Westcar-Papyrus


Westcar-Papyrus
Der Papyrus in Berlin

Der Papyrus Westcar ist ein wichtiges Dokument der ägyptischen Literatur und das älteste erhaltene Dokument (Papyrus), das von Zauberern berichtet. Er befindet sich seit 1886 in der Papyrussammlung des ägyptischen Museums Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Forschungsgeschichte

Auf seiner Ägyptenreise 1823–1824 erwarb der englische Orientreisende Henry Westcar eine Papyrusrolle, die in Fachkreisen später seinen Namen tragen und zu einer der wichtigsten Quellen der Literaturwissenschaft werden sollte. Die genauen Fundumstände lassen sich jedoch auch nicht unter Zuhilfenahme des Tagebuchs von Henry Westcar nachvollziehen, weil dort nicht jeder Kauf vermerkt ist. Da jedoch alle seine Ankäufe aus Gräbern stammen, geht man gerne davon aus, dass auch der Papyrus aus einem Grab stammt. Die neueste Bearbeitung dieses Papyrus kommt zu dem Schluss, dass PapWestcar möglicherweise in Qurna gekauft wurde oder sogar aus einem solchen Grab stammt [1] betont jedoch, dass Ursprungsbestimmungen in diesem besonderen Fall mit Vorsicht zu betrachten sind.
1838/39 erhielt Karl Richard Lepsius diesen Papyrus als Geschenk von Westcars Nichte. Obwohl das Hieratische noch nicht lesbar war, wurde der Papyrus ausgestellt. Auch hierbei gibt es Unstimmigkeiten bei den überlieferten Daten: Lepsius gibt an, der Papyrus sei in der Oxford Bodleian Library ausgestellt worden, jedoch sind Ausstellungen dort erst ab 1860 belegt, und Lepsius tritt auch sonst in keiner Weise dort in Erscheinung. [2] Lepsius bewahrte den Papyrus auf seinem Dachboden auf, wo er erst nach seinem Tod wiedergefunden wurde. [3]
1886 erhielt der Ägyptologe Adolf Erman den Papyrus für das Berliner Museum - auch hier wieder diverse Unklarheiten, z.B. ob der Papyrus verschenkt oder verkauft wurde. 1890 publizierte Erman den Text erstmals, seitdem wurde er mehrfach mit unterschiedlichen Ergebnissen übersetzt. Auch die Datierung schwankte mehrfach zwischen 5. Dynastie und Zweiter Zwischenzeit. Häufig gilt er als Literaturstück aus der Zeit des späten Mittleren Reiches, die jüngste Bearbeitung durch Verena Lepper datiert ihn nach umfangreichen Untersuchungen auf einen bestimmten Teil der 13. Dynastie. [4].

Inhalt

Die Rahmenhandlung spielt am Königshof von Pharao Cheops. Dieser lässt sich von seinen Söhnen verschiedene Wundergeschichten erzählen um schließlich selbst Zeuge eines solchen Wunders zu werden.

Erste Geschichte

Von der ersten Geschichte sind aufgrund starker Schäden am Papyrus nur noch die letzten Zeilen erhalten. Diesen ist lediglich zu entnehmen, dass sie unter Pharao Djoser spielte, ihr Inhalt sowie die Angabe des Erzählers sind verloren.

