Thomasschule Leipzig


Thomasschule Leipzig
Thomasschule
Schultyp Gymnasium mit Internat
Gründung 1212
Ort Leipzig
Bundesland Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 20′ 13,1″ N, 12° 21′ 35,7″ O51.33696944444412.3599111111117Koordinaten: 51° 20′ 13,1″ N, 12° 21′ 35,7″ O
Träger Stadt Leipzig
Schüler etwa 670
Lehrer 70
Leitung Kathleen-Christina Kormann
Internatsleiter Thoralf Schulze
Website www.thomasschule.de

Die Thomasschule (lateinisch Schola Thomana) ist ein bekanntes Humanistisches Gymnasium in Leipzig. Seine Gründung geht auf das Jahr 1212 zurück, womit es zu den ältesten Schulen Deutschlands zählt. Die Schule ist eine der traditionsreichsten Bildungseinrichtungen Mitteldeutschlands und Bestandteil der Trias Thomaskirche, Thomanerchor und Thomasschule.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Thomaskirche und Thomasschule zu Leipzig nach einem Kupferstich um 1723 von Johann Gottfried Krügner (1684–1749)
Altes Bach-Denkmal vor der Thomasschule nach einem Holzschnitt um 1850 von Eduard Bendemann (1811–1889)

Die Thomasschule wurde 1212 auf Initiative Markgrafs Dietrich von Meißen (1162–1221) als schola pauperum des katholischen Augustiner-Chorherrenstifts zu St. Thomas in Leipzig gegründet. Damit ging diese Gründung mit der des Thomanerchores und der Thomaskirche zeitgleich einher. Die Schule diente zunächst als Klosterschule. Eine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1254, als sie als schola exterior charakterisiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt stand sie auch den Kindern Leipziger Bürger offen.

Die Schule befindet sich seit 1539 im Besitz der Stadt Leipzig. Alle Mitglieder des Thomanerchors sind Schüler der Schule, es gibt jedoch auch einen „normalen“ Schulteil, in dem Nicht-Chormitglieder lernen. Die Mitglieder des Schulchores als Teil der Gesamtschülerschaft leben im dazugehörigen Schulheim, dem Thomasalumnat.

Der ursprüngliche Standort der Schule befand sich am heutigen Thomaskirchhof, gegenüber dem Geburtshaus Georg Matthias Boses (1710–1761) (heute Bosehaus). Dort wurde sie 1553 um einen Anbau durch den Ratsmaurer Kuntz Brundtschuh erweitert, während des Thomaskantorats Bachs 1732 durch George Werner aufgestockt und 1829 umgebaut.

Von 1873 bis 1876 wirkte der spätere Physik-Nobelpreiträger Karl Ferdinand Braun als Lehrer an der Thomasschule. Hier entdeckte er 1874, unter Verwendung von Kristallen aus der Sammlung der Thomasschule, den Gleichrichtereffekt der Halbleiter.[1] Auf diesem gründet sich die heutige Halbleiterelektronik. In dieser Zeit schrieb er sein einziges Buch Geheimnisse der Zahl und Wunder der Rechenkunst. Für die bauliche Trennung von Schule und Alumnat und zur Erweiterung wegen Platzmangels entstand 1877 der Neubau der Schule in der Schreberstraße. 1881 wurde das dazugehörige Alumnat fertig gestellt.

In der Zeit des Nationalsozialismus überdauerte die Schule im Kern als altsprachlich orientiertes und vom Thomanerchor mitgeprägtes Gymnasium. Der Sport rückte ab 1936 im Schulalltag in den Vordergrund. Ferner wurden Wandertage eingeführt.[2]

Turnfest am 6. September 1937 zum 725-jährigen Gründungsjubiläum der Thomasschule

Den Luftangriff auf Leipzig in der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember 1943 überstand das Schulgebäude praktisch unzerstört. Nur die Turnhalle sowie Räumlichkeiten im gegenüber liegenden Alumnat brannten aus, weshalb der damalige Thomaskantor Günther Ramin die Auslagerung des Thomanerchors in die Königlich Sächsische Fürsten- und Landesschule Sankt Augustin zu Grimma durchsetzte. Das Schulgebäude wurde zeitweise der Universität Leipzig zur Verfügung gestellt, zumal wegen der Einberufung aller Schüler der Oberklassen zum Dienst als Flakhelfer ohnehin nur noch ein stark eingeschränkter Unterrichtsbetrieb möglich war. Erst beim Luftangriff in der Nacht des 20. Februar 1944 brannte das Schulgebäude vollständig aus. Gegen Ende des Krieges fand der Unterricht teilweise in der Max-Klinger-Schule statt.[3] Unterbrochen von wochenlangen Unterrichtspausen fand die Thomasschule im Gebäude der 41. Volksschule in der Hillerstraße sowie noch anderen zugewiesenen Gebäuden Notunterkünfte. In dieser Zeit fiel der Unterricht in Fächer wie Sport weg, da die Lehrer Wehrdienst leisten mussten. Trotz Nationalsozialistischer Einfluss hat sich der Oberstudiendirektor Hohlfeld für seine jüdischen Schüler eingesetzt und ermöglichte ihnen das Abitur.[4]

1973 zog die Schule in einen Plattenbau in der Pestalozzistraße (heute Telemannstraße) um, das Alumnat blieb jedoch in der Hillerstraße, so dass Schule und Thomanerchor nun endgültig getrennt waren. Wie schon im Nationalsozialismus wurde die Thomasschule zur ideologischen Vorzeigeschule und von der Schule gingen mannigfache Bestrebungen aus, die christliche Prägung des Thomanerchores zu lösen und die atheistische Weltanschauung zu betonen.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wuchs die Schülerzahl auf zeitweilig über 1.000 Schüler an. Mit der Einführung des gegliederten Schulsystems in Sachsen 1992 bot die Schule ihren Schülern nun ein mathematisch-naturwissenschaftliches, ein musisches und ein sprachliches Profil an.

Im September 2000 zog die Schule dann wieder in das neu sanierte Gebäude in der Hillerstraße ein.

Die Thomaskantoren waren bis in das 20. Jahrhundert hinein Lehrer der Thomasschule; der Rektor der Thomasschule war bis in die 1970er Jahre zugleich der Vorsteher des Thomanerchores.

Lage

Die Thomasschule liegt im Bachviertel, einem Gründerzeitviertel in der Äußeren Westvorstadt. Sie ist eine Anliegerstraße zwischen der Sebastian-Bach-Straße und Käthe-Kollwitz-Straße. Daran angrenzend ist der Johannapark mit der Lutherkirche. Gegenüber der Schule befindet sich das Alumnat der Thomaner. Im Rahmen des musischen Bildungszentrums der Bachstadt Leipzig, dem Forum Thomanums, wurden zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude in unmittelbarer Nähe saniert. Dazu gehört etwa die Villa Thomana. Außerdem befinden sich hier die Villen Wohnhaus Gustav-Mahler-Straße 2 und die der Verlagsbuchhändler Leopold Gebhardt, Wohnhaus Sebastian-Bach-Straße 53 und Herrmann Julius Meyer, Wohnhaus Käthe-Kollwitz-Straße 115.

Gebäude

Die Thomasschule ist in einem viergeschossigen Jugendstilbau untergebracht. Seine Fassade besteht insbesondere aus Sandstein, Granit und Porphyr. Im August 2000 schlossen die Architekten Arthur Numrich und Timo Klumpp die Modernisierung der Schule ab.[5] Zwischen den zwei Gebäuden, der Schule und der Sporthalle wurde ein kubischer Gebäuderiegel eingesetzt. Er verbindet die beiden Schulhöfe. Er hebt sich von den anderen Bauwerken durch seine Transparenz ab. Darin befindet sich das Bachfoyer mit seiner großen Treppenanlage, welches als Veranstaltungs- und Pausenraum dient. Das Bach-Portrait von Elias Gottlob Haußmann wurde auf Glas in die Türrahmen der Schule eingearbeitet. Die Treppenhäuser und die Aula wurden restauriert. Hierbei wurde eine Akustikdecke berücksichtigt. Der französische Künstler Ivan Lacaze verwendete Lichtanlagen für das gesamte Gebäude. Die Landschaftsarchitekten Daniel und Annette Sprenger übernahmen die Außengestaltung.

