Weichenwärter

Weichenwärter

Als Weichenwärter bezeichnet man im Bahnbetrieb den Bediener von Weichen und Signalen. In den Anfängen der Eisenbahn oblag dem Weichenwärter ausschließlich das Bedienen und Warten ortsgestellter Weichen – warten im Sinne von pflegen, das heißt Gangbarhalten durch Schmieren der beweglichen Teile, daher die Bezeichnung Weichenwärter. Bis in die 1980er Jahre gab es in Deutschland in großen Bahnhöfen in Bereichen ohne Reisezugverkehr Rangierbezirke, deren Weiche durch Weichenwärter von Hand gestellt wurden. Für den Aufenthalt der Weichenwärter gab es die Weichenwärterbuden bzw. Handweichenposten.

Mit dem Aufkommen ferngestellter Weichen und Signale wurden zunehmend auch Wärterstellwerke eingerichtet. Diese entstanden in größeren Bahnhöfen in denen die Zahl der Weichen bzw. die Entfernung die Einrichtungen mehrere Stellwerke erforderlich machten. Im Hauptstellwerk war der Fahrdienstleiter tätig, dem die Disposition und Durchführung der Zugfahrten übertragen waren. Ihm waren die Weichenwärter untergeordnet, die entweder im gleiche Stellwerk, dem Fahrdienstleiterstellwerk oder in einem eigenen Stellwerk, den Wärterstellwerk tätig waren.

Der Weichenwärter stellt nicht nur Weichen und andere bewegliche Einrichtungen im Schienenfahrweg, sondern auch Signale. Die Hauptsignale kann er jedoch infolge technischer Abhängigkeiten zwischen den Stellwerken durch den Bahnhofsblock nur im Einzelauftrag des Fahrdienstleiters bedienen. Bei modernisierten Anlagen ist die Signalbedienung auch beim Fahrdienstleiter zentralisiert. Außerdem ist ihm – je nach technischer Ausstattung und Funktion des Stellwerks – die Bedienung des Streckenblocks übertragen. Besteht Erlaubniswechsel, dann ist die Erlaubnisabgabe ebenfalls auftragsabhängig. Auch die Ersatzsignale sind nur im Auftrag des zuständigen Fahrdienstleiters stellbar.

Der Weichenwärter darf Rangierfahrten in den Nebengleisen des Bahnhofs nach eigenem Ermessen durchführen; Rangierfahrten auf Hauptgleisen darf er nur zulassen, wenn er zuvor den Fahrdienstleiter informiert hat.

Durch die Zentralisierung der Stelltätigkeiten in größeren Stellbezirken in modernen Stellwerken und dem damit verbundenen Rückgang mechanischer Stellwerke ging die Zahl der benötigten Weichenwärter zurück. In größeren Stellwerken sind sie aber nach wie vor zur Unterstützung der Fahrdienstleiter tätig.


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