Trojanisches Pferd (Mythologie)


Trojanisches Pferd (Mythologie)

Das Trojanische Pferd war in der griechischen Mythologie ein hölzernes Pferd, in dessen Bauch Soldaten versteckt waren. Die Soldaten öffneten nachts die Stadtmauern Trojas von innen und ließen das Heer der Griechen ein. Mit dieser Kriegslist gewannen die antiken Griechen den Trojanischen Krieg.

Inhaltsverzeichnis

Mythos

Nachdem die Griechen im Trojanischen Krieg lange erfolglos um die Mauern von Troja gekämpft hatten, rief der Seher Kalchas eine Versammlung der vornehmsten Helden zusammen und riet ihnen, Troja nicht mit Gewalt, sondern mit Hilfe einer List zu erobern. In anderen Quellen wird Odysseus als Urheber der List genannt.

Die Griechen bauten darauf hin im zehnten Kriegsjahr ein großes Holzpferd, in dessen Inneren sich griechische Soldaten versteckten. Das Pferd wurde vom griechischen Held Epeios erschaffen, dem im Traum die Göttin Pallas Athene erschien und ihm auftrug, das mächtige Ross aus Balken zu zimmern, indem sie selbst ihren Beistand zur schnelleren Vollendung des Werkes versprach. Mit Athenes Hilfe und der Unterstützung der Atriden schaffte er es, sein perfektes Kunstwerk innerhalb von drei Tagen zu vollenden. Nachdem die Armee, die Troja belagerte, den Abzug vorgetäuscht hatte, holten die Trojaner das Pferd trotz vorheriger Warnung des Laokoon vor dem Danaergeschenk in die Stadt, da sie es für ein Abschiedsgeschenk der Griechen an deren Unterstützer Poseidon hielten, womit sie zugleich den Meeresgott, ihren Feind seit den Tagen des Laomedon, demütigen wollten. Sinon, ein heldenhafter Grieche, der sich eigens zu diesem Zweck freiwillig gemeldet hatte, machte die Trojaner glauben, es handele sich um ein Weihgeschenk der Griechen an die Göttin Athene, das ihnen, sollten sie es zerstören, Unheil, und, falls sie es in die Stadt brächten, ihren Schutz zuteil kommen lassen würde. Allein deshalb sei es auch so groß gebaut worden, damit es nicht durch die Stadttore passe. In der Stadt blieben die Warnungen der Kassandra und des Laokoon unbeachtet. Das Pferd wurde in die Stadt gezogen und vor dem Tempel der Athene aufgestellt. In der Nacht krochen die Soldaten aus dem Bauch des Pferdes und öffneten die Stadttore. Die Griechen, die in der Nacht zurückgekehrt waren, drangen in die Stadt ein und zerstörten sie. Dabei kam es zu zahlreichen Freveltaten, die den Griechen auf ihrer Heimreise später noch schwer zu schaffen machen sollten, wie die Odyssee oder die Mythen um Ajax den Lokrer berichten.

Überlieferung

Die Beschreibung der Eroberung Trojas (Ἰλίου πέρσις Iliou persis, Ilions/Trojas Zerstörung) ist verloren gegangen, die Geschichte ist durch Zitate in anderen Werken wie in der Odyssee Homers (8. Gesang, Vers 493ff) und ihren Neubearbeitungen, u. a. die Aeneis (2. Gesang) des Vergil, die Posthomerica von Quintus von Smyrna, Iliou halōsis (Ἰλίου ἅλωσις) von Triphiodoros, bekannt. Die genauen Details variieren in den verschiedenen Bearbeitungen.

Die Helden im Pferd

Diese sind als eine Elitegruppe der Griechen zu sehen, die nur aus den besten freiwilligen Kämpfern, vor allem aus Anführern bestand; ihre Anzahl schwankt in den verschiedenen Bearbeitungen, hier eine Auswahl von 40.

Antiklos soll schon im Pferd gestorben sein, als Odysseus ihn zum Schweigen bringen wollte und erwürgte, da Antiklos, durch Helena betört, im Begriff war zu antworten (Odyssee, 4. Gesang, Verse 265-289). Auch Echion starb frühzeitig, als er aus dem Pferd sprang. Außerdem wurde Thoas im Pferd getötet, da er betrunken war.

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