Veronica Ferres


Veronica Ferres
Veronica Ferres (2007)

Veronica Ferres (* 10. Juni 1965 in Solingen; eigentlich Veronika Maria Cäcilia Ferres) ist eine deutsche Schauspielerin. Mit der Hauptrolle im Kinofilm Das Superweib (1996) wurde sie einem breiten Publikum bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Veronica Ferres wuchs als jüngstes von drei Kindern und einzige Tochter eines Kohlen- und Kartoffelhändlers auf.[1] Ferres beschreibt sich als eine Jugendliche, die in der Schule eine Außenseiterin war und die von den Mitschülern „Fettes“ gerufen wurde. Sie litt unter Anorexie und Fettsucht und ritzte an ihren Unterarmen.[1] Ferres machte ihr Abitur 1984 am Gymnasium Schwertstraße in Solingen im Alter von 19 Jahren.[2] Danach studierte Ferres Germanistik, Theaterwissenschaft und Psychologie[3][4] an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Abschluss ist nicht bekannt.[5] Ferres nahm privaten Schauspielunterricht, da sie von zwölf Schauspielschulen, bei denen sie sich bewarb, abgelehnt wurde.[6] Ferres ist nach eigenen Angaben 1,78 m groß.[3]

Schauspielkarriere

Ferres bei der Berlinale 2011

Bevor Ferres Rollen in Kinofilmen angeboten bekam, war sie hauptsächlich in TV-Filmen und Serien zu sehen. Sie hatte aber auch vorher mehrere Theaterengagements. In ihrem ersten Kinofilm, dem Monumentalwerk Die Zweite Heimat von Edgar Reitz, spielte Ferres das erotische Mädchen aus der Provinz Dorli. Der 25-Stunden-Film erschien 1992. Auch aufgrund ihrer damals üppigeren Figur wurde sie in den ersten Jahren vor allem als „sinnliche Blondine“ besetzt, beispielsweise als komisch naive Sekretärin in der ZDF-Serie Unser Lehrer Doktor Specht (1992), oder als kölsche Proletarierin in Tom Gerhardts Voll normaaal (1994). Der spätere Verlauf ihrer Karriere wurde dann durch vielseitigere Angebote dominiert, die auch mit einer Veränderung ihrer äußeren Erscheinung durch Gewichtsabnahme einher gingen:

1992 spielte sie die Muse des Fritz Knobel (Uwe Ochsenknecht) in Schtonk! unter der Regie von Helmut Dietl, mit dem sie von 1990 bis 1999 liiert war.[7] Dieser besetzte sie 1997 auch als Schneewittchen für den Film Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief und 1999 als Schauspielerin Maria in der Mediensatire Late Show. Zu den großen Erfolgen des ZDF-Fernsehspiels zählt mit etwa neun Millionen Zuschauern der Zweiteiler Eine ungehorsame Frau (1998) mit ihr in der Hauptrolle, für die sie sehr gute Kritiken erhielt.[8] Im Jahr darauf spielte Veronica Ferres in der internationalen Produktion "Ladies Room" an der Seite von John Malkovich.

Ebenfalls zu sehen war sie 1993 bis 1994 in der Fernsehserie Peter und Paul, an der Seite von Helmut Fischer und Hans Clarin, und später in einer Folge des Bullen von Tölz. Mit der Hauptrolle im Kinofilm Das Superweib (1996) wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Rund 2,4 Millionen Zuschauer sahen diese Produktion.[9]

Seitdem arbeitet Ferres auch in internationalen Produktionen, so im Jahr 2000 für das französische Fernsehen als bösartige Madame Thénardier im Vierteiler Les Misérables – Gefangene des Schicksals oder als gehbehinderte Gräfin in Findelkind.

