Trottel


Trottel

Als Trottel bezeichnet man im Allgemeinen einen dummen und/oder ungeschickten Menschen mit eingeschränkter Intelligenz. Der heute pejorative Ausdruck Dorftrottel ist eine Bezeichnung für einen ortsbekannten Sonderling, der eventuell geistig behindert ist, aber zumindest obige Beschreibung erfüllt.

Die Bezeichnung kommt wohl vom trotteln – der ursprünglichen Bezeichnung für den langsamen, gemächlichen Pferdegang – und ist mit trotten (laufen, treten) und mit traben verwandt, daher auch mit Trottoir (Gehsteig) und Trottinett (Roller), Trotte (Traubenpresse oder auch Weinkeller).

Entsprechende Adjektiva sind etwa trottelig und vertrottelt. Das Wort Trottel gelangte im 19. Jahrhundert aus dem Oberdeutschen in die Schriftsprache und bezeichnete dort noch einen Menschen mit täppischem Gang.

Es gibt viele Versionen, je nach Dialekt. Steigerungsformen wie Volltrottel, Obertrottel oder Megatrottel sind nicht unüblich. Männer und Frauen werden gleichberechtigt mit diesem Schimpfwort bezeichnet, nicht jedoch in Österreich. Dort wird für Frauen in ähnlichem Zusammenhang das Wort Trampel, in Südösterreich Treapn verwendet.

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Wiktionary Wiktionary: Trottel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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  • Trottel — Trottel, soviel wie Kretin …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Trottel — Trottel, s. Kretinen …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Trottel — Trottel(Troddel)m 1.schwachsinniger,einfältigerMensch;MenschohneTatkraft.Iterativumzu»trotten=treten«imSinnevon»mitkurzenSchrittengehen«,wieesaufdentäppischenGangdesSchwachsinnigenzutrifft.AusdemÖsterrum1833vorgedrungen.… …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • Trottel — Sm Schwachsinniger std. stil. (19. Jh.) Stammwort. Aus Österreich übernommen. Herkunft unklar. Vielleicht zu trotteln planlos herumlaufen , das zu dem Komplex treten (trotten, Trott) gehört. ✎ Röhrich 3 (1992), 1646. deutsch d …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Trottel — »Schwachsinniger, Dummkopf«: Das im 19. Jh. aus dem Oberd. in die Schriftsprache gelangte Wort gehört wahrscheinlich im Sinne von »Mensch mit täppischem Gang« zu den unter ↑ Trott behandelten Verben »trotten, trotteln« (beachte das Verhältnis von …   Das Herkunftswörterbuch

  • Trottel — der Trottel, (Oberstufe) ugs.: jmd., der nicht besonders intelligent ist Synonyme: Dummkopf, Tölpel, Blödmann (ugs.), Knallkopf (ugs.), Depp (SD, A, CH) Beispiel: Der Lehrer hat einen Schüler als Trottel beschimpft. Kollokation: jmdn. als Trottel …   Extremes Deutsch

  • Trottel — Blödmann (umgangssprachlich); Schwachkopf (derb); Idiot (derb); Blödian (umgangssprachlich); Dumpfbacke; Dummkopf; Minderbemittelter; Tuppe ( …   Universal-Lexikon

  • Trottel — Blödling; (ugs.): Dödel, Dummbart[el], Dussel, Weihnachtsmann; (österr. ugs.): Dodel; (schweiz. ugs.): Klaus; (salopp): Knallkopf, Knallkopp, Schote; (fam.): Dummerjan, Dummrian; (derb): Arsch; (abwertend): Dummkopf, Tölpel, Tropf; (ugs.… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Trottel — Jemanden als Trottel behandeln: jemanden wie einen Deppen behandeln; Trottel meint eigentlich einen Menschen mit täppischem Gang (von trotten, trotteln); der Ausdruck wird gebraucht für jemanden, der nicht bemerkt, was um ihn herum passiert und… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Trottel — Trọt·tel der; s, ; gespr pej; ein dummer, ungeschickter Mensch ≈ Dummkopf || hierzu trọt·te·lig Adj …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache