Windblatt


Windblatt
Enercon GmbH
Enercon GmbH
Unternehmensform GmbH
Gründung 1984
Unternehmenssitz Aurich, Deutschland
Unternehmensleitung

Aloys Wobben, Hans-Dieter Kettwig

Mitarbeiter 10.000 (2007)
Umsatz EUR 2,4 Mrd. (2007)
Branche Windenergie
Website

www.enercon.de

Gondelmontage im Enercon Werk Aurich
Vorbereitung von Rotorblättern zur Lackierung, Enercon Werk Aurich
Das Innenleben des Rotors

Die Enercon GmbH ist der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen (WEA) mit Stammsitz in Aurich (Ostfriesland).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Enercon GmbH wurde 1984 vom heutigen Inhaber Aloys Wobben gegründet.

Unternehmensprofil

Die Geschäftsführer sind Aloys Wobben und Hans-Dieter Kettwig

Weltweit beschäftigt die Enercon über 10.000 Mitarbeiter und hatte 2007 einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro. Das Unternehmen besitzt über 40 % der Patente im Bereich der Windenergietechnologie weltweit. Eine weitere Besonderheit an Enercon ist, dass das Unternehmen unter den sieben führenden WEA-Herstellern (die einen kumulierten Marktanteil von über 90 % haben) die einzige nicht-börsennotierte Kapitalgesellschaft darstellt. Auf dem Weltmarkt steht Enercon 2006 unter den Windenergieanlagenherstellern an vierter Stelle gemessen an der neuinstallierten Anlagenleistung.

Produktionsstätten

Produktionsstätten von Enercon stehen in Aurich/Niedersachsen, Emden/Niedersachsen, Magdeburg/Sachsen-Anhalt, der Türkei, Brasilien, Indien, Malmö/Schweden und Viana do Castelo/Portugal. Enercon ist vor Vestas und Siemens der Windenergieanlagenhersteller mit der weltweit höchsten Fertigungstiefe. Generatoren, Gondeln, Beton- und Stahlrohrtürme, Rotorblätter, Steuerungen und Leistungselektronik werden in eigenen Fabriken des Unternehmens gefertigt. Im Bau (Stand Nov 2008) befindet sich eine Gießerei am Standort Georgsheil (zwischen Emden und Aurich gelegen). Bis 2011 soll im Eurohafen bei Haren (Ems), ca. 10 km nördlich von Meppen, eine Rotorblattproduktion mit erst ca. 500 Arbeitsplätzen entstehen; in einer weiteren Ausbauphase sollen bis zu 1.000 Arbeitsplätze entstehen.

Technische Eigenheiten

Enercon-Windenergieanlagen mit Baujahr nach 1993 zeichnen sich durch ein getriebeloses Anlagenkonzept aus (bis 1993 mit Getriebetriebstrang). Die Rotorblätter sind über die Nabe direkt mit dem Läufer eines Ringgenerators (Synchrongenerator) verbunden. Zusammen rotieren diese Bauteile über ein vorderes und hinteres Hauptlager um einen stehenden Achszapfen. So kann auf den Einsatz eines störanfälligen und wartungsintensiven (z.B. durch regelmäßige Ölwechsel) mechanischen Getriebes verzichtet werden. Dies wird durch eine Sonderkonstruktion des Generators erreicht. Da der Generatorläufer mit derselben Drehzahl wie der Rotor läuft, ist auch die Anzahl der mechanischen Lastwechsel über die Lebensdauer deutlich geringer. Die Rotordrehzahl beträgt je nach Anlagentyp und Windverhältnissen ungefähr 8−60 U/min, während bei einer Getriebeanlage eine Generatorendrehzahl von etwa 1500 U/min erreicht wird.