2001 verkörperte sie Nelly Mann in der vielfach ausgezeichneten Fernsehproduktion Die Manns – Ein Jahrhundertroman von Heinrich Breloer, wofür sie den Adolf-Grimme-Preis in Gold erhielt.[10] 2002 bis 2004 spielte Veronica Ferres die „Buhlschaft“ in der Jedermann-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen. Im August 2010 wurde sie dafür von der österreichischen Tageszeitung Salzburger Nachrichten zur „besten Buhlschaft aller Zeiten“ gekürt.[11]
Im TV-Drama „Annas Heimkehr“ von 2003 spielte sie das Dienstmädchen Anna Schweighofer, das ein jüdisches Mädchen vor der Deportation rettet. 2005 wurde der Film für die Goldene Kamera in der Kategorie „Bester Film“ nominiert.[12] Ferres sagt über sich selbst, dass sie zwischen Leben und Schauspiel keine absolut klare Grenze ziehen könne. Beides beeinflusse sich gegenseitig. Dabei sei sie besonders von ihrer Hauptrolle in dem TV-Film Sterne leuchten auch am Tag von Roland Suso Richter (Regie) und Richard Reitinger (Buch) aus dem Jahre 2004, in dem es um die unheilbare Krankheit ALS geht, beeinflusst worden.[13] Die Beschäftigung mit diesem Thema brachte Ferres dazu, sich stark für die Bekämpfung der Krankheit einzusetzen.

Ende September 2006 wollte sie bei der Ruhrtriennale im Landschaftspark Duisburg-Nord die Hauptrolle im Theaterstück Courasche oder Gott lass nach des Büchner-Preisträgers Wilhelm Genazino spielen, machte jedoch ihre Zusage u. a. „wegen moralischer und künstlerischer Bedenken“ zehn Wochen vor der Premiere wieder rückgängig (s. o.). Im selben Jahr übernahm Veronica Ferres eine der Hauptrollen für den ZDF-Zweiteiler „Neger, Neger, Schornsteinfeger!“, in dem sie die alleinerziehende Mutter eines dunkelhäutigen Jungen während des Nationalsozialismus verkörpert. Ebenfalls 2006 spielte sie im Kinofilm Die wilden Hühner erneut die Rolle einer Mutter und mimte an der Seite von John Malkovich als Gustav Klimt die Emilie Flöge in der Filmbiografie Klimt des chilenischen Regisseurs Raúl Ruiz.

Im Sommer 2007 drehte Ferres den Fernsehdreiteiler Die Patin – Kein Weg zurück in München. Ebenfalls 2007 stand sie für die TV-Spielfilme „Mein alter Freund Fritz“ und „Das Ende der Eiszeit“ vor der Kamera. Letzterer wurde 2007 als „Bester Fernsehfilm“ für den Deutschen Fernsehpreis nominiert – Veronica Ferres erhielt eine Nominierung als „Beste Schauspielerin“.[12] Im darauffolgenden Jahr erhielt sie dann den Deutschen Fernsehpreis als „Beste Schauspielerin“ für den zweiteiligen TV-Film „Die Frau vom Checkpoint Charlie“.[14] In diesem kämpft eine Mutter im Westen verzweifelt um ihre beiden Töchter, die in der DDR gefangen gehalten werden. Der Film lehnte sich an die wahre Geschichte der Jutta Fleck (ehem. Gallus) an, die als „Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannt wurde.

Darüber hinaus wirkte Veronica Ferres 2008 auch an anderen erfolgreichen Filmen mit: So spielte sie eine der Hauptrollen in dem Fernsehfilm „Das Wunder von Berlin“, der vielfach positiv rezensiert und als „Bester Film“ für den Deutschen Fernsehpreis und den Emmy nominiert wurde.[15][16] Eine ebenfalls erfolgreiche Produktion des Jahres 2008 war der Kinofilm „Ein Leben für ein Leben – Adam Resurrected“, in dem Jeff Goldblum und William Dafoe die Hauptrollen verkörperten. Zudem folgten im Herbst und Winter 2008/2009 Dreharbeiten in Südafrika für „Das Geheimnis der Wale“, wobei Veronica Ferres und Christopher Lambert die Hauptrollen übernahmen.

