Uechtritz (Adelsgeschlecht)


Uechtritz (Adelsgeschlecht)
Wappen derer von Uechtritz

Uechtritz (Uichterritz, Uechteritz, Uechtritz, Ochteritz, sowie Uechtritz-Wiedebach, Uechtritz und Steinkirch) ist der Name eines meißnischen Uradelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammhaus Uichteritz bei Weißenfels an der Saale. Das Geschlecht hat auch freiherrliche und gräfliche Zweige, die Güter in Schlesien, Böhmen, Meißen, Oberlausitz und Altmark hatten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmals genannt wurde ein Niclas von Üchtritz (oder Niclas de Uchtritz geschrieben) 1225 in einem Ritterspiel zu Mailand, dessen Zuordnung aber fraglich ist.

Es ist nicht einmal urkundlich gesichert, ob es nur eine Familie oder nicht zwei verschiedene Familien gleichen Namens gegeben hat.

In Mitteldeutschland erscheint die Familie erstmals urkundlich 1282 und 1292 mit Gebhardus de Uchteritz als Zeugen der Grafen von Osterfeld und 1304 Gebhardus de Vchteritz im Copialbuch des Klarissenklosters zu Beuditz bei Weißenfels.[1]

In Schlesien wird erstmals 1303/04 Johann von Uechtritz auf Steinkirch als Bürgermeister von Lauban erwähnt. Danach werden 1331 Dippolt von Üchtritz und 1347 Petsche von Üchtritz namentlich genannt.

Diese Familie trat schon früh in vier Stämmen auf, von denen sich die Stämme Schwerta, Steinkirch und Großendorf fortgesetzt haben. Ein Zusammenhang der Stämme konnte bisher urkundlich nicht belegt werden.

Wappen

Das Stammwappen, das für beide Familien angenommen wird, zeigt in von Silber und Blau gespaltenem Schilde zwei aufwärts geschrägte goldene Schlüssel. Auf dem Helm zwei von Silber und Blau übereck geteilte Büffelhörner.

Das vermehrte Wappen Uechtritz-Wiedebach ist geviert; Feld 1 und 4 zeigen das Stammwappen, 2 und 3 einen blauen Adler, die Brust belegt mit einem liegenden Halbmond (Wappen der von Wiedebach). Es hat zwei Helme mit blau-silbenen Decken, der rechte entspricht dem Stammwappen, auf dem linken drei Straußenfedern in den Farben Silber, Blau, Silber (von Wiedebach).

Personen

Einzelnachweise

  1. Schöttgen und Kreyssig, Diplomat. et scriptor. II 385, Nr 46

Literatur

  • Johannes Sinapius: Schlesischer Curiositäten, (2 Bände), 1. Band, Leipzig 1720 S. 1004–1008, 2. Band 1728, S. 1079–1083
  • Friedrich L. A. Hörschelmann: Adelshistorie, Band 1, Erfurt 1772
  • Alte Nachrichten von dem Geschlecht der Herren von Uechteritz, In: Lausitzisches Magazin 1773, S. 136, 142, 151, 156, 187, 190, 296
  • Gerhard Friedrich Albrecht: Genealogisches Handbuch, Frankfurt am Main 1776, S. 311–312
  • Neues genealogisches Handbuch, Frankfurt am Main 1778 1.Teil, S. 390–391
  • August Wilhelm Bernhardt von Uechtritz: Diplomatische Nachrichten adeliche Familien betreffend, Band 1, 1790, S. 171–208
  • Mülverstedt: Etwas über die Herren v.Scheplitz und v.Uechtritz im Herzogthum Sachsen, In: Neue Mitteilungen aus dem Gebiete historisch-antiquarischer Forschungen 1874
  • Friedrich Gerhardt: Geschichte der Stadt Weissenfels a.S. Mit neuen Beiträgen zur Geschichte, 1907
  • Jahrbuch des Deutschen Adels, Band 2 (mit Stammreihe und älterer Genealogie).
  • Taschenbuch der Adeligen Häuser (Alter Adel und Briefadel)
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XV, Band 134 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2004, ISSN 0435-2408
  • Rüdiger Bier: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten der herrschaftlichen Sitze zu Kirchscheidungen und Burgscheidungen, Eigenverlag Rittergut Kirchscheidungen 2009

Siehe auch

  • Liste deutscher Adelsgeschlechter N - Z

Weblinks


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