Schulprogramm

„Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ komponiert von Johann Sebastian Bach (1685–1750) zur Beerdigung des Rektors der Thomasschule, Johann Heinrich Ernesti, am 20. Oktober 1729

Die Trias Thomasschule, Thomanerchor und Thomaskirche haben eine 800-jährige gemeinsame Tradition.

Die Schule pflegt als altsprachliches Gymnasium insbesondere den Lateinunterricht. Diese ist erste oder zweite Fremdsprache und endet mit dem Latinum. Hinzu kommt Englischunterricht, welches neben Latein als Leistungskurs gewählt werden kann. Der Erwerb des Cambridge First Certificate in English (FCE) ist möglich. Griechischunterricht wird ab der 8. Klasse angeboten und führt zum Graecum. Als weitere Fremdsprache kann Französisch erlernt werden.

Gesellschaftlich wird die humanistische Tradition der Schule gepflegt. Dies drückt sich in dem BLK-Programm Demokratie lernen & leben und dem POL&IS-Seminar aus.

Wie auch an anderen sächsischen Schulen musste auch die Gymnasialen Zweige der Thomasschule mit der Reform der Profilwahl in der Sekundarstufe I neu bestimmt werden.[6] Durch die landesweite Abschaffung des musischen Profils konnte der bisherige Profilkanon altsprachliches, musisches und naturwissenschaftliches Profil nicht beibehalten werden. Es wurde eine Neuausrichtung auf ein sprachliches Profil, ein künstlerisches Profil sowie eine vertieft musische Ausbildung, im Sinne des § 4 Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über allgemein bildende Gymnasien im Freistaat Sachsen (Schulordnung Gymnasien – SOGY), beschlossen.

Die Thomasschule ist unter anderem an den Förderprogrammen zum Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien, dem Lions-Quest-Programm und den Comenius-Programmen beteiligt.

Schulleben

Die Thomasschule ist eine Schule mit Ganztagsangebot. Außerdem werden die außerschulischen Aktivitäten Darstellendes Spiel und Theater, Keramik und Töpfern, Schülerorchester, Hausaufgabenbetreuung, Kabarett, Schülercafe, Debattierclub, Schülerbibliothek, allgemeiner Freizeitsport, Computer, Informatik und Internet, Foto, Video und Film, Griechisch, Chor und Schülerzeitung angeboten. Letztere ist die Thom Times. Sie wurde im Jahre 2001 gegründet. Themengebiete sind Schule, Standpunkte, Politik und Weltgeschehen, Kultur, Pinboard und Thom des Monats. Die Zeitung erscheint alle zwei bis drei Monate im A4-Format und hat eine Auflage zwischen 175 und 300 Exemplaren.

Traditionelle Schulveranstaltungen sind Musizierabende, Kunstausstellungen, Podiumsdiskussion, Tag der offenen Tür, Schulfest, Abiturball, Schuljahresgottesdienst, Theater- und Konzertbesuche, feierlicher Schuljahresabschluss in der Lutherkirche zur Ehrung besonders aktiver Schüler, Thomanerbundtreffen, eigene Theater- und Musikalaufführungen, Fasching, Weihnachtsliedersingen und Sommerfest.

In den letzten Jahren stellte die Schule 70 Teilnehmer an 15 Wettbewerben in Sachsen. Darunter sind Erst- und Zweitplatzierungen bei Bezirks,- Landes- und/oder Bundeswettbewerben der Deutschen Mathematik-Olympiade (DeMO), des Adam-Ries-Wettbewerbs, bei Jugend forscht (Jufo), dem Schülerwettbewerb zur politischen Bildung, dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen, bei Jugend musiziert, Jugend trainiert für Olympia (JtfO), dem Vorlesewettbewerb der Stadt Leipzig, bei First Lego League, beim Facharbeiten-Wettbewerb „Jugend-Schule-Wirtschaft“ und dem Jugendpreis.