Im Frühling 2009 stand Veronica Ferres in München für den ARD-Fernsehfilm „Rosannas Tochter“[12] vor der Kamera. Die männliche Hauptrolle übernahm Fritz Karl. Das Drehbuch, welches der Filmautor Christian Jeltsch nach der gleichnamigen Romanvorlage von Amelie Fried verfasste, wurde von der vielfach ausgezeichneten Regisseurin Franziska Buch inszeniert. Im Herbst des gleichen Jahres drehte Veronica Ferres für den Kinofilm Das Leben ist zu lang, bei dem Dani Levy Regie führte, in Berlin und Italien. Die Hauptrolle wurde von Markus Hering verkörpert. Ebenfalls in diesem Herbst spielte Veronica Ferres im Film Sie hat es verdient mit, bei dem sie auch als Co-Produzentin mitwirkte.[17] Dieser Spielfilm von Autor und Regisseur Thomas Stiller erzählt von Jugendlichen, die – selbst aus der Bahn geworfen – ihren Hass an anderen auslassen. Darüber hinaus übernahm Veronica Ferres 2009 in der Kinoproduktion Unter Bauern – Retter in der Nacht von Ludi Boeken die Hauptrolle der Holocaust-Überlebenden Marga Spiegel. 2010 folgten erneut Auftritte in mehreren TV-Produktionen. U. a. verkörperte Veronica Ferres die Rolle der Mutter in dem Spielfilm Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis.

Privatleben

Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer auf der Berlinale 2010

Nachdem Ferres von 1990 bis 1999 mit Helmut Dietl liiert war, wurde im Februar 2000 bekannt, dass sich das Paar getrennt habe.[7] Sie hatten gemeinsam an Filmen wie Schtonk (1991), Rossini (1997), Late Show (1999) und zahlreichen anderen Filmen des Regisseurs gearbeitet.

Im Mai 2001 heiratete Ferres, kurz vor der Geburt einer gemeinsamen Tochter, in Salzburg den Marketingfachmann Martin Krug.[18] Im November 2008 gab Ferres die einvernehmliche Trennung von ihrem Mann bekannt.[18] Im Juni 2010 wurde die Scheidung von Martin Krug vollzogen.[19] Seit 2009 ist sie mit dem deutschen Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer liiert.[20]

Soziales Engagement

Power Child e. V.

Ferres war Schirmherrin des im April 2002 (bis 2009) gegründeten Vereins Power-Child e. V. zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Dort sammelte sie Spenden, womit sie Theaterstücke für Kindergärten und Grundschulen finanzierte.[21][22] Ursprünglich war Power-Child die Bezeichnung eines Kinderschutzprogramms des Stuttgarter Vereins Kobra, mit dem Ferres 2002 zusammenarbeitete. Nachdem die Zusammenarbeit mit dem Verein Kobra nach Konflikten 2003 endete, wurde ein Verein gleichen Namens im Raum München gegründet. Ferres erklärte diesbezüglich im Jahr 2003: „Das Wort Power-Child kann man genauso wenig schützen wie ›Nächstenliebe‹“.[23] Die von Power Child veranstalteten Power-Child-Galas wurden teilweise von Ferres Werbekunden gesponsert. Der auf Marketing spezialisierte Krug ist Gründer und war lange Vereinsvorsitzender von Power-Child.[23][24] Krug zog sich zunächst in den Beirat, dann auch aus diesem Gremium zurück. Im Juni 2009 gab Ferres bekannt, dass sie aus Zeitgründen nur mehr „Botschafterin“ und nicht mehr Schirmherrin des Vereins sein könne.[25] Ihr Erscheinen bei der Verleihung des Erich-Kästner-Preises, den sie im August 2009 für ihr Engagement in dem Verein erhalten sollte, sagte sie wenige Wochen zuvor ab.[25] Derzeit kann man Veronica Ferres weder als „Botschafterin“ noch als „Schirmherrin“ auf der Seite von Power Child finden.

SOS Kinderdorf e. V.

