Valenciennes


Valenciennes
Valenciennes
Wappen von Valenciennes
Valenciennes (Frankreich)
Valenciennes
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Nord
Arrondissement Valenciennes
Kanton Hauptort von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communauté d'agglomération de Valenciennes Métropole.
Koordinaten 50° 22′ N, 3° 32′ O50.3591666666673.52523Koordinaten: 50° 22′ N, 3° 32′ O
Höhe 23 m (17–56 m)
Fläche 13,82 km²
Einwohner 42.656 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 3.087 Einw./km²
Postleitzahl 59300
INSEE-Code
Website www.valenciennes.fr

Rathaus

Valenciennes [valɑ̃ˈsjɛn] (niederländisch Valencijn) ist eine Stadt in Frankreich in der Region Nord-Pas-de-Calais. Die Stadt wurde wahrscheinlich von den Merowingern gegründet; möglicherweise ist es auch eine römische Stadtgründung (Valentiana).

Inhaltsverzeichnis

Stadt

Valenciennes an der Schelde hat 42.656 Einwohner (Stand 1. Januar 2008), dazu kommen noch etwa 300.000 Einwohner im umliegenden Einzugsgebiet. Valenciennes ist Universitätsstadt und ein wirtschaftliches Zentrum in Nordfrankreich. Die Gemeinde ist mit dem nördlich der Stadt liegenden Regionalen Naturpark Scarpe-Schelde (Parc naturel régional Scarpe-Escaut) verbunden. Hier mündet auch das Flüsschen Rhonelle, das aus dem Stadtzentrum durch einen teilweise unterirdisch verlaufenden Ableitungskanal in die Schelde entwässert.

Agglomeration

Valenciennes ist Zentrum eines Industriegebietes. Mit den Nachbargemeinden ist es zum Städteverbund Valenciennes Métropole zusammengeschlossen, mit über 350.000 Einwohnern.

Geschichte

Im Jahr 693 wurde Valenciennes zum ersten Mal in einer Urkunde von Chlodwig III. erwähnt.[1] 923 ging der Ort an das Herzogtum Lothringen und wurde mit diesem später Teil des römisch-deutschen Kaiserreichs. Er wurde Sitz eines Markgrafen. 1070 kam er zur Grafschaft Hennegau und wurde dessen Residenz. Die Eigenschaft als Residenz verlor die Stadt im Jahr 1295 an Mons. 1433 fiel Valenciennes mit dem Hennegau an die (Burgundischen Niederlande), später damit an das Haus Habsburg und schließlich an Spanien.

Um 1560 wurde die Stadt ein Zentrum des Calvinismus und des ersten Widerstands gegen die spanische Herrschaft, bald setzt sich aber die Gegenreformation durch. Am 17. März 1677 kapitulierte die Stadt nach einer Belagerung durch die Truppen des französischen Heerführers François-Henri de Montmorency-Luxembourg. Nach dem Holländischen Krieg fiel Valenciennes 1678 an Frankreich und wurde durch Vauban befestigt [2]

Im Oktober 1794 wurden acht Ursulinen - als Haupt der Gruppe gilt die Ursuline Clothilde Angela - aus dem Kloster in Valenciennes mit noch drei anderen Ordensschwestern, die sie in ihr Haus aufgenommen, wegen ihrer Glaubenstreue von einem Revolutionstribunal verurteilt und hingerichtet. Papst Benedikt XV. hat die Märtyrinnen von Valenciennes 1920 seliggesprochen.

Industrie

Straßenbahn vom Typ Citadis am Bahnhof von Valenciennes

Besondere Bedeutung für die Region hat die metallverarbeitende und Automobil-Industrie. Ein Gemeinschaftsunternehmen von Fiat und PSA produziert hier den Eurovan (Citroen C8, Peugeot 807, Fiat Ulysse und Lancia Phedra). Außerdem verfügt PSA über eine Getriebefertigung und Toyota stellt in der Nähe den Yaris her.

Bombardier Transportation und Alstom sind mit Fabriken in Valenciennes vertreten.

Seit 2005 befinden sich die Büros der European Railway Agency – Europäische Eisenbahnagentur (ERA) in Valenciennes. [3]

Straßenbahn

Seit Juli 2006 verfügt Valenciennes – nach 40 Jahren Unterbrechung – wieder über ein modernes Straßenbahnsystem, das den öffentlichen Personennahverkehr deutlich aufgewertet und attraktiver gemacht hat. Es entsteht ein Nahverkehrssystem, das im geplanten Endausbau über ein Schienennetz von 34 Kilometern mit vier Linien verfügen wird und die Umlandgemeinden an die Kernstadt anbinden wird.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

Weblinks

 Commons: Valenciennes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Urkunde Nr. 66 in: Karl A. F. Pertz (Hrsg.): Diplomata 1: Diplomata regum Francorum e stirpe Merowingica. Diplomata maiorum domus regiae. Diplomata spuria. Hannover 1872, S. 58–59 (Monumenta Germaniae Historica; Digitalisat)
  2. Historische Ansicht der Festung als Digitalisat
  3. Internetseite www.europa.eu

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