Willibald Beyschlag


Willibald Beyschlag
Willibald Beyschlag

Willibald Beyschlag (* 5. September 1823 in Frankfurt am Main; † 25. November 1900 in Halle (Saale)) war ein deutscher, evangelisch-lutherischer Theologe und von 1860 bis 1900 ordentlicher Professor für Praktische Theologie und Neues Testament an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Beyschlag studierte an den Universitäten Berlin und Bonn. Während seiner Bonner Studienzeit war er 1841 Mitglied der Burschenschaft Germania[1] und später Mitbegründer des Bonner Wingolf. Daneben gehörte er dem Maikäferbund an. Ab 1851 arbeitete er als evangelischer Pfarrer in Trier, einer vom Katholizismus dominierten Stadt. Er selbst erlebte zahlreiche Diskriminierungen der Protestanten, wie zum Beispiel, dass diese sich in der Selbstmörderecke des Friedhofs begraben lassen mussten, die ihn zu einer ersten öffentlichen Schrift veranlassten. Darin schrieb er Wir lieben die Katholiken, aber wir hassen den Katholizismus als das kunstvollste und eben darum machtvollste Gewebe von Wahrheit und Lüge, Gottesreich und Weltfürstentum, welches die Geschichte der Menschheit je hervorgebracht hat. Beyschlag wurde daraufhin angeklagt, aber im Berufungsverfahren freigesprochen. Nach seiner Zeit in Trier wurde er von 1856 bis 1860 Hofprediger von Großherzog Friedrich I. von Baden.

Auch nach seiner Berufung nach Halle kritisierte er die preußische Kirchenpolitik als zu katholizismusfreundlich und setzte sich für eine Vereinigung zwischen Lutheranern und Reformierten ein. Er führte ab 1862 den Gustav-Adolf-Verein in der Kirchenprovinz Sachsen, der protestantische Gemeinden in der Diaspora unterstützte. 1886 gründete er in Erfurt den Evangelischen Bund zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen (heute Evangelischer Bund). Beyschlags Grab ist auf dem Laurentius-Friedhof in Halle.

Inhaltsverzeichnis

Literatur

  • Max Pahncke: Willibald Beyschlag, in: Mitteldeutsche Lebensbilder, 1. Band Lebensbilder des 19. Jahrhunderts. Magdeburg 1926, S. 271-281.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A-E. Heidelberg 1996, S. 94.

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