VVN


VVN

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.) ist ein 1947 gegründeter Verband mit Sitz in Berlin. Die VVN-BdA, ursprünglich VVN, ging aus nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Diktatur des Nationalsozialismus in Deutschland gegründeten Opferverbänden hervor, deren Mitglieder politisch-ideologische Gegner des NS-Regimes, im wesentlich aus Kreisen des sozialistischen und kommunistischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus waren.

1953 wurde die VVN auf dem Gebiet der DDR aufgelöst. An ihre Stelle trat das Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer. Das Komitee war nicht als Verein (mit Vereinsautonomie) organisiert, sondern als zentrale Organisation, die sich Beschlüssen des ZK der SED unterordnete und staatlich finanziert wurde.

Die VVN bezeichnet sich als überparteiliche und unabhängige Organisation, die den Widerstand gegen Faschismus und Krieg zu ihrem wesentlichen moralischen Grundsatz gemacht hat. Sie galt in den 1950er Jahren in der Führungsebene als von der KPD und seit 1968 als von der DKP geprägte Organisation, wobei ihre Mitgliederschaft sich bis in die Gegenwart von orthodoxen Kommunisten und Parteilosen über Bündnisgrüne bis hin zu Sozialdemokraten (trotz eines bestehenden Unvereinbarkeitsbeschlusses der SPD) erstreckt.

Die VVN-BdA ist Mitglied der Fédération Internationale des Résistants (Internationale Föderation der Widerstandskämpfer, FIR), der Organisationen aus ganz Europa und Israel angehören.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Die Gründung begann unmittelbar mit der Rückkehr der Überlebenden der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, der Verfolgten des Naziregimes und der Widerstandskämpfer aus den faschistischen Haftstätten. Schon am 26. Juni 1945 wurde in Stuttgart eine "Vereinigung der politischen Gefangenen und Verfolgten des Nazi-Systems" gegründet. In den folgenden Wochen und Monaten entstanden in allen vier Besatzungszonen mit Genehmigung der alliierten Siegermächte regionale Gruppen politischer Häftlinge und ehemaliger Verfolgter. Ihr Anliegen war es neben der sozialen Hilfe für ehemalige Verfolgte die Stimme des Widerstandes, das politische und moralische Gewicht der politischen Gegner des Naziregimes in den antifaschistisch-demokratischen Neubeginn einzubringen.

Die Initiative zur Gründung ging von Vertretern der Arbeiterparteien aus, die in Betreuungsstellen für politisch, religiös und rassisch Verfolgte bzw. den OdF (Opfer des Faschismus)-Ausschüssen direkten Kontakt zu den Betroffenen hatten. „Über alle Schichten, Konfessionen und Rassen und Parteien hinweg schließen sich die Kämpfer gegen den Nazismus und die vom Nazi-Regime Verfolgten zu einer überparteilichen Organisation zur Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN) zusammen“, hieß es in dem ersten Programm vom August 1946.

Vom 20. - 22. Juli 1946 trafen sich Vertreter von Verfolgtenverbänden aus allen vier Zonen in Frankfurt/M. und verabschiedeten eine Satzung der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN). Am 26. Oktober 1946 wurde in Nordrhein-Westfalen, in Düsseldorf der erste Landesverband der VVN gegründet. In den Wintermonaten entstanden weitere Landes- und Zonenverbände, so am 23. Februar 1947 im Haus der deutschen Zentralverwaltung in Berlin die VVN für die SBZ und am 25. Februar 1947 in Gießen die VVN Hessen.

Den Schlusspunkt bildete die "1. Interzonale Länderkonferenz der VVN" vom 15. bis 17.März 1947 in Frankfurt am Main, auf der 68 Delegierte aus allen vier Besatzungszonen und der Stadt Berlin eine gesamtdeutsche Organisation, an deren Spitze ein "Gesamtdeutscher Rat" stand, konstituierten. Als gleichberechtigte Geschäftsführer des Rates wurden Hans Schwarz (Hamburg) und Karl Raddatz (Berlin), der bereits Generalsekretär der VVN in der SBZ war, gewählt.