Veronica Ferres engagiert sich mit anderen Prominenten wie Anna Netrebko oder Philipp Lahm als Botschafterin der SOS Kinderdörfer.[26] Insbesondere setzte sie sich für die Kampagne „Jetzt hinsehen!“ von SOS-Kinderdorf ein, die für mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage wirbt – „damit Kinder wieder Kinder sein können“.[27] Am 1. März 2010 stellten Veronica Ferres und Sunnyi Melles die Kampagne und das Making-Of in den Burda Medien Park Verlagen im Rahmen von Burda Live vor.[28]

Hope Cape Town Association

Veronica Ferres unterstützt seit 2009 die HOPE Cape Town Association & Trust,[29] einen gemeinnützigen Verein, der sich in Südafrika, im Bundesland Western Cape für HIV-positive und tuberkulosekranke Menschen engagiert.[28] Durch ihre Unterstützung konnte HOPE Cape Town für die nächsten drei Jahre eine Ärztin anstellen.[30] Spenden sammelte Veronica Ferres für diese Stiftung sowie für das SOS Kinderdorf Schleswig-Holstein auch, indem sie etwa über die Plattform „United Charity“ einen gemeinsamen Besuch eines Bundesliga-Heimspiels des FC Bayern München in der Allianz-Arena versteigerte.[31]

Sonstige Aktivitäten

Veronica Ferres sitzt im Beirat der Metropolitan School Frankfurt, die von ihrem Bruder Peter Ferres geleitet wird.

Bella Vita Film

2002 gründete Ferres zusammen mit Martin Krug eine eigene Produktionsfirma namens Bella Vita Film.[24] „Bella Vita Film“ produzierte unter anderem die Filme Das Geheimnis der Wale sowie den ARD-Zweiteiler „Kein Himmel über Afrika“, an denen Veronica Ferres auch als Schauspielerin mitwirkte.[32] Inzwischen ist Veronica Ferres nicht mehr für Bella Vita Film aktiv.

Bücher und Hörspiele

Am 14. März 2011 erschien das Buch Kinder sind unser Leben bei Droemer Knaur, welches Veronica Ferres zusammen mit Nicole Maibaum verfasste. In diesem werden 15 außergewöhnliche Menschen portraitiert, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen.[33] Das Buch ist das bislang dritte, welches von Veronica Ferres veröffentlicht wurde. 2007 erschien das Kinderbuch Nein, mit Fremden geh ich nicht! und im Jahr 2009 Fass mich nicht an![34] Beide Bücher wurden von Julia Ginsbach illustriert und sollen Kinder für gefährliche Situationen sensibilisieren. Darüber hinaus wirkte Veronica Ferres an verschiedenen Hörbuchproduktionen mit, u. a. beim Rilke Projekt.[35]

Construction Film GmbH

Seit dem 5. Mai 2011 ist Veronica Ferres im Handelsregister als Geschäftsführerin der neu gegründeten Filmproduktionsfirma „Construction Film GmbH“ mit Sitz in Garching bei München eingetragen.[36][37]

Kritik

Ferres musste sich aufgrund ihrer Rollenauswahl, Aktivitäten außerhalb der Schauspielerei und ihres Privatlebens auch mit kritischen Stimmen auseinandersetzen. So wird ihr ihre Vorliebe für „positive“ Frauenrollen, insbesondere überdurchschnittlich häufig die Rolle der „tapferen Mutter“, als Einseitigkeit, Flachheit und Gutmenschentum zum Vorwurf gemacht.[38][39]

„Courasche oder Gott lass nach“

Ferres im Jahr 2007

Der Theaterfigur der „Courasche“, eine Adaption des Romans Trutz Simplex von Wilhelm Genazino, eine Auftragsarbeit zur Ruhrtriennale 2006, verweigerte sie sich vier Wochen vor Probenbeginn, da die Rolle einer Prostituierten nicht mit ihrer künstlerischen Integrität vereinbar sei. Kritiker warfen ihr daraufhin Eitelkeit und Angst vor dem Verlust von Werbeverträgen vor, da viele Schauspielerinnen in ihren Karrieren schadlos Prostituierte dargestellt hätten und es in der Weltliteratur ein weites Feld von Rollen aus diesem Themenkreis gäbe.[40]

