Volvo Group


Volvo Group
Volvo Group
Unternehmensform Aktiebolag
Gründung 1915
Unternehmenssitz Göteborg, Schweden
Unternehmensleitung

Leif Johansson

Mitarbeiter ca. 100.000 (2007)
Umsatz 285 Mrd. Kronen (2007)
Branche Fahrzeughersteller
Produkte

Lastkraftwagen, Boote, Schiffe, Flugmotoren, Raumschiffantriebe, Baumaschinen, Industriemotoren

Website

Volvo Group

Aktuelles Volvo-Logo
Älteres Volvo-Logo

Volvo (lat.: ich rolle) ist ein schwedischer Fahrzeugkonzern. Der Konzern wurde 1927 als Pkw-Hersteller gegründet, verkaufte den Geschäftsbereich Volvo Car Corporation jedoch 1999 an Ford. Heute produziert die Volvo Group Busse (Volvo Buses) und Lastkraftwagen der Marken Volvo (Volvo Lastvagnar), Renault, Mack und Nissan, sowie andere Maschinen.

Zur Volvo Group gehört auch die Firma Volvo Penta, die vor allem Boots-, Schiffs- und Industriemotoren fertigt. Außerdem Volvo Construction Equipment, die Baumaschinensparte von Volvo, Volvo Aero (früher Volvo Flygmotor) - Fertigung von Flugzeug- und Raumschiffantrieben und die Finanzsparte Volvo Financial. Alle sind 100%ige Töchter der Volvo Group (AB Volvo). Volvo Financial ist die einzig übrig gebliebene Volvo-Sparte außerhalb des Fahrzeugsegments.

Bis 1973 war Volvo ein reiner Fahrzeugkonzern. Danach jedoch folgten viele Beteiligungen und Übernahmen in anderen Segmenten. Der damalige Vorstandsvorsitzende Pehr G. Gyllenhammar entwickelte Volvo im Laufe der Jahre zu einem Multikonzern. Auf der Aktionärsversammlung im April 1994 stellte der damalige Vorstandsvorsitzende Sören Gyll das Ende der Diversifikation vor. Volvo konzentrierte sich fortan wieder fast vollständig auf das Kerngeschäft und verkaufte nach und nach - mit Ausnahme der genannten Volvo Financial - alle anderen ehemaligen Volvo-Töchter außerhalb des Fahrzeugsegments.

Inhaltsverzeichnis

Volvo Group

Sitz und Geschäftstätigkeit

Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Göteborg, Schweden. Die Volvo-Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit etwa 100.000 (2007)

schwerer Sattelzug des Typs Volvo FH
Volvo FH Fahrerplatz
Roadtrain mit Zugfahrzeugs des Typs Volvo VN
Volvo Bus
Volvo Baumaschine
Volvo Traktor

Bereits seit Gründung der Volvo-Unternehmensgruppe gehören LKW (Volvo Trucks, sowie heute Renault Trucks und Mack Trucks), Baumaschinen (Volvo Construction Equipment) und Omnibusse (Volvo Buses) zur Produktpalette. Der Geschäftsbereich Lastkraftwagen ist mit 66 % Umsatzanteil 2007 der wichtigste. Einen bedeutenden Umsatzanteil tragen die Baumaschinen mit 19 % bei. Der Geschäftsbereich Omnibusse setzt 6 % der Gesamtverkäufe um.

Zur Unternehmensgruppe gehören außerdem Volvo Penta (Industrie- und Schiffsmotoren 4 % Umsatzanteil) und Volvo Aero (Triebwerke und -teile für Luft- u. Raumfahrt - 3 % Umsatzanteil). Die Volvo besitzt auch die „Volvo Financial Services“ (3 % Umsatzanteil). [1]

Mit 45 % bzw. 19 % Umsatzanteilen ist die Volvogruppe insbesondere in Westeuropa und Nordamerika tätig. In Asien und Osteuropa werden 15 und 10 % Umsatz erwirtschaftet. Mit 6 % Umsatzanteil ist die Region Südamerika noch zu erwähnen. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Regionen der Welt. [2]

Omnibusse und LKW

1928 wurde der erste Bus auf der Basis eines Lkw-Fahrwerkes gefertigt. Erst 1968 wurde Volvo Buses ein eigenständiger Geschäftszweig der Volvo-Gruppe. Heute ist Volvo Buses der weltweit zweitgrößte Hersteller von Bussen und Busfahrgestellen.

