Volvisee


Volvisee
Ufer des Volvi-Sees

Der Volvi-See (griechisch λίμνη Βόλβη, gesprochen limni Volvi; mazedon./bulgar. Bezeichnung Бесицко Езеро, gesprochen Besicko Ezero) ist ein natürlicher See in der Region Mygdonien (Mydonia) der Präfektur Thessaloniki der Verwaltungsregion Zentralmakedonien in Nordgriechenland.

Die Wasseroberfläche liegt auf einer Höhe von 37 m über dem Meeresspiegel, damit 38 m niedriger als der im Westen benachbarte Koronia-See. Der Volvi-See ist nach dem Trichonida-See der zweitgrösste natürliche See in Griechenland mit einer Fläche von 68,6 Quadratkilometern. Die Tiefe beträgt im Mittel 13,5 und maximal 22,3 Meter. Damit ist der Volvi-See bereits einer der tieferen Seen in Griechenland. Das Wasservolumen des Sees berechnet sich mit 940 x 106 Kubikmeter. Auch in Bezug auf diese Größe ist der Volvi-See der zweitgrösste natürliche See in Griechenland. Sein Wassereinzugsgebiet (catchment area) beläuft sich auf 1.247 km².[1]

Aufgrund seiner im Vergleich zu anderen griechischen Seen bereits bedeutenden Tiefe hat der Volvi-Seen niedrigere mittlere Wassertemperaturen als andere griechische Seen. Die mittlere Wassertemperatur beläuft sich auf 6,8°C, die maximale jedoch auf 29°C. Der Volvi-See wird als warmer, monomiktischer See angesehen. Nach hydrobiologischen Kriterien ist der See meso- bis eutroph. Der Volvi-See ist nach dem Koronia-See der See mit der zweithöchste Alkalinität in Griechenland.[1][2][3]

Der Volvi-See befindet sich in einer Senke zwischen der Halbinsel Chalkidiki und dem Stratoniko- sowie Chortiatis-Massiv im Süden und den Gebirgszügen des Vertsikos und Kerdilio im Norden. Im Osten liegt schließt sich an den See das Tal von Rentina an, nach Westen hin wird der See durch eine Landzunge vom Koronia-See getrennt. Vor ca. 1.000.000 Jahren war der Volvi-See mit dem Koronia-See zu einem großen See in der Senke von Mygdonien vereinigt und floss mittels eines Flusses durch das Tal von Rentina nach Osten in die Ägäis ab (Stymonischer Golf). Im weiteren Verlauf wurden die beiden Seen in der mygdonischen Senke getrennt, auch der Abfluss in die Ägäis versiegte.

Südlich des Sees verläuft die Nationalstraße 2, nördlich des Sees die Autobahn 2 (Egnatia Odos). An seinem Südufer liegt die Kleinstadt Nea Apollonia, in deren Nähe finden sich auch die Überreste der antiken Siedlung Apollonia. Die Ortschaft Rentina liegt an der Ostküste unmittelbar vor dem gleichnamigen Tal. Die antike Siedlung Bolbos (latein. Bolbus) befand sich ebenfalls am Ufer des Volvi-Sees, ihre genaue Lage ist aber gegenwärtig nicht bekannt.

Der Volvi-See ist wie der Koronia-See ebenfalls Verlandungsprozessen ausgesetzt, dies aber in deutlich geringerem Maße. Die Landenge zwischen Koronia- und Volvi-See wird in ihrem Durchmesser entsprechend vergrößert. Zuflüsse des Sees sind der Olynthiakos und Ammites, der Abfluss des Sees in den Strymonischen Golf (Ägäis) wurde bereits durch Thukydides beschrieben, aber nicht benannt. In Übereinstimmung mit den Beschreibungen des Procopius dürfte es sich hierbei um den Fluss Erechios (latein. Rechius) gehandelt haben.

Quellen

  1. a b N. T. Skoulikidis, I. Bertahas, T. Koussouris: The environmental state of freshwater resources in Greece (rivers and lakes). Environmental Geology 36 (1–2) November 1998. S. 1 ff.
  2. T. Sawidis. Radioactive Pollution in Freshwater Ecosystems from Macedonia, Greece. Arch. Environ. Contam. Toxicol. 30, 100-106 (1996).
  3. K. Fytianos, A. Kotzakoti. Sequential Fractionation of Phosphorus in Lake Sediments of Northern Greece. Environmental Monitoring and Assessment 100: 191-200 (2005).

Weblinks

40.68166666666723.4672222222227Koordinaten: 40° 40′ 54″ N, 23° 28′ 2″ O


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