Tottaste


Tottaste

Der Begriff Tottaste (englisch: dead key) bezeichnet eine Taste auf einer Tastatur, die nach dem Drücken nicht sofort angezeigt wird, sondern eine Art „Wartemodus“ aktiviert. Erst ein weiterer Tastendruck erzeugt dann ein kombiniertes Zeichen (Grundzeichen und Diakritika) wie è, ĉ, ñ, ś oder ů.

Mit Hilfe solcher Tastenkombinationen ist es dem Anwender möglich, beispielsweise auch auf einer Tastatur mit deutscher Tastaturbelegung französischsprachige Buchstaben wie é einzugeben, ohne dass die entsprechenden Tasten auf der Tastatur vorhanden sein müssen.

Ursprung

Auf mechanischen Schreibmaschinen wird beim Druck auf eine Tottaste nur das Zeichen auf das Blatt geschrieben, ohne den Wagen weiter zu bewegen. Als nächstes kann ein beliebiger Buchstabe getippt werden, der dann akzentuiert auf dem Blatt steht. Die Eingabe in umgekehrter Reihenfolge zu realisieren – so wie man es eigentlich per Handschrift macht: Erst den Buchstaben und dann den Akzent – wäre mechanisch zu kompliziert gewesen (der Wagen hätte ein Zeichen zurücklaufen müssen).

Aus Gewohnheitsgründen wurde dieses System auf moderne Computertastaturen übernommen und wird heute noch weitgehend überall so verwendet.

Beispiele

So besitzen Schweizer Tastaturen die Umlaut-Tottaste ¨, mit der es möglich ist, Umlaute in Großbuchstaben wie Ä, welche auf Schweizer Tastaturen fehlen, einzugeben. Ein weiteres Beispiel ist die Akzent-Taste ´ mit »´« und »`« (auf deutschen Tastaturen meist rechts neben „ß“). Wird diese Taste gedrückt, passiert zunächst einmal nichts; drückt man anschließend auf beispielsweise ein E, wird das Zeichen „é“ ausgegeben.

Im Normalfall – und in den meisten Eingabestandards auch vorgeschrieben – ergibt die Tottaste (Beispiel: ´) und der anschließende Druck auf die Leertaste das Zeichen selbst (nicht mit dem Apostroph »’« oder dem Minutenzeichen »′« bzw. dem für beide vorgesehenen Ersatzzeichen »'« zu verwechseln).

Auf deutschen Tastaturen ist noch der Zirkumflex (»^«) und die Tilde (»~«) oft als Tottaste ausgeführt. Allerdings stirbt die Tilde als Tottaste auf deutschen Tastaturen aus, da kaum noch ein Tastaturtreiber sie als Tottaste aufführt. Für hauptsächlich (beispielsweise) spanischsprachige Nutzung oder für osteuropäische Sprachen gibt es Tastaturen (bzw. Treibersoftware) mit den jeweiligen spezifischen Tottasten.

Benutzer, die vorwiegend programmieren oder aus anderen Gründen die Sonderzeichen unmittelbar benötigen, verwenden gern eine Tastaturbelegung ohne Tottasten, da Zeichen wie »^« dann oft eine eigene Bedeutung haben und sonst nur mit einem zusätzlichen Leerzeichen eingegeben werden können. Die Eingabe von beispielsweise französischen Texten verkompliziert sich dadurch erheblich, aber Software-Quelltexte lassen sich besser erstellen.


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