Der rote Winkel – das Kennzeichen der politischen Häftlinge in den Konzentrationslagern – wurde zum Abzeichen der VVN. Ziel der Organisation war die Betreuung der ehemaligen Häftlinge, worauf sich die zusammengeschlossenen Häftlinge aber nicht beschränken wollten. Den Terror, den sie am eigenen Leib erfahren hatten, wollten sie getreu dem Schwur von Buchenwald nie wieder Wirklichkeit werden lassen: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Die VVN wurde durch die internationale politische Auseinandersetzung des Kalten Kriegs massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die SPD- Führung um Kurt Schumacher verkündete bereits 1948 einen "Unvereinbarkeitsbeschluss" für Sozialdemokraten, dennoch blieben vielfach SPD-Mitglieder in der Organisation. Prominente Nazigegner wie Eugen Kogon, die der CDU nahestanden, traten aus politischen Gründen aus der VVN aus. Insgesamt führt dies zu einer politischen Verengung der Organisation, obwohl sich die VVN weiterhin um alle ehemaligen Verfolgten und Nazigegner bemühten.

DDR

In der SBZ/ DDR gab es solche Angriffe nicht. Dort warf man im Zuge der Säuberungswellen des Stalinismus in der SED 1949/1950 führenden Mitgliedern der VVN Agententätigkeit vor, gleichzeitig gab es im Zusammenhang mit dem Slansky-Prozess in der damaligen CSR eine steigende antisemitische Tendenz in der Politik der DDR-Führung, die sich auch gegen jüdische Kommunisten richtete, die nach 1933 in westliche Staaten geflohen waren. Vor drohender Verfolgung flohen die SED-Mitglieder und Volkskammerabgeordneten Julius Meyer und Hans Freund sowie weitere jüdische Mitglieder der VVN im Dezember und Januar 1953 in die Bundesrepublik. Auch der ehemalige Staatssekretär und Mitautor der DDR-Verfassung Leo Zuckermann floh.

Am 15. Januar 1953 wurde in der DDR die Auflösung der VVN ohne deren Anhörung beschlossen. Der VVN-Verlag wurde samt Archiv zerschlagen und verstreut. An ihre Stelle trat das Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer. Gegen die quasi über Nacht verfügte Auflösung erhob sich innerhalb der VVN kaum Widerspruch[1]. Das Komitee unterhielt enge Beziehungen zur VVN in der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Wende in der DDR, 1990, übernahm der Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener (IVVdN) die Nachfolge des Komitees.[2][3] Im Oktober 2002 vereinigte sich der Verband mit der westdeutschen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Damit beschränkte sich die organisatorische Tätigkeit der VVN bis 1990 auf die Bundesrepublik Deutschland.

West-Berlin

In den Westsektoren Berlins bestand die VVN als Verein auf der Basis des Alliierten Rechtes bis 1990 fort, ab 1980 dann mit der Erweiterung als „Verband der Antifaschisten“ VVN-VdA. Erst 1990 erfolgte die Umwandlung in einen e.V. Seit 1983 betreibt der Verband die Galerie Olga Benario. Er war bis 2002 ein eigenständiges Mitglied der „FIR“, seitdem ist er ein Teil des Berliner Landesverbandes der VVN-BdA.

Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland

Innerhalb der Organisation hatten kommunistische Kräfte im Hinblick auf ihre Rolle im Widerstand erheblichen Einfluss. Die Vereinigung wurde bis zur Wende 1989 von der SED und DKP gesteuert[3]. 1989 waren alle Landesvorsitzenden, nahezu alle hauptamtlichen Mitarbeiter sowie etwa zwei Drittel der Mitglieder des Bundesvorstandes und des Präsidiums Mitglied der DKP[3].

Die politische Breite der Gründungsjahre wurde im Zuge des Kalten Krieges deutlich eingeschränkt. Zudem bewirkten der Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD vom Mai 1948 und der Austritt prominenter Nazigegner (Eugen Kogon, Heinz Galinski und Dr. Auerbach), dass in der öffentlichen Auseinandersetzung die VVN als "kommunistische Tarnorganisation" angesehen wurde. Angehörige des öffentlichen Dienstes konnten entlassen werden, wenn sie - als Überlebende des Naziterrors - weiterhin Mitglied in der VVN blieben.

