentlichkeit auftreten:

  • Servicezentrum Ambulante Leistungen
  • Servicezentrum Forderungsrealisierung
  • Servicezentrum Hilfsmittel
  • Servicezentrum Kieferorthopädie
  • Servicezentrum Krankengeld
  • Servicezentrum Krankenhaus
  • Servicezentrum Mitgliedschaft und Beiträge
  • Servicezentrum Pflege
  • Servicezentrum Unfälle und Regresse
  • Servicezentrum Vorsorge und Reha

Für die Versicherten sind diese Servicezentren zum Ortspreis telefonisch erreichbar. Es steht eine kostenlose Servicehotline zu Verfügung, die ohne Mehrkosten in die entsprechenden Zentren weiterverbindet.

Die Geschäftsstellen (Kundenberatungen) wurden durch die Umstrukturierung nicht aufgelöst. Diese dienen weiterhin der persönlichen Beratung für TK-Versicherte und Interessierte.

Darüber hinaus existieren TK-Vertriebszentren, die regional tätig sind. Diesen fehlt das Präfix ‚Servicezentrum‘. Sie treten nur unter der Bezeichnung Vertriebszentrum (Name der Stadt) auf.

Bundesweit sind außerdem 15 Landesvertretungen existent. Diese befinden sich in allen Landeshauptstädten außer Wiesbaden (stattdessen in Frankfurt) und Potsdam (zusammen mit Berlin).[4]

Finanzen

Beitragssatz

Seit 1. Januar 2009 werden die Beitragssätze vom Gesetzgeber einheitlich vorgegeben.

Haushaltsvolumen

Das Haushaltsvolumen der TK (Stand 09/2010) beträgt rund 17,6 Milliarden €, davon entfallen auf die TK-Pflegeversicherung 2,5 Milliarden € und rund 0,6 Milliarden € auf die Umlageversicherung Arbeitgeber.[1] Als Körperschaft des öffentlichen Rechts verfolgt die Techniker Krankenkasse nach eigener Auskunft keine Gewinnerzielungsabsichten. Das Bundesversicherungsamt in Bonn ist als Aufsichtsbehörde zur Überwachung der TK zuständig.

Krankenversicherung

Größte Ausgabenposten (Stand 2008): Krankenhaus 3,13 Milliarden €, Ärztliche Leistungen 2,25 Milliarden €, Zahnärztliche Leistungen 1,09 Milliarden €, Arzneimittel 2,05 Milliarden €, Heilmittel 0,35 Milliarden €, Hilfsmittel 0,35 Milliarden €, Vorsorge- und Rehaleistungen 0,16 Milliarden €, Prävention 0,26 Milliarden €.[5]

Pflegeversicherung

Zum Jahresende 2008 bekamen mehr als 64.000 Männer, Frauen und Kinder Leistungen der Pflegeversicherung. Fast 76 Prozent von ihnen wurden ambulant gepflegt; hier standen die Geldleistungen mit 72,2 Prozent im Vordergrund, während sich für Sach- oder Kombileistungen nur 4,4 bzw. 23,4 Prozent entschieden. Davon entfielen auf die Pflegesachleistung ca. 71,95 Millionen €, Pflegegeld 150,73 Millionen €, Leistungen für Pflegepersonen 38,19 Millionen €, stationäre Leistungen 181,42 Millionen €, und auf übrige Leistungen 39,61 Millionen €, Leistungsausgaben insgesamt 481,90 Millionen €.[5]

Risikostrukturausgleich

Die TK leistete im Jahr 2008 Ausgleichszahlungen in den Risikostrukturausgleich in Höhe von 4,5 Milliarden €. Seit dem Jahr 1994 insgesamt 50,1 Milliarden €.

Geschäftsführung

Ehemaliges Eingangsportal von Margarine-Voss. Im Hintergrund die Hauptverwaltung der Techniker Krankenkasse

Vorstand

Geleitet wird die Techniker Krankenkasse von einem dreiköpfigen Vorstand. Dies sind

Norbert Klusen ist verantwortlich für die Unternehmensbereiche Finanzen, Marketing und Vertrieb, Service und Kundenbindung, sowie für die Stabsbereiche. Helmuth Doose verantwortet die Bereiche Informationsverarbeitung, Kundenberatung, Mitgliedschaft und Beiträge, Personal sowie Recht und Vergabe. Seit dem 1. Januar 2011 ist Jens Christian Baas dritter Vorstand der TK. Er ist für die Unternehmensbereiche ambulante und stationäre Versorgung, die Landesvertretungen sowie Controlling und Organisation verantwortlich.

Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Verwaltungsrat

Der TK-Verwaltungsrat besteht aus 30 ehrenamtlichen Mitgliedern – seit Januar 2009 je zur Hälfte Versicherten- und Arbeitgebervertreter (paritätische Besetzung). Alternierende Vorsitzende des TK-Verwaltungsrates sind Hans-Heinrich Gerth (Arbeitgebervertreter) und Harald Schulte (Versichertenvertreter). Der Vorsitz wechselt jährlich zum 1. Januar. Im ersten Jahr hat Hans-Heinrich Gerth den Vorsitz inne. Der TK-Verwaltungsrat führt jährlich vier Sitzungen durch. Die Ausschüsse des Verwaltungsrates haben ebenfalls alternierende Vorsitzende. Aktuell sind dies:

  • Hauptausschuss: Hans-Heinrich Gerth und Harald Schulte
  • Finanzausschuss: Rosemie Bilz und Karl Michael Göbel
  • Sozialpolitischer Ausschuss: Dieter F. Märtens und Gerard Wolny
  • Widerspruchsausschuss (A): Herbert Henke und Martin Spülbeck; Ausschuss (B): Roland Unzeitig und Arno Wolff; Ausschuss (C): Karla Hasenauer und Reiner Hoffmann.

Über die Zusammensetzung des Verwaltungsrates wird alle sechs Jahre in einer Sozialwahl entschieden. Die nächsten Sozialwahlen werden 2011 stattfinden.

Listenträger der Mitgliedervertreter
des TK-Verwaltungsrates
(Sozialwahl 2005)[6]
Listenträger Vertreter
Verband Deutscher Techniker e.V (VDT) 1
TK-Gemeinschaft (TKG) 11
ver.di, Arbeitsgemeinschaft Christlicher
Arbeitnehmer-Organisationen (ACA),
IG Metall (Gewerkschaft)
3
Mitglieder des TK-Verwaltungsrates
(Sozialwahl 2005)
Arbeitnehmervertreter Arbeitgebervertreter[7]
Harald Schulte
(stellv. Vorsitz)
Hans-Heinrich Gerth
(Vorsitz)
Rosemie Bilz Joachim Feldmann
Friedrich Gosewinkel Michael Gerdes
Karla Hasenauer Karl Michael Göbel
Dieter F. Märtens Wilfried Grunau
Franz Neubrand Jörg Henschen
Bärbel Richling Reiner Hoffmann
Hubert Ringhoff Dominik Kruchen
Jacqueline Röhm Udo Nicolay
Frank Satori Johannes Seiboldt
Silvia Schwan Martin Spülbeck
Gertrude Slovinec Peter K. Thomsen
Marion Tögel Bernd Wegner
Peter Treibmann Walter Otto Winkler
Johanna Zeugfang Gerard Wolny

Zusatzversicherungen

Seit der Gesundheitsreform 2004 erlaubt der Gesetzgeber Kooperationen von privaten Krankenversicherungsunternehmen und Krankenkassen.

ENVIVAS AG

Die Envivas Krankenversicherung AG ist ein Unternehmen der Generali Deutschland und unterhält seit dem 1. Januar 2004 eine Kooperation mit der TK. Exklusiv für TK-Versicherte bietet ENVIVAS Zusatzversicherungen an, die den gesetzlich festgelegten Krankenversicherungsschutz ergänzen. Mehr als 540.000 Personen haben im Rahmen der Kooperation eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Die Einnahmen der ENVIVAS beliefen sich im Jahr 2008 auf 31,8 Mio. Euro. Im Geschäftsbericht informiert die ENVIVAS darüber, dass der Kooperationsvertrag zwischen ihr und der TK vorzeitig bis zum Ende 2011 verlängert worden ist.[8]

Volksfürsorge AG

Durch eine Kooperation mit der Volksfürsorge AG bietet die TK eine Möglichkeit der Sterbegeldversicherung an. Diese richtet sich an Kunden im Alter zwischen 40 und 80 Jahren.[9]

Ausbildung

Die TK bietet ein breit gefächertes Angebot an Ausbildungen an, die in der Hauptverwaltung in Hamburg wie auch in den Servicezentren und Kundenberatungen deutschlandweit ausgebildet werden. Aktuell (November 2009) erlernen rund 500 Auszubildende bei der TK einen Beruf.