Die Enercon-Anlagen lassen sich optisch leicht von den Anlagen anderer Hersteller unterscheiden. Die Maschinenhäuser (Gondeln) der Anlagen sind seit Baujahr 1995/96 tropfenförmig. Das Design dieser auffallenden Gondel wurde vom britischen Architekten Sir Norman Foster entwickelt, der u.a. auch die Kuppel des Berliner Reichstages entworfen hat. In Deutschland und in vielen anderen Ländern trägt der Turm über dem Fundament farblich abgestufte grüne Ringe, die von unten nach oben immer heller werden. Auf Inseln bietet der Hersteller alternativ eine Abstufung in Blau an, wie sie auf der Insel Borkum umgesetzt wurde. Die NCS-Abstufung (NCS = Natural Color Scheme) soll die Anlagentürme besser in den Horizont integrieren. Die Rotorblätter verfügen als einzige auf dem Markt über Blattspitzen ähnlich den Winglets bei Flugzeugen, die Fachbezeichnung dafür lautet Tips.

Windkraftanlagentypen

E-10

Enercon E-10 Dreekamp, Aurich
  • Der Prototyp wurde im November 2007 auf den am Auricher Firmensitz vorhandenen Schleuderbetonmast gesetzt. Eine Anlage wurde in der Antarktis beim Aufbau der Neumayer-Station III errichtet.
  • Nennleistung 30 kW, Rotordurchmesser 10 m
  • Getriebelos
  • Rotorblätter aus Metall (Aluguss)

E-12

  • Errichtet wurden 5 Anlagen
  • Nennleistung 30 kW
  • Getriebelos
  • Wurde zwischen 1997 und 2000 produziert

E-15 / E-16

E-16 in Groß Schenkenberg/Schleswig-Holstein
  • Errichtet wurden 46 Anlagen
  • Nennleistung 55 kW
  • Triebstrang mit Getriebe und Asynchrongenerator (Getriebeanlage)
  • Wurde zwischen 1985 und 1989 produziert

E-17 / E-18

E-17 am Firmensitz in Aurich
  • Errichtet wurden 158 Anlagen
  • Nennleistung 80 kW
  • Triebstrang mit Getriebe, Synchrongenerator und Vollumrichter (Getriebeanlage)
  • Wurde zwischen 1989 und Mitte der 90er Jahre produziert

E-20

  • Errichtung des Prototypen in Aurich, Ortsteil Walle
  • Nennleistung 100 kW
  • Drehzahlvariable Stallanlage, d.h. keine Blattwinkelverstellung (Pitch)
  • Rotorblätter aus Aluminium (Gussteil)
  • Synchrongenerator mit Vollumrichter, Ausgangsspannung 400 V
  • Die gesamte Anlage passt in einen Überseecontainer
  • Stahlrohrturmvarianten 20 m (zweiteilig), 30 m (dreiteilig) oder 40 m (in Vorbereitung). Die oberste Sektion kann für den Transport in die zweitoberste Sektion eingeschoben werden (Platzersparnis im Überseecontainer)
  • Höhe der Gondel 1,7 m

E-32 / E-33

Enercon E-32, Nordseeküste
  • Errichtet wurden 186 Anlagen
  • Triebstrang mit Getriebe, Synchrongenerator und Vollumrichter (Getriebeanlage)
  • Nennleistung 300 kW
  • Hydraulische Blattverstellung über eine Mechanik durch einen im Maschinenhaus montierten Zylinder
  • Wurde zwischen 1988 und 1993 produziert

E-30

  • Seit 1994 wurden 576 Anlagen errichtet
  • Nennleistung 300 kW (ältere Anlagen 230 kW), getriebelos
  • Rotordurchmesser 30 m
  • Nabenhöhe bis 50 m
  • Einschaltwindgeschwindigkeit 2,5 m/s
  • Abschaltwindgeschwindigkeit 28−34 m/s
  • Umstellung der Produktion auf E-33 mit neuem Rotorblattprofil im Jahr 2005

E-33

Enercon E-33 Aurich-Sandhorst
  • Produktion seit 2004, 60 Anlagen errichtet (Stand April 2008)
  • Nachfolgemodell der E-30 mit neuem Rotorblattdesign
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung 330 kW (25 % Ertragsteigerung zur E-30)
  • Rotordurchmesser 33,4 m
  • Stahlrohrturmvarianten 44 m (Windklasse IEC 1a), 49 m und 50 m (IEC 2a)

