Tojo Hideki


Tojo Hideki
Hideki Tōjō

Tōjō Hideki (jap. 東條 英機; * 30. Dezember 1884 in Kōjimachi, Tokio (heute: Chiyoda); † 23. Dezember 1948 in Toshima) war ein General der japanischen Armee und der 40. Premierminister Japans vor und während des Zweiten Weltkriegs. Er gilt de facto als Militärdiktator Japans in der Kriegszeit und als direkt verantwortlich für den Tod von mindestens vier Millionen Chinesen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Tōjō Hideki als junger Offizier

Tōjō, der in Japan auch unter dem Spitznamen „Rasiermesser“ bekannt ist, war Mitglied jener Militärjunta, die Japan Ende der 1930er Jahre in den Krieg trieb. Als Kriegsminister führte er 1940 mit der Unterzeichnung des Dreimächtepakts in Berlin Japan in die Allianz der Achsenmächte mit Deutschland und Italien.

Tōjō als Premierminister

Nachdem der Premierminister, Fürst Konoe Fumimaro, vergeblich versucht hatte, ein Treffen mit US-Präsident Franklin D. Roosevelt zu arrangieren, um eine Einigung wegen der außenpolitischen Spannungen mit den Vereinigten Staaten zu erzielen, trat dieser zurück. Daraufhin wurde Tojo am 17. Oktober 1941 von Kaiser Hirohito zum Premierminister ernannt und übernahm das Oberkommando über die Japanischen Streitkräfte. Der Kaiser behielt zwar nominell die Macht in Japan, doch die Dominanz des Militärs stellte sicher, dass Tōjō faktisch der Militärdiktator Japans war.

Nach letzten Vermittlungversuchen mit den USA im November 1941 führte Tōjōs Kabinett Japan mit dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg.

Nach einer Reihe von militärischen Niederlagen im Pazifikkrieg musste er am 18. Juli 1944 zurücktreten. Er verließ die Regierung und zog sich in die Abgeschiedenheit zurück.

Tōjōs Verhaftung und Verurteilung

Tōjō in amerikanischer Gefangenschaft

Nach dem Krieg unternahm er einen Selbstmordversuch, indem er sich in die Brust schoss. Er überlebte, wurde kurz darauf verhaftet und erholte sich in einem Krankenhaus von seiner Verletzung.

Er wurde dann vom Internationalen Militärtribunal für den Fernen Osten wegen Kriegsverbrechen angeklagt und schuldig gesprochen wegen Führung von Aggressionskriegen gegen China, die USA, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Frankreich sowie wegen unmenschlicher Behandlung von Kriegsgefangenen. Am 12. November 1948 wurde er zum Tode verurteilt und am 23. Dezember 1948 im Sugamo-Gefängnis in Toshima gehängt.

Wegen der Verbrechen, die unter seiner Führung begangen wurden, gilt Tōjō als verantwortlich für die Ermordung von mindestens vier Millionen Chinesen. Er hatte außerdem gebilligt, dass biologische Experimente an Kriegsgefangenen (siehe Einheit 731) durchgeführt sowie Tausende Chinesen und Koreaner als Zwangsarbeiter nach Japan verschleppt wurden.

Literatur

  • Courtney Browne: Tojo: The Last Banzai. New York: Holt, 1967.

Weblinks

Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Eigennamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Japanischen. Tōjō ist hier somit der Familienname, Hideki ist der Eigenname.

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