Kooperationen

Alumni-Netzwerk

Thomasschule um 1900

Der Schulförderverein Thomanerbund e.V. ist ein Zusammenschluss ehemaliger Schüler der Thomassschule. Er wurde 1921 in Leipzig gegründet. Aber schon seit 1212 gab es Zusammenschlüsse ehemaliger Thomaner. Im Dezember 1948 wurde der Thomanerbund in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) verboten. Die in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Ehemaligen gründeten 1954 den Thomanerbund Frankfurt am Main. Er erreichte ca. 800 Mitglieder. Im April 1993 schloss er sein Büro in Ingelheim am Rhein und eröffnete ein neues in Leipzig. Jährlich finden Mitgliedertreffen statt, an dem viele Ehemalige Thomasschüler aus dem In- und Ausland teilnehmen. Er ist Träger des Ganztagsangebots der Schule. Er bildet Lehrer im humanistischen Gedankengut weiter, fördert Facharbeiten von Schülern, unterstützt finanziell Bildungsreisen und Studienfahrten, stellt Lehr- und Lehrmittel zur Verfügung, unterstützt Kulturprogramme, vergibt Preise für Wettbewerbe und versorgt die Schulbibliothek. Sein Vorsitzender ist der Theologe Christoph Michael Haufe.

Andere

Die Thomasschule besitzt eine Eltern- und Schülervertretung. Zweitere wirkt am Landesschüllerrat Sachsen (LSR Sachsen) mit.

Die Thomanerklassen 3 und 4 werden in der Édouard-Manet-Schule, ehemals 76. Grundschule Leipzig, unterrichtet. Grundschullehrer nehmen an Fachkonferenzen des Gymnasiums teil und es gibt gemeinsame Projekte der Klassenstufen 3 bis 7.

Schulpartnerschaften bestehen zum französischen College et Lycee Saint-Charles La Providence in Saint-Brieuc. Der Kontakt besteht aus Besuchen, Briefkontakten und Schüleraustausch. Des weiteren pflegt die Thomasschule Kontakt zur US-amerikanischen Pacific Crest Community School in Portland. Besuche, E-Mail Kontakte, Programme des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) und Schüleraustausche finden regelmäßig statt. Schließlich unterhält die Schule Beziehungen zum italienischen Instituto Magistrale Statale „Alessandro Manzoni“ in Caltanissetta.

Der Verbund Kommunaler Kinder- und Jugendhilfe Eigenbetrieb der Stadt Leipzig berät bei Konfliktlösung und Familienberatung. Der Allgemeine Sozialdienst des Jugendamts der Stadt Leipzig führt bei Bedarf Familienberatungen durch. Der Landesverand Legasthenie Sachsen e.V. bildet Lehrer beim Thema Lese-Rechtschreib-Schwäche fort. Das Zentrum für Teilleistungsstörungen LRS/Dyskalkulie des Studienkreises Leipzig führt Schullaufbahnberatungen und Betreuung von Schülern durch.

Schwerpunkt der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) liegt auf dem Planspiel Börse des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie e.V. (VSME) informiert regelmäßig über die Wirtschaftsregion. Die Stadtwerke Leipzig GmbH unterstützt den Projektunterricht. Das Ziel der Zusammenarbeit mit dem BMW Werk Leipzig ist Berufsinformationen, Praktika von Schülern im Werk und die Unterstützung von Facharbeiten und besonderen Lernleistungen.