E-40

Enercon E-40, Süderdeich
Enercon E-40 (Gondeldesign bis 2001)
  • Vorläufer war die allererste getriebelose und einzige Enercon-Anlage E-36 mit 400 kW in der ostfriesischen Krummhörn.
  • Prototyp mit 500 kW wurde 1992 errichtet
  • Meistgebaute moderne Windenergieanlage der Welt
  • Seit 1993 wurden 4.395 Anlagen errichtet
  • Getriebelose Anlage
  • Offizielle Typenbezeichnungen:
    • E-40/5.40 Rotordurchmesser 40 m, Nennleistung 500 kW
    • E-40/6.44 Rotordurchmesser 44 m, Nennleistung 600 kW
  • Die Produktion wurde 2004/2005 auf das Nachfolgemodell E-48 umgestellt. Weitere Versionen ab 2006 sind die E-44 und E-53.

Mit der E-40 stellte Enercon seine Produktion komplett von Getriebeanlagen auf getriebelose Windenergieanlagen um. Ältere Anlagen haben statt der Enercon-typischen Eiform eine Gondel mit "Kragen" (siehe Foto).

E-48

  • Die E-48 ist das Nachfolgemodell der E-40, Prototypen: Juni 2004 in Indien, August 2004 in Campen/Ostfriesland.
  • Errichtet wurden 1409 Anlagen (Stand April 2008)
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung 800 kW
  • Rotordurchmesser 48 m
  • Nabenhöhen 50, 56, 65 oder 76 m
  • Drehzahl variabel, 16−32 U/min
  • Tipgeschwindigkeit (Geschwindigkeit der Flügelspitzen) 40−80 m/s
  • Zertifiziert für Windklasse IEC IIa

E-44

Die E-44 ist für Starkwindstandorte der Windklasse IEC Ia zertifiziert und beruht auf der E-48. Gondel, Steuerung und Leistungselektronik sind mit der E-48 identisch, der Generator ist jedoch modifiziert und liefert 900 kW Nennleistung. Der Rotordurchmesser beträgt 44 Meter. Es werden Türme für Nabenhöhen von 45 oder 55 m angeboten. Der Prototyp wurde im Oktober 2006 bei Izmir/Türkei errichtet.

  • Errichtet wurden 102 Anlagen (Stand April 2008)

E-53

Die E-53 wurde, wie die E-44, aus der E-48 für „Schwachwindstandorte“ entwickelt. Gondel, Steuerung und Leistungselektronik sind bis auf wenige Bauteile mit der E-48 identisch, ebenso die Nennleistung von 800 kW. Die E-53 hat jedoch andere Turm- und Fundamentvarianten mit einer Nabenhöhe von 73 m. Die Anlage verfügt über eine gesonderte IEC-S-Zertifizierung mit etwas höheren Auslegungslasten als Windklasse IEC IIIa. Der Prototyp wurde im Sommer 2006 in Eggelingen bei Wittmund/Niedersachsen errichtet.

  • Errichtet wurden 507 Anlagen (Stand April 2008)

E-58

  • Errichtet wurden seit 1999 200 Anlagen (Stand Mitte 2005).
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung 1,0 MW
  • Rotordurchmesser 58,6 m
  • Nabenhöhe 63/70/89 m
  • Drehzahl variabel, 10−25 U/min
  • Tipgeschwindigkeit (Geschwindigkeit der Flügelspitzen) 31−74 m/s
  • Wird seit Mitte 2005 nicht mehr produziert, da die E-48 das gleiche Marktsegment kostengünstiger bedient.

