Thomas Zehetmair


Thomas Zehetmair

Thomas Zehetmair (* 23. November 1961 in Salzburg) ist ein österreichischer Violinist und Dirigent.

Zehetmair studierte am Mozarteum in Salzburg und nahm Meisterkurse bei Franz Samohyl, Max Rostal und Nathan Milstein. 1977 debütierte er bei den Salzburger Festspielen, 1978 gewann er den ersten Preis beim Internationalen Mozart-Wettbewerb, im Folgejahr gab er sein Debüt im Wiener Musikvereinssaal. Danach trat er mit international bedeutenden Orchestern unter Dirigenten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Frans Brüggen, Christoph von Dohnanyi, Christoph Eschenbach, John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, Philippe Herreweghe Heinz Holliger, Charles Mackerras, Roger Norrington, Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen und Jukka-Pekka Saraste auf.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist, neben der Pflege des klassisch-romantischen Repertoires, die Interpretation der Neuen Musik. So spielte er die Uraufführungen der Violinkonzerte von James Dillon und Hans-Jürgen von Bose und das ihm gewidmete Violinkonzert von Heinz Holliger. Große Anerkennung fanden auch seine Interpretation von Werken der klassischen Moderne, so z. B. von Alban Bergs Violinkonzert oder dem „Concerto funebre“ von Karl Amadeus Hartmann. Für die Einspielung der Violinkonzerte von Karol Szymanowski mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra erhielt er den Gramophone Award. Ein früher Höhepunkt seiner Schallplattenkarriere ist die Aufnahme der Kreutzer-Sonate von Ludwig van Beethoven mit Malcolm Frager.

Daneben betätigt sich Zehetmair auch als Kammermusiker und Dirigent. Er arbeitet mit verschiedenen Kammermusikensembles, u. a. als Partner von Alfred Brendel und Heinrich Schiff, und gründete 1994 das Zehetmair Quartett. Er wirkte als Gastdirigent bei der Camerata Academica Salzburg, dem Hungarian National Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, den Bamberger Symphonikern und dem Toronto Symphony Orchestra mit. 2002 wurde er Chefdirigent der Northern Sinfonia, seit der Saison 2010/11 ist er als Artistic Partner in die Leitung des St. Paul Chamber Orchestra eingebunden. 2005 erhielt er für seine Tätigkeit als Solist, Dirigent und Kammermusiker die Ehrenurkunde des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. 2007 wurde er vom Land Steiermark mit dem Karl-Böhm-Interpretationspreis ausgezeichnet, das Preisgeld in Höhe von 12.000 EUR spendete Zehetmair für das Hilfsprojekt Arbeit statt Betteln im slowakischen Hostice).

Literatur

  • Joachim W. Hartnack, Grosse Geiger unserer Zeit, 4., überarb. u. erg. Neuauflage 1993, ISBN 978-3-254-00171-9
  • Urs Frauchiger, Der eigene Ton. Gespräche über die Kunst des Geigespielens, Ammann Verlag 2000, ISBN 978-3-250-30003-8

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