Nicht zuletzt aus solchen Abspaltungen und Ausgrenzungen ergab sich eine zahlenmäßige und politische Dominanz linker Mitglieder. In Zeiten des KPD-Verbotes fanden ehemalige kommunistische Widerstandskämpfer in der VVN einen politischen Raum, in dem sie weiterhin legal zusammenkommen konnten.

In den 50er Jahren versuchten mehrere Bundesländer, die VVN zu verbieten. In Niedersachsen musste das Verbot nach einer Gerichtsentscheidung wieder aufgehoben werden, in Hamburg wurde eine VAN als "Ersatzorganisation" zugelassen, nur in Rheinland-Pfalz blieb die Verbotsverfügung in Kraft. Ende der 50er Jahre stellte die Bundesregierung einen Verbotsantrag gegen die Bundes-VVN beim Bundesverwaltungsgericht. Die Eröffnung des Prozesses wurde zu einem politischen Eklat, als bekannt wurde, dass der Vorsitzende Richter, Senatspräsident Prof. Dr. Werner ein belasteter Nazi war. Das Verfahren gegen die VVN wurde eingestellt. Mitglieder der VVN blieben im antikommunistischen Klima im Westdeutschland der Nachkriegszeit jedoch im Visier des Verfassungsschutzes und waren in den 1970er Jahren teilweise vom Radikalenerlass betroffen.

Neben der Mahnung und Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus nahm sich die VVN von Anfang an der Betreuung von Opfern des NS-Unrechts an. Dazu gehörte unter anderem beispielsweise die Sozialberatung nach dem Bundesentschädigungsgesetz (Bundesgesetz zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung - abgekürzt BEG), das 1956 rückwirkend auf den 1. Oktober 1953 in Kraft trat. Als problematisch erwies sich dabei der § 6,2, der diejenigen Verfolgten von jeglicher Entschädigung ausschloss, die weiterhin für ihre kommunistische Überzeugung, deretwegen sie im KZ inhaftiert waren, eintraten.

Zu den zentralen politischen Handlungsfeldern der VVN seit den 60er Jahren gehört das aktive Eintreten gegen alte und neue Nazis, gegen SS-Traditionstreffen und die neu entstandene NPD, gegen Auschwitz-Leugnung und andere Formen von Geschichtsrevisionismus.

Ein entscheidender Schritt war die Erweiterung der Organisation zum "Bund der Antifaschisten" im Mai 1971. Damit konnten nicht nur Verfolgte und ihre Familienangehörigen, sondern auch junge Leute, die sich mit den Überlebenden der Konzentrationslagern und ihrem Vermächtnis verbunden fühlen, Mitglied der VVN werden. Diese Öffnung der Organisation hat die VVN in den 70er und 80er Jahren deutlich verändert.

Verbotsversuche

Seit September 1950 war Staatsbediensteten eine VVN-Mitgliedschaft untersagt. Die Bundesregierung versuchte 1951 die VVN zu verbieten. Am 2. August 1951 kam es zur polizeilichen Schließung des West-Büros der VVN in Frankfurt am Main. Daraufhin kam es zum Verbot der VVN in den Bundesländern Hamburg (1961 aufgehoben mit der Neugründung als Vereinigte Arbeitsgemeinschaft der Naziverfolgten) und Rheinland-Pfalz (1972 aufgehoben). Andere Länder folgten dem nicht, in Bayern endete der Versuch eines Verbots mit der Feststellung des Verwaltungsgerichts Regensburg, die VVN sei nicht verfassungsfeindlich. 1959 kam es zu einem erneuten Versuch der Bundesregierung, die VVN zu verbieten. Das zuständige Bundesverwaltungsgericht brach den Prozess allerdings nach zwei Verhandlungsterminen ab.

Erweiterung zum „Bund der Antifaschisten“

Mitglieder der VVN engagierten sich in der Bundesrepublik Deutschland gegen die Wiedereinsetzung alter Nazis als Funktionsträger, gegen das Wiederentstehen nationalsozialistischer Organisationen, gegen Wiederbewaffnung und atomare Aufrüstung und gegen die Verdrängung der deutschen Geschichte von 1933 bis 1945. Initiativen der VVN führten zur Errichtung von Gedenkstätten; so waren beispielsweise VVN-Mitglieder Mitte 1960er Jahre maßgeblich daran beteiligt, das ehemalige Konzentrationslager Dachau in eine würdige Gedenkstätte umzuwandeln.