E-66

E-66 in Egeln
  • Zwischen 1995 und 2005 wurden 2.478 Anlagen produziert
  • Getriebelose Anlage
  • Offizielle Typenbezeichnungen:
    • E-66/15.66 Rotordurchmesser 66 m, Nennleistung 1,5 MW
    • E-66/18.70 Rotordurchmesser 70 m, Nennleistung 1,8 MW
    • E-66/20.70 Rotordurchmesser 70 m, Nennleistung 2,0 MW
  • Mitte 2005 wurde die Produktion von E-66 auf E-70 umgestellt

Die Windenergieanlagen E-66 und E-70 sind bis auf die Rotorblätter und kleinere Details identisch. Durch eine neuartige Rotorblattgestaltung konnte der Energieertrag der E-70 bei fast gleichem Rotordurchmesser um 10−15 % gesteigert werden (standortabhängig). Dabei wird auch der innere/nabennahe Rotorblattbereich zur Auftriebserzeugung genutzt.

E-70

Montage einer E-70 in Magdeburg-Rothensee
  • Nachfolgemodell der E-66, Einführung 2004
  • Errichtet wurden 2.407 Anlagen (Stand September 2008)
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung: 2 MW (seit Herbst 2006 auch 2,3 MW)
  • Rotordurchmesser: 71 m
  • Nabenhöhen: 58, 64, 85, 98 und 113 m je nach Turmvariante
  • Drehzahl: 6 - 21,5 U/min
  • Blattspitzengeschwindigkeit: 22−80 m/s
  • Einschaltgeschwindigkeit: 2,5 m/s
  • Nennwindgeschwindigkeit: 12,5 m/s bei 2 MW (13,5 m/s bei 2,3 MW)
  • Abschaltgeschwindigkeit: 28−34 m/s

E-82

Enercon E-82, Darzyno/Polen
  • Nachfolgemodell der E-66, Binnenlandversion der E-70 mit vergrößertem Rotordurchmesser, neuem Rotorblattdesign (/4-Design) und Maschinenhaus aus Aluminium (gleich mit der der E-126, bei den anderen Modellen von Enercon GFK)
  • Prototypen: Dezember 2005 in Simonswolde, Gemeinde Ihlow, Ostfriesland; zweite Anlage Anfang 2006, Steinkopfinsel, Magdeburg-Rothensee
  • Markteinführung Mitte 2006
  • Errichtet wurden 819 Anlagen (Stand September 2008)
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung: 2 MW, die höhere Nennleistung von 3 MW (mit wassergekühltem Stator) wird derzeit 64mal in den Niederlanden in der Provinz Groningen bei Eemshaven errichtet, Anlagenbetreiber sind die Energieversorger Essent Windpark Westereems 52 Stck, Electrabel 9 Stck, und das landwirtschaftliche Unternehmen Bakker Bierum 3 Stck (Stand 10/2008). Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2009 geplant, die erwartete Stromernte liegt bei ca. 9 Mio kWh pro Maschine bei einer Nabenhöhe von 98 Metern.
  • Rotordurchmesser: 82 m
  • Nabenhöhen: 78 m, 85 m, 98 m, 108 m und 138 m (Herbst 2007/Errichtung der ersten fünf Anlagen mit 138 m Nabenhöhe im "Bürgerwindpark Hilchenbach", NRW [1])
  • Drehzahl: variabel, 6−19,5 U/min
  • Blattspitzengeschwindigkeit: 25−80 m/s
  • Einschaltgeschwindigkeit: 2,5 m/s
  • Nennwindgeschwindigkeit: 12 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit: 22−28 m/s

E-112

Die E-112 war mit einer Nennleistung von 6 MW bis zur Einführung der E-126 lange Zeit die leistungsstärkste Windenergieanlage der Welt. Es wurden neun Anlagen des Typs E-112 errichtet. Die in Magdeburg produzierte Anlage hat einen Rotordurchmesser von 114 m (die erste Anlage 112 m und anfänglich 4,5 MW) und eine Nabenhöhe von 125 m (kann je nach Turm- und Fundamentausführung variieren). Die Höhe bis über den Rotorkreis beträgt knapp 180 m. Der Durchmesser der Gondel beträgt ca. 12 m, wobei ein Gewicht von über 550 t (mit Rotorblättern) auf dem ca. 2.500 t wiegenden Betonturm liegt. Der direktangetriebene getriebelose Synchrongenerator trägt mit etwa 450 t zum Gondelgewicht bei. Der Durchmesser des Betonturms unterhalb der Gondel beträgt ca. 4 m, an der Basis des Turms etwa 12 m.

