Thomas Howard, 3. Herzog von Norfolk


Thomas Howard, 3. Herzog von Norfolk
Thomas Howard, 3. Duke of Norfolk mit dem Hosenbandorden und dem Marschallstab des Earl Marshal von England (Portrait von Hans Holbein dem Jüngeren, 1539/40, Tempera auf Holz; heute in der Royal Art Collection, Windsor Castle)

Thomas Howard, 3. Duke of Norfolk (* 1473; † 25. August 1554) war englischer Staatsmann im Kabinett von König Heinrich VIII..

Leben

Thomas war der älteste Sohn von Thomas Howard, 2. Duke of Norfolk und wurde nach dessen Tod zum Duke of Norfolk. Dank der großen Vorarbeit seines Vaters im Herzogtum wurde Thomas nach dessem Tod 1524 zum mächtigsten Peer in England. Wegen des großen Machtgefüges, das er besaß, führte Thomas Howard die Opposition gegen Lordkanzler Kardinal Thomas Wolsey an. Seine Bemühungen wurden am Ende mit der Entlassung des Lordkanzlers belohnt.

Er mischte sich aber nicht nur in die Politik ein, sondern auch in das Hofleben bzw. Privatleben des Königs. So riet er diesem zu einer Scheidung von seiner ersten Frau Katharina von Aragon und zu einer Vermählung mit seiner Nichte Anne Boleyn. Daraus erhoffte er sich einen größeren Einfluss beim König. Man konnte aber genau sehen, dass der Duke auch abhängig vom König war, denn im Jahre 1536 musste dieser als Lord High Steward den Vorsitz beim Hochverratsprozess gegen seine Nichte Anne Boleyn führen und diese letztendlich zum Tode verurteilen. Seine Tochter Mary Howard verheiratete er mit Henry Fitzroy, 1. Duke of Richmond and Somerset, dem illegitimen Sohn von Heinrich VIII.

Doch zum Trauern blieb keine Zeit, da er ein Jahr später den Aufstand der Pilgrimage of Grace niederschlagen musste. Dieser Aufstand richtete sich gegen die Konfiskation von Kirchengut. Diese war möglich, da König Heinrich VIII. seine eigene Kirche gründete, die Anglikanische Kirche, um sich von seiner Frau scheiden lassen und eine andere zu heiraten zu können. Neben dem König selbst zog auch Thomas Howard einen finanziellen Gewinn aus diesen Konfiszierungen.

1540 mischte er sich wieder in die Politik ein und brachte den Lordsiegelbewahrer Thomas Cromwell, 1. Earl of Essex, zu Fall, der in Ungnade gefallen war.

1542 heiratete Heinrich VIII. erneut eine Nichte Norfolks: Catherine Howard, die Tochter von Thomas Howards jüngerem Bruder Edmund wurde die fünfte Ehefrau des Königs. Doch durch seine Verwandtschaft zu ihr verlor der Duke nachfolgend seinen enormen Einfluss am Hof. Catherine Howard wurde des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt. Als Folge daraus wurden auch zahlreiche andere Mitglieder der Herzogsfamilie gefangen genommen; so auch Thomas Howard und sein Sohn, der Dichter Henry Howard, Earl of Surrey.

Norfolk und sein Sohn wurden angeklagt, Norfolk 1546 und der Earl of Surrey 1547. Der Duke entkam der Hinrichtung, sein Sohn nicht. Einer Legende nach hatte der todkranke Heinrich VIII. sein Todesurteil in den Händen, war jedoch bereits zu schwach es noch zu unterschreiben. Während der Regierungszeit Eduard VI. blieb Thomas Howard in Haft. Bei Regierungsantritt von Königin Maria I. 1553 erhielt der 80-Jährige nach seiner Freilassung Titel, Würden und Besitz zurück.

Literatur

  • Joanna Denny: Katherine Howard – A Tudor Conspiracy, portrait, London 2005, ISBN 0-7499-5120-6

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