Veronica Ferres äußerte sich auch selbst zur Absage in einem Interview mit der FAZ vom 28. Juli 2006: In diesem verdeutlichte sie, dass „die Absprachen ganz andere [waren]“ und sie „zutiefst erschrocken und enttäuscht von dem [sei], was [sie] am 9. Juni zu lesen bekam. Nämlich einen vierzigseitigen Frauen-Monolog mit ordinärsten Ausdrucksformen. […] Um es deutlich zu sagen: Es geht ums „Ficken“, es geht seitenlang um „Sperma“ – und das von einer Frauenfigur, die zwar durch verschiedene Epochen wandert, die aber gar keine Entwicklung hat. Sie wird weder geläutert, noch scheitert sie, noch hat sie einen dramaturgischen Bogen. […] Man hat gesagt, Werbeverpflichtungen. Das ist Nonsens. Ich bin mündig genug, unabhängige Entscheidungen zu treffen.“[41] Das Theaterstück stieß auch nach seiner Premiere nicht nur auf uneingeschränkte Begeisterung der Kritiker: „Egal ob in Krieg oder Scheinfrieden: Männer wollen allzeit „rammeln” – und Frauen lauern auf dürre Vorteile inmitten des sexuellen Elends. Betrüblicher Befund. […] Was hat Genazino, der sonst so wunderbare Prosa schreibt, an diesem Stoff bloß so dringlich und theaternotwendig gefunden? […]Sein Stück trifft nicht gerade mitten ins Herz unserer Gegenwart.“ (Bernd Berke, 3. Oktober 2007)[42] Eine andere Kritik vom 2. Oktober 2007 schrieb: „Es hört sich geschmacklos an und ist es auch: es liegt kein poetischer Mehrwert in der pornografischen Sprache, die sexuelle Körperverrichtungen kalt und äußerlich beschreibt und jedes Gefühl verneint. […] Stets verwechseln Genazinos Figuren Nähegefühle mit körperlichen Notdürften. Aber den Grund, warum wir uns damit auseinandersetzen müssen, bleibt er uns auf dem Theater bisher schuldig.“ (Dorothea Marcus)[43]

Rechtsstreitigkeiten

Im Januar 2008 wurde Ferres als Testimonial für die Adler Modemärkte engagiert.[44] Sie trat dabei die Nachfolge von Birgit Schrowange an. Nachdem die ursprünglich zur Metro Group gehörige Kette durch die Sanierungsgesellschaft BluO übernommen wurde, trennte sich das neue Management des Unternehmens von Ferres. Der Geschäftsführer, Martin Vorderwülbecke, begründete dies damit, dass Veronica Ferres vom Vorbesitzer aufgrund ihres ursprünglich positiven Images engagiert worden sei und sie wegen ihres Lebenswandels diesen Faktor verloren habe. Im Laufe eines von Ferres angestrengten Prozesses kam es zu einem Kompromiss zwischen den Parteien. Ferres erhielt statt der von ihr geforderten 458.150 Euro eine Summe von 400.000 Euro von der Modekette. Die Kette trug zusätzlich 75 Prozent der Prozesskosten. Ferres Nachfolgerin als Sympathieträger des Unternehmens wurde erneut Birgit Schrowange.[45]

Im Jahr 2008/2009 klagte Veronica Ferres wegen schwerwiegender Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte gegen das Magazin Park Avenue, welches in seiner Juni-Ausgabe eine ausführliche Reportage über Ferres und ihren Ehemann Martin J. Krug unter dem Titel Fall Ferres – Eine Schauspielerin zwischen Gutmenschen-Sucht und Geltungsdrang veröffentlicht hatte. Der Artikel schildert die Aktivitäten des Paares für Power-Child. Das Magazin behauptete letztlich, dass Ferres und Krug das eigene Erscheinungsbild wichtiger gewesen sei als das Schicksal der Kinder und dass es bei der von Krug vermarkteten Benefiz-Gala finanzielle Auffälligkeiten gegeben habe, da vorübergehend 300.000 Euro aus der Bilanz verschwunden seien.[46] Ferres sprach in Zusammenhang mit der Reportage von einer „Hetzkampagne“.[47] Im Juli 2009 wies das Hamburger Landgericht die Klage mit der Begründung ab, dass es an einer schweren Persönlichkeitsverletzung oder anderen Gründen fehle, welche die Zuerkennung der Geldentschädigung rechtfertigen würden.[48]