Die Rotorblätter für die ersten beiden Anlagen (Egeln und Wilhelmshaven) wurden bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder gefertigt. Die Serienfertigung der E-112-Rotorblätter erfolgte dann von Ende 2002 an in einer Enercon-Rotorblattfertigung in Magdeburg-Rothensee. Von dort aus wurden die Rotorblätter mit Binnenschiffen über die Elbe oder den Mittellandkanal ausgeliefert. Ein Rotorblatt ist etwa 52 m lang und wiegt rund 22 t.

Die E-112 ersetzt im Energieertrag drei bis vier Anlagen vom Typ E-66 und ist dabei leiser als drei E-66 zusammen. Die geringe Drehzahl der großen Anlage wirkt weniger störend als die schnellen Drehzahlen kleinerer Anlagen. Die Zukunft derart großer Anlagen soll vorerst an Land, später jedoch auch im Offshorebereich liegen.

E-112 in Egeln
Enercon-Windenergieanlage E-112 an der Ems in Emden, die erste sogenannte Near-Shore-Windenergieanlage in Deutschland
  • Anzahl der errichteten Anlagen: 10
  • Nr. 1 2002 Egeln bei Magdeburg
  • Nr. 2 2003 Jadewindpark, Hooksiel bei Wilhelmshaven (53° 37' 1" N, 8° 3' 15" O)
  • Nr. 3 2004 Larrelter Polder, Emden
  • Nr. 4 2004 Emsmündung bei Emden
  • Nr. 5 2004 Larrelter Polder, Emden
  • Nr. 6 2005 Larrelter Polder, Emden
  • Nr. 7 2005 Larrelter Polder, Emden
  • Nr. 8 2005 DEWI OCC Testfeld, Cuxhaven
  • Nr. 9 2006 Windpark Druiberg, Landkreis Halberstadt

Nr. 1 in Egeln. Der erste Prototyp dieser Anlage wurde im August 2002 in der Nähe von Magdeburg bei Egeln errichtet. Der Turm wurde vor Ort in Gleitschalungstechnik errichtet. Mit Metallseilen (Litzen) wurde anschließend der Stahlbeton durch gespannte Stahlseile unter Druck(gesetzt Spannbetontechnik). Abschließend werden bei dieser Technik die Leerrohre, in denen die gespannten Litzen verlaufen, mit sehr dünnflüssigem Mörtel aufgefüllt und damit die Litzen unlösbar mit dem Bauwerk verbunden. Generator und elektrische Ausstattung kamen aus den Magdeburger Produktionsstätten.

Nr. 2 nördlich von Wilhelmshaven, i.d. Nähe von Hooksiel.

Nr. 3 in Emden. Sie gehört dem regionalen Energieversorger EWE und steht in Emden in der Nähe des Volkswagenwerks direkt hinter dem Deich. Dort findet sich in etwa 300 m Entfernung auch die fünfte Anlage. Ab der dritten Anlage wurde der Rotordurchmesser der E-112 als Folge von Änderungen im Nabenbereich auf ca. 114 m vergrößert.

Nr. 4 in Emden wurde von der Fa. Enova geplant und Oktober 2004 im Wasser vor dem Deich in unmittelbarer Nähe zum Emder Hafen errichtet. Betreiber ist ebenfalls EWE AG aus Oldenburg. Auch die Logistik für den Aufbau erfolgte von der Wasserseite, um Erfahrungen für Offshore-Projekte zu sammeln. Neu ist die Menge an Elektrotechnik im Turm der Anlage im Wasser. Auf Fotos vom Aufbau ist ein "E-Modul" genanntes "Stahlschrankhaus" zu erkennen, das über ca. vier Stockwerke reicht. Diese E-112 in Emden mit 108 m Nabenhöhe erzeugt ca. 16 Mio. kWh Strom pro Jahr. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 4.570 Privathaushalten (Annahme: jährlicher Verbrauch von 3.500 kWh/Jahr, typisch für 3-4 Personen).

