Thuine


Thuine
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thuine
Thuine
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thuine hervorgehoben
52.57.466666666666743
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Freren
Höhe: 43 m ü. NN
Fläche: 12,47 km²
Einwohner:

1.934 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49832
Vorwahl: 05902
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 053
Bürgermeister: Karl-Heinz Gebbe (CDU)
Lage der Gemeinde Thuine im Landkreis Emsland
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Über dieses Bild

Die Gemeinde Thuine liegt im südlichen Landkreis Emsland in der Samtgemeinde Freren, westliches Niedersachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Thuine liegt an der B 214 etwa 12 km östlich der Stadt Lingen und 4 km westlich von Freren, dem Hauptort der Samtgemeinde. Es liegt im Mittelteil der hügeligen und waldreichen Lingener Höhe (ein Teil davon heißt Thuiner Holz), dessen höchste Erhebung mit 91 m über NN der Windmühlenberg ist.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Langen und Lengerich, beide in der Samtgemeinde Lengerich, im Osten die Stadt Freren und im Südwesten die Gemeinde Messingen.

Geschichte

Das Umland ist durch zahlreiche megalithische Relikte der Trichterbecherkultur gekennzeichnet wie das Ganggrab (Sprockhoff Nr. 874). Die imposante Anlage ist eine der vollständigst erhaltenen in der Region. Sie hat eine doppelte ovale Einfassung von 33 m Länge und acht Metern Breite. Die Kammer ist 26,5 m lang und bis zu 4,4 m breit.

Die Herkunft des Namens Thuine (alt: Thuinun, Thunen, Tune) ist eher unsicher. Hierin könnte das alte, im plattdeutschen noch bekannte Thun gleichbedeutend mit Zaun, Umfriedung (siehe auch niederl. Tuin für Garten) stecken. In Thuine hat es weit vor der Christianisierung einen uralten Gerichtsplatz gegeben, auf dem Gericht unter Linden gehalten (gehegt) wurde (siehe: Thie/Thing). Dieser Platz wurde umspannt oder durch eine Hecke (niederdeutsch. Hege) begrenzt, eingefriedet. Das heißt, hier herrschte Gerichtsfrieden, auch wenn man sich vorher gestritten hatte.

Noch vor der ersten schriftlichen Erwähnung des Namens Thuine wurde durch Ludwig den Frommen im Jahre 819 dem Abt Castus von Visbeck eine Zuwendung für die ihm untergebenen Kirchen des Leri-, Hase- und Frankengaus gegeben. Dabei sollte die Kirche in Saxlinga ausgenommen sein. Ein Grundstück mit einem ähnlich klingenden Namen (die Saßlingen) befindet sich in Thuine, etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt. Hier wurden auf einer Anhöhe Reste einer Mauer gefunden. Ob hier die Kirche von Saxlingen oder eine alte Burg gestanden hat, ist ungewiss.

Thuine ist nach Messingen einer der am frühesten erwähnten Orte (bereits 836) im Heberegister der Abtei Werden. Thuine gehörte damals zum Venkigau.

Der Ort Thuine ist auch durch die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen vom hl. Martyrer Georg und das Kloster bekannt, die von Schwester M. Anselma Bopp († 1887) gegründet wurde, um caritative und soziale Hilfe im Namen Gottes, insbesondere Krankenpflege zu bewerkstelligen. Das erste Schwesternhaus (ein kleines Fachwerkhaus) wurde von den Franziskanerinnen im Jahr 1857 bezogen.

Geschichte der früheren Bauerschaften

Thuine hatte früher fünf, sich selbst verwaltende Bauerschaften, von denen drei an Freren abgegeben wurden:

  • Suttrup (alt: Suddorphe, auch Susdorphe, später Zuttorpe = Süddorf, südlich von Thuine) wird um 1000 im Werdender Urbar als Teil des Venkigaus erwähnt. Im Corveyer Heberegister werden die Namen Abbo, Sidac, Eligo und Immigo als Abgabepflichtige genannt. 1456 erhielt die Ortschaft die Erlaubnis eine „nye Capellen uppe den olden Zuttorper Kerkhove“ zu erbauen. Die kleine Kapelle wurde auf der Grenze zwischen Suttrup und Lohe auf dem Gelände des Bauern Menke (heute Hüsing) errichtet. Sie wurde um 1900 abgerissen. Lediglich das alte Kapellenkreuz ist bei der Suttruper Schule wieder aufgerichtet worden. Suttrup wurde 1974 an Freren abgetreten.
  • Lohe. In der Bauerschaft Lohe (dtsch. Hain) wurde der Landgöding gehalten, bei dem Streitigkeiten über Grenzen, Erbschaften, Abgaben usw. entschieden wurden. In Lohe wurde 1847 ein bedeutender Schatzfund aus römischer Zeit gemacht. Die Ortschaft wurde zusammen mit Venslage 1974 an Freren abgegeben.
  • Venslage (alt: Vennislay) kommt um 1000 im Werdener Heberegister vor. Das Bestimmungswort ist unsicher. Eine Annahme ist, dass sich der Name von Feme herleitet. Das wäre dann ein Ort an dem die Feme getagt hat. Der Ort ist 1974 zu Freren gekommen.
  • Hollenhorst. Das Grundwort -horst bedeutet Stätte, Ort. Das Bestimmungswort hollen könnte gut bedeuten (heute noch im Wort holden enthalten). Es handelte sich somit möglicherweise um eine Stätte, wo die guten (holden) Götter wohnten.
  • Brümsel. In Brümsel steckt das Bestimmungswort brüm für Ginster oder Brombeeren (niederdeutsch. noch als Brommelbeeren erhalten). Das Grundwort ist unklar. Einerseits könnte -sel Gewässer, Nässe, Morast bedeuten. Aus sel/sil in Übertragung auf das dem Herosprinzip zugeordnete (Frucht-)Wasser, vgl. urgerm. síh(w)ila, sí(g)wila. Hier wäre dann ein Ort in Bezug zu einem entsprechend wichtigen Gewässer benannt, an dem Ginster oder Brombeersträucher standen. Andererseits könnte „sel“ eine Abkürzung von sedil = Sitz, Aufenthaltsort, Wohnung, Obdach sein. Das ergäbe dann eine Behausung in einem Brombeerfeld.

Entwicklung des Ortes

Einwohnerzahl 1880 1900 1925 1933 1939 1950
Thuine 668 843 1.149 1.046 795 1.359
Suttrup 395 419 463 482 477 596
Lohe-Venslage 331 331 342 363 387 483
Brümsel 139 124 152 179 189 249

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich aus 10 Ratsherren zusammen. Als Ergebnis der Kommunalwahl am 11. September 2011 gehören ihm nun zwei Parteien an, da die SPD zwei Sitze stellt. Da die SPD nur zwei Kandidaten gestellt hat, bleibt ein Sitz frei, sodass der Gemeinderat nur 10 Sitze belegt.

Tourismus

  • In Thuine gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten in Pensionen und Privatunterkünften.
  • Empfehlenswert ist ein Rundgang von ca. 3 km über die "Straße der Lieder", an dessen Weg auch ein Kneipp-Becken liegt.

Sehenswürdigkeiten

  • Das Großsteingrab in der Kunkenvenne ist eine Megalithanlage aus der Zeit zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Sie ist fast vollständig erhalten, liegt einen Kilometer nördlich von Thuine und ist die eindrucksvollste Anlage Nordwestdeutschlands. Sie besteht aus doppelten ovalen Einfassungsreihen. Die Kammer nimmt fast den gesamten Innenraum ein.
  • Die Dorfkirche St. Georg, deren ältester Teil, der Kirchturm, aus dem zwölften Jahrhundert stammt. Sie ist eine Simultankirche und wird somit von der Katholischen Kirchengemeinde St. Georg, als auch von der Evangelischen Kirchengemeinde Freren-Thuine genutzt.
  • Das Franziskanerinnenkloster
  • Der Soldatenfriedhof Thuine
  • Die neu errichtete Josefsklause am Waldfriedhof

Verkehrsanbindung

  • Thuine ist über die Bundesstraße B214 direkt mit dem Auto zu erreichen.
  • die Buslinie 131 der VGE Emsland-Süd verbindet Thuine montags-freitags nahezu im Stundentakt mit Lingen bzw. Freren/Fürstenau
  • die nächste Bahnstation befindet sich im 11 Kilometer entfernten Lingen.

Literatur

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück – Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling – Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels – Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft – Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.) – Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Statistik des Deutschen Reichs – Ergebnissen verschiedener Volkszählungen, Berlin 1883–1944
  • Niedersächsisches Amt für Landesplanung und Statistik – Statistisches Jahrbuch 1950, Hannover 1950

Persönlichkeiten

In Thuine geboren

Wichtige Persönlichkeiten

  • Schwester Maria Anselma Bopp († 1887), Gründerin des Thuiner Klosters und der Kongregation der Thuiner Franziskanerinnen 1869

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)

Weblinks

 Commons: Thuine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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