1971 erweiterte sich die VVN zum „Bund der Antifaschisten“, da sie im Gefolge der studentischen Protestbewegung und durch das starke Anwachsen der rechtsextremen Partei NPD verstärktes Interesse der jungen Generation an der Auseinandersetzung mit der Nazivergangenheit ausmachte. Zudem sollte Mitgliederschwund aufgrund fortschreitender Überalterung der VVN kompensiert werden. Arbeitsschwerpunkte der siebziger und achtziger Jahre bildeten die Themen Frieden und Antifaschismus.

Krise 1989

1989 wurde offiziell bekannt, dass die VVN den größten Teil ihrer Arbeit auf Bundesebene durch Zuwendungen aus der DDR finanzierte. Mit dem Ende der Zahlungen ergab sich eine finanzielle Krise, die die Vereinigung an den Rand der Auflösung brachte. Die hauptamtlichen Mitarbeiter beim Bundesverband der VVN-BdA mussten entlassen werden. Laut niedersächsischem Verfassungsschutzbericht für das Jahr 1989 (S. 26) wurden bis zum Zusammenbruch des Realsozialismus alle Bewerbungsunterlagen von hauptamtlichen VVN-Mitarbeitern vom Parteivorstand der DKP gesichtet und genehmigt. Präsidium und Sekretariat des Bundesvorstands der VVN-BdA traten im Januar 1990 zurück. Es setzten sich aber dann die Stimmen für die Fortführung der Arbeit mit den eingeschränkten Mitteln und einer neuen Organisationsstruktur durch. Mit dem Ausbleiben der Finanzierung durch die DDR konnten auch undogmatische an Einfluss gewinnen; neu ist die Öffnung des Verbandes für "autonome" Antifaschisten [3].

Vereinigung der ost- und westdeutschen NS-Verfolgtenverbände

Adolphe Low, Spanienkämpfer, Antifaschistischer Widerstandskämpfer und Ritter der Ehrenlegion, ANACR, Strasbourg spricht zu den Delegierten des Vereinigungskongresses, Oktober 2002

Im Oktober 2002 vereinigte sich die westdeutsche VVN-BdA in Berlin mit dem ostdeutschen Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener (IVVdN) sowie dem Bund der Antifaschisten und zählt nach dem Zusammenschluss rund 9.000 Mitglieder, zu dem auch der ehemals eigenständige Westberliner Verband VVN-VdA gehört.

An der Vereinigungskonferenz nahmen Vertreter in- und ausländischer Organisationen ehemals Verfolgter des NS-Regimes sowie Gäste bundesdeutscher Organisationen teil. Unter ihnen befand sich auch das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Horst Schmitthenner, der auf dem VVN-Kongress den Zusammenschluss nachdrücklich begrüßte und erklärte: „Wie in der Vergangenheit wird die IG Metall auch zukünftig das unverzichtbare Wirken der VVN-BdA unterstützen“.

Heutige Situation

Die VVN-BdA will Widerstand leisten gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus, die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Weltanschauung und gegen die Bedrohung für deren Leib und Leben.

Der Verband hat unter 9.000 Mitglieder (Stand: 2003) und gibt die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift antifa heraus. Ehrenpräsident der Vereinigung war der 2007 verstorbene Kurt Julius Goldstein.

Kampagne: „NPD-Verbot jetzt!“

Von Anfang 2007 bis Dezember des gleichen Jahres lief eine von der VVN-BdA bundesweit initiierte Kampagne, die einen erneuten Anlauf zum Verbot der NPD forderte. Als Kernstück diente hierbei eine Unterschriftenaktion, dessen Aufruf den Bundestag auffordert, „ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD nach Artikel 21, Absatz 2 Grundgesetz auf den Weg zu bringen.“ Begleitet wurde die Aktion von bundesweit durchgeführten Informationsständen und -veranstaltungen. Als bekannte Unterstützer der Kampagne konnten u.a. Hannelore Elsner, Frank Werneke und das Präsidium des 1. FC Nürnberg gewonnen werden.
Zum Abschluss der Unterschriftenaktion wurden am 12. Dezember 2007 die 175.445 gesammelten Unterschriften an Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die Abgeordneten Gesine Lötzsch und Dorothée Menzner von der Linkspartei sowie Niels Annen von der SPD übergeben.