Zu den Ausbildungsberufen gehören:

Darüber hinaus bietet die TK Unterstützung bei dem dualen Studium Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik an.

Derzeit arbeiten hauptsächlich Sozialversicherungsfachangestellte bei der TK. Die weiteren Berufe werden aufgrund der Umstrukturierung der gesetzlichen Krankenversicherung in eine Art Dienstleistungsunternehmen nötig.

TK-Bildungszentren

Insgesamt werden von der TK deutschlandweit zwei Bildungszentren betrieben. Eines in Salzhausen in der Nähe von Hamburg, ein anderes in Hayn bei Erfurt. Mitarbeiter und Auszubildende der TK erhalten dort Seminarlehrgänge und Fortbildungen, Auszubildende zusätzlich, wenn möglich, Berufsschulunterricht. Die Räume der Bildungszentren sind für außenstehende Firmen für Veranstaltungen und Lehrgänge zu mieten.[10]

WINEG

WINEG steht für Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen. Im Sommer 2006 wurde das WINEG als wissenschaftliches Institut von der Techniker Krankenkasse gegründet. Gesundheitswissenschaftliche Teams geben Antworten auf aktuelle und drängende Fragen des deutschen Gesundheitswesens. Die Projektergebnisse dienen als Entscheidungshilfen für Versicherte, Patienten und die TK selbst. Untersuchte Themenfelder sind beispielsweise die Wirkungen von Einrichtungen und Abläufen im Gesundheitswesen sowie von gesetzlichen Maßnahmen auf den Gesundheitszustand der Versicherten und auf die Wirtschaftlichkeit von Teilsystemen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Fortentwicklung und Optimierung der Leistungen der TK einfließen.[11][12] Die Leitung des Wissenschaftlichen Institutes wechselte zum Jahresbeginn 2009 von Eva-Susanne Dietrich zu Frank Verheyen.[13]

Auszeichnungen

Die Techniker Krankenkasse erhielt im Jahr 2010 zum fünften Mal in Folge die Auszeichnung „Deutschlands beste Krankenkasse“ von dem Wirtschaftsmagazin Focus Money.[14]

Das Great Place to Work Institut Deutschland hat die TK im Jahr 2009 zum Besten Arbeitgeber Deutschlands gekürt. Sie errang diesen Titel im Bereich „Unternehmen über 5.000 Mitarbeiter“.[15]. Ebenfalls erhielt die TK im Jahr 2008 die Auszeichnung „Top Arbeitgeber Deutschland 2008“ des Unternehmens CRF sowie die Auszeichnung „Fair Company“ der Zeitschrift Karriere.[16]

Erwähnenswertes

Kunden der Techniker Krankenkasse erhalten quartalsmäßig die Kundenzeitschrift „TK aktuell“ auf dem Postweg zugesandt. Dies ist das offizielle Mitteilungsmedium der TK. In ihr werden beispielsweise neue Wahltarife, Änderungen im Gesundheitswesen oder Veranstaltungen der TK den Mitgliedern mitgeteilt.[17]

Auf der Internetseite der Techniker Krankenkasse wird die Mitgliederzeitschrift als PDF-Datei angeboten. Diese ist barrierefrei und interaktiv. Ebenfalls wurde von der TK der Service eines E-Papers eingeführt. Inhalte und Layout des E-Papers und der Print-Version sind identisch. Der Mehrwert liegt in multimedialen Zusatzangeboten wie Filmen, Audiobeiträgen oder Bildstrecken.

Zusammen mit Berufsverbänden und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit war die Techniker Krankenkasse 2005 an der Einführung des DJ-Führerscheins beteiligt. Hintergrund ist die starke Lärmbelastung von Besuchern in Diskotheken und Tanzbars. Bis Anfang 2010 haben bereits knapp 2500 Discjockeys den DJ-Führerschein erworben und immer mehr Diskothekenbetreiber gehen dazu über, nur noch DJs mit entsprechendem Nachweis zu beschäftigen.

Auch im Bereich der Dokumentenverarbeitung ist die Techniker Krankenkasse Vorreiter. Der Posteingang in Papierform wird tagesaktuell in derzeit vier in Deutschland verteilten Standorten eingescannt. Der Roll-out der Integrationsplattform an insgesamt sieben Standorten wird 2009 abgeschlossen. Das rund 30-köpfige Projektteam besteht aus IT- und Organisationsexperten der Techniker Krankenkasse, der foxray AG und der IBM Deutschland. Durch das Einscannen der Eingangspost wird die Laufzeit der einzelnen Poststücke innerhalb der TK drastisch gesenkt. Automationsprozesse erkennen bestimmte Schlüsselwörter auf Briefen und Druckstücken und senden diese digital direkt an den richtigen Sachbearbeiter zur weiteren Bearbeitung. Die gesetzlich vorgeschriebene Archivierung von einigen Schriftstücken wird hierdurch einfacher und kostengünstiger geregelt. Im Fokus steht vor allem der Kundenservice, der hierdurch gestärkt werden soll.[18]

Seit Anfang Oktober 2009 bietet die TK als erste große Krankenkasse einen komplett überarbeiteten Internetauftritt speziell für Mobiltelefone an. Auf dem Handy lassen sich damit Services wie eine Geschäftsstellensuche, Gesundheitskurssuche, Arzt- und Kliniksuche, ICD-Diagnoseauskunft, Auslandsassistance, Arzneimittelkonto sowie Anträge, Bescheinigungen und Broschüren direkt über das Handy anfordern.[19] Für das iPhone und Smartphones mit dem Android-Betriebssystem bietet die TK spezielle Apps an, die zum Beispiel die ICD-Diagnoseauskunft enthalten oder Auskunft über die nächste Kundenberatung in der Umgebung geben. Die Apps lassen sich über den App Store bzw. Android Market oder per Barcode auf der Homepage der TK kostenlos herunterladen.[20]

Literatur

  • Sven Tode, Fabian Müller-Lutz, Sandra Engel: Techniker Krankenkasse; 125 Jahre Innovation und Sicherheit. Verlag Hanseatischer Merkur, Hamburg 2009, ISBN 978-3-922857-42-6.

Weblinks

 Commons: Techniker Krankenkasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e TK – Basisdaten. Abgerufen am 12. September 2010.
  2. Satzung der Techniker Krankenkasse. Stand: 1. Januar 2009. Abgerufen am 26. April 2009.
  3. Artikel über die Fusion der IKK-Direkt mit der TK. Abgerufen am 26. April 2009.
  4. TK-Landesvertretungen. Abgerufen am 17. Mai 2009.
  5. a b Geschäftsbericht der Techniker Krankenkasse 2008. Abgerufen am 28. Januar 2010.
  6. TK: Mitglieder des Verwaltungsrates, aufgerufen am 25. Mai 2011
  7. alle 15 Sitze für die Zahntechniker Innung Bremen und Zahntechniker Innung Hamburg und Schleswig-Holstein. Quelle: TK: Mitglieder des Verwaltungsrates, aufgerufen am 25. Mai 2011
  8. Geschäftsbericht der ENVIVAS Krankenversicherung AG 2008. Abgerufen am 26. April 2009.
  9. Volksfürsorge AG - Sterbegeldversicherung. Abgerufen am 17. Mai 2009.
  10. TK-Bildungszentren. Abgerufen am 19. Mai 2009.
  11. "WINEG" auf den Seiten der TK. Abgerufen am 26. April 2009.
  12. Offizielle Website der WINEG. Abgerufen am 26. April 2009.
  13. tk-online.de – Pressemitteilung vom 19. Januar 2009. Abgerufen am 26. April 2009.
  14. Auszeichnungen und Prüfsiegel der TK. Abgerufen am 14. November 2009.
  15. Techniker Krankenkasse zu „Deutschlands besten Arbeitgeber“ gewählt. Abgerufen am 23. Februar 2009.
  16. Alle Auszeichnungen der TK als Arbeitgeber. Abgerufen am 23. Februar 2009.
  17. Magazin TK aktuell. Abgerufen am 26. April 2009.
  18. Techniker Krankenkasse entscheidet sich für foxray xbound als Posteingangslösung. Abgerufen am 28. Januar 2009.
  19. Techniker Krankenkasse mobilisiert Internetauftritt. Abgerufen am 9. November 2009.
  20. Übersicht über die TK-Apps. Abgerufen am 04. Februar 2011.
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