William Henry Smyth


William Henry Smyth

William Henry Smyth (* 21. Januar 1788 in Westminster, London; † 9. September 1865) war Admiral der Royal Navy und ein englischer Astronom.

Er war der einzige Sohn von Joseph Brewer Palmer Smyth und seiner Ehefrau Georgina Caroline geb. Pilkington. Als Nachfahren von Captain John Smith, dem Gründer der ersten englischen Kolonie in Jamestown, Virginia, lebten diese in East Jersey (heute New Jersey). Nach der Amerikanischen Revolution emigrierten sie nach England, wo ihr Sohn geboren wurde.

William war der Vater von Charles Piazzi Smyth, Sir Warington Wilkinson Smyth und General Sir Henry Augustus Smyth. Von seinen Töchtern heiratete Henrietta Grace Smyth den Mathematikprofessor Baden Powell und war selbst Mutter von Robert Baden-Powell, während Georgiana Rosetta Smyth Sir William Henry Flower heiratete.

Smyth ging zur Royal Navy und während der napoleonischen Kriege diente er im Mittelmeer und erreichte den Rang eines Admirals. 1815 heiratete er Eliza Anne Warington, genannt "Annarella", einzige Tochter T. Warington, Esq., aus Neapel. Sie wurde seine Begleiterin und Assistentin bei all seinen späteren wissenschaftlichen Arbeiten. Während eines Auftrags zur Bestimmung von schiffbaren Gewässern traf er 1817 den italienischen Astronomen Giuseppe Piazzi in Palermo und besuchte dessen Sternwarte. Dieser Besuch erweckte sein Interesse für die Astronomie und im Jahre 1825 nahm er seinen Abschied von der Marine.

Anschließend gründete er eine Privatsternwarte in Bedford, England die mit einem Fernrohr mit 15 cm Öffnungsweite von Tully ausgestattet war. Er beobachtete damit über zwei Jahrzehnte eine Vielzahl an Deep Sky Objekten in den 1830er Jahren. Er veröffentlichte seine Beobachtungen 1844 unter dem Namen Cycle of Celestial Objects, welches ihm 1845 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society einbrachte und zugleich ihren Vorsitz.

Der erste Band seiner Arbeit war generell über Astronomie, aber der zweite Band wurde als Bedford Catalogue bekannt und enthielt die Beobachtungen von 1604 Doppelsternen und Nebeln. Es diente als Standardwerk für die folgenden Jahre. Kein Beobachter vor ihm hat einen so ausführlichen Katalog schwacher Objekte erstellt.

1826 wurde er zum Fellow der Royal Society gewählt und war deren Vize-Präsident 1836-1837, 1846-1847, 1856-1857.

Nachdem er seine Beobachtungen beendet hatte, ging Smyth 1839 in Cardiff in den Ruhestand. Seine Sternwarte wurde abgebaut und sein Teleskop wurde an John Lee verkauft und in einer neuen Sternwarte in Hartwell House untergebracht. Smyth hatte aber immer noch die Gelegenheit es zu benutzen, da sein Haus an der St. John's Lodge in Stone nicht weit von seinem Haus entfernt war. Dies nutzte er auch noch in den Jahren 1839 bis 1859 um weitere astronomische Beobachtungen durchzuführen. Das Teleskop befindet sich heute im Science Museum in London.

Smyth erlitt Anfang September 1865 einen Herzinfarkt und schien sich zunächst wieder zu erholen. Am 8. September zeigte er den Planeten Jupiter seinem Enkelsohn Arthur Smyth Flower durch ein Teleskop. Einige Stunden später am Morgen des 9. September starb er im Alter von 78 Jahren. Er wurde am Friedhof Stone, Buckinghamshire nahe Aylesbury beerdigt.

Das Mondmeer Mare Smythii wurde nach ihm benannt.

Werke

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