Nr. 5 bis Nr. 7 Die fünfte Anlage wurde für die Stadtwerke Emden Ende 2004 errichtet, der Abstand zu Nr. 3 beträgt ca. 300 m. Die Anlagen Nr. 6 und 7 wurden im Nov./Dez. 2005 ebenfalls nahe dem Emder VW-Werk errichtet (Betreiber: Stadtwerke Emden), so dass sich dort nun ein erster Windpark mit fünf E-112 befindet. Diese beiden Anlagen sind die ersten offiziellen Windenergieanlagen mit 6 MW Nennleistung, was ein Weltrekord ist. Die Nabenhöhe beträgt 124 m, Spannbetonturm. Es werden 17 Mio. kWh/a erwartet.

Nr. 8 in Cuxhaven. Anlage Nr. 8, ebenfalls mit 6 MW Nennleistung, wurde im Dezember 2005 bei Cuxhaven auf dem DEWI-OCC-Testfeld errichtet. Der Stahlturm (gefertigt in Malmö, Schweden) steht auf einem Betonsockel von 15 m Höhe, Nabenhöhe insgesamt 116 m, in Fundament und Sockel stecken 1200 m³ Beton und 130 t Armierungsstahl. Es werden 15 Mio. kWh/a erwartet. Betreiber ist der Stromversorger EWE, Oldenburg.

Nr. 9 wurde im September 2006 bei Dardesheim (Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt) im Windpark Druiberg errichtet. Auch hier beträgt der Rotordurchmesser 114 m, die Nennleistung 6 MW.

Die ursprünglich sechste Anlage (die nun als achte in Cuxhaven errichtet wurde) sollte planmäßig Mitte 2005 500 m vom Ufer entfernt nördlich von Wilhelmshaven bei Hooksiel, aber im Wasser in der Nordsee errichtet werden. Sie sollte, anders als die "Nearshore" E-112 in Emden (Fußgängerbrücke zum Ufer), nur per Schiff erreichbar sein. Das Besondere an dieser in fünf Meter tiefem Wasser stehenden Anlage sollte das Fundament sein. Es handelte sich um ein Saugeimer-Fundament (engl. "suction bucket"). Ein umgedrehter "Stahleimer" wird durch Unterdruck im Innern in den Schlick eingesaugt, bis er komplett mit Schlick gefüllt ist. Nach Ende der Nutzungszeit der Anlage kann das Fundament dann relativ einfach durch Überdruck wieder aus dem Meeresboden herausgedrückt werden. Aufwendige Ramm- und Gründungsarbeiten entfallen. Beim Einsaugen dieses Fundaments im April 2005 traten Deformationen an der Stahlkonstruktion auf, so dass der Vorgang bis zur Ursachenklärung gestoppt und später vollständig abgebrochen wurde[2]. Der Offshore-Anlagenstandort wurde im Jahr 2007 aufgegeben und an die Firma BARD Engineering GmbH verkauft, die dort im Jahr 2008 eine ihrer Offshorewindenergieanlagen errichtet hat.

Weitere E112-Anlagen sollten ursprünglich im Hamburger Hafengebiet bei Hamburg-Altenwerder entstehen, dies mit einer bisher nicht von Betontürmen erreichten Nabenhöhe von etwa 140 m. Wegen der Produktionsumstellung von E-112 auf E-126 sollen hier zukünftig E-126-Anlagen errichtet werden.