Die Universität Leipzig bietet besondere Zusammenarbeit im Bereich der besonderen Lernleistung an. Der Besuch von Vorlesungen, die Betreuung von Blockpraktikanten, die Unterstützung schulischer Arbeitsgemeinschaften und der Botanikschule des Schulbiologiezentrums Leipzig im Botanischer Garten der Universität Leipzig ist möglich. In der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB Leipzig) können Diplomverteidigungen besucht werden und interessierte Schüler werden auf die angebotenen Studienrichtungen vorbereitet. Die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT Leipzig) bietet eine vertiefte Ausbildung besonders begabter Schüler an.

Durch den Thomanerförderkreis e.V. werden die Alumnen des Thomanerchores ausgebildet und Lehrer der Schule arbeiten aktiv im Vorstand mit. Außerdem besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Thomanerchor, Thomasschule und Forum Thomanum e.V.

Persönlichkeiten

Johann Sebastian Bach, Porträtstich (vor der Thomasschule) von Albert Henry Payne (1812–1902), darunter das Denkmal von der Schule

Lehrer

Die Schule hat insgesamt 67 hauptamtliche Lehrer. Davon sind 47 weiblich und 20 männlich. An der Thomasschule unterrichteten viele bekannte Lehrer wie der Physik-Nobelpreisträger Karl Ferdinand Braun (1850–1918) und die Thomaskantoren, unter ihnen Johann Sebastian Bach (1685–1750).

Siehe auch: Liste berühmter Lehrer der Thomasschule zu Leipzig

Schüler

In Vergangenheit und Gegenwart waren zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Schüler der Thomasschule, darunter der Komponist Richard Wagner (1813–1883) und die Bachsöhne.

Siehe auch: Liste berühmter Schüler der Thomasschule zu Leipzig

Mäzene

Der Bürgermeister Christian Lorentz von Adlershelm (1608–1684) stiftete 1668 ein Kapital in Höhe von 4.550 Talern. Der Ratsherr Johann Ernst Kregel von Sternbach (1652–1731) stiftete 2.500 Taler, deren Zinsen für die Beschaffung von Getränken verwendet werden sollten. Später stockte er die Stiftung um 500 Taler auf. Der Ratsherr Johann Franz Born (1660–1732) stiftete 2.000 Taler zur Speisung von Schülern. Der Bürgermeister Heinrich Friedrich Innocentius Apel (1731–1802) stiftete der Thomasschule 2.400 Taler und bedachte sie mit 1.600 Talern in seinem Testament. Der Rektor Friedrich Wilhelm Ehrenfried Rost (1768–1835) stiftete der Thomasschule das 1746 von Elias Gottlob Haußmann (1695–1774) gefertigte Ölgemälde Bachs. Dem Unternehmer Wigand Freiherr von Salmuth (1931–2006) ist die Restaurierung der Thomaskirche und der Sauer-Orgel sowie der Erwerb der Villa Thomana zu verdanken.

Literatur

Monografien und Sammelbände

19. Jahrhundert

  • Albert Brause: Johann Gottfried Stallbaum. Ein Beitrag zur Geschichte der Thomasschule in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Leipzig 1897/1898. 
  • Oskar Dähnhardt, Rudolf Hildebrand: Volkstümliches aus dem Königreich Sachsen auf der Thomasschule gesammeltJahrhunderts. Teubner, Leipzig 1898. 
  • Johann Friedrich Richard: Das Thomaskloster zu Leipzig, mit besonderer Berücksichtigung der Klosterschule. Hundertstund & Pries, Leipzig 1877. 
  • Rost, Friedrich Wilhelm Ehrenfried: Was hat die Leipziger Thomasschule für die Reformation gethan?. Leipzig 1817. 
  • Rost, Friedrich Wilhelm Ehrenfried: Die Feyer des 600jährigen Bestehens der Thomasschule zu Leipzig …. Leipzig 1822. 
  • Sachse, Richard: Programm zur feierlichen Einweihung des neuen Schulhauses der Schola Thomana.. Hundertsstund & Pries Druck, Leipzig 1877. 
  • Stallbaum, Gottfried: Die Thomasschule zu Leipzig nach dem allmäligen Entwicklungsgange ihrer Zustände, insbesondere ihres Unterrichtswesens. Eine Säcularschrift zur Feier der vor dreihundert Jahren in Leipzig eingeführten kirchl. Reformation. Staritz Druck, Leipzig 1839. 
  • Stallbaum, Gottfried: Über den inneren Zusammenhang musikalischer Bildung der Jugend mit dem Gesammtzwecke des Gymnasiums.. Nagel, Leipzig 1842. 
  • Stallbaum, Gottfried: Das Griechische und Lateinische in unsern Gymnasien und seine wissenschaftliche Bedeutung für die Gegenwart eine Schulrede, begleitet von einigen Bemerkungen über reformatorische Bestrebungen unserer Zeit. Staritz, Leipzig 1846. 
  • Johann Gottfried Stallbaum: Die Thomasschule zu Leipzig.. Staritz, Leipzig 1839. 
  • Richard Sachse: Beiträge zur Geschichte des Thomasklosters und der Thomasschule. Edelmann, Leipzig 1880. 
  • Gustav Wustmann: Eine deutsche Schulkomoedie auf der Thomasschule (1660). Hundertstund & Pries, Leipzig 1877. 