Auszeichnungen

  • 1992: Bambi in der Kategorie Schauspiel National für die Rolle der Martha in Schtonk
  • 1998: Goldene Kamera für die Rollen in Rossini, Die Chaos Queen, Dr. Knock und Eine ungehorsame Frau
  • 1999: Beste Schauspielerin für Die Braut, 9. Internationales Film-Festival Pescara, Italien
  • 2002:
  • 2004: Bayerischer Fernsehpreis für die Rollen in Annas Heimkehr, Für immer verloren und Stärker als der Tod
  • 2005:
    • Bambi in der Kategorie Schauspiel National
    • DIVA-Award in der Kategorie German Award (Hall of Fame)
  • 2006:
  • 2007:
  • 2008:
    • Jupiter in der Kategorie Bester TV-Film für Die Frau vom Checkpoint Charlie
    • Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Die Frau vom Checkpoint Charlie
  • 2009: STEIGER AWARD in der Kategorie Film
  • 2010: SIGNIS Award im Rahmen des internationalen Filmfest DC in Washington für Unter Bauern – Retter in der Nacht

Filmografie (Auswahl)

TV-Produktionen

Kinofilme

Theaterrollen

Kritiken

„Es ringt mir durchaus Respekt ab, dass es jemand mit durchschnittlicher Begabung so weit bringen kann.“

Sönke Wortmann: Regisseur u. a. von Das Superweib, 1996[23]

„Veronica Ferres ist in der ersten Schauspiel-Liga angekommen. Das beweist auch ihr neuer Film […] Ist das Deutschlands „Superweib“, die „pure Sinnlichkeit“, die „blonde Versuchung“ und was sonst noch an Etiketten auf Veronica Ferres draufgeklebt wurden? Doch, doch, wenn auch äußerlich verwandelt, eleganter denn je, sehr geduldig, gelassen. Ziemlich weit weg vom Klischee des arg blonden Herzchens, auf das sie lange Zeit festgelegt schien. […] Veronica Ferres zeigt hier eine sehr starke Leistung jenseits von allen Beauty-Allüren, voll stiller Wut und herbem Trotz. […] Der Platz in der ersten Liga wird ihr mittlerweile zugestanden. Sie fesselte als „Ungehorsame Frau“, die sich mühsam von ihrem prügelnden Mann befreite, sie war die verzweifelte Nelly Kröger in „Die Manns“, sie wurde für ihre leidenschaftliche Buhlschaft im Salzburger „Jedermann“ gelobt und gepriesen und sie überraschte das Publikum im April 2003 in dem TV-Zweiteiler „Für immer verloren“.“

Helge Hopp: Berliner Zeitung vom 26. Januar 2004[50]

„Hervorragend Veronica Ferres als Mutter, die hier wieder einmal bewies, dass sie sich zur ernst zu nehmenden Charakterspielerin gemausert hat.“

Brigitte Ehrich: Hamburger Abendblatt vom 27. Januar 2004[51]

„Veronica Ferres, 41 Jahre alt, knapp 50 Rollen in Film und Fernsehen, Bambi, Goldene Kamera, Bayerischer Verdienstorden und gefühlte 20 Preise mehr, dazu mit dem Verein Power-Child aktiv im Kampf gegen Kindesmissbrauch. Die Unermüdliche. Die Beliebteste. Bekanntheitsgrad ungefähr auf dem Niveau Merkel/Beckenbauer. Deutschlands, ja bitte, Diva.“

Max Fellmann: Süddeutsche Zeitung vom 20. April 2007[52]

„Einst versprach ein Medienmanager, sie berühmter zu machen als Sharon Stone. Leider hat es dann für Veronica Ferres, 44, in Hollywood nicht geklappt. Na und? Hierzulande ist sie längst schon so bekannt wie Angela Merkel, nur weitaus beliebter. Während letztere nur die eine Hauptrolle im Berliner Tragödienstadel erfüllt, dreht Erstere rastlos ein erfolgreiches „TV-Eventmovie“ nach dem anderen.[…] Schon in „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ (2008) hat Veronica Ferres, seit 2009 mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer liiert, als heldenhafte Mutter geglänzt. Als „Superweib“ (1995) sowieso. Mit einem Unterschied: Inzwischen geizt sie mit komödiantischem Talent und wuchert dafür umso mehr mit Dramatik. Ihre Stärke ist jedoch stets die Perfektion des Normalen: Wenn sie laut Drehbuch zunächst ohnmächtig dabei zusehen muss, wie ihr und ihren Liebsten entsetzliches Unrecht widerfährt, bevor sie sich endlich mutig, aber mit Bodenhaftung in den Kampf gegen das Böse stürzt. So wurde Veronica Ferres zur couragierten Verhaltensikone für viele Frauen, ohne dabei die Männer zu verschrecken. Denn die dürfen von einer Frau träumen, die vielleicht gar nicht so weit von der eigenen entfernt ist, irgendwie.“