E-126

Baustelle des Prototyps der E-126 in Emden an der Knock am 19. August 2007
Baustelle des Prototyps der E-126 in Emden an der Knock am 12. Februar 2008

Auf der Hannover Messe 2006 wurde das Nachfolgemodell der E-112, die E-126, für 2007 angekündigt. Durch einen überarbeiteten Generator, größeren Rotordurchmesser, eine größere Nabenhöhe und den Einsatz des neuen Enercon-Rotorblattprofils soll die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert werden. Die Verkleidung der Gondel ist wie schon bei der E-82 aus Aluminium. Laut einer Pressemeldung des Herstellers wird am Standort des Prototypen (Rysumer Nacken bei Emden, Ostfriesland) ein Energieertrag von etwa 20 GWh/a erwartet. Die Herstellung und der Vertrieb der E-112 wurden auf die E-126 umgestellt. Die Nabenhöhe beträgt 135 m auf einem Fertigteilbetonturm, der aus Betonfertigteilringen zusammengesetzt und mit Stahllitzen auf Vorspannung gebracht wird. Der Prototyp wurde im Herbst 2007 in Ostfriesland errichtet. Für das Fundament mit 64 Pfählen von durchschnittlich 25 m Länge wurden rund 1500 m³ Beton und etwa 180 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Die Nennleistung wird von Enercon mit 6 MW angegeben. Wenig später wurde die zweite E-126 auf dem Grodener Testfeld der DEWI OCC bei Cuxhaven aufgebaut. Diese Anlage wurde auf dem vorhandenen Turm der E-112 (Nr. 8 s.o.) errichtet. Gondel und Rotor der E-112 wurden auf einen höheren Betonfertigteilturm in direkter Nähe umgesetzt. Die dritte E-126 wurde im Februar 2008 neben dem ersten Prototypen an der Knock, Emden, errichtet. Die Anlagen Nr. 4 und 5 entstanden im Jahr 2008 im Windpark Georgsfeld 3 km nordwestlich von Aurich. Weitere Anlagen werden unter anderem im belgischen Estinnes und in Hamburg-Altenwerder gebaut.

Standorte

  • Anzahl der Errichteten Anlagen:6
  • Nr.1 2007 Rysumer Nacken/Knock
  • Nr.2 2008 Cuxhaven (DEWI OCC Testfeld)
  • Nr.3 2008 Rysumer Nacken/Knock
  • Nr.4 2008 Aurich-Georgsfeld
  • Nr.5 2008 Aurich-Georgsfeld
  • Nr.6 2009 Estinnes (Belgien)
  • Nr.7 2009 Hamburg-Altenwerder
  • Nr.8 2009 Hamburg-Altenwerder

Daten über die E-126

  • Prototyp: Herbst 2007, Emden (Rysumer Nacken), Niedersachsen
  • Errichtet: 6 Anlagen (Stand Februar 2009)
  • Triebstrang: getriebelos mit elektrisch erregtem Synchrongenerator
  • Nennleistung: 6 MW
  • Rotor: 127 m Durchmesser
  • Nabenhöhe: 135 m auf Fertigbetonteilturm mit 131 m Höhe und 35 Ringen
  • Drehzahl: variabel
  • Zertifizierung: Windklasse IEC 1c
  • Besonderheiten: Gondelverkleidung aus Aluminium, derzeit weltweit leistungsstärkste Windenergieanlage, zweigeteilte Rotorblätter aus Stahl und GFK (inneres Teil aus Stahlblech, Außenteil aus GFK mit Aluminiumblattspitze)
  • Gesamthöhe: 198 m
Enercon-E-126-Baustelle in Aurich-Georgsfeld am 4. Oktober 2008

In der ersten Hälfte des Jahres 2008 wurde durch den belgischen Minister für Infrastruktur und Verkehr, André Antoine, der erste Spatenstich für einen Windpark bestehend aus elf Stück E-126/6 MW getan. Der Windpark entsteht in Estinnes, ca. 30 km westlich von Charleroi, in Belgien. Auf einer Fläche von ca. 3 × 3 km werden die elf Windenergieanlagen bis Dezember 2009 errichtet. Pro Windkraftwerk rechnet man mit ca. 17 Mio. kWh/Jahr an Ertrag.

Zwei weitere Anlagen werden in Hamburg-Altenwerder errichtet. Die Turmbauarbeiten sind abgeschlossen, Gondel, Ringgenerator und Nabe werden am Boden vormontiert. Gehoben wurde erst die Gondel (erster Tag), dann der Generator (zweiter Tag) und später die Nabe mit den inneren Blatteilen. Für die zweite Anlage ist die Gondel und Nabe vorbereitet, die Blätter fehlen noch (Stand: 25. März 2009).