Einschätzung deutscher Verfassungsschutzbehörden

Der Verfassungsschutzbericht 2005 des Bundesamtes für Verfassungsschutz beschrieb die VVN-BdA als „linksextremistisch beeinflusst“ und als „Organisation im Umfeld der DKP“. Es stellte fest,

  • dass „Mitglieder und ehemalige Mitglieder der DKP sowie traditionalistisch eingestellte Mitglieder der ‚Linkspartei.PDS‘ die wichtigsten Leitungspositionen“ besetzen;
  • dass der Verband „daher dominant dem orthodox-kommunistischen ‚Antifaschismus‘ verpflichtet blieb, wonach Rechtsextremismus im inneren Zusammenhang mit marktwirtschaftlichen Ordnungssystemen steht und daher staatliche Institutionen in westlichen Demokratien rechtsextremistische Umtriebe eher unterstützten als bekämpften“;
  • dass in dieser Sichtweise „eine sozialistisch/kommunistische Diktatur die einzig konsequente Alternative zu ‚faschistischen‘ Gefahren“ sei.[4]

Der Bericht räumte ein, dass die VVN-BdA seit 1989 darauf verzichtet hat, linksextremistische Gewalt- und Unrechtssysteme ausdrücklich als vorbildlich darzustellen; allerdings würden kommunistische Verbrechen konsequent relativiert, ignoriert oder sogar geleugnet.

Für das Berichtsjahr 2006 erwähnen der Verfassungsschutzbericht des Bundes sowie einige Berichte der Länder, beispielsweise von Berlin und Sachsen, die VVN-BdA nicht. Andere Länderberichte, wie beispielsweise die aus Baden-Württemberg und Bayern, führen die VVN-BdA weiterhin auf. Auch im Verfassungsschutzbericht 2007 einiger Länder wird der VVN-BdA erwähnt.[5]

Bekannte Mitglieder

Siehe auch: Kategorie:Mitglied der VVN-BdA

Literatur

  • Wolfgang Rudzio: Die Erosion der Abgrenzung. Zum Verhältnis zwischen der demokratischen Linken und Kommunisten in der Bundesrepublik Deutschland. Opladen 1988 (S. 111ff.), ISBN 3-531-12045-X
  • Elke Reuter, Detlef Hansel: Das kurze Leben der VVN von 1947 bis 1953: Die Geschichte der Verfolgten des Nazi-Regimes in der SBZ und DDR. Berlin 1997, ISBN 3-929161-97-4, (umfangreiche Rezension dazu von Thomas Hoffmann in: Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat Nr 5/1998)
  • Kurt Faller, Bernd Wittich: Abschied vom Antifaschismus. Frankfurter (Oder) 1997, ISBN 3-930842-03-3
  • Ulrich Schneider: Zukunftsentwurf Antifaschismus. 50 Jahre Wirken der VVN für „eine neue Welt des Friedens und der Freiheit“. Bonn 1997, ISBN 3-89144-237-8
  • Bundesamt für Verfassungsschutz: „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA), Köln Juni 1997
  • Der Bundesminister des Innern (Hg.): Bedeutung und Funktion des Antifaschismus, Bonn 1990
  • Bettina Blank: „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA), in: Jahrbuch Extremismus & Demokratie. 12 (2000), Baden-Baden 2000, S. 224-239

Weblinks

Geschichte der VVN

Einzelnachweise

  1. Dr. Hans Coppi (Historiker und Vorstandsmitglied des VVN/BdA Berlin), 2007: 60 Jahre Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Antifaschistisches Infoblatt, abgerufen am 4.1.2009
  2. Berliner VVN-BdA e. V., berlin.vvn-bda.org, abgerufen am 4.1.2009
  3. a b c d Tim Peters: Der Antifaschismus der PDS aus antiextremistischer Sicht, Wiesbaden, VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 2006
  4. Bundesministerium des Innern:Verfassungsschutzbericht 2005, S. 171.
  5. Schreiben des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg vom 15. Februar 2008 sowie Stellungnahme des MdL Andreas Hoffmann
  6. Mit geeinter Kraft nach vorn, junge Welt, 7. Oktober 2002
  7. nadir.org Braunschweig: 4.12. Naziaufmarsch verhindern

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