Hamburger Abendblatt vom 19. Juni 2010[53]

Literatur

Weblinks

 Commons: Veronica Ferres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Artikel

Einzelnachweise

  1. a b Markus Brauck: Die Sanftwütige. In: Der Spiegel. Nr. 41, 2007, S. 144 (online).
  2. Abizeitung Gymnasium Schwertstrasse 1984. Abgerufen am 21. Januar 2010.
  3. a b veronicaferres.de/vita
  4. Ich bin auf dem Land aufgewachsen. In: Die Zeit, Nr. 5/2002
  5. Hans-Dieter Schütt: Weibes-Bild: Veronica Ferres. In: zuhause3.de
  6. Das Lachen einer Gefangenen. In: Die Zeit, Nr. 21/1999
  7. a b Helmut Dietl und Veronica Ferres getrennt. In: Rhein-Zeitung, 10. Februar 2000
  8. So fielen die Quoten von Veronica Ferres. RP Online
  9. filmportal.de
  10. „Oscars“ für die besten Fernsehfilme. In: Spiegel Online, 12. März 2002
  11. salzburg.com
  12. a b c veronicaferres.de/tv
  13. gero von boehm begegnet: Veronica Ferres, Sendung im ZDFdokukanal, 24. März 2008, 0:45 Uhr.
  14. daserste.de
  15. spiegel.de
  16. abendblatt.de
  17. focus.de
  18. a b Veronica Ferres’ Ehe gescheitert. In: Spiegel Online, 25. November 2008
  19. welt.de
  20. Thomas Schmitt: Doppelter Bruch im Leben eines Multi-Millionärs. In: Handelsblatt. 24. Februar 2009 (bei handelsblatt.com, abgerufen am 9. März 2009).
  21. Website von Power-Child e. V: Prävention: Theater/Schule
  22. Website von Power-Child e. V: Prävention: Theater/Kindergarten
  23. a b c Max Fellmann: Das Spitzenprodukt.. In: Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 16/2007
  24. a b Martin Wolf: Sonne und Mond. In: Der Spiegel. Nr. 49, 2008, S. 119 (online).
  25. a b Wolfgang Luef: Veronica Ferres und Power-Child – Das Ende der Ära Ferres. In: Süddeutsche Zeitung, 31. Juli 2009.
  26. sos-kinderdoerfer.de
  27. sos-kinderdorf.de
  28. a b veronicaferres.de/charity
  29. hopecapetown.com
  30. h-o-p-e.net
  31. unitedcharity.de
  32. bellavita-film.com
  33. mdr.de
  34. randomhouse.de
  35. rilke-projekt.de
  36. ad-hoc-news.de
  37. mittelbayerische.de
  38. welt.de
  39. Sonne und Mond. In: Der Spiegel. Nr. 49, 2008 (online).
  40. faz.net
  41. faz.net
  42. westropolis.de
  43. nachtkritik.de
  44. Adler zieht Veronica Ferres an, 11. Januar 2008, unter wuv.de.
  45. Birgit Schrowange bleibt Adler treu, 4. Februar 2010, unter wuv.de
  46. Georg Altrogge: Warum die Schauspielerin gegen „Park Avenue“ verlor – Das Ferres-Urteil in Auszügen, unter meedia.de
  47. vgl. „Park Avenue“-Bericht Ferres bekommt keine Entschädigung von G+J, unter DWDL.de
  48. Medienurteil – Veronica Ferres scheitert mit Klage gegen Magazin. In: Spiegel Online, 15. Juli 2009.
  49. kino.de
  50. berlinonline.de
  51. abendblatt.de
  52. sueddeutsche.de
  53. abendblatt.de

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