20. Jahrhundert

  • Dähnhardt, Oskar: Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenforschung. Abhandlung zu dem Bericht der Thomasschule in Leipzig über das Schljahr 1907/08. Edelmann, Leipzig 1908. 
  • Herz, Reinhart; Sachse, Richard: Die Lehrer der Thomasschule zu Leipzig 1832–1912. Die Abiturienten der Thomasschule zu Leipzig 1845–1912. Teubner, Leipzig 1912. 
  • Herz, Reinhart: Die Siebenhundertjahrfeier der Thomasschule zu Leipzig. (24.-26. September 1912); Bericht. Edelmann, Leipzig 1913. 
  • Kemmerling, Franz: Die Thomasschule zu Leipzig. Eine kurze Geschichte von ihrer Gründung 1212 bis zum Jahre 1227. Teubner, Leipzig 1927. 
  • Mezger, Manfred; Knick, Bernhard (Hrsg.): St. Thomas zu Leipzig. Schule und Chor. Stätte des Wirkens von Johann Sebastian Bach. Bilder und Dokumente zur Geschichte der Thomasschule und des Thomanerchores mit ihren zeitgeschichtlichen Beziehungen. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1963, ISBN 3-7463-0085-1. 
  • Sachse, Richard: Die ältere Geschichte der Thomasschule zu Leipzig. Nach den Quellen dargestellt. Teubner, Leipzig 1912. 
  • Schulze, Hans-Joachim (Hrsg.): Die Thomasschule Leipzig zur Zeit Johann Sebastian Bachs. Ordnungen und Gesetze 1634, 1723, 1733. Zusammengestellt und mit einem Nachwort von Hans Joachim Schulze. Zentralantiquariat der Deutschen Demokratischen Republik, Leipzig 1987, ISBN 3-7463-0085-1. 
  • Tesmer, Gottlieb; Müller, Walther: Ehrentafel der Thomasschule zu Leipzig. Die Lehrer und Abiturienten der Thomasschule zu Leipzig 1912–1932. Selbstverlag des Thomasbundes e.V., Leipzig 1934. 
  • Thomasius, Jakob, Sachse, Richard (Hrsg.): Acta Nicolaitana et Thomana. Aufzeichnungen von Jakob Thomasius während seines Rektorates an der Nikolai- und Thomasschule zu Leipzig (1670–1684). Wörner, Leipzig 1912. 

21. Jahrhundert

  • Braun, Brigitte; Bach-Archiv (Hrsg.): Schola Thomana 1680–1750. Vom Leben, Lernen und Singen in der Thomasschule; 49. Kabinettausstellung im Johann-Sebastian-Bach-Museum in Zusammenarbeit mit dem Thomanerchor Leipzig vom 17. Mai bis 9. September 2001; Ausstellungsprospekt. Bach-Archiv, Leipzig 2001. 
  • Krasselt, Judith; Bersch, Hans-Jürgen (Hrsg.): Die Thomasschule zu Leipzig zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Leipzig 2000. (= Broschüren des Thomanerbund e.V. 2). 
  • Young, Percy M.: The musical tradition of the school and church of St. Thomas. American Choral Foundation, New York 1981. 

