Varenrode


Varenrode
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Spelle
Spelle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Spelle hervorgehoben
52.3666666666677.466666666666735Koordinaten: 52° 22′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Spelle
Höhe: 35 m ü. NN
Fläche: 34,2 km²
Einwohner: 8406 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48480
Vorwahl: 05977
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 049
Webpräsenz:
Bürgermeister: Georg Holtkötter CDU

Die Gemeinde Spelle ist Mitgliedsgemeinde und Sitz der Samtgemeinde Spelle im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Die Gemeinde hat etwa 8.500 Einwohner und eine Fläche von 34,20 km².

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Spelle im Landkreis Emsland

Spelle liegt im Süden des Landkreises Emsland unmittelbar nördlich der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Durch die Gemeinde fließt die Speller Aa. Rund 3 km südwestlich führt ein Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals vorbei.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Lünne, im Nordosten die Gemeinde Schapen, im Südosten die Stadt Hörstel, im Süden die Stadt Rheine und im Westen die Gemeinden Salzbergen und Emsbüren.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören die 1971 eingemeindeten Ortsteile Varenrode und Venhaus.

Geschichte

Marktplatz Spelle

Spelle wurde 890 erstmals als Spinoloha (Spindelbaumwald) im Heberegister des Klosters Werden als Teil des Venkigaus urkundlich erwähnt.

1971 verloren die heutigen Ortsteile Varenrode und Venhaus ihre politische Unabhängigkeit und wurden zur Einheitsgemeinde Spelle fusioniert. Im Zuge der Gebietsreform bildet die Einheitsgemeinde Spelle zusammen mit Schapen und Lünne seit dem 1. März 1974 die Samtgemeinde Spelle.

In den letzten 40 Jahren hat sich die Bevölkerung vervierfacht (Jahr 1961: 2.290 auf 8.403 Einwohner im Jahre 2005).

Ehrenbürger der Gemeinde Spelle ist der Unternehmer Karl Rekers.

Ortsteile

Varenrode

Varenrode (alt: Farnrodun 890, Farnrotha, Pharanrodun 1000) ist ein etwa 500 Einwohner zählender Ortsteil der Gemeinde. Der Ort wird ähnlich Spelle zum ersten Mal im Jahr 890 im Werdener Heberegister als Teil des Venkigaus erwähnt. Das Bestimmungswort ist nach H. Abels entweder von far = Schaf oder eher von föhr = Kiefer herzuleiten, bedeutet also Kiefern-Rodung. Kirchlich ist der Ort der katholischen Pfarrgemeinde Lünne zugeordnet. Der Ort hat keine eigene Industrie, die Einwohner arbeiten mehrheitlich im Nachbarort Spelle oder anderen umliegenden Gemeinden.

Venhaus

Hauptartikel siehe Venhaus

Der Ort Venhaus liegt im südlichen Emsland. Angrenzend an das Bundesland Nordrhein-Westfalen im Süden, erstreckt sich Venhaus über eine Fläche von ca. 10 Quadratkilometern. Er wird durchflossen von der Speller Aa. Im Westen durchläuft die Bundesstraße 70 in Richtung Norden die Gemeinde. Etwa parallel zur Bundesstraße verläuft der Dortmund-Ems-Kanal mit seinem Hafen und der Schleuse Venhaus. Im Nordosten grenzt der Ort an die Gemeinde Spelle.

Das ehemals politisch selbständige Venhaus ist seit 1971 ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Spelle. In Venhaus wohnen ca. 1500 Einwohner, wobei die Grenzen zwischen Spelle und Venhaus inzwischen fließend sind. Einzelne Wohn- und Gewerbegebiete sind nur noch schwer der Gemeinde Spelle oder dem Ortsteil Venhaus zuzuordnen. Der dörfliche Ortskern an sich zählt ca. 500 Einwohner.

Der eigentliche Ortskern liegt an der Speller Aa und konnte teilweise sein ländliches Erscheinungsbild bewahren. Im Ortskern liegen der Burgpark um die ehemalige Burg Venhaus mit der heute noch bestehenden katholischen St. Vitus Kirche, der konfessionelle Kindergarten St. Vitus, die St.-Vitus-Grundschule, Jugendheim und Friedhof, das Feuerwehrhaus, wenige Einzelhandels-, Handwerks- und landwirtschaftliche Betriebe sowie eine Gaststätte mit Saalbetrieb.

Sehenswert ist neben dem Burgpark an der Aa auch die Hookstraße mit ihren ländlichen Gebäuden und alter Straßenführung. Um den Dorfkern herum entstanden in den 90er Jahren zwei neue Wohngebiete, weitgehend jedoch ohne städtebauliche Bezüge zur dörflichen Struktur. Im Südosten befinden sich die Industriegebiete „Südfelde“ und „Portlandstraße“ mit insgesamt ca. 1000 Arbeitsplätzen.

Entwicklung der Einwohnerzahl

1880 1900 1925 1933 1939 1950
Spelle 452 510 687 810 875 1.269
Varenrode 194 221 268 320 325 416
Venhaus 205 257 296 311 339 464

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit Herbst 2006 Georg Holtkötter von der CDU. Er löste Josef Löcken (ebenfalls CDU) ab, welcher seit 1991 ohne Unterbrechung dieses Amt inne hatte. Im Juli 2008 erhielt Löcken die Auszeichnung des Ehrenbürgermeisters.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 21 gewählte Mitglieder. Ihm gehören als Ergebnis der Kommunalwahl vom 10. September 2006 Ratsfrauen und Ratsherren von drei Parteien bzw. Wählergemeinschaften an.

Die nächsten Kommunalwahlen werden 2011 stattfinden.

Gemeindepartnerschaften

Mit der niederländischen Gemeinde Markelo verbindet Spelle eine Städtepartnerschaft.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Spelle ist durch produzierende Industrie geprägt. Wichtige Arbeitgeber sind die Firma Krone (Landmaschinen), Firma Rekers Maschinen- und Anlagenbau, das Betonwerk Rekers und die Firma Storm (Motoreninstandsetzung). Innerhalb des Ortes gibt es überwiegend Einzelhandels- und Dienstleistungsunternehmen. Im Süden von Spelle befinden sich mehrere Gewerbegebiete (Südfelde und Portlandstraße), wo Gewerbe und Industrie ihre Standorte haben.

Verkehr

Im Westen durchquert die B 70 das Gemeindegebiet. Die nächste Autobahn (A 30) ist über die Anschlussstellen Rheines zu erreichen. Im Kreuz zur B 70 verläuft der Dortmund-Ems-Kanal als Bundeswasserstraße mit dem Hafen Spelle-Venhaus.

Bahnhof Spelle

Spelle ist über die Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück an das Eisenbahnschienennetz angeschlossen. Die Bahntrasse von Spelle nach Rheine wird von der Regionalverkehr Münsterland im Güterverkehr betrieben. Die nördliche Verlängerung nach Freren, Fürstenau und Quakenbrück ist stillgelegt.

Busverbindungen der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd gibt es nach Rheine, Lingen und Freren. Spelle ist ebenso an das Nachtbusangebot an Wochenenden angeschlossen.

Sport

Der größte Sportverein ist der SC Spelle-Venhaus, dort werden neben Fußball (spielt in der Bezirksoberliga), u.a. auch Tischtennis, Basketball, Leichtathletik, Volleyball und Tennis angeboten. Weiterhin gibt es noch einen Schachverein und in Varenrode ebenfalls einen Sportverein, den SV Schwarz Weiß Varenrode, welcher mehr Mitglieder (600) als der Ortsteil Einwohner (535) besitzt (Saison 07/08). Spelle verfügt über eine große Turnhalle und einen großen Sportplatz mit mehreren Ballspielplätzen.

Öffentliche Einrichtungen

Schulen

Spelle verfügt über ein Schulzentrum mit Grundschule sowie einer Haupt- und Realschule in der Ortsmitte. In Venhaus befindet sich zudem eine Grundschule.

Kirchen

Katholische Kirche

In Spelle und Venhaus gibt es jeweils eine katholische Kirche. Eine evangelische Kirche und ein Gemeindehaus befindet sich in Spelle unweit des Rathauses.

Feuerwehr und Rettungsdienst

In der Gemeinde gibt es zwei Freiwilligen Feuerwehren mit Standorten in Spelle und Venhaus. Das Feuerwehrhaus der Speller Feuerwehr wurde 2006 neu erbaut. Im Jahr 2007 wurde das erste Hubrettungsfahrzeug für die Feuerwehr beschafft. Das Deutsche Rote Kreuz und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft verfügen über Ortsgruppen in Spelle.

Seit 2007 gibt es in Spelle auch eine Jugendfeuerwehr, welche mittlerweile aus 20 Mitgliedern besteht.

Sehenswertes

Neben den bereits erwähnten Burgpark in Venhaus, gehört der Wöhlehof in Spelle, heute ein Bürgerbegegnungszentrum, zu den sehenswerten Gebäuden im Dorf. Die Moorlandschaft Speller Dose im Norden von Spelle ist mit seinem Lehrpfad und Aussichtsturm eine weitere Attraktion in Spelle.

Literatur

  • Helmut H. Boyer: Varenrode - Beiträge zu einer Ortschronik. Varenrode 1987.
  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück - Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling - Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels - Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth , Heinrich Dünheuft - Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) - Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)

Weblinks


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