Volvo Trucks ist weltweit der zweitgrößte Hersteller schwerer Lastwagen. Der Großteil des Umsatzes konzentriert sich auf Westeuropa, Nord- und Südamerika sowie Asien.

Renault Trucks zählt zu den größten Lkw-Herstellern Europas. Das Unternehmen bietet alle Typen von Nutzfahrzeugen an: von leichten Lkw für städtische Verteilertransporte bis hin zu Spezialfahrzeugen und schweren Lkw für den Güterverkehr.

Mack Trucks ist einer der größten Hersteller schwerer Lkw und Lkw-Komponenten in Nordamerika. Die Firma war seit 1991 vollständig im Besitz von Renault.

Im Jahr 2000 erwirbt die Volvo AB die Firma Renault Véhicules Industriels (RVI) (heute Renault Trucks) einschließlich Mack Trucks in Nordamerika. Bereits seit den 1970er-Jahren gehörte Volvo und Renault (gemeinsam mit Mack) zum sogenannten „Vierer-Club“, der gemeinsam Lkw entwickelte.

Bootsmotoren und Antriebe

Das Unternehmen Volvo Penta entstand 1930 durch die Übernahme der Aktienmehrheit an den Penta-Werken und bietet Motoren und komplette Antriebssysteme für Schifffahrt und Industrie. Die Penta-Werke lieferten anfänglich die Motoren für die ersten Volvo-Automobile, da Volvo seine Fahrzeugproduktion als reiner Karosserie- und Chassishersteller begann, ohne selbst Motoren herzustellen. Diese ersten Automobile in der Firmengeschichte wurden zwar von Volvo gebaut und vertrieben, doch auf den Kühlern stand das Wort Penta. Durch die weltwirtschaftlichen Probleme Ende der 1920er geriet die Firma Penta in finanzielle Schwierigkeiten. Da Volvo seinen Motorenlieferanten nicht verlieren wollte, stieg Volvo bei Penta ein und strich das Wort Penta von den Kühlern seiner Automobile. 1935 wurde das Unternehmen Volvo Penta - ebenfalls mit Sitz in Göteborg - offiziell gegründet. Die bekanntesten Entwicklungen von Volvo Penta waren die Aquamatic, eine revolutionäre Kombination von Innen- und Außenborder, das Duoprop-Antriebssystem und die im Jahr 2005 vorgestellten Zugpropellerlösungen IPS für schnelle Freizeitboote. Außerdem war die Firma Penta im Jahr 1922 der erste Hersteller von Außenbordmotoren in Europa. Allerdings gab Volvo Penta die Produktion von Außenbordmotoren im Verlauf des Zweiten Weltkrieges vorerst auf.

Im Volvo Ocean Race 2001-2002 hatte jede an dem Rennen teilnehmende Segeljacht zwei Volvo-Penta-Antriebsmotoren - für Notfälle - an Bord.

Motoren aus dem Programm von Volvo Penta sind außer in den Lkw von Volvo auch in Renault-Nutzfahrzeugen zu finden.

Weitere Konzernunternehmen

Volvo Aero entwickelt und fertigt Hightech-Komponenten für die zivile Luftfahrt sowie Strahltriebwerke. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und wartet auch Jetmotoren für die schwedische Luftwaffe. Früher hieß Volvo Aero Volvo Flygmotor und entstand 1941 durch die Übernahme der Aktienmehrheit an der Svenska Flygmotor AB. Volvo Aero fertigte unter anderem das Strahltriebwerk für den Abfangjäger Saab JA37B Viggen und entwickelte Raketenantriebe und -düsen.

Volvo Construction Equipment entwickelt, produziert und vertreibt Baumaschinen (u. a. Bagger, Radlader, Mobilbagger, Dumper, Motor-Grader und Baggerlader)und hat vor kurzem die Straßenbaumaschinen-Sparte von Ingersoll Rand übernommen.

Volvo Financial Services bietet umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Kundenfinanzierung, Versicherung, Immobilienverwaltung und weitere finanzielle Dienstleistungen.