Wasserkraft

Im Juni 2007 hat ENERCON bekanntgegeben, das geplante Wasserkraftwerk an der Weserstaustufe bei Bremen-Hemelingen mit zwei Kaplanturbinen mit jeweils 5 Megawatt Nennleistung auszurüsten. Baubeginn soll im Frühjahr 2008 sein, geplante Inbetriebnahme Ende 2009.[3]

Das erste Wasserkraftprojekt wird jedoch noch in 2008 mit zwei Turbinen von je ca. 300 kW in Raguhn an der Mulde realisiert und voraussichtlich Mitte 2009 in Betrieb genommen. Dieses Projekt markiert den Einstieg der Firma ENERCON in den Wasserkraftanlagenbau.

Meerwasserentsalzungsanlage

Die Enercon-Meerwasserentsalzungsanlage arbeitet basierend auf dem Prinzip der Umkehrosmose (Einsatz von Membranen). Nach Aussage des Herstellers werden dabei keine Chemikalien zum Aufbereiten des Wassers gebraucht. Durch einen patentierten speziellen Aufbau der Anlage soll diese energiesparender und im Betrieb flexibler als andere Umkehrosmose-Meerwasserentsalzungsanlagen sein. Hierdurch sei die Enercon-Anlage besonders energiesparend, umweltfreundlich und durch die Möglichkeit des flexiblen Betriebs gut zur Energieversorgung durch Windenergieanlagen geeignet.[4]

Windblatt

Unter dem Namen Windblatt stellt die Firma Enercon eine Informationszeitschrift über das Internet[5] und in gebundener Ausgabe zur Verfügung. Das Windblatt erscheint im Abstand von drei Monaten. Inhaltlich geht es um die Enercon-Windenergieanlagen, die Technik, den Transport und die Zulieferfirmen von Enercon.

Industriespionage bei Enercon

Es wird vermutet, dass Enercon in den frühen neunziger Jahren durch den Dienst National Security Agency der USA mit Hilfe von Echelon abgehört wurde, der die gewonnenen Daten dem US-amerikanischen Mitbewerber Kenetech Windpower Inc. zukommen ließ. Anscheinend nutzte dieser die Daten, um sich Zugang zu Enercons Kerntechnologien zu verschaffen und diese in den USA patentieren zu lassen, was dazu führte, dass der US-amerikanische Markt Enercon bis in das Jahr 2010 verschlossen ist. [6][7]

Verhältnis zu Gewerkschaften

Enercon wurde vorgeworfen, eine gewerkschaftliche Organisation seiner Mitarbeiter zu verhindern. Mitglieder, die einen Betriebsrat gründen wollten, werde mit Versetzung und Kündigung gedroht.[8] Im Werk Izmir seien 70 Mitarbeiter entlassen worden, weil sie der Gewerkschaft Birlesik Metal-Is beigetreten waren.[9] Es gibt jedoch auch Werke, die über einen Betriebsrat verfügen. In den meisten Werken wird die Mitarbeiterbeteiligung über Arbeitnehmervertretungen organisiert.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bürgerwindpark RothaarWind
  2. Pressemitteilung zum Abbruch der Fundamentarbeiten
  3. Siehe www.weserkraftwerk-bremen.de.
  4. Enercon Meerwasserentsalzungssysteme (engl.)
  5. Übersicht der Ausgaben des Windblatts.
  6. Wirtschaftsspionage, Udo Ulfkotte, Goldmann Verlag, ISBN 3442151252, s. 32-60
  7. Verrat unter Freunden, Die Zeit 40, 1999, http://www.zeit.de/1999/40/199940.nsa_2_.xml
  8. http://www.taz.de/pt/2006/06/24/a0229.1/text.ges,1 taz-Bericht vom 24. Juni 2006
  9. http://www.taz.de/pt/2006/08/26/a0124.1/text taz-Bericht vom 24. Aug. 2006

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