Vitkov

Vitkov
Vítkov
Wappen von Vítkov
Vítkov (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Opava
Fläche: 5505 ha
Geographische Lage: 49° 47′ N, 17° 45′ O49.77888888888917.756111111111480Koordinaten: 49° 46′ 44″ N, 17° 45′ 22″ O
Höhe: 480 m n.m.
Einwohner: 6.238 (3. Juli 2006)
Postleitzahl: 747 43, 749 01
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 8
Verwaltung (Stand: 2006)
Bürgermeister: Pavel Smolka
Adresse: Náměstí Jana Zajíce 7
749 01 Vítkov 1
Website: www.vitkov.info

Vítkov (deutsch Wigstadtl) ist eine Stadt mit 6254 Einwohnern in Tschechien. Sie liegt nördlich der Oderberge und nordwestlich des Kuhländchens in Schlesien und gehört dem Okres Opava an. Die Katasterfläche beträgt 5505 ha.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt befindet sich im Tal der Čermná in 480 m.ü.M. Nachbarorte sind Prostřední Dvůr und Větřkovice im Osten, Klokočov im Süden und Čermná im Westen Nördlich verläuft das Tal der Mohra, dort liegt die Ruine der Burg Vikštejn und der Ort Podhradí.

Geschichte

Vermutlich wurde Vítkov zusammen mit der Burg Vikštejn in der Mitte des 13. Jahrhunderts von Vitek von Kravaře gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1301. Die zu diesem Zeitpunkt bereits mit Leobschützer Recht versehene Stadt gehörte zum Herzogtum Troppau und wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zur herzoglichen Bergstadt erhoben. Nach dem Rückgang des Gold- und Silberbergbaus gelangte Wigstadtl an die Odersky und später die Wipplar von Ulschitz, die die Herrschaft Wigstadtl errichteten und das Barockschlösschen in Oberdorf, das heute als Krankenhaus dient, errichteten. Seit 1523 besaß Wigstadtl Marktrechte. 1850 wurde Wigstadtl Sitz eines Gerichtsbezirks. Im selben Jahr wurden die Ansiedlungen Scheibenhof (Nýtek), Mittelhof (Prostřední Dvůr), Schneckenhof (Veselka) und Niederdorf (Dolní Ves) eingemeindet. 1866 entstand die Papier- und Kartonagenfabrik im Annathal. Später im Annathal am gegenüberliegenden Mohraufer noch ein großer Steinbruch. Mit der Inbetriebnahme der Lokalbahn von Zauchtel nach Bautsch erhielt Wigstadtl 1891 einen Eisenbahnanschluss. 1920 erfolgte die Eingemeindung von Oberdorf (Horní Ves). 1930 lebten in der Stadt 4818 Menschen.

1957 wurde Podhradí, das bis 1952 Dolní Víkštejn hieß, Teil von Vítkov. 1975 kamen auch Lhotka, Nové Těchanovice und Čermná zur Stadt hinzu. 1979 erfolgte die Eingemeindung von Jelenice und Větřkovice. Seit 1992 sind Větřkovice und Čermná wieder selbstständige Gemeinden.

Sehenswürdigkeiten

  • Neogotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, sie wurde zwischen 1913 und 1918 an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert errichtet. Das weithin sichtbare Bauwerk besitzt einen 62 m hohen Turm.
  • Ruine der Burg Vikštejn aus dem 13. Jahrhundert, sie wurde während des Dreißigjährigen Krieges 1646 durch die Kaiserlichen Truppen präventativ gesprengt, um eine Besetzung durch die Schweden zu verhindern

Ortsgliederung

Zur Stadt Vítkov gehören die Ortsteile Jelenice (Hirschdorf), Klokočov (Groß Glockersdorf), Lhotka (Nitschenau), Nové Těchanovice (Neuzechsdorf), Podhradí (Niederwigstein), Prostřední Dvůr (Mittelhof) sowie Zálužné (Mohradorf).

Mit Vítkov zusammengewachsen ist der Stadtbezirk Horní Ves (Oberdorf). Daneben liegen die Weiler Annino Údolí (Annathal), Františkův Dvůr und Nýtek (Scheibenhof) sowie die Wüstung Březí (Birkenhütten) auf den Gemeindefluren.

Städtepartnerschaften

  • PolandPoland Kalety, Polen
  • ItalyItaly Praso, Italien

Geologie

In der Umgebung von Nové Těchanovice gibt es ein Vorkommen eines grünen Gesteins, eines Lamprophyrs.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Ferdinand Hanusch (1866–1923), Sozialdemokrat, Gründer der Arbeiterkammer und prägender Mitgestalter der österreichischen Sozialpolitik
  • Emma Grüner * 1. November 1877, gest. 29. November 1953 in Perach/Inn; Schriftstellerin
  • Franz W. Seidler (* 1933), deutscher Historiker und Autor
  • Jan Zajíc (1950–1969), Student, verbrannte sich aus Protest gegen den sowjetischen Einmarsch auf dem Prager Wenzelsplatz

Literatur

  • Elmar Seidl: Das Troppauer Land zwischen den fünf Südgrenzen Schlesiens. Hess Verlag, 1996, ISBN 3-87336-215-5.

Weblinks


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