Wahlstedt


Wahlstedt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wahlstedt
Wahlstedt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wahlstedt hervorgehoben
53.95416666666710.20944444444447
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Segeberg
Höhe: 47 m ü. NN
Fläche: 15,74 km²
Einwohner:

9.261 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 588 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23812
Vorwahl: 04554
Kfz-Kennzeichen: SE
Gemeindeschlüssel: 01 0 60 092
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 3
23812 Wahlstedt
Webpräsenz: www.wahlstedt.de
Bürgermeister: Sven Diedrichsen
Lage der Stadt Wahlstedt im Kreis Segeberg
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Über dieses Bild

Wahlstedt (plattdeutsch: Wohlsteed) ist eine Stadt im Kreis Segeberg, Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt rund sieben Kilometer westlich von Bad Segeberg am nordöstlichen Rand des Segeberger Forstes.

Geschichte

1150 wird Wahlstedt das erste Mal urkundlich erwähnt. Der damalige Bischof von Oldenburg, Vicelin, bestätigt darin der Segeberger Kirche die „Zehntenverteilung“ des Kaisers Lothars III. und Herzog Heinrich für das Chorherrenstift der Augustiner in Högersdorf. Zehn Dorfschaften werden in dieser Urkunde genannt, darunter auch ein Dorf namens „Wahlstedte“. Ob sich Wahlstedt allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits im Besitz des Chorherrenstifts der Augustiner in Högersdorf befand, ist bis heute umstritten, denn offiziell ging Wahlstedt erst 1192 als Schenkung Kaiser Heinrichs VI. an das Chorherrenstift der Augustiner in Högersdorf als Besitz über. Vor- und frühgeschichtliche Funde auf dem heutigen Gemeindegebiet zeugen allerdings von einer weitaus früheren Besiedlung.

Während des 30-jährigen Krieges wird das Dorf Wahlstedt gebrandschatzt und zerstört, und anschließend wieder aufgebaut.

Während der napoleonischen Kriege im 19. Jahrhundert wurden in Wahlstedt dänische, deutsche, schwedische und russische Truppen einquartiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde Wahlstedt bis zum März 1953 dem Amt Segeberg-Land an. Am 1. Juli 1954 wurde die Gemeinde Wahlstedt als amtsfreie Gemeinde aus dem Amt Segeberg-Land ausgegliedert. Am 13. Dezember 1966 wurden der Gemeinde Wahlstedt durch die schleswig-holsteinische Landesregierung die Stadtrechte verliehen, die am 1. Januar 1967 in Kraft traten.

Das Marine Artillerie-Arsenal Fahrenkrug-Wahlstedt

Im Jahre 1935 beschloss die Marineleitung in Berlin, das Marine-Artillerie-Zeugamt Kiel zu vergrößern. Dafür wurde an der Nordseite des Segeberger Forstes am Südwestrand des Dorfes Wahlstedt, ein neues Arsenal angelegt. Hier entstand nun ab 1937 das Marine-Artillerie-Nebenzeugamt Segeberg, das nach abgeschlossenem Aufbau in Marine-Artillerie-Arsenal Fahrenkrug umbenannt wurde. Man wählte den Namen Fahrenkrug wegen der Bahnstation, von der aus das Anschlussgleis zum Arsenal gelegt wurde.

Das neuentstandene Marine-Artillerie-Arsenal umfasste eine zusammenhängende Fläche von 314 ha. Das Gelände war von einem 10 km langen und 2 m hohen Maschendrahtzaun umgeben. Um eine Gefährdung der umliegenden Häuser zu verhindern, mussten noch einige Grundstücke und Häuser hinzugekauft werden. Die darauf befindlichen Gebäude wurden abgerissen oder zu Werkswohnungen umgebaut. Da die Häuser ausreichten um das Personal unterzubringen, wurden in Wahlstedt weitere 84 ha angekauft, auf denen insgesamt drei Siedlungen für das Arsenals-Personal entstehen sollten.

Die Aufgaben des Marine-Artillerie-Arsenal Fahrenkrug-Wahlstedt waren:

  • 1. Fertigung von Küsten- und Schiffsartilleriemunition aus zugelieferten Einzelteilen,
  • 2. Untersuchung von Munition,
  • 3. Nachschubversorgung der Marine mit Munition,
  • 4. Wiederherstellung von leeren Hülsen in drei Hülsenwerkstätten und einer dazugehörigen galvanischen Anstalt,
  • 5. Instandsetzung und Umrüstung von Geschützen der Küstenartillerie,
  • 6. Lagerung der gefertigten Marine-Artillerie-Munition.

