Viehtränke


Viehtränke
Moderne Rindertränke

An einer Tränke können Tiere Wasser trinken. Tränken können natürlicher Art sein (Fluss, Teich, Bach etc.) oder von Menschen künstlich angelegt, um das Nutzvieh mit Wasser zu versorgen oder Wildtieren einen leichteren Zugang zum lebensnotwendigen Nass zu ermöglichen.

Auf dem Land diente vor der intensiven Viehhaltung oft ein künstlich angelegter Teich als Viehtränke für den gesamten Viehbestand der Gemeinde. Auch Tröge an gefassten Quellen oder Brunnen dienten der Wasseraufnahme von Ziegen, Kühen, Pferden und Schafen.

Inhaltsverzeichnis

Moderne Tränken

In der Schweinehaltung unterscheidet man speziell Nippeltränken und Beckentränken/Schalentränken.

Nippeltränke

Nippeltränke (rechts unten)

Bei den Nippeltränken können Verschmutzungen nahezu ausgeschlossen werden, da die Ferkel mit leicht schräg nach oben gehaltenem Kopf daran saugen. Gute Nippeltränken sind in der Höhe verstellbar und können so auf die Größe der Tiere eingestellt werden. Oft werden sie aber auch über nicht einstellbare Edelstahl-Anschlussrohre montiert. Die Montagehöhe sollte immer ca. 5-10 cm über Rückenhöhe der Tiere liegen. Wird keine Höhenverstellung eingebaut, werden oft mehrere Nippeltränken in unterschiedlichen Höhen montiert.

Selbsttränke

Bei der Selbsttränke kann das Tier mit dem Maul durch eine Zunge im Tränkebecken Druck auf ein Ventil ausüben und so die Tränke mit Wasser befüllen. Dadurch steht immer frisches Leitungswasser zur Verfügung und eine Verschmutzung des Wassers wird verhindert. Für den Weidebetrieb können Selbsttränken mit einem Pumpmechanismus eingesetzt werden, die das Wasser bei Betätigung der Tränkenzunge z. B. aus einem Gewässer heraufbefördern. Bei Selbsttränken ist die Flüssigkeitsaufnahme von Kühen oft nicht optimal, da die Geschwindigkeit der Wasserzufuhr beschränkt ist und die Tiere den Vorgang nach einiger Zeit abbrechen. Außerdem können nur an Maul oder an den Vorderzähnen unverletzte Tiere diese Tränke ungehindert nutzen.

Beckentränke

Ein Holztrog als Tränke im Freien

Beckentränken gibt es in Form von steinernen oder hölzernen Trögen schon lange und sind in der Weidehaltung auch in der Gegenwart noch anzutreffen. Im Stall bestehen sie heute meist aus Edelstahl, aber auch aus emailliertem Gusseisen. Der Vorteil von Tränkebecken gegenüber Nippeltränken liegt im geringeren Wasserverlust und in der besseren Wasseraufnahme der Tiere. Sie setzen allerdings voraus, dass sich die Tiere frei zu den Becken bewegen können. Bei Nippeltränken kann man beobachten, dass die Tiere den Oberkiefer auf den Nippel legen und viel Wasser am Maul der Tiere vorbei auf den Boden läuft. Die Wasseraufnahme an Becken- oder Schalentränken entspricht eher dem natürlichen Trinkverhalten der Tiere. Bei Nippeltränken wird den Tieren das Wasser eher in den Mund gespritzt.

In der Abferkelbucht werden zum Teil Becken eingebaut, die sowohl von der Sau als auch von den Ferkeln gemeinsam genutzt werden. Der Vorteil liegt in der sofortigen Annahme dieser Tränke durch die Ferkel, da die Tiere das Wasser sehen können. Ist eine Schwimmertränke eingebaut, läuft, sobald der Wasserstand unter ein gewisses Niveau gefallen ist, automatisch Wasser nach. In den meisten Fällen werden jedoch Tränken mit einem Rohrventil eingebaut, das von den Tieren mit dem Rüssel betätigt wird. Das Wasser ist in diesen Tränken immer frisch und steht nicht ab.

In der Rinderhaltung wird zum Teil vorgewärmtes Wasser in Beckentränken angeboten. Etwa durch die Kombination mit einer Milchvorkühlung. Dieses warme Wasser wird von den Tieren besser aufgenommen und die Tiere, die aus den Becken in kurzer Zeit große Mengen Wasser aufnehmen, verlieren dadurch nicht so viel Wärmeenergie an das Wasser.

Vorschriften

In der Schweinehalte-Hygiene-Verordnung ist immer für höchstens 12 Schweine eine Tränkstelle vorgeschrieben. Zum Teil werden in der Schweinehaltung Medikamente über das Tränkwasser an die Tiere verabreicht. Dabei ist besonders auf die Einhaltung der Installationsvorschriften (DIN 1988 Schutz des Trinkwassers) zu achten.


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