Volvo Car Corporation

siehe Hauptartikel: Volvo Car Corporation

Das ursprüngliche Kerngeschäft des Konzerns wurde 1999 an Ford verkauft. Damit der Name Volvo in der Öffentlichkeit weiterhin als eine Einheit angesehen wird und nicht das Image des einen Herstellers mit dem des anderen grundsätzlich differiert, gibt es die Volvo Trade Mark Holding. Diese wurde zeitgleich mit dem Verkauf der Volvo Car Corporation (Volvo Personvagnar) an Ford, von Volvo-Chef Leif Johannson und dem damaligen Ford Vorstandsvorsitzenden Jacques Nasser gegründet. Dieses Unternehmen verwaltet den Namen Volvo und führt somit in wichtigen marketingstrategischen Aspekten beide Kraftfahrzeughersteller wieder zusammen: Jeweils 50 % der Anteile der Volvo Trade Mark Holding gehören der Ford Motor Company, die anderen 50 % gehören der Volvo Group. Vorstandsvorsitzende des Unternehmens sind zu gleichberechtigten Teilen zum einen der Ford Motor Company Vorstandsvorsitzende Alan Mulally und zum anderen der Vorstandsvorsitzende der Volvo Group, Leif Johannson. Die Gremien der Volvo Trade Mark Holding, welche aus Mitarbeitern der Volvo Car Corporation und der Volvo Group bestehen, treffen sich regelmäßig und besprechen gemeinsame Sponsoringaktivitäten, wie z. B. das Volvo Ocean Race, verwalten Logos und Schriftzüge der Marke, und sorgen dafür, dass die Marke in der Öffentlichkeit weiterhin einen einheitlichen Status pflegt.

Nutzfahrzeuge

Der Nutzfahrzeugbereich von Volvo gliedert sich in die (rechtlich selbständigen) Bereiche Volvo Trucks und Volvo Busses. Volvo Trucks ist derzeit der zweitgrößte LKW-Hersteller weltweit.

Das aktuelle europäische Programm besteht aus den Modellen:

  • Volvo FL - Leichter Verteilerverkehr von 11,99 − 18 Tonnen zul. Gesamtgewicht (nur 2-Achser 4x2)
  • Volvo FE - Mittlerer Verteilerverkehr von 18−26 Tonnen zul. Gesamtgewicht (2- und 3-Achser, 4x2, 6x2 und 6x4)
  • Volvo FM - 9-Liter- (300−380 PS) und 13-Liter-Motor (400−480 PS (Schwerer Nah-und Baustellenverkehr)
  • Volvo FH - 13 Liter Motor 400−520 PS (Schwerer Nah-und Fernverkehr)
  • Volvo FH16 - 16,1-Liter-Motor 540, 600 oder 700 PS (zurzeit drehmomentstärkster Serien-LKW) für Fernverkehr und Schwertransport

Trivia

Der Name „Volvo“ leitet sich aus dem Lateinischen ab. Die erste Person des Indikativs Singular Präsens von volvere (rollen) heißt volvo (ich rolle).

Auf der IAA 2007 wurde der „Alcoguard“ vorgestellt. Der Fahrer muss in ein drahtloses Handgerät pusten, das den Atemalkoholgehalt misst und an die Fahrzeugelektronik meldet, die ggf. den Start verweigert.

Finanzkrise

Auch Volvo ist von der Finanzkrise betroffen und bekommt von der schwedischen Regierung eine Staatsbürgschaft über fünf Milliarden Kronen (445 Millionen Euro). Mit dieser Absicherung solle dem Unternehmen zu einem Kredit der Europäischen Investitionsbank verholfen werden.[3]

Literatur

  • Christer Olsson, Hans Christiansen: Volvo Personenwagen 1927–2000. Eine Parade. Aus dem Schwedischen übertragen von Harald Neuhaus. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-02028-9
  • Jean Christer Olsson: Volvo Busse seit 1928. Aus dem Schwedischen übertragen von Harald Neuhaus. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02306-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Volvo Business Areas 2007
  2. Überblick über die Gruppe 2007
  3. Schwedens Regierung hilft Volvo mit Bürgschaft: 24. Februar 2009

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