Topol-M


Topol-M
Topol-M bei den Vorbereitungen zur Militärparade im Mai 2010 in Moskau
Dmitri Medwedew vor einem Topol-M-Startfahrzeug

Die RS-12M2 (NATO-Code:SS-27 Mod.1 Sickle-B; GRAU-Index:15Sch65) ist eine mobile, ballistische Interkontinentalrakete aus russischer Produktion. Die Truppenbezeichnung des Systems lautet RT-2PM2.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Die Topol M ist eine Weiterentwicklung der Topol (RT-2PM, SS-25 Sickle). Das System entstand als Reaktion auf die US-amerikanischen Pläne zum Aufbau eines Raketenabwehrschildes (NMD). Im Jahre 1991 begann man im Konstruktionsbüro MITT (Moskauer Institut für Wärmetechnik) mit der Systementwicklung und die ersten Flugtests erfolgten 1994. Die Topol M wurde erstmals mit zwei Raketen im Dezember 1997 bei den russischen Streitkräften im Gebiet Saratow eingeführt. Die neue Variante mit der mobilen Abschussrampe wurde am 24. Dezember 2004 erfolgreich in Plessezk getestet und im Dezember 2006 eingeführt. 2007 wurde erstmalig eine MIRV-tragende Version der Topol getestet, welche als RS-24 (NATO-Code SS-27 Mod.2) bezeichnet wird. Diese soll ab 2012 als einzige Topol-M Version produziert werden. Die seegestützte Bulawa SLBM basiert ebenfalls auf Technik der Topol-M.

Technik

Die Topol-M ist eine dreistufige Feststoffrakete. Die Rakete besteht aus modernen Composit-Werkstoffen und wird in der Wotkinsker Maschinenfabrik produziert.

Das mobile System ist auf dem geländegängigen MZKT-79221-16x16-LKW untergebracht und damit schnell verlegbar und schwierig zu lokalisieren; eine präventive Zerstörung ist demnach nicht zuverlässig möglich. Jedes Fahrzeug ist mit einem Flugkörper bestückt.

Die Rakete ist mit einem nuklearen MARV-Sprengkopf mit einer Sprengkraft von 550 kT TNT ausgestattet (möglicherweise auch 800kT wie bei der Vorgängerversion Topol)[1]. Die Steuerung erfolgt mittels einer Trägheitsnavigationsplattform sowie dem GLONASS-Satellitennavigationssystem. Mit diesen beiden Systemen soll eine Treffgenauigkeit (CEP) unter 350 m erreichbar sein. Der Gefechtskopf der Topol-M ist in der Lage, nach dem Start von einer ballistischen in eine semiballistische Flugbahn zu wechseln; dadurch ist es Raketenabwehrsystemen nur sehr schwer möglich, den Flugkörper zu zerstören.

Mit der Topol M sollen sich sämtliche strategische Ziele, wie gehärtete Raketensilos und unterirdische Kommandobunker, bekämpfen lassen. US- und NATO-Experten sehen die Topol als hervorragende Zweitschlagswaffe, mit der aber auch ein erfolgreicher Erstschlag geführt werden könne.

Status

Zum Ende des Jahres 2010 besaßen die russischen Raketentruppen über 52 silogestützte und 18 mobile Topol-M-Raketen. Hinzu kommen 6 mobile RS-24 Jars, bei den es sich um mit MIRV-bestückten Topol-M handelt. Die insgesamt 24 mobilen Raketen sind in 3 Regimentern in Teikowo stationiert, die 51 silogestützten Systeme in 6 Regimentern in Tatishchevo. Das sechste Regiment in Tatishchevo soll bis Ende 2012 vervollständigt werden, wonach die Stationierung der silogestützten Variante eingestellt werden soll. Von der mobilen Version soll ab 2011 nur noch die MIRV-Variante RS-24 stationiert werden.[2] Es ist geplant, bis zum Jahr 2015 insgesamt 100 bis 120 Systeme zu beschaffen.

Technische Daten der SS-27 Sickle-B

System RS-12PM Topol-M
Lenkwaffe unbekannt
NATO-Code SS-27 Sickle-B
Einführungsjahr 1997
Antrieb 3 Stufen Feststoff
Geschwindigkeit 17.400 km/h
Länge 22,70 m
Rumpfdurchmesser 1,86 m
Gewicht 47.200 kg
Nutzlast 1.200 kg
Sprengkopf Nuklear 550kT (mglw. 800kT)
Treffergenauigkeit (CEP) 200-350 m
Einsatzreichweite 10.500 km

Siehe auch

Quellen

  • JANE'S STRATEGIC WEAPON SYSTEMS Edition 2005 Jane's Verlag
  • Landgestützte sowjetische/russische ballistische Lenkwaffen DTIG - Defense Threat Informations Group, Juli 2005
  1. Nuclear Notebook: U.S. and Soviet/Russian intercontinental ballistic missiles, 1959-2008
  2. Topol-M and RS-24 missiles in 2010

Weblinks

 Commons: RT-2PM2 Topol-M – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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