Die Produktion begann 1939 mit einer Belegschaft von 30 Angestellten, 300 männlichen und 200 weiblichen Arbeitern, die sich schon ein Jahr später auf 1000 verdoppelt hatte. Eine Aufstellung der Arbeitskräfte im Mai 1945 ergibt folgendes Bild:

  • 488 Deutsche
  • 207 Polen, Letten und Litauer
  • 247 Italiener
  • 74 Franzosen
  • 90 Niederländer
  • 33 sowjetische Kriegsgefangene

zusammen: 1139 Menschen.

Zu diesen Arbeitskräften kamen noch 680 Soldaten und 172 Zivilangestellte. Das Marine-Artillerie-Arsenal Fahrenkrug-Wahlstedt hatte damit im Mai 1945 eine Gesamtbelegschaft von 1991 Mann.

Am 3. Mai 1945 besetzten britischen Soldaten das Marine-Artillerie-Arsenal Fahrenkrug-Wahlstedt. Der letzte Arsenalkommandant wurde nach kurzer Gefangenschaft zum Arsenaldirektor ernannt und hatte die Abwicklungsarbeiten unter britischen Befehl durchzuführen. Im Frühjahr 1946 begannen die Sprengungen an den Bunkern. Erst im Jahre 1953 waren die letzten Sprengungen auf dem Gebiet des Marine-Artillerie-Arsenal Fahrenkrug-Wahlstedt beendet. Die meisten Ziegelbauten, die Versorgungsanlagen und die Normalspur-Gleisanlage wurden nicht zerstört. Die restlichen Munitions- und Pulvervorräte, ca. 50.000 t, wurden bis 1953 vernichtet, sämtliche Einrichtungsgegenstände aus den Produktions-, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden demontiert und der Baumbestand um die einzelnen Gebäude abgeholzt und nach England verschifft.

In den freigewordenen Hallen zogen ab 1947 verschiedene Industriefirmen ein.

Politik

Die 21 Sitze in der Wahlstedter Stadtvertretung verteilen sich seit der Kommunalwahl 2008 auf folgende Parteien: CDU neun Sitze, SPD sieben Sitze, FDP drei Sitze, Bündnis 90/Die Grünen zwei Sitze .

Wappen

Blasonierung: „Von Silber und Rot schräglinks geteilt, darauf in vertauschten Farben ein schrägrechts gestellter, bewurzelter Eichenstumpf mit vier Zweigen.“[2]

Die Teilung des Schildes im Wappen von Wahlstedt nimmt Bezug auf das Nebeneinander der Dörfer Klein und Großwahlstedt im Mittelalter. Bereits Mitte des 12. Jh. urkundlich erwähnt, ist Kleinwahlstedt um 1444 niedergelegt worden. Das Gebiet beider Dörfer bestand als Wahlstedt fort. Der Eichenstamm als einzige Wappenfigur weist auf die Ursprünge des Ortes als Rodungssiedlung in der relativ frühen Zeit der -stedt-Orte (etwa 400 n. Chr.) hin und gibt mit seinen zwölf Wurzeln die Anzahl der ursprünglichen Hufen wieder. Die vier Zweige sollen auf vier durch Kriege bedingte Notzeiten des Ortes (Wendenkämpfe, Dreißigjähriger Krieg, Napoleonischer Krieg, Zweiter Weltkrieg) und auf die vier Erwerbsquellen der Einwohner in der Vergangenheit (Ackerbau, Viehzucht, Jagd, Fischerei) hinweisen. Die Gebäude des 1936 in der unmittelbaren Nachbarschaft Wahlstedts erbauten Marinearsenals Fahrenkrug wurden 1948 der Industrieansiedlung zur Verfügung gestellt. Die Siedlung wurde 1952 in Wahlstedt eingemeindet. Das hatte zur Folge, daß viele Heimatvertriebene Neu-Wahlstedter wurden. Die damit verbundene Vergrößerung der Einwohnerzahl führte 1967 zur Stadterhebung. Die Farben des ansprechend in verwechselten Farben tingierten Wappens sind die Farben des Landesteils Holstein.

Flagge

Blasonierung: „Die Flagge von Wahlstedt ist gespalten in den Liek (den der Stange zunächst gelegenen, kleineren Teil) und das fliegende Ende (den an den Liek anschließenden, größeren Teil). Das Liek ist wieder geteilt in zwei Quadrate, von denen das obere im weiß-rot schrägrechts geteilten Feld den schräglinks gestellten Eichenstumpf in verwechselter Farbe wie im Wappen, das untere ein leeres weißes Feld zeigt. Das fliegende Ende wird von Rot und Weiß in zwei Rechtecke geteilt.“[2]

Städtepartnerschaft

Freundschaftliche Beziehungen bestehen zudem zu:

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Kaffeehersteller Arko hat seinen Sitz in Wahlstedt.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Jens-Uwe Dankert (* 1946), Politiker (FDP), Abgeordneter des Schleswig-Holsteinischen Landtags

Quellen

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2010 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 500 kB) (Hilfe dazu)
  2. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Weblinks

 Commons: Wahlstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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