Aufsätze

  • Altner, Stefan: Wiedergefundene Legat-Quittungsbücher und Matrikelverzeichnisse der Leipziger Thomasschule, die auch die Bach-Zeit berühren. In: Bach-Jahrbuch Jg. 86 (2000) S. 119–137. 
  • Altner, Stefan; Kirsten, Felicitas: Leipziger Straßennamen, die in Beziehung zur Thomasschule, Thomaskirche und zum Thomanerchor stehen. Leipzig 2004. In: Thomaner-Almanach 4. Leipzig 2000, S. 46–49. 
  • Clemen, Jörg: Reliquien. Tür ohne Haus; das letzte Überbleibsel der Alten Thomasschule. 2006. In: Bach Magazin 8 (2006), S. 37. 
  • Fröde, Christine: Die Wohnung Johann Sebastian Bachs in der Thomasschule in Leipzig. 1983. In: Johann Sebastian Bach: lebendiges Erbe. – Leipzig, 1983. – Beiträge zur Bachpflege der DDR; 10. – S. 5–22. 
  • Frey, Axel: Stadtgeschichten. Die „Thomasschule“ – Leipzigs älteste Schule (Teil 1 und 2). In: Leipziger Ring (1994) 13/14, 2. und 3. Quartal, S. 8. 
  • Glöckner, Andreas: Alumnen und Externe in den Kantoreien der Thomasschule zur Zeit Bachs. Teubner, Leipzig 2006. In: Bach-Jahrbuch 92 (2006), S. 9–36. 
  • Knick, Bernhard: Thomasschule und Thomanerchor Leipzig. Gedanken, 50 Jahre nach Zerstörung der Thomasschule (20. Febr. 1944 – 20. Febr. 1994). 1994. In: Der Kirchenmusiker 45 (1994), S. 91–96. 
  • Kroker, Ernst: Bachs Berufung in das Kantorat der Thomasschule. In: Kroker, E.: Aufsätze zur Stadtgeschichte Leipzigs (1929), S. 137–148. 
  • Kurzwelly, Albrecht: Neues über das Bachbildnis der Thomasschule und andere Bildnisse Johann Sebastian Bachs. In: Bach-Jahrbuch 1914. S. 1–37. 
  • Richter, Bernhard Friedrich: Das Innere der alten Thomasschule. In: SchrrVGLeipzig 7, 1904, S. 29–54.
  • Richter, Bernhard Friedrich: Stadtpfeifer und Alumnen der Thomasschule in Leipzig zu Bachs Zeit. In: BJ 1907, S. 32–78.
  • Schering, Arnold: Die alte Chorbibliothek der Thomasschule in Leipzig. 1919. In: Archiv für Musikwissenschaft 1 (1918/19), S. 275–288. 
  • Vollhardt-Kamenz: Ein alter Thomaner erzählt … Erinnerungen an die Alumnats- und Schulzeit vor 50 Jahren. Teubner, in: Leipziger Neueste Nachrichten, 8. November 1931, 1 S. 
  • Sachse, Richard; Berthold, Otto (Hrsg.): Die Geschichte der Thomasschule vom Tode des Rektors Jakob Thomasius (1684) bis zur Zeit Bachs und Gesners. In: Aus der Geschichte der Thomasschule in alter und neuer Zeit. Festschrift zum 725-jährigen Schuljubiläum 1937. Teubner. Leipzig 1937, S. 23–66. 
  • Stauffer, George B.: The Thomasschule and the Haus „zum Goldenen Bären“. A Bach-Breitkopf architectural connection. 1996. In: J. S. Bach, the Breitkopfs, and eighteenth-century music trade / ed. by G. B. Stauffer. – Lincoln, Neb. [u.a.], 1996. – Bach perspectives; 2. – S. 181–203. 
  • Weinlig, Christian Theodor: Catalog der der Thomas-Schule zu Leipzig gehörigen Musikalien. Leipzig 1823. 
  • Wustmann, Gustav: Eine deutsche Schulkomoedie auf der Thomasschule (1660). In: SchrrVGLeipzig 2, 1878, S. 82–92.

Mehrbändige Werke

  • Rost, Friedrich Wilhelm Ehrenfried: Beiträge zur Geschichte der Thomasschule. Staritz, Leipzig 1821. 

Schulgesetze

  • Ordnung der Schule zu St. Thomae. Eines Ehrbarn Hochweisen Raths der Stadt Leipzig Ordnung der Schule zu St. Thomae. Immanuel Tietz, Leipzig 1723. 
  • Gesetze der Schule zu S. Thomae. Eines Ehrbaren Hochweisen Raths der Stadt Leipzig Gesetze der Schule zu S. Thomae. Breitkopf, Leipzig 1733. 
  • Gesetze der Schule zu S. Thomae. Eines Ehrbaren Hochweisen Raths der Stadt Leipzig Gesetze der Schule zu S. Thomae. Täubel, Leipzig 1788. 

Graue Literatur

  • Aus der Geschichte der Thomasschule in alter und neuer Zeit. Festschrift zum 725-jährigen Schuljubiläum. Teubner, Leipzig 1937. 
  • Festgruß ihrem hochverdienten Rector … Gottfried Stallbaum am Tage der Jubelfeier Seiner 25jährigen Lehrthätigkeit an der Thomasschule … Den 9. Februar 1845. Leipzig 1845. 
  • Festgruß dem Herrn Gottfried Stallbaum … am Jubelfeste seiner 25jährigen Wirksamkeit an der Thomasschule. Den 10. Februar 1845. Leipzig 1845. 
  • Worte bei dem Erneuerungsfeste der Thomasschule in Leipzig. 20. November 1829 … gesungen und gesprochen. Leipzig 1829. 
  • Friedrich August Eckstein: Programm der Thomasschule in Leipzig. Wodurch zu der öffentlichen Schulprüfung und der Entlassungsfeierlichkeit am 6. und 7. April 1865. Edelmann, Leipzig 1865.
  • Friedrich August Eckstein: Programm der Thomasschule in Leipzig für das Schuljahr 1868–1869. Edelmann, Leipzig 1869.
  • Friedrich August Eckstein: Programm der Thomasschule in Leipzig für das Schuljahr Ostern 1872–1873. Edelmann, Leipzig 1873.
  • Eine Gelegenheitsschrift. Womit zur geneigten Theilnahme an der in der Thomasschule üblichen Jahresfeier … ergebenst einladet. Leipzig 1842. 
  • Bericht. Über das Schuljahr …. Pries, Leipzig. 
  • Programm der Thomasschule in Leipzig. Für das Schuljahr …. Leipzig. 
  • Jahresbericht der Thomasschule in Leipzig. Über das Schuljahr …. Leipzig. 
  • Neumann, Werner; Fröde, Christian: Die Bach-Handschriften der Thomasschule Leipzig. Katalog. Nationale Forschungs- und Gedenkstätten Johann Sebastian Bach der DDR, Leipzig 1986. (= Beiträge zur Bachforschung 5). 

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kreher, Konrad (1999): Ferdinand Braun – Urvater der Halbleiterphysik Leipzig: Universitäts-Journal, o. Jg., Heft 6.
  2. Thomasschule zur Zeit des Nationalsozialismus (Schulprojekt): [1]
  3. Thomasschule zur Zeit des Nationalsozialismus (Schulprojekt): Interviews mit Zeitzeugen
  4. Thomasschule zur Zeit des Nationalsozialismus (Schulprojekt): [2]
  5. Baunetz Wissen: Restaurierung mit „neuer Mitte“
  6. Sächsische Zeitung: Streit über künftige Ausrichtung der Leipziger Thomasschule, 8. Mai 2007
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