Zweite Geschichte

Die zweite Geschichte wird von Prinz Chephren erzählt. Dieser tritt vor seinen Vater und spricht: „Ich lasse Seine Majestät ein Wunder vernehmen, das zur Zeit Eures Ahnen, König Nebka -ihm sei Heil und Leben gegeben!- geschah, als jener zum Tempel des Ptah, des Herrn von Anchtauj[A 1], ging.“[5] Dann erzählt Chephren von einem Zauberer namens Ubaoner und dessen untreuer Ehefrau. Diese betrügt Ubaoner regelmäßig mit einem Bürger und lässt zu diesem Zweck stets vom Obersten Gärtner einen auf einem See gelegenen Pavillon herrichten, um sich dort mit dem Bürger zu vergnügen. Der Oberste Gärtner aber, der seinem Herrn treu ergeben ist, berichtet Ubaoner von der Sache. Dieser fertigt daraufhin ein Wachskrokodil mit einer Länge von sieben Fingern an, belegt die Figurine mit einem Zauber[A 2] und beauftragt seinen Obersten Gärtner, das Krokodil nach dem Bürger zu werfen, wenn dieser das nächste Mal zum See hinabsteigt. So geschieht es und als der Oberste Gärtner dem Bürger das Wachskrokodil nachwirft und dieses ins Wasser fällt, verwandelt es sich in ein echtes Krokodil mit einer Länge von sieben Ellen (3,64 Meter). Es verschlingt den Bürger und verschwindet für sieben Tage mit ihm in der Tiefe des Sees, Ubaoner aber geht zu seiner Majestät, Pharao Nebka. Als die 7-Tage-Frist verstrichen ist, kommt Ubaoner zusammen mit Pharao Nebka zum See, damit dieser Gericht halte. Ubaoner ruft das Krokodil zu sich, welches nun den Bürger wieder ausspeit. Als Pharao Nebka das sieht, spricht er: „Dieses Tier ist doch gefährlich!“ Ubaoner fasst das Krokodil an, worauf es wieder zur Wachsfigurine wird. Dann berichtet Ubaoner, was der Bürger und seine Frau getan haben. Mit den Worten „Nimm dir, was dein ist!“, befiehlt Nebka nun dem Krokodil, den Bürger endgültig zu verschlingen und im See zu verschwinden. Die Frau aber wird verbrannt und ihre Asche im Nil verstreut.

Dritte Geschichte

Die nächste Geschichte erzählt Prinz Bauefre. Sie handelt von Cheops' Vater, Pharao Snofru. Ihn befällt eines Tages große Traurigkeit und so befragt er seine Beamten, wie er diese wieder loswerden könne. Sein oberster Vorlesepriester Djadja-em-Anch schlägt ihm vor, eine Ruderpartie auf dem heiligen See von Dahschur zu unternehmen, um seine Seen- und Gartenanlagen zu bewundern und sich zu zerstreuen. Snofru tut dies und lässt zu diesem Zweck zwanzig junge und schöne Frauen kommen, die nur mit Netzen bekleidet sind und lässt diese nun seine Barke den See hinauf- und hinunterrudern. Da geschieht es, dass der Anführerin der Ruderinnen ein Fischanhänger, gefertigt aus Lapislazuli, ins Wasser fällt und daraufhin alle Frauen auf ihrer Seite der Barke aufhören zu rudern. Snofru fragt daraufhin: „Warum rudert ihr nicht mehr?“ Die Mädchen antworten: „Unsere Führerin rudert nicht mehr.“ Die Anführerin berichtet daraufhin vom verlorenen Schmuck. Snofru schlägt vor, ihr den Fischanhänger zu ersetzen. Die Frau aber sagt: „Ich will meinen Topf bis auf den Boden.“[A 3] Snofru lässt daraufhin seinen Vorlesepriester Djadja-em-Anch kommen, damit dieser das Schmuckstück suche. Djadja-em-Anch klappt daraufhin mittels eines Zauberspruchs die eine Hälfte des Sees um und legt das Wasser auf die andere Hälfte. Er findet den Anhänger und bringt anschließend das Wasser wieder in die Ausgangsposition zurück. Die Ruderinnen fahren sofort mit ihrer Ruderpartie fort, was Snofru sehr erfreut.

Vierte Geschichte

Prinz Hordjedef tritt nun vor seinen Vater und spricht: „Bisher haben wir nur Kunde erlangt aus dem, was die Dahingegangenen gewusst haben, von welcher man aber nicht weiß, ob sie wahr ist. Ich aber werde Seine Majestät einen Weisen sehen lassen, der zu Eurer Zeit Wunder vollbringt.“ Er berichtet daraufhin von einem Zauberer namens Dedi. Dieser ist 110 Jahre alt, soll täglich 500 Brote und einen Ochsenschenkel verzehren, sowie 100 Krüge Bier trinken. Er soll einem Tier den Kopf abtrennen und anschließend wieder aufsetzen können, ohne dass es dabei sterben würde. Auch könne er wilde Löwen so gehorsam machen, dass sie hinter dem Alten hergingen, während der Strick hinterherschleife. Des Weiteren kenne er die Anzahl der ipwt (genaue Bedeutung des Wortes unklar, übersetzt u. a. mit Schlösser, Kammern, Kisten) im Heiligtum des Thot.

Cheops ist begeistert und lässt den Zauberer sofort zu sich rufen. Dedi erscheint wie gewünscht und Cheops spricht zu ihm: „Viele Wunder wurden mir erzählt und ich habe Kunde über viele weise Männer. Wie aber kommt es, o Dedi, dass ich von Euch noch nie hörte?“ Dedi antwortet darauf: „Euch sei Heil und Leben geben, o König, mein Gebieter. Nur wer gerufen wird, der wird wahrhaftig kommen.“ Cheops fragt schließlich: „Dedi, mir wurde berichtet, Du seiest fähig, enthauptete Wesen wieder ins Leben zurückrufen zu können. Ist dies wahr?“ Und Dedi entgegnet: „Ja, o König, mein Gebieter, ich vermag dies sehr wohl geschehen zu lassen.“ Dedi soll nun sein Zauberkunststück mit der Enthauptung vorführen. Cheops möchte dafür einen zum Tode verurteilten herbeischaffen, aber Djedi lehnt ab und erklärt, beim Menschen dürfe man dieses Kunststück nicht anwenden. Stattdessen führt er seine Zauberkunst an einer Gans vor und wiederholt dies dann an einer Ente und an einem Rind.

Als nächstes möchte Cheops nun die geheime Anzahl der ipwt im Thot-Heiligtum erfahren, denn er hatte bereits etwas ähnliches für seine Pyramidenanlage geplant. Dedi aber muss ihn enttäuschen, denn er kennt ihre Anzahl nicht, er wüsste aber, wer die Anzahl schließlich herausfinden soll. Rudj-Djedet, die Frau eines Re-Priesters aus Sachebu gehe momentan schwanger mit drei Söhnen. Alle drei würden einst als Könige über Ägypten herrschen und der älteste von ihnen solle Cheops die Zahl der ipwt nennen. Da Cheops nun bestürzt ist, zu erfahren, dass seine Dynastie wohl bald erlöschen werde, beruhigt ihn Dedi, indem er erklärt, dass erst noch Cheops' Sohn und danach dessen Sohn herrschen sollen, bevor die neue Dynastie an die Macht gelangt. Cheops möchte sich nun so bald als möglich nach Sachebu begeben.

Fünfte Geschichte

Unvermittelt beginnt nun die letzte Geschichte, die die göttliche Geburt der drei Könige beschreibt. Die vier Göttinnen Isis, Nephthys, Meschenet und Heket, sowie der Gott Chnum treten auf und werden von Ra-user, Rudj-Djedets Ehemann, zu der Gebärenden geleitet. Durch Tanz und Zaubersprüche verhelfen sie den drei Königen auf die Welt. Ihre Namen sind hier wiedergegeben als User-Re-ef, Sah-Re und Keku, es handelt sich also um die ersten drei Könige der 5. Dynastie: Userkaf, Sahure und Neferirkare Kakai. Als Dank erhalten die Gottheiten einige Krüge voll Gerste. Als sie aber das Haus des Rauser verlassen, erzeugen sie einen schweren Regen, als Vorwand um noch einmal zurückzukehren. Sie lassen die Krüge mit der Gerste im Haus und verstecken darin königliche Insignien, die Rudj-Djedet schließlich dank einer Dienerin entdeckt.

Nach einiger Zeit kommt es aus einem nicht näher erläuterten Grund zum Streit zwischen Rudj-Djedet und dieser Dienerin, woraufhin die Dienerin mit Schlägen bestraft wird. Erbost will sie nun alles König Cheops berichten (ob von der Geburt der drei Söhne oder von ihrer Misshandlung ist unklar). Zunächst erzählt sie ihrem Bruder von der Angelegenheit, doch trifft sie bei ihm auf Unverständnis und wird auch von ihm geschlagen. Als sie schließlich ans Wasser geht, wird sie von einem Krokodil gepackt. Der Bruder der Dienerin begibt sich daraufhin zu Rudj-Djedet um ihr zu berichten.

An dieser Stelle endet der Text. Die meisten Ägyptologen gehen davon aus, dass die Geschichte unvollendet blieb, da auf dem Papyrus noch genügend Platz vorhanden ist. Die jüngste Bearbeitung durch Verena Lepper sieht einen Abschluss der Geschichte, was sie inhaltlich und stilistisch begründet. Sie identifizierte in dem Text diverse Motive und Muster, die in dem Schlusssatz „wie eine Art Refrain[6] wiederholt werden. Die wissenschaftliche Stellungnahme der Ägyptologie steht aufgrund der erst kürzlich erfolgten Publikation (2008) noch aus.

Literatur

  • Jenny Berggren: The Ipwt in Papyrus Westcar. Master's Thesis, Uppsala 2006 (PDF; 2,57 MB)
  • Aylard M. Blackman: The Story of King Kheops and the Magicians. Transcribed from Papyrus Westcar (Berlin Papyrus 3033). Hrsg. v. W. V. Davies, Whitstable 1988
  • Günter Burkard, Heinz J. Thissen: Einführung in die altägyptische Literaturgeschichte I. Altes und Mittleres Reich. LIT Verlag, Münster/Hamburg/London 2003, S. 177–187
  • Adolf Erman: Die Literatur der Ägypter. Gedichte, Erzählungen und Lehrbücher aus dem 3. und 2. Jahrtausend v.Chr. J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig 1923, S. 64–77
  • Adolf Erman: Die Märchen des Papyrus Westcar I. Einleitung und Commentar. In: Mitteilungen aus den Orientalischen Sammlungen. Heft V, Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 1890
  • Adolf Erman: Die Sprache des Papyrus Westcar. Eine Vorarbeit zur Grammatik der ägyptischen Sprache. In: Adolf Erman: Akademieschriften (1880-1928), Teil I: 1880-1910. Opuscula 13, Leipzig 1986, Abhandlungen der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Bd. 36, Göttingen 1889 (PDF; 8,2 MB)
  • Harold M. Hays: The Historicity of Papyrus Westcar. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. Bd. 129, 2002, S. 20–30
  • Hanna Jenni: Der Papyrus Westcar. In: Studien zur altägyptischen Kultur, Bd. 25, 1998, S. 113–141
  • Verena Lepper, Untersuchungen zu Papyrus Westcar. Eine philologische und literaturwissenschaftliche (Neu-)Analyse, in. Ägyptologische Abhandlungen Band 70, Wiesbaden 2008. (Übersetzung online: [1])
  • Miriam Lichtheim: Ancient Egyptian Literature. Volume I: The Old an Middle Kingdom. Berkeley/Los Angeles/London 1973, S. 215–222

Anmerkungen

  1. Damaliger Name von Memphis.
  2. Wie diese Beschwörung genau lautete, ist nicht mehr feststellbar, weil das Papyrus beschädigt ist, aber der Spruch endet mit den Worten: „Jeden Fremden im Wasser, den packe!“
  3. Eine Redewendung, die besagt, dass man nur das zurück möchte, was auch verloren wurde.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lepper, Verena "Untersuchungen zu Papyrus Westcar. Eine philologische und literaturwissenschaftliche (Neu-)Analyse", in: Ägyptologische Abhandlungen Band 70, Wiesbaden 2008
  2. Lepper hatte Einsicht in die Besucher- und Gastverzeichnisse der entsprechenden Jahre. s. Lepper S. 16.
  3. Erman, A. "Mein Werken und mein Wirken. Erinnerungen eines alten Berliner Gelehrten", Leipzig 1929, S. 262.
  4. vgl. Lepper, ÄA 60, S. 317-320
  5. Adolf Erman: Die Märchen des Papyrus Westcar; Verlag Princeton-University 1890; Neuauflage 2008
  6. Lepper, V. S. 142

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