Ticona


Ticona
Ticona
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Rechtsform GmbH
Gründung 1961
Sitz Sulzbach (Taunus), Frankfurt-Höchst
Mitarbeiter 1.800
Branche Kunststoffherstellung
Website http://www.ticona.com/de/home_page/homepage.htm

Ticona ist ein internationaler Hersteller von technischen Kunststoffen. Das Werksgelände des Unternehmens befindet sich im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main, die Unterzentrale in Sulzbach (Taunus) im Main-Taunus-Kreis. Bis 2011 war das Unternehmen in Kelsterbach im Kreis Groß-Gerau ansässig. Wegen des Baus der neuen Nordwestlandebahn am Frankfurter Flughafens musste der alte Standort aufgegeben werden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Monomerbetrieb bei Ticona

Das Werk Kelsterbach wurde 1961 als ein Joint-Venture der Celanese Corporation of America, und der in Frankfurt am Main ansässigen Hoechst AG gegründet. Nach der Fusion der Hoechst AG mit dem französischen Pharma-Konzern Rhône-Poulenc 1999 zu Aventis (heute Sanofi-Aventis), wurde die Ticona GmbH als eigenständiges Unternehmen in die deutsche Celanese-Tochter eingegliedert. Ticona stellt ungefähr 17 % der Celanese GmbH dar.

Das Hauptgeschäft von Ticona liegt seit der Gründung 1961 in der Produktion von Hostaform, einem Acetalpolymer. Hierbei handelt es sich um einen Hochleistungskunststoff für technische Anwendungen.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 wurde der Geschäftsbereich Topas, welcher Cyclo-Olefin-Copolymere (COC) herstellt und vertreibt, an die japanischen Firmen Daicel und Polyplastics verkauft und in das neue Unternehmen Topas Advanced Polymers ausgegliedert. Polyplastics selbst ist ein Joint Venture von Daicel und Ticona.

Ansichten des ehemaligen Werksgeländes in Kelsterbach

Koordinaten des ehemaligen Werksgeländes in Kelsterbach: 50° 1′ 49″ N, 8° 29′ 8″ O50.030328.48566

Ticona (Hessen)
Ticona
Ticona

Produkte

Ticona bietet verschiedene technische Kunststoffe an:

Ticona und der Flughafen Frankfurt

Da das Werk Kelsterbach sehr nahe am Flughafen Frankfurt lag, gab es immer wieder Konflikte mit der Fraport AG als Betreiberin des Flughafens, denn die von Fraport favorisierte Variante des geplanten Flughafenausbaues ist nach Ansicht der Ticona mit dem Standort des Werkes aus Sicherheitsgründen nicht vereinbar.[1] Dies hatte auch die Störfallkommission der Bundesregierung bestätigt. Dem entgegen stand, dass das Werk schon seit 1964 an diesem Standort existierte und die Ticona über viele Jahre hinweg vorgetragen hatte, dass Werk und Flughafen problemlos nebeneinander existieren könnten und deshalb Betriebsgenehmigungen erhalten hatte.

In einem Urteil vom 24. Oktober 2006 wies der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel eine Klage der Ticona gegen die bestehenden Flugrouten des Flughafens ab. In der Klage hatte sich die Ticona auf die Richtlinie 96/82/EG (Seveso-II-Richtlinie) berufen, nach der ein angemessener Abstand zwischen einer Störfallanlage und einem Verkehrsweg einzuhalten ist. In der Urteilsbegründung heißt es, die Seveso-II-Richtlinie sei nicht auf Flugrouten anwendbar, da es sich dabei nicht um Verkehrswege im Sinne der Richtlinie handele. Außerdem diene die Richtlinie dem Schutz von Anwohnern und Nutzern der Verkehrswege vor dem Störfallbetrieb und nicht dem Schutz des Störfallbetriebes selbst. Die Verantwortung für Risiken liege beim Betreiber des Störfallbetriebes. Im übrigen sieht der VGH keine besondere Gefahr bei einem Absturz, da die gefährlichen Giftstoffe bereits durch Bunker geschützt sind. Das Urteil ging nicht auf die Problematik einer neuen Landebahn ein, bei deren Errichtung der Landeanflug in wenigen Metern Höhe direkt über die Werksanlagen erfolgen würde. Aufgrund dieser Problematik drohte die hessische Landesregierung dem Unternehmen mehrfach mit Enteignung.

Am 28. November 2006 wurde bekannt, dass sich Ticona und Fraport einigten, der Standort Kelsterbach aufgegeben und an anderer Stelle ein neues Werk errichtet werden soll. Dafür zahlte Fraport rund 670 Millionen Euro an Ticona. Als Realisierungszeitraum wurde fünf Jahre angenommen, die Frage nach dem neuen Standort war zunächst offen. Bereits am 27. März 2007 stand fest, dass das Werk im Rhein-Main-Gebiet bleiben soll und die Standorte Frankfurt-Höchst oder Wiesbaden zur Wahl stehen. Am 27. Juli 2007 gab Ticona schließlich bekannt, dass der Aufsichtsrat der Celanese Corporation am vorherigen Tage die Umsiedlung des Werks in den Industriepark Höchst in Frankfurt am Main beschlossen hat.[2] Als neue Unternehmenszentrale wurde Sulzbach (Taunus) ausgewählt. Am 26. September 2011 wurde das neue Werk in Frankfurt eingeweiht.[3] Das rund 110 Hektar große ehemalige Ticona-Gelände wird von Fraport als „Mönchhof Gelände“ zur Ansiedlung von niedrigbauenden Logistikunternehmen vermarktet.[4] Ende 2011 sollen bereits über 50 Prozent der Flächen vergeben sein.[5]

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Schubert: Tanklager Raunheim: Fraport droht zweites Ticona. In: Frankfurter Rundschau. 5. Mai 2008.
  2. Thorsten Winter: Ticona zieht in den Industriepark Höchst um. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Juli 2007.
  3. Thorsten Winter: Ticona feiert neues Werk und lobt Standort. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 26. September 2011.
  4. Mönchhof Gelände. In: Frankfurt Airport.
  5. Magistrat auf Achse. In: Stadt Kelsterbach. 27. Juli 2011 (Pressemitteilung).

Weblinks

